David Gilmour: Viele Fans klammern sich an der Vergangenheit!

David Gilmour - Promo (2015)

Ein neues Interview mit David Gilmour & Polly Samson über deren kreative Partnerschaft, John Milton und die Verweigerung in der Vergangenheit zu leben, dass ist dieser Tage bei „NPR-Music“ veröffentlicht worden.

Sehen sie die Nostalgie, die um das Pink Floyd Erbe besteht und all das was es mit sich bringt, als potenzielles Hindernis, bei dem was sie jetzt zu erreichen versuchen?

David Gilmour: Ich bin jemand der nicht zu viel zurückblickt. Ich verbrachte viel Zeit damit bei der Zusammenstellung des „The Endless River“ Albums. Ich spürte, dass ich mit all dieser Musik etwas tun muss, bevor es zu spät ist. Ich hörte mir alles an und kam zum Entschluß, ‚Ja, dass sollte herauskommen‘.

Bei dieser Tour spiele ich ein paar schöne Pink Floyd Songs, weil ich sie liebe, aber ich verbringe meine Zeit nicht im Rückblick oder damit über die ganze Pink Floyd Sache nachzudenken. Es geht wirklich darum nach vorne zu schauen. Es wäre ein leichtes dem Verlangen in die Vergangenheit zurückzugehen nachzugeben, denn man erhält einen Ansturm von Liebe, weil viele Fans sich an die Vergangenheit klammern, und dich ermutigen wollen an dieser festzuhalten, aber dieses Verlangen habe ich nicht. Diese Vergangenheit ist mein Erbe. Ich liebte es.

Trotz des Eindrucks denn man bekommen könnte, 95% der Zeit, die ich mit Pink Floyd, in den verschiedenen Inkarnationen arbeitete, waren voller Freude und Zufriedenheit mit dem was wir zusammen gemacht haben, und ich wage zu behaupten, dass es viel Lachen und Spaß gab. Der geringe Anteil, der nicht so gut war, ist etwas, auf das ich nicht näher eingehen möchte. Denn die ganze Sache ist vorbei. Realistisch gesehen ist es nicht möglich dorthin zurückzukehren. Du kannst nicht rückwärts gehen, und ich habe keine Lust dazu. Ich gehe voller Freude voran.

Es sieht wirklich nicht danach aus, dass Gilmour sich in Zukunft auf eine „Wish You Were Here“ Tour usw. begeben wird. Mit der großen Vergangenheit hat er sich arrangiert. Pink Floyd als aktive Gruppe ist längst Geschichte. Vor 21 Jahren hat die Band ihre letzte Tour gespielt. Rick Wright starb 2008 und „The Endless River“ war ein außergewöhnliches „Geschenk. Gilmour konzentriert sich auf das Jetzt, auf seine Musik, seine Konzerte. Man hat das Gefühl, als ob er noch einige aktive Jahre vor sich hat!

Das ganze Interview mit Gilmour und Polly findet ihr auf der NPR-Music Website: Such A Perfect Fit: David Gilmour And Polly Samson On 20 Years Of Collaboration.

17 Antworten

  1. Felix sagt:

    David Gilmour ist 69,5 Jahre alt. 2010 hatte man in Deutschland bei Erreichen des Alters von 70 noch eine durchschnittliche Restlebenserwartung von 13,87 Jahren. Da Herr Gilmour sicherlich über viel Geld für eine gute medizinische Versorgung verfügt, kann er vielleicht noch 15-20 Jahren Restlebenszeit ausgehen.

    Herr Gilmour hat somit etwa 80% seiner Gesamt-Lebenserwartung erreicht.

    Wenn ich das jetzt auf einen Autoreifen beziehen würde, würde ich bei 20% Restprofil nicht mehr die größten Offroad-Geländetouren planen, da der Grip mit zunehmender Abnutzung abnimmt. Die schönsten Offroad-Touren macht man sicherlich, wenn der Reifen noch relativ neu ist. Von daher waren die alten Zeiten vielleicht doch besser als die neuen und man sollte sie nicht so schnell vergessen (wollen)

    • Felix Untersteiner Felix Untersteiner sagt:

      harte ansage

      • Felix sagt:

        Nehmen wir mal an, dass David Gilmour nicht David Gilmour wäre sondern jemand, der mit 69 Jahren neu im Musik-Business wäre.

        Die Alben von David Gilmour würden ohne seine Vergangenheit mit Pink Floyd nicht die Aufmerksamkeit erhalten, die er jetzt erhält. Das gilt mit Sicherheit auch für seine Live-Konzerte. David Gilmour sagte doch einmal selbst, dass es in der Londoner U-Bahn bessere Gitarrenspieler gäbe als ihn.

        Die Frage ist doch, was er will. Will er seine Ruhe haben? Dann spielt er am Besten gar nichts mehr von Pink Floyd – die Aufmerksamkeit bei seinen Live-Konzerten nimmt dann mit Sicherheit ab – oder er spielt gar nicht mehr – dann hat er auch seine Ruhe.

        Die Frage ist doch was er persönlich will. Macht er das für seine Frau für sich bzw. seine Kinder oder will er sich (mit der halbherzigen Abkehr von Pink Floyd) etwas beweisen? Mir persönlich hat „On an Island“ noch besser gefallen als das neue Album. Ich befürchte dass das auch für den Live-Part gelten wird – bei der On an Island-Tour wurden z.B. auch viele PInk-Floyd-Klassiker neu interpretiert (z.B. Echoes oder „Wot´s … Uh the Deal) – war immerhin noch was….

    • Kalli sagt:

      Das ist schon richtig, es macht aber wenig Sinn, Alt und Neu miteinander zu vergleichen und das eine besser als das andere zu finden. Es ist allgemein bekannt, dass die kreativste Phase im Alter zwischen 20 und 30 liegt. Später hin wird dann weitgehend nur noch der eigene Stil verfeinert, wenn es gut läuft, häufig wird nur noch reproduziert. Dass ist mit Paul McCartney genau so, wie mit DG, RW und vielen anderen. Selten gelingt es den Leuten dann noch, sich auf wirklich neue Pfade zu begeben und sich tatsächlich weiter zu entwickeln. Wenn es aber dann doch passiert, finde ich das besonders spannend und Gilmour hat das mit dem neuen Album trotz der alten Schlappen stellenweise sogar geschafft. Aber natürlich blitzt auch hier über weite Strecken ganz klar der alte Pink Floyd Gilmour durch – zum Glück. Ich kann daher nicht ganz verstehen, warum er im Interview die vergangenen Zeiten so weit von sich schiebt, zumal er die Hälfte seiner set list immer noch mit PF Songs füllt und er genau weiß, dass die meisten Leute ihn exakt dafür lieben.

  2. Patrick sagt:

    Also von mir aus kann er gerne nochmal ein Album machen…wenn es so klingt wie RTL ist doch super! Finde ich besser als wenn man nochmal so was macht wie TER.

    Hauptsache wir können ihn noch oft auf Tour erleben.

  3. Felix sagt:

    Meiner Meinung nach ist David Gilmour inkonsequent. Wenn er wirklich nichts mehr mit Pink Floyd zu tun haben wollte, sollte er nicht mehr unter dem Namen David Gilmour auftreten und auch nicht die alten Songs spielen. Dann hätte er sich konsequent distanziert und kaum jemand würde sich noch in seine Konzerte verirren.

    Diese Interviews und die ständige Betonung, dass er mit den alten nichts mehr zu tun haben will ist von daher unsinnig – er macht nämlich in den Konzerten das genaue Gegenteil. Er spielt die Songs von Pink Floyd…

    • Thorsten sagt:

      Er ist inkonsequent, das finde ich auch. Und dann auch noch die Filme der Pulse-Tour auf dem Screen zeigen…ich mein, ist eine schöne Sache, aber nicht, wenn man DG so re
      den hört.

  4. Rudi sagt:

    Ich finde, David sollte offiziell bei Pink Floyd aussteigen. Dann ist Nick der Chef und kann Roger dazu einladen, mit ihm auf eine PF-World-Tour zu gehen. 😉
    Ab und zu überlege ich, wie es geworden wäre, wenn die Streitigkeiten Anfang der 80er anders verlaufen wären und Nick mit Roger weiter gemacht hätte …

  5. Udo sagt:

    Erstmal, – er ist 69 und muß bzw. sollte gar nichts.
    Wir können uns freuen das er sich noch nicht in seinen Lehnstuhl
    setzt und über alte Zeiten nachgrübelt sonder sich auf die Beine
    macht um UNS was vorzuspielen. Ob das nun DG pur ist oder im Mix mit
    guten PF Songs. Möchte keinen hier hören wenn er nicht einen Klassiker gespielt hätte.
    Für MICH ist Pink Floyd gestorben als Rick Wright gehen musste.
    Und DG hat das Thema auch damit beendet. Was „offizielles“ braucht doch keiner.
    Es reicht die Textzeile mit dem Ocean (…das Highlight des Albums!).

    Gruß Udo

    • Felix Untersteiner Felix Untersteiner sagt:

      ich verstehe das alles so, das er nicht mehr unter dem banner von pink floyd auftreten will, sondern als eigenständige person, die natürlich , no, na, net, auch lieder der pink floyd zeit spielt, darauf kann man ja auch stolz sein.

      ich finde das neue album zb auch weit spannender und vielseitiger als on an island, wohl alles geschmacksache, gleiches gilt für die setlist, die wiederrum sehe ich die 2006er tour vor der aktuellen, aber mal sehn was sich 2016 tut, so oder so bin ich froh das sich überhaupt etwas tut.

      und wenn es schon kein pink floyd mehr gibt, dann wenigsten david gilmour inkl pink floyd songs 😉

      • Felix sagt:

        Ich finde das wie gesagt inkonsequent. Er hat das, was er heute ist, nur Pink Floyd zu verdanken. Konsequent wäre es, wenn er letztlich entweder gar nichts mehr von Pink Floyd spielen würde oder einfach nicht ständig dieses Thema aus der Schublade holen würde. Ein kurzes Statement „No“ auf die Frage, ob es eine Reunion geben werde, würde doch reichen….

        • Werner sagt:

          Aber das tut er doch, „No“ sagen. Und nicht er kommt mit diesem Floyd Thema daher, sondern er wird dauernd danach gefragt! Wieso soll er nichts mehr von Floyd spielen dürfen? Ich finde, dass er sehr konsequent ist.
          Und Roger Waters hat das, was er heute ist, nur Pink Floyd zu verdanken und Robert Plant hat das was er ist nur Led Zeppelin zu verdanken und Mark Knopfler hat das was er ist nur den Dire Straits zu verdanken und Peter Gabriel hat das was er ist nur Genesis zu verdanken und ….
          und sie alle spielen noch heute gerne die Songs der ehemaligen Bands!

          • Frank Gräbener Frank Gräbener sagt:

            Wunderbar 🙂 Besser konnte man es nicht beschreiben. 🙂

          • Felix Untersteiner Felix Untersteiner sagt:

            und das sehr gut, dass kann ich zumindestens im bezug auf plant und gilmour sagen 😉

          • GeckoFloyd sagt:

            Perfekt erklärt! Wieso sollte David überhaupt konsequent sein, nur um irgendwas dadurch zu beweisen? Er will konsequent heute und in Zukunft nichts mehr mit Pink Floyd zu tun haben. David ist auch nur ein Mensch der zu seiner Vergangenheit steht. Ich finde es überaus innovativ von ihm, dass er sich auf neues Terrain – z.B. mit der Jazz-Nummer GIRL IN A YELLOW DRESS – begeben hat und keinesfalls nur auf Pink Floyd macht, das hat er nicht nötig und das finde ich sehr gut. Er weiß, das es viele Fans da draußen gibt, die die Floyd-Songs hören wollen und er gibt den Fans what they want, da ist doch auch nichts Inkonsequentes dran.

  6. Tom sagt:

    Ich glaube, dass große Missverständnis ist, dass seine Aussagen ( „Pink Floyd is over“, usw.) damit gleich gesetzt werden (oder missgedeutet werden), dass er dann „aber auch bitteschön keine PF [merh] zu spielen hätte“. Das ist natürlich völliger Unfug. Er sagt mit keinem Satz dass er das, was er mit PF geschaffen hat, nicht schätzt und zu seinem Erbe gehört auf das er gehörig stolz ist und sein kann. Ich kann Ihn verstehen, dass er das Kapitel Pink Floyd abgeschlossen hat und lese seine Worte in der Form, dass es a.) kein neues PF Album geben und b.) keine PF Tour geben wird . Damit kann ich mich anfreunden und habe damit kein Problem.
    Ich finde es völlig in Ordnung, dass er Pink Floyd Songs spielt, da es eben auch ein Ausdruck dessen ist, was er mit dieser Band geschaffen hat. Ich würde es ein wenig befremdlich finden, wenn gar keine PF spielen würde und ich bin fast sicher, dass Ihm dann der Vorwurf gemacht werden würde, nicht zu seinem PF Werk zu stehen oder es zu bewahren. Ob eine David Gilmour Tour mit Songs aus seinen 4 Solo Alben funktionieren würde, vermag ich abschließend nicht zu beurteilen.
    Das es zu dieser Tour und dem Vergleich zu 2006 auch meiner Seite ein paar „nachdenkliche“ Worte gab, ist von vorangestelltem völlig unbenommen. Ich hätte mir einen etwas anderen „Plot“ der diesjährigen Tour gewünscht, was ich nicht ausschließllich an der Songauswahl festmachen möchte. Doch das ist eine andere Geschichte…………..:-) Und: natürlich waren es 2 schöne Konzerte denen ich beiwohnen konnte……….

    beste grüße

    tom

  7. Udo sagt:

    ……“On An Island“ (180g) auf PLatz 1 der JPC-charts.
    Nur zur Info.

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