Roger glaubte, dass Gitarre spielen und Singen nicht so wichtig wie Schreiben ist.

Nick Mason 23.5.2018 London The Half Moon
The Half Moon, London, 23.5.2018

Erst jetzt bin ich auf ein Interview mit Nick Mason, das bereits vor zwei Wochen auf der Webseite des Mannheimer Morgen erschien, aufmerksam geworden. Ich fand Mason’s Antworten auf die Fragen von Herrn Anders (Eclipsed) interessant. Ein Fehlerchen hat sich in den Artkel eingeschlichen, denn Lee Harris war nicht der Organisator der Floyd-Ausstellung im V&A.  

Wenn die frühen Stücke so toll sind, warum haben Pink Floyd dann irgendwann aufgehört, sie zu spielen?

Nick Mason: Weil sich das Songwriting in eine andere Richtung entwickelt hat. Roger schrieb viel persönlichere Sachen als es Syd es je getan hat. Das ist sein Hauptaugenmerk bei den Texten. Und der große Konflikt zwischen David und Roger basierte ja auf Rogers mangelndem Respekt gegenüber seinen Mitstreitern. Er hat ernsthaft geglaubt, dass Gitarre spielen und Singen nicht so wichtig wie das Schreiben sind. Natürlich darf jeder eine Meinung haben, aber in einer Bandsituation ist jeder genauso wichtig wie der andere. Das hat sich nach Syd merklich verschoben – und deshalb wirkten die frühen Stücke oft wie Fremdkörper.

Ich kann mich nicht erinnern, dass Mason in letzter Zeit so konkret die  Ursachen des Gilmour/Waters Konflikt benannte! Der mangelnde Respekt, den Waters seinen Kollegen, insbesondere Gilmours Talenten, gegenüber aufbrachte, war es Masons Meinung nach gewesen, der zu viel Streit führte. Mason findet also trotz seiner seit 2002 wiederbelebten Freundschaft mit Waters, durchaus kritische Worte gegenüber dem ehemaligen Schreiber von Pink Floyd!

Wenn ich meine Lieblingssongs von Floyd zusammenstellen müsste, wäre da auch „High Hopes“ vom „Division Bell“-Album dabei.

Nick Mason

Dass komplette Interview, so fern es euch noch unbekannt ist, findet ihr  unter diesem Link: Nick Mason: „Ich war schon ein bisschen neidisch“.

Ich danke Oliver Thöne für den Hinweis!

2 Antworten

  1. Oliver sagt:

    Also das wirklich Neue und auch erwähnenswerte ist:

    Wie steht es mit quadrophonischem Sound und psychedelischem Licht? Ist das Teil der Präsentation?
    Mason: Wenn es irgendwie geht, ja. Es hängt von der Größe der Hallen ab, in denen wir auftreten. Wenn da Platz ist, werden wir den nutzen.

    Also doch nicht nur einfache Bühne und normale PA

  2. GeckoFloyd GeckoFloyd sagt:

    Sehr schönes Interview! Habe mich wieder köstlich über Nick’s Humor amüsiert, von wegen Zuckerwürfel mit LSD, hehe. Holymoly, good point! Da habe ich noch gar nicht drüber nachgedacht, stelle mir gerade OBSCURED BY CLOUDS / WHEN YOUR IN live in Quad vor und bekomme dabei schon jetzt eine Gänsehaut-Preview 😉

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