Roger Waters zollt Pussy Riot seinen Respekt

30.9.2012: Roger Waters äußerte sich über die im September in Moskau stattgefundenen Pro-Pussy-Riot Demonstrationen.

Auf Facebook schrieb Waters: „Wir haben großen Respekt vor Ihrem Mut und Entschlossenheit. Ich wurde ermutigt von der Anti Putin, pro Pussy Riot und Freiheit Demonstrationen die gestern in Moskau stattfanden. Wir sind mit Ihnen. Es gibt mehr von uns, die bereit sind aufzustehen, um fehlgeleitete Autoritäten, im Kampf für die freien Gesellschaften mit Gesetzen, als es gestern gewesen, und es werden mehr morgen sein. Unsere Zahl wächst.“

Haben solche Aussagen von Roger Waters auf euch eine Wirkung? Setzt ihr euren Namen auf die Petition zur Freilassung der Pussy Riot Sängerinnen von Amnesty International? Denkt man darüber nach oder lest ihr da drüber!

Gerade Fans von Roger Waters Fans, die seine Texte bei Pink Floyd und Soloalben wie z.B. „Amused To Death“ verehren, denke ich sind politisch interessiert und aktiv. Haben seine Texte einen Einfluss auf euer Tun und Handeln?

Was denkt ihr über politisches Engagement von Musikern?

2 Antworten

  1. murph sagt:

    Ich würde nicht sagen, dass mich ein explizit politischer Text anspricht. Ich kann z.B. mit Amused to Death (der ganzen Platte) sehr wenig anfangen, vor allem musikalisch, aber auch textlich und inhaltlich.
    Ein Text bleibt mir eingeprägt (und beeinflusst mich ev. bzw. ev. unterbewusst in bestimmten Situationen), wenn er prägnant, sprachlich gut und trotzdem mit einer konkreten Bedeutung behaftet ist. Die Texte auf Animals z.B.: „Harmlessly passing your time in the grassland away“, ..“Meek and obedient you follow the leader down well trodden corridors into the valley of steel“, „so that when they turn their backs on you will get the chance to put your knife in“ etc. etc.
    Diese Lyrics finde ich (leider) zeitlos, und sie passen (leider) auch auf heutige politische und gesellschaftliche Zustände. Die Bilder, die die Texte malen sind weite Landschaften, gleichzeitig sprechen sie den Zuhörer auf einer sehr persönlichen Ebene an (z.B das Ende von Dogs). Bei Sheep kommt hinzu, dass der Text auch sprachlich und rhytmisch wirklich gut ist. Waters at its best !
    Von den auch sprachlich sehr konkreten Songs gefallen mir wiederum die Stücke auf The Final Cut sehr gut. Explizit (gesellschafts)politisch, sehr konkret auf ein Thema bezogen, sehr emotional bis kitschig – aber letzteres passt, weil es damit den Zuhörer berührt.
    Und es ist eben dieses fehlende Element der persönlichen Betroffenheit (des Zuhörers), dass mir in den späteren Waters-Solo-Werken fehlt. Wenn er gegen George Bush vom Leder zieht – ja, er hat schon recht und es mag alles stimmen, aber solche Tiraden kann ich mir auch in diversen Online-Foren oder in Satire-Sendungen ansehen.
    Im großen und ganzen Glaube ich aber, dass die 1970er-Jahre für Pink Floyd auch so erfolgreich waren, weil Waters zu dieser Zeit wirklich gute Texte schreiben konnte – eben solche, deren (u.a.) gesellschaftpolitische Bedeutung zeitlos ist und gleichzeitig eine persönliche Betroffenheit (neutral gemeint) beim Zuhörer auslösen. Diese Gabe hat er m.M. nach bei seinen Solo-Werken zusehends verloren. Insofern kann ich die Frage, ob mir seine explizit politischen Texte bzw. Songs gefallen, eher mit Nein beantworten. Gleichzeitig bewundere ich aber sein Engagment (z.B. für AI) und seine klare öffentliche Haltung zu bestimmten politischen Themen. Egal wie man zur (wahrscheinlichen widersprüchlichen) Person Roger Waters steht, es wäre gut wenn es mehr öffentliche Personen wie ihn gibt welche sich laut gegen Ungerechtigkeiten artikulieren.

    • Werner sagt:

      @ murph,
      ein sehr interessanter Kommentar! Ich könnte das gar nicht so analysieren wie du!

      Für mich waren ganz zu Beginn meiner Begeisterung für Pink Floyd, von 1979 – 1982, die Texte nicht wichtig, für mich war das gesungene Wort wie ein Instrument und alles gemeinsam passte und klang wunderbar. Natürlich verstand ich vieles und versuchte mir darauf etwas vorzustellen. Ich fühlte mich auch ohne dem Wissen nach dem genauen Sinn der Texte ganz hingezogen! Erst als ich mit 15 den The Wall Film im Kino sah, damals mit deutschen Untertitel, erkannte ich wie „gut“ Roger Waters Texte sind! Und wie sehr ich mich damit identifizieren konnte, obwohl ich kein einsamer Rockstar in einem Hotelzimmer war, sondern einfach ein jugendlicher mit all seinen Fragen, Kummer und Sorgen!

      Wie du im letzten Absatz schreibst, fände ich es auch wichtig, dass es noch mehr Personen seines Kalibers gäbe, deren Botschaften von einer breiteren Öffentlichkeit gehört werden!

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