David Gilmour macht es vom Verlauf dieser Tour abhängig, ob er nachlegt.

DIE ZEIT brachte vor einigen Wochen den Artikel „Ich bevorzuge das Leben“, der ein Interview mit David Gilmour beinhaltete. Er wurde über seine Vergangenheit mit Pink Floyd und dem neuen Album „Rattle That Lock“ befragt.

Dabei gab es ein paar interessante Fragen und Antworten. Die erste ging der Frage nach, weshalb zwischen „On An island“ und „Rattle That Lock“ über neun Jahre vergingen! Gilmour beantwortet diese auf ehrliche Weise. Er sei einfach zu undiszipliniert.

DIE ZEIT: Mr. Gilmour seit ihrem letzten Album sind neun Jahre vergangen. Warum eigentlich?
David Gilmour: Ich bin leider total undiszipliniert. In den vergangenen Jahren bin ich nur noch sporadisch ins Studio gegangen. Aber mit der Zeit, wenn sich das Material sammelt, nimmt der Druck zu und dann wählt man eine Deadline, zu der eine Platte fertig sein soll. Sobald man ein Album ankündigt beginnt der Stress, denn zu der Platte gehören Konzerte, die lange vorher gebucht werden müssen. Man muss also einiges in Stein meißeln und wird gezwungen sich zusammenzureißen, um fertig zu werden. Platten kann man locker verschieben, aber Konzerte nicht. Trotzdem: Wenn man lange sehr erfolgreich war, sind Deadlines natürlich eine dehnbare Angelegenheit. Das ist einer der Gründe für die lange Pause.

Natürlich wurde am Ende des Interviews auch Pink Floyd und eine Reunion angesprochen. das ist etwas das Gilmour inzwischen auch nicht mehr hören kann. Er hat sich dafür schon eine Standard Antwort zurechtgelegt. Die überwiegende Zeit mit Floyd war ein Vergnügen mit vielen Lachern aber das gehört der Vergangenheit an.

DIE ZEIT: Ihr neues Solo-Album klingt letztlich wie eine weitere Pink-Floyd-Platte. Befeuern sie damit nicht die gewaltigen Erwartungen der zahlreichen Pink Floyd Verehrer, die immer noch auf eine Reunion hoffen?
Gilmour: Nein. Nein. Nein. Diese Erwartungen langweilen mich. Ja, meine Zeit mit Pink Floyd verschaffte mir musikalische und künstlerische Genugtuung. Es war eine große Freude. Wir haben viel gelacht. Punkt. Fünf Prozent meiner Zeit bei Pink Floyd waren dann aber nicht so ein großes Vergnügen, aber darüber mag ich nicht mehr sprechen. Aber unterm Strich überwiegen die tollen Erinnerungen. Trotzdem muss man auch loslassen können und akzeptieren wenn etwas endet. Wie sagte George Harrison: „All things must pass.“ Pink Floyd ist Vergangenheit. Ich bin nicht an einer Fortsetzung interessiert. Es ist aus.

Die letzte Frage des Artikels behandelte seine Tour. Gilmour ist sich seines Alters sehr bewusst. Je nachdem wie es ihm bei der kurzen Europa-Tour ergeht, will er sich für weitere Konzerte entscheiden oder auch nicht. Wir wissen nicht wann dieses Interview entstand. Es wird aber wahrscheinlich im Juni/Juli gewesen sein, als noch viele Termine fehlten, z.B. die in Südamerika oder die Zusatzshows in den USA, inzwischen hat Gilmour mehr Konzerte  nachgelegt, also taugt es ihm!

DIE ZEIT: Einerseits dieser Riesenerfolg – andererseits spielen sie auf ihrer anstehenden Solotournee bewusst in überschaubaren Hallen…
Gilmour: Es ist schwierig da die richtige Gewichtung zu finden. Nehmen wir die Tournee: Ich gebe fünf Konzerte in diesem Jahr, um erst einmal herauszufinden, wie ich diesen Stress wegstecke. Ich bin seit vielen Jahren nicht mehr aufgetreten und fühle mich tatsächlich alt – was ich ja auch bin, nächstes Jahr werde ich siebzig. Vom Verlauf dieser Konzerte hängt jedenfalls ab, ob ich nachlege. Ich weiß noch nicht, wie viel ich mir noch zumuten möchte. Aber wenn ich zwischen Karriere und meinem Leben entscheiden muss, bevorzuge ich das Leben.

Ich danke Jens Schwenkhagen für die Informationen!

1 Antwort

  1. Hanno sagt:

    Achje, ich gönne es Gilmour ja allemal, dass er in der Lage ist abseits von Plattenfirmen und deren Forderungen unabhängige Entscheidungen zu treffen, wie lang und intensiv seine Tourneen werden. ABER in Südamerika in Stadien und in Nordamerika in großen Indoorarenen spielen und in Europa es bei dieser wirklich mit Old Man`s Tour gut betitelten Konzertreihe zu belassen, fände ich sehr schade. 2006 habe ich ihn komplett verpasst und dieses Jahr nur in Oberhausen gesehen. Also wäre mir eine zumindest kleine Fortsetzung der Tour in Europa sehr sehr recht… Daumen drücken!

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