Opernstar Bryn Terfel über Roger Waters

Roger Waters - Ca Ira (2005)

Der Opernsänger Bryn Terfel singt nach sieben Jahren wieder in der Wiener Stattsoper. In einem Interview der Wiener Zeitung wird er auch nach seiner Zusammenarbeit mit Roger Waters gefragt. Auf Waters Album Ça Ira, das er 2005 veröffentlichte, sangen neben dem walisischen Bassbariton Terfel, die chinesischen Sopranistin Ying Huang und der amerikanischen Tenor Paul Groves. Der bekennende Pink Floyd Fan Terfel meint auf angesprochen auf Waters: „Roger Waters sollte Regie führen!“

Sie haben dafür in „Ça Ira“, der Oper von Roger Waters über die Französische Revolution, gesungen. Wie war die Arbeit mit dem Rockstar?

Bryn Terfel: Ich habe bei den Aufnahmen des Albums mitgemacht, für die Aufführungen hatte ich keine Zeit. Waters ließ erst das Orchester aufnehmen, dann hatten wir Sessions in drei Städten. Die Arbeit mit ihm war irgendwie surreal: Als Teenager war ich ein großer Pink-Floyd-Fan, später habe ich seine „The Wall“-Tour gesehen. Diese Show weist ihn als wirklich klugen Kopf aus: das Weltkriegsflugzeug, die Maschinen, die Schweine . . . Alles hat da seinen Grund. Ich würde mir wünschen, dass er eine Oper inszeniert! Ich frage mich, durch was er als Mensch gegangen sein muss, um am Ende mit so starken und klaren Ideen für die Bühne herauszukommen. Es sind schon wunderbare Leute, die man trifft.

Mehr über das Interview mit Terfel findet ihr unter folgendem link: Roger Waters sollte Regie führen.

Ich danke Christian für die Information!

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9 Antworten

  1. Timo H. sagt:

    Hey! Ich weiß, daß ich wahrscheinlich wegen Unwissenheit (oder Ignoranz) gleich virtuell gesteinigt werde, aber ich stelle die Frage jetzt doch, weil ich es woanders nicht wirklich in Erfahrung bringen konnte: singt Waters auf Ca Ira eigentlich auch oder nur diese Dame (Sopranistin)?

    • Oliver sagt:

      Waters tritt jedenfalls nicht als „Performer“ in Erscheinung. Es wäre natürlich interessant gewesen, ihn Oper singen zu hören. Und Great Gig in the Sky dann als Bonus auf der DVD;-)

  2. Timo H. sagt:

    Bzw. dieser Bryn natürlich… aber was ist mit Roger – was genau war (außer dem Komponiern) seine Aufgabe? Oder war es das schon? Ich weiß es wirklich nicht! Sorry… help!!!

    • Oskar Oskar sagt:

      hallo Timo. Waters hat von französischen Freunden (ich will nicht mit Details den Rahmen sprengen) ein Libretto bekommen mit dem Auftrag eine zusammenhängende Oper daraus zu fabrizieren. Er hat die Musik komponiert und die Texte teilweise umgeschrieben, da ihm die englische Übersetzung nicht zusagte. Wenn man sich das Album anhört, kann man zum Teil sei es aus den Melodien sowie den typischen Soundeffekten deutlich seine Handschrift erkennen. Zum anderen betritt er mit diesem Album deutlich neues Terrain.

    • Christian sagt:

      Ich glaube Roger Waters in dem Stück „To Take Your Hat Off…“Act 3. Scene 1. gehört zu haben. Er spricht/schreit den Sergeant. Ansonsten: Composer, Choir Arrangement, Primary Artist, Producer

  3. Sunny sagt:

    Auszug aus: Thomas Migge, Deutschlandfunk:
    Waters erzählt in „Ca ira“ die Geschichte der Revolution mit den Stimmen der Revolutionäre und des Volkes. Sie und die Aristokraten sowie das Königspaar werden von einem Zirkusdirektor vorgeführt: er ist die Zentralfigur der Oper. In „Ca ira“ wird klar zwischen Gut, das Volk und die Revolutionäre, und Böse, das Königspaar und der Adel, unterschieden. Eine Interpretation der historische Vorgänge, die von der Geschichtswissenschaft schon seit Jahren als falsch und viel zu einseitig verurteilt wird. Waters sieht das anders. Er versteht sich selbst als Revolutionär – der privaten Lebensführung:

    „Ich bin davon überzeugt, dass das ganze Leben eine Art Revolution ist. Es geht doch darum, sich immer wieder neu zu entdecken und zu wachsen und zu verändern. Das Leben kann doch nicht ein nur essen und trinken, Sex und Fernsehgucken sein.“

    Roger Waters hat sich weit von der Musik der Gruppe Pink Floyd entfernt. Auch wenn er den Anspruch erhebt, eine Oper geschaffen zu haben bleibt er zu sehr einem oberflächlich-neomelodischen Konzept verhaftet, das gefällig daherkommt, ohne wirklich musikalisch originell zu sein. Seine Musik hört sich wie ein Film-Soundtrack oder wie ein Musical an.

  4. Martin sagt:

    Na, da gehen – wie so oft -die Meinungen auseinander: Audrey Elliot z. B. schreibt:
    Orchestration and choral arrangements were created by Rick Wentworth and Roger Waters, who were also the album’s producers. The music is exquisitely performed by the principal characters: Welsh bass-baritone Bryn Terfel (the Ringmaster, the Troublemaker, Louis Capet – the King of France); internationally acclaimed soprano Ying Huang (Marie Marianne – the Voice of Liberty, Reason and the Republic, Marie Antoinette – the Queen of France); American tenor Paul Groves (A Revolutionary Priest, A Military Officer); and Senegalese „one man orchestra“ Ismael Lo (a Revolutionary Slave). Other parts are sung by Jamie Bower (Honest Bird – the young Revolutionary Priest) and Helen Russill (Madame Antoine – the young Marie Antoinette).

    The music and vocals are stunning, with lush, emotional melodies and orchestral dramatizations. This opera is an amazing creation which evokes a great sense of social awareness of the revolution which changed the course of history. The opera is also very theatrical, using sound effects and non-singing roles to enhance its impact. The performances of featured soprano Ying Huang are superb.

    Ça Ira has certainly been worth waiting for. Waters‘ has certainly achieved success with his innovative and dynamic approach in this masterpiece. This opera is nothing short of breathtaking, and this awesome tour de force speaks for itself.

  5. scarecrow sagt:

    Ob das Album jetzt qualitativ gut ist kann ich nicht beurteilen da Oper null meine Richtung ist. Aber von allen Pink Floyd und Solo Outputs finde ich dies (vielleicht deshalb) am entbehrlichsten. Ich habe da irgendwie nie reingefunden. Die Overture ist aber klasse…

  6. Sunny sagt:

    Ich hatte noch andere, englischsprachige, Kritiken gelesen. Für mich, der ich viel Klassik höre, war es langweilig.

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