50 Jahre Pink Floyd: Ein Besuch der „Their Mortal Remains“ Austellung

Einige P&S Besucher werden in nächster Zeit die Pink Floyd Ausstellung im Victoria & Albert Museum besuchen! Ich sehe mir die Schau am 18. Juni an! Oliver konnte den Besuch eines Eric Clapton Konzertes mit dem der Ausstellung kombinieren! Er stellte uns dankenswerter weise einen Bericht und Fotos zur Verfügung!

Their Mortal Remains: Absolut empfehlenswert!

Bericht von Oliver Grasmann

Ich war am 22. Mai in London um am Abend Eric Clapton in der Royal Albert Hall zu sehen. Da ich bereits am Vortag angereist war, hatte ich am Montagmorgen die Gelegenheit das V&A Museum zu besuchen. Ich hatte keine Karten im Vorfeld geordert, sodass ich morgens kurz nach der Öffnung (10:00) das doch sehr imposante Gebäude betrat. Da es erst wieder für 12:30 Karten gab schauten wir uns ein wenig im restlichen Museum um (Eintritt frei !). Dabei fiel uns sofort das Dark-Side Mischpult auf, welches im Foyer wohl Werbung für die Floyd Ausstellung machen soll.

Ticket

Von der Größe her fühlte ich mich ein wenig an das Deutsche Museum in München erinnert. Da wir unsere Köpfe aber frei halten wollten für noch kommenden Eindrücke, landeten wir sehr schnell im sonnigen Innenhof bei einem Kaffee. Um kurz nach 12 machten wir uns auf den Weg zu Raum 39 (beim Ticketkauf gab man uns schon den Tipp etwas früher zu erscheinen, was ich auch jedem empfehlen kann). Dort angekommen staunte ich nicht schlecht über die Schlange von ca. 75 Besuchern die sich für 12:15 anreihten. Daneben warteten bereits eine Handvoll Menschen für den 12:30 Einlass. Die Menge war genau so getimed, dass nach 15 Minuten alle in den Vorraum gelangen konnten und unsere Reihe eröffnet wurde (mittlerweile auch auf ca. 75 Personen angewachsen) und wir uns an die Kopfhörer Ausgabe begeben konnten (In der Zwischenzeit ist aus der 12:15 die 12:45 Schlange geworden).

Dann ging es an vorbei an einem großen Dark Side 3D-Bild durch eine Holztür und da standen wir dann vor dem riesigen begehbarem Bedford Modell in dessen Inneren ein handgeschriebener Brief von Syd hängt, der beschrieb wie er den Band Bus das erste Mal in diesem Design sieht. Von dort an geht es von Raum zu Raum und Ecke zu Ecke kontinuierlich von The Piper at the Gates of Dawn bis zu The Endless River und dem Live 8 Finale weiter. Den Anfang macht unter anderem ein PF-Stammbaum, der sich aus den verschiedenen Epochen der Band zusammensetzt. Interessant und auch neu für mich war das Wright erst ab November 1993 wieder als festes Bandmitglied geführt wird (ich ging eigentlich von 92 aus) und Waters 2005 als Pink Floyd Mitglied für einen Tag angegeben wird. Danach geht es dann Album für Album weiter, teilweise mit original Devotionalien (Bsp. Gilmour’s orginal candy apple red Strat) manchmal aber auch mit Replikaten (Black Strat). Passend zu den jeweiligen Zeiten gibt es immer wieder Video Beiträge mit Interviews von Beteiligten und Zeitzeugen. Der Großteil stammt von bereits bekanntem Material wie der Wish Vou Were Here Story oder dem Pompeij-Film. Bis auf eine Ausnahme: ANIMALS !

Animals & The Wall

Die dort gezeigten Interviews von den noch lebenden Bekannten scheinen neuwertig, was man vor allem an Gilmours Gesichtsbehaarung erkennen kann und den aktuellen Vergleich den ich von den letzten Waters Bildern für sein neues Album her kenne. Interessanter weise erwähnt vor allem Gilmour wieviel Spaß er an den Aufnahmen zu dem 77er Album hatte.

Animals hat Spaß gemacht!

Auch erwähnenswert (wenn auch nicht unbekannt) ist der 2 Minuten Schnipsel von The Happiest Days Of Our Lives vom 80er Earls Court Konzert, der mir immer wieder zeigt, dass Waters da doch noch etwas in der Hinterhand haben muss. Ich kann mir nur vorstellen das er das nicht veröffentlichen will da dann dort wahrscheinlich Pink Floyd drauf stehen würde (evtl. By Roger Waters ).

Ansonsten will ich auch nicht zu viel Spannung nehmen, sondern nur noch auf eine schöne Spielerei hinweisen: der Money-Mixer. In einem (ich nenn ihn mal so) Technik Raum stehen mehrere Mischpulte an denen die Besucher die einzelnen Musikinstrumente von Money einzeln Ansteuern können und so eine Vorstellung von der Komplexität einer solchen Aufnahme bekommen. Von dieser Komplexität kann man sich auch bei den vielen Bühnen Blaupausen und Zeichnungen überzeugen, die gerade für immer größer werdenden Touren ab 1977 reichlich zur Schau gestellt werden.

Live 8: 360 Grad Multimedia Spektakel

Wie anfangs schon erwähnt endet die Ausstellung mit dem letzten Album von 2014 und der anschließenden Sennheiser-Show. Diese ist nicht nur eine Videoshow mit verbessertem Klang, sondern ein wahres 360 Grad Multimedia Spektakel mit Licht und Lasern welches mit der ersten Single sowie dem dazu gehörigem Video in 4:3 und einem Mono Ton beginnt und dann in der Hyde Park Darbietung mit allen vier Seiten des Raumes endet.

Viele Möglichkeiten sein Geld los zu werden!

Anschließend betritt man noch den Pink Floyd Museums Fanshop. Dort bekommt von allen erdenklichen Shirts über Postkarten, Tourbücher, allen Alben (CD + Vinyl) bis hin zur Early Years Box eigentlich alles wofür man Geld ausgeben kann bzw. will.

Erwähnenswert ist vielleicht noch die Technik: Man hat während der ganzen Zeit Kopfhörer auf und ein Lokales GPS Gerät um den Hals hängen. Überall an der Decke sind Sensoren die einem das passende Signal auf die Ohren geben. Ist man zum Beispiel in dem Technikraum in der Nähe der Audiomixer kann man hören wie die Besucher die an diesem Gerät sind ihren Money Sound basteln. Geht man dann auf einen Videomonitor zu ist das gerade dort gezeigte auf den Ohren. Es ist eigentlich sehr gut und einfach gemacht (3 Knöpfe: Play/Stopp sowie Laut und Leise). ABER und das ist der einzig wirkliche Nachteil der Ausstellung: Da gerade am Anfang durch den kontinuierlichen Besucherstrom sich viele um die Screens und Ausstellungsstücke scharren, kann es passieren das man nicht immer nah genug an den richtigen Sender ist und so einem das falsche Signal auf die Kopfhörer gesendet wird. Selbst wenn jemand sich in den ersten Räumen Zeit lässt, so wird es dort nicht leerer, erst zum Ende hin verteilt es sich ein wenig.

Alles in allem ist der Besuch der Exhibition aber absolut empfehlenswert und ich freu mich jetzt schon auf Dortmund im nächsten Jahr, wo ich bestimmt (ich wohne im Nachbarort) mehrmals vorstellig werde.

Grüße aus dem Ruhrgebiet

Oliver

Ich danke Oliver recht herzlich für diesen Bericht!

9 Antworten

  1. Wolfgang sagt:

    Vielen Dank für deine Eindrücke von der Ausstellung. Werde auf jeden Fall nächstes Jahr in Dortmund sein und die 5 Std. Fahrzeit in Kauf nehmen. Das möchte ich mir nicht entgehen lassen. Wieviel Zeit braucht man für die Ausstellung?

    • Oliver sagt:

      Hallo Wolfgang,
      ich war so in etwa 2,5-3 Std. in der Ausstellung. Am Anfang habe ich aber auch einige Videobeiträge nicht komplett verfolgt (bekanntes aus der Wish You Were Here Story). Wie beschrieben ist es gerade in den ersten Räumen sehr voll, sodass ich schon dort wusste, im nächsten Jahr in Dortmund noch einmal vorstellig zu werden. Alleine im Shop kann man als Pink Floyd Begeisterter gut und gerne seine 45 Minuten verbringen. Alles in allem würde ich als Minimum 3 Stunden einplanen.
      Bezüglich deiner 5 Stündigen Anreise: Ich hab für den Flug nach London mit Ryanair von Dortmund aus und zurück weniger als 30€ bezahlt….
      Ansonsten würde ich für das nächste Jahr mal schauen ob man das Ganze mit einem in der Nähe stattfindenden Waters Konzert verbinden kann. Das U liegt in Dortmund am Bahnhof und von dort sind alle Arenen (Dortmund, Oberhausen, Düsseldorf, Schalke, …) sehr gut zu erreichen.

  2. TW sagt:

    Toller Bericht!

    Hoffentlich komme ich da dieses Jahr auch noch hin. Ich würde es gerne mit einem Besuch bei der Premiere des Pompeii Films verbinden. Hoffentlich kommt zu dem Thema bald mal was offizielles, damit ich planen kann.

  3. Rainer sagt:

    Hallo Oliver
    Erst einmal Danke für deinen sehr gelungenen und kurzweiligen Bericht.
    Ich werde die Ausstellung im Juli besuchen und habe bereits meine Tickets für Montag um 10 Uhr .Was für ein ungefähres Zeitfenster sollte man einplanen, wenn man sich die Ausstellung in aller Ruhe anschauen möchte?

    Danke und Grüße ins Ruhrgebiet von
    Rainer

    • Oliver sagt:

      Hallo Rainer,
      mit 10:00 solltest du den ersten Slot des Tages haben. Ich würde als Minimum 3 Stunden einplanen. Wenn man sich mit jedem Exponat und Videobeitrag sehr intensiv beschäftigt und sich im Shop noch etwas gönnen will, dann bist du auch schnell bei 4-5 Stunden. Ich wünsch dir im Juli viel Spaß und wenn du nicht alles schaffst, im nächsten Jahr in Verbindung mit einem Waters Konzert kannst du ja noch mal das Ruhrgebiet besuchen (immer eine Reise wert 😉 )

  4. Rainer sagt:

    Danke Oliver,
    für mich war deine Antwort wichtig da ich gegen 15 Uhr in Heathrow sein muss.
    Gerne komme ich ins Ruhrgebiet, da ich als Frankfurter immer große Sympathie für
    die Menschen ,und die dort ansässigen Fußballvereine habe
    MfG

    Rainer

  5. Roman sagt:

    na, dann bist du ja morgen abend ein besonders sympathischer frankfurter. grüsse aus dem ruhrgebiet.

  6. GeckoFloyd GeckoFloyd sagt:

    Danke für den schönen Bericht, da bekommt man richtig Lust gleich loszudüsen, LG

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