Japanische „Is This The Life We Really Want?“ CD-Edition

Bericht und Foto von Torsten Boye

Mir gefällt das Album nach mittlerweile ca. 50 Komplettdurchläufen wahnsinnig gut; ich hätte nie damit gerechnet, dass aus dem „Hause Pink Floyd“ nach so vielen Jahren noch einmal solch ein durchgehend stimmiges, grandioses Werk erscheint. Es ist keine Minute zu lang und die Instrumentierung sowie Produktion Nigel Godrichs passen nach meinem subjektiven Geschmack hervorragend zum bedeutungsvollen Inhalt des Albums.

Übrigens kann ich auch noch einen Beitrag zur vielerorts diskutierten Soundqualität von „Is This The Life We Really Want?“ leisten: Nachdem ich bereits die von mir seit ein paar Jahren gegenüber der „CD-“ grundsätzlich favorisierte Vinyl-Version schon sehr gut fand, muss ich doch tatsächlich zugeben, dass mir die japanische CD-Edition noch sehr viel dynamischer und transparenter vorkommt! Gleichzeitig weist diese natürlich nicht die geringsten (manchmal vielleicht doch störenden) Nebengeräusche auf.

Solange keine High-Definition-Ausgabe (SACD, Blu-ray) auf dem Markt erhältlich ist, könnte dieser Hinweis ja möglicherweise von allgemeinerem Interesse sein. Anbei ein Foto besagter Japan-CD (SICP 5425).

Danke Torsten für den interessanten Bericht!

24 Antworten

  1. Bernhard sagt:

    Habe meinerseits sowohl europ. Vinyl und CD, bei wichtigen Alben immer beides, Vinyl sofort digitalisiert, und muss sagen, obwohl die Vinyl wirklich fantastisch klingt, finde ich, dass die CD ausnahmsweise mehr Dynamik hat, das Album wurde für Vinyl extra gemastered, leider finde ich merkt man davon eigentlich nix (wenn ich einen Vergleich anstellen darf: die ebenfalls kürzlich von U2 erschienene Joshua Tree 30 Vinyl Box klingt definitiv um Längen besser als die CD, und das will was heißen).

    In jedem Fall ist Roger und Nigel Godrich mit der Platte etwas wirklich Großartiges gelungen. Bin meinerseits eher Gilmour-Mann weil Gitarrist, und finde Roger’s Eigenheiten manchmal eine Spur zu anstrengend, „Is This The Life We Really Want ?“ ist aber vom ersten Durchhören an, auch wenn ich manchmal ihm und seinem Solo-Materiall fallweise distanziert gegenüber stehe, wirklich brilliant, ohne wenn und aber.

  2. Kalli sagt:

    Ich dagegen hadere sehr mit dem Klang der EU-CD Version und kann den Dynamikumfang der Dynamik Range Database nur bestätigen: CD schwach, Vinyl passabel. Vielen dank für den Hinweis auf die Japanpressung, ich werde mal sehen wo man die bekommen kann.

  3. Torsten Boye sagt:

    … oder inkl. Versand mit 20 % Ersparnis direkt in Japan (z.B. CD Japan).

  4. Holger sagt:

    oder ebay direkt aus Japan zu ganz vernünftigen Preisen…………

  5. Timo sagt:

    Ist das eine Mini LP oder ein Digipak? Ich kann es auf dem Bild leider nicht richtig erkennen.

    • Timo sagt:

      Ich habe es online gefunden. Es ist ein Digipak.
      Ist es stabiler und wertiger als das deutsche?

      Bist du dir sicher, dass die CD anders klingt als die deutsche? Ist die leiser oder gleich laut?
      Vielen Dank im Voraus!

  6. GeckoFloyd GeckoFloyd sagt:

    Yepp, alles klar, Thorsten, diesmal bin ich ja genauso aktuell wie das Forum 😉 Hatte sie mir witzigerweise zufällig am Mittwoch auch bei JPC bestellt, weil versandkostenfrei bis Sonntag. Die japanischen Editionen sind erfahrungsgemäß immer besser. Ich finde die Dynamik der eurp. CD erstaunlich gut (mein Player: Cambridge Audio Azur 650 BD) , nur Roger’s Gesang könnte m.E. etwas mehr im Vordergrund sein, wie es bei der ATD (alte Version) der Fall ist . Die Vinyl ist noch eingeschweisst und muss ich mir noch anhören, mache ich dann demnächst zusammen mit Spezl Gerhard bei gemütlicher Couch-Session mit Weißbier 😉 Cheers.

    • Torsten Boye sagt:

      Ist ja witzig, ich nutze auch schon seit einigen Jahren (2010?) diesen Alleskönner von Cambridge. Ich habe die EU-CD nicht gehört, weil ich CDs ausschließlich aus Japan kaufe, aber bei dieser empfinde ich den Gesang sehr präsent. Ich weiß übrigens bis heute nicht, warum mir/ uns auch die CD-Pressungen aus Japan signifikant besser gefallen. Beim Vinyl hieß es ja immer, sie würden dort die Pressmatritzen weniger häufig nutzen und ausnahmslos Virgin Vinyl verwenden. Dass SHM- und Blu-spec-CDs sowie XRCDs aufgrund ihrer entwickelten Verfahren anders (besser) klingen, kann ich mir ja noch erklären, aber CDs? Vielleicht liegt’s auch hier am Material oder der Detailverliebtheit der Japaner …

      • GeckoFloyd GeckoFloyd sagt:

        Supercool Torsten! Ich bin mir ziemlich sicher, die CD’s aus Japan klingen besser wegen irgendeiner Art Digital Mastering: hab das auch schonmal irgendwo auf einer High-End-Forumswebsite gelesen, das die japanischen Sound-Engineers noch was mit den Daten machen, bevor sie das CD-Master produzieren.
        Muss ich dran denken, das man auch beim Konvertieren in MP3 unnötigerweise ein „Volume Normalize“ machen kann, ob das dann der „richtige“ Allgorythmus ist, bezweifle ich sehr (MP3 verwutze ich nur unterwegs auf dem Händi).
        Immer öfter frage ich mich, ob noch wirklich „Hand angelegt“ wird von einem Menschen aus Fleisch und Blut. Das würde ich den Japanern – die ja schon immer große Musikliebhaber sind – einfach mal unterstellen. Andere vertrauen auf irgendein Software-Verfahren. Oder die Japaner haben einen cooleren – besser gesagt „wärmeren“ – Allgortythmus entwickelt, also auch Software, und ich bin mal wieder naiv ohne Ende 😉 Cheers.

      • Schwabe sagt:

        „Dass SHM- und Blu-spec-CDs sowie XRCDs aufgrund ihrer entwickelten Verfahren anders (besser) klingen, kann ich mir ja noch erklären“

        Diese Technik hat eher mit der Lesbarkeit zu tun, als mit klang, da die anderen Materialien ein besseres Lesen für den Laser ermöglichen. Da es digital ist, bleibt eine 0 immer o und eine 1 immer 1 egal auf welchem Material. Oder kurz: der Klang kann durch diese Arten nicht besser werden, da auf den Disk nicht mehr Daten als auf einer normalen gespeichert werden können (also auch nur 44,1 kHz und 16 bit bei knapp 74 min).
        Das ist dadurch eher ein Hype bzw. erhöht die Haltbarkeit/Lesbarkeit der CD.

        Klangunterschiede können immer nur durch anderes Mastering entstehen. Und das ist, was in Japan oft geschieht, sie mastern die Alben für ihren Markt nochmals extra, anstatt das vom Künstler gelieferte einfach zu verwenden.
        Was natürlich wiederum Diskussionen auslösen kann, da einige Künstler ja sehr viel Wert aufs Mastering legen und dabei sind, was dadurch dann natürlich wieder über den Haufen geworden wird.
        so bleibt alles relativ 😉

        • Oliver sagt:

          Aha, interessant. Ich wundere mich immer über diese „Formatschwemme“ aus Japan, da der Markt sowohl dort als auch dafür ja sehr klein ist. Ich bilde mir auch ein, dass die (allerdings) wenigen SHM-CDs, die ich habe, besser klingen als die entsprechenden CDs, wobei das mastering dann in der Regel tatsächlich nicht gleich ist.

          • Schwabe sagt:

            Ich hab auch noch nicht erlebt, dass die besonderen japanischen Pressungen nicht extra gemastert wurden. Daher klingt es nie gleich.
            Und wie gesagt, der Datenstrom ist der selbe (sonst könnte es ein anderer CD-Player gar nicht lesen.) und damit bringen diese Formate keine höhere oder bessere oder andere „Auflösung“ als eine herkömmliche CD. Das tut eben nur SACD oder Audio Blu Rays etc.

  7. manni.m sagt:

    Liegt es doch am hochwertigen CD-Player (meiner: Marantz SACD 14 S1) wenn die neue Waters gut klingt?
    ….ich finde den Klang der neuen auch nicht übel ….die Stimme ist natürlich manchmal etwas verhangen.
    Bin da etwas speptisch ob die Japan-Version da mehr bringt.

  8. manni.m sagt:

    Vom Bruder :

    UPDATE:
    Just checked the waveform on Smell The Roses on the EU version and the JAPAN version.

    They are the same, so I guess it dosen`t sound any better.
    Well atleast the cover is better.

  9. karl sagt:

    Algorithmus 😉

  10. Kalli sagt:

    Hab die Japanpressung gestern nach zweiwöchiger Abstinenz gehört. Erst war ich sicher, es klingt besser, dann habe ich die Tracks mit dem DR-meter gecheckt und die wave-forms verglichen – kein Unterschied zur EU-Pressung. Schade.

  11. manni.m sagt:

    Hab auch die Japan-Version….kein Unterschied zur EU-Pressung.
    Nicht einmal das Cover ist wirklich besser.

  12. karl sagt:

    Warum soll sie auch anders klingen ? Neu gemastert wurde ja sicher nicht.

  13. GeckoFloyd GeckoFloyd sagt:

    Ich habe sie mal beide mit gespitzten Orhen verglichen und die Japan klingt deutlich transparenter, hochauflösender: das Stereo-Bild ist ausgedehnter im Raum, mehr Details und klarere Höhen. Besonders beim Intro vom Title-Track: Ich spiele selber Bass und weiß allzugut wie Flageolett-Töne klingen, hier kommen die feinen Details – Fingerkuppe auf der Saite – deutlich besser raus! Auch Roger’s Stimme ist mehr im Vordergrund, das merkt man bei den stärker inistrumentierten Passagen sehr. Habe das dann auch mal meiner Freudin vorgeführt, die das unvoreingenommen auch insgesamt besser empfunden hat.

    Ich glaube, es ist nur mit erstklassigem D/A-Wandler merklich. Auf, ich sage mal, durchschnittlichem CD- oder DVD-Player wird man vielleicht keinen Unterschied hören. Irgendwas machen die Japaner im Transfer anders. Nicht im Mehrspur-Mix, der ihnen nicht vorliegen dürfte, sondern im Prozess danach. Cheers.

    • Christian sagt:

      Man darf einen Faktor nicht vergessen. Das menschliche „Wunschdenken“ ist verdammt einflußreich bei solchen Dingen.

      Wenn man zwingend rechtfertigen will, dass es besser klingt, weil es immer aus Japan besser klingt, dann gaukelt das Gehirn gern vor „ah ja, das muss besser klingen weil xyz.“

      • GeckoFloyd GeckoFloyd sagt:

        Ich such mir an der Ampel auch immer die passende Farbe aus… blue light… haha.. 😉
        Hmm, nee, Japan klingt nicht immer „besser“, das ist subjektiv, es geht um das „anders“! Zum Beispiel die japanische The Wall Vinyl klingt für meine Begriffe zu höhenlastig, auch die Vinyl Remastered von 2011. Egal, aber wenn Du mal in der Nähe von München bist, dann komm echt mal gerne vorbei, dann führe ich es Dir vor, habe auch immer Q-Tips Ohrenstäbchen vorrätig, just in case… who needs information…hehe… Cheers 😉

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