Nick Mason beim Roger Waters The Dark Side Of The Moon – Redux Konzert, 9.10.2023 London, Palladium

Roger Waters reagierte auf negative Berichterstattung zum vorhergehende Konzert. Er räumte ein, etwas zu viel aus seiner Biografie vorgetragen zu haben. Nick Mason war im Publikum und möglicherweise auch Phil Taylor.

Roger Waters: We’re going to do it live at the London Palladium, in October… we look forward to that… hopefully performing it live on other occasions in the future.

Konzert-Statistik:

  • Tour: The Dark Side of the Moon Redux
  • Veranstalter: Live Nation & Triple A Entertainment
  • Termin: 9.10.2023, Montag
  • Spielstätte: The London Palladium
  • Plätze: 2280
  • Tickets: Pre-Sale 27.7., General Sale: 28.7.
  • Adresse: Argyll Street, London
  • Einlass: 19:00 Uhr | Showtime: 20:00 Uhr

Band:

  • Roger Waters: Vocals, Bass, Piano, Guitar
  • Joey Waronker: Drums
  • Jonathan Wilson: Guitars, Vocals
  • Gus Seyffert: Bass
  • Jon Carin: Keyboards, Guitars, Backing Vocals
  • Robert Walter: Keyboards
  • Johnny Shepherd: Organ
  • Via Mardot: Theremin
  • Azniv Korkejian: Vocals
  • Gabe Noel: Strings

Setlist:

Set 1 THE DARK SIDE OF THE MOON REDUX

Set 2

Encore

45 Antworten

  1. Avatar Marcus sagt:

    Lass uns mal spekulieren. Ich denke nicht, dass es 2 Sets gibt und Encore. Roger wird wohl seinem lang ersehnten Wunsch nachgehen und die Redux Version von Dark Side als Anlass nehmen und das als Revue oder Theater oder etwas in der Art aufführen. Mit gesprochen Texteinlagen zwischen den Songs, vielleicht autobiographiesch oder einem anderen Schwerpunkt. Ein bisschen herum experimentiert hat er das schon bei The Bar I+II auf der letzten Tour. Und wenn das in London angenommen wird, damit wie Nick durch kleine Locations um die Welt ziehen.

  2. Avatar Marcus sagt:

    Am 9.10. bin ich dabei!

  3. Avatar Martin sagt:

    Bin auch am 9.10. dabei! Gerade alles gebucht!

  4. Avatar Alois sagt:

    Ob wohl im Dezember nach Südamerika noch ein paar Redux-Konzerte dazukommen? Könnte ich mir schon vorstellen. Vielleicht auch erst nächstes Jahr. Falls jemand etwas hört, vielleicht dann im Palladium, bitte gerne mitteilen. Danke!

  5. Avatar Rosa sagt:

    Ruta Floyd, the Spanish website dedicated to Pink Floyd, we will also be there.
    Greetings to all.

  6. Avatar Marcus sagt:

    Die Premieren-Live Performance vom Redux Album soll sich wie folgt gestalten:

    On behalf of the promoter, here are some further details ahead of your visit.

    Show times:
    18:30 Doors
    20:00 Roger Waters
    20:50 Interval
    21:10 The Dark Side of the Moon
    22:00 End

    This show will be a phone-free event. The use of phones, smart watches and accessories or any other recording equipment will not be permitted in the performance space:

    Upon arrival at the venue, all phones, smart watches and accessories will be secured in individual Yondr pouches that will be opened at the end of the event.
    We recommend arriving as close as possible to the doors opening time of 18:30 to allow for the added measures, and to bring a physical bank card for ease of purchase at the bars.
    Guests will maintain possession of their devices at all times, and can access them throughout the event only in designated “Phone Use Areas” within the venue.
    All devices will be re-secured in Yondr pouches before returning to the performance space.
    All pouches and equipment will be sanitised prior to individual use.

    Anyone seen using a device (phone, smart watch or accessories or other recording equipment) during the performance will be escorted out of the venue by security.

  7. Avatar Sven sagt:

    “Eine Mischung aus Barry Manilow und Rudi Carrell”, schreibt oe24.at. Immerhin gibt es ein paar Fotos mit Roger in rosa (!) Sakko.

    https://www.oe24.at/leute/musik/roger-waters-publikumsbeschimpfung-bei-darkside-premiere

  8. Avatar Rob sagt:

    Laut setlist.fm war gestern wohl auch Nick anwesend. Mal sehen, ob da was dran ist.

  9. Avatar murph sagt:

    Das dürfte ja ein eher bizarres Event gewesen sein. Waters mit pinker Jacke, erster Teil eine Laptop-Lesung ausgewählter Teile seiner Memoiren (Kapitel Enten als Haustiere) inklusive Publikumsbeschimpfung. Im zweiten Teil ein unangekündigter 20 Minuten-Film, und dann erst Dark Side Redux. Unterhaltungswert hat das schon, finde ich – zumindest von außen betrachtet…

    • Avatar GerdM sagt:

      Was war denn das für ein Film? Möglicherweise: “Wie ich David Gitarre spielen beibrachte” ?
      Es wird immer bizarrer.

      • Ehrlich gesagt könnte das ja sein: Erstens hat Waters Gitarre gespielt vor Syd Barrett, der es ja dann Gilmour beibrachte. Zweitens hat Waters beim Film „The Hit“ Eric Clapton gezeigt, wie er spielen muss (KEINE Waters-Songs). Das klingt dann wie Gilmour. Also wäre das tatsächlich möglich. 🙂 Nehmt doch nicht alles so eng: Mason spielt 100% PF, Gilmour spielt bei – Achtung – Lesungen seiner Frau, und bei Waters war an sich nur TDSOTM-R angekündigt gewesen … Ich wär gern dabei gesessen …

      • Avatar murph sagt:

        Den Film gibt es mittlerweile auf YT. Waters beschreibt darin, was die Texte für ihn vor 50 Jahren und im Vergleich jetzt dazu bedeuten. Ansonsten noch einige alte und auch neue Anekdoten zur Genese der einzelnen Songs, und auch zum Ursprung der neuen Texte. Und ich denke schon, dass er uns damit insgesamt auch wieder mitteilen will, dass DSOTM zum Großteil von ihm erschaffen wurde. Zwischen den Zeilen klingt aber auch ein wenig Abschied nehmen durch, was für Waters ungewohnt ist, finde ich.

  10. Michael F. Michael F. sagt:

    Lieber Werner,
    ich weiß nicht, ob es geht, aber vielleicht kannst du folgenden Link hier freigeben. Die Veranstaltung scheint ja ziemlich strange gewesen zu sein.

    https://www.rollingstone.de/roger-waters-verwirrt-zuschauer-in-london-mit-passagen-aus-seiner-autobiografie-2648243/

  11. Avatar Andreas sagt:

    Die zweite Show am Montag war um einiges besser als die erste am Sonntag. Waters hat vom ersten Abend gelernt und das Konzept etwas angepasst…Es wurde nur noch die Geschichte über Donald erzählt und der DSOTM-Film wurde kurz noch vor der Pause abgespielt. So hat alles einen viel flüssigeren und logischeren Ablauf des Abends ergeben.
    Nick Mason war auch anwesend. Er sass zusammen mit seiner Frau zwei Reihen hinter uns und gab am Schluss eine standing ovation. Was für ein riesen Abend für einen Pink Floyd und Roger Waters Fan!!

  12. Avatar Marcus sagt:

    Oh wie cool, Nick Mason habe ich leider am Montagabend nicht gesehen. Wo in etwa saß er denn, ich war im Royal Circle, 2. Reihe.
    Die Neuinterpretation von Mother mit der Theremin und den Streichern ging echt unter die Haut.
    Und das Redux Album entfaltet live gesungen und gespielt/arrangiert für mich ein harmonisches Gesamtkunstwerk.
    Mir hat der Abend sehr gut gefallen, hat Spaß gemacht und sich voll und ganz gelohnt.

  13. Avatar kalli sagt:

    Vielen Dank Andreas und Marcus für eure angenehmen Berichte von den Ereignissen im Palladium. Hab eben einen kleinen Filmausschnitt von Time gesehen und kann mir nun ein viel besseres Bild machen, von dem was da statt gefunden hat. Hätte mir sicher auch gefallen. Und das Theremin ist großartig!

  14. Avatar Andreas sagt:

    Mason sass im Royal Circle in der vierten Reihe…der akkustisch wohl beste Platz den man haben konnte ich denke am Montag war er nicht dabei…allerdings Waters Sohn und Tochter.

  15. Avatar Franz Werfel sagt:

    Ich kann dazu beisher keine Informationen finden und frage deswegen mal nach: Hat er eine Stellungnahme zum Angriff der Hamas auf Israel abgegeben?

  16. Avatar Matthias sagt:

    Warum sollte ausgerechnet Roger Waters zu diesem schweren Konflikt eine Stellungnahme abgeben ? Und wer will seine kruden Ansichten schon hören oder lesen ?

    • Avatar murph sagt:

      Zur ersten Frage: Wahrscheinlich kommt die Erwartung daher, weil Waters sich seit Jahrzehnten in der Palästinenserfrage engagiert….
      Zur zweiten Frage: Ich möchte sie hören oder lesen, damit ich selbst für mich selbst entscheiden kann was ich davon für krude halte oder nicht, und was damit zur Bildung meiner Auffassung über verschiedene Themen beiträgt. Denn wenn man nur über Schlagzeilen und Dritte (also wie in Internet-Foren) verkürzt informiert wird, fällt es schwer die Substanz zu beurteilen. Genauso versuche ich es mit allen von Argumenten unterlegten Meinungen und Ansichten zu halten, egal von wem sie kommen. So etwas nennt sich Reflexion und Diskurs, glaube ich.

      • Oskar Oskar sagt:

        Zu dem Thema hat er sich bereits 1992 geäußert und mir kommt es so vor als hätte sich daran nichts geändert: “And the Germans killed the Jews, and the Jews killed the Arabs and the Arabs killed the hostages and that is the news”. (A perfect Sense)

  17. Avatar Matthias sagt:

    Die Angehörigen der vielen Opfer in Israel,im Gaza und auch auch die Angehörigen der Geiseln haben bestimmt ganz andere Sorgen als so einen Kommentar zu lesen oder einem alten verwirrten,völlig weltfremden alten Mann zuzuhören.

    • Avatar murph sagt:

      Eben, weil sie besseres zu tun haben, nämlich um das nackte Leben zu kämpfen, werden sie einen solchen Kommentar nicht lesen, wie du sagst. Was hat das damit zu tun, dass andere einen Kommentar vielleicht hören/lesen möchten? Was genau möchtest du eigentlich mitteilen? Dass niemand zu irgend einem Thema etwas sagen soll, weil es irgendwo immer irgend jemand geben wird der etwas besseres zu tun hat? Um es deinen Worten auszudrücken, das klingt alles ein wenig verwirrt, nichts für ungut. Mit dieser Argumentation dürfte es überhaupt keine Berichterstattung geben. Die Zeitungen sind ja übervoll mit – je nach Auffassung – kruden/tollen/Dummen/falschen/richtigen Kommentaren zum Geschehen, soll das jetzt alles verboten oder unterdrückt werden? Demokratie bedeutet nicht nur, einmal alle 4 Jahre ein Kreuz auf einen Zettel zu machen, sondern auch sich in einem öffentlichen Diskurs auszutauschen. Natürlich, wenn man gerne bevormundet wird kann man es hingegen als angenehm empfinden andere Meinungen nicht hören zu müssen.

      • Avatar Hans-Jürgen sagt:

        Danke für diesen Eintrag! Dieser Argumentation kann ich mich voll und ganz anschließen!

      • Avatar kalli sagt:

        Da schließe ich mich auch gerne an. Waters darf sich jederzeit äußern, wenn er das möchte. Bisher habe ich ihn, seine Kommentare und öffentlichen Auftritte immer mit Interesse verfolgt. Aber ich verfolge Nachrichten aus allen möglichen Richtungen mit Interesse ohne darüber nachzudenken, welche die beste des Jahres wäre. Mir ist das alles wichtig.

  18. Avatar Matthias sagt:

    Es ist nicht mein Job irgendjemand,irgendetwas mitzuteilen.Ich verstehe aber auch nicht und sehe es auch nicht ein das ein Mensch wie Roger Waters zu diesem extrem schweren Konflikt eine Stellungnahme abgeben soll.Er ist nicht wichtig,und man sollte ihn auch nicht wichtig nehmen.
    Und…das klingt doch alles ein wenig verwirrt ?…diese Wortkreation passt doch eher zu Herr’n Waters.

  19. Avatar Franz Werfel sagt:

    Interessante Reaktionen hier. Sie treffen aber nur teilweise den Kern meiner Frage. RW hatte in den vergangenen Jahren keine Gelegenheit ungenutzt gelassen, sich zum Konflikt im Nahen Osten zu äußern. Die Diskussionen um seine Auftritte im Frühsommer und seine BDS-Aktivitäten dürften vielen hier im Forum bekannt sein.
    Mich hatte tatsächlich interessiert, ob er im Rahmen der Auftritte in London die zeitliche Nähe zum furchtbaren Terroranschlag und beginnenden Krieg in Israel nutzte, um sich von diesem menschenverachtenden Anschlag der Hamas gegen Israel und dessen Folgen klar zu distanzieren!
    Aber: Kein Kommentar in diesem Moment ist auch ein Statement!!
    Die Worte, die er in der Frankfurter Festhalle im Mai über das Leid der Juden (vor dem historischen Hintergrund der Halle) sprach und die Tränen die er anschließend vergoss, kann ich dashalb nicht ernst nehmen. Hohler Pathos! Er hätte am Wochenende deutlich Stellung beziehen müssen gegen die Massaker der Hamas.
    Sehr schade und für mich absolut enttäuschend und indiskutabel.
    Kein Kommentar in diesem Moment ist eben auch ein Statement!!

    • Avatar murph sagt:

      Interessanter und nachvollziehbarer Kommentar von einem interessanten Pseudonym 🙂

      Die „Diskussionen“ zu seinen Auftritten im Frühsommer stellen sich für mich bei näherer Betrachtung als eine Kampagne dar, da es keine Substanz oder Neuigkeiten darin gab.
      „Distanzierung“ ist für mich auch zumeist zu einer hohlen Phrase verkommen, wenn man sieht wer aller sich heutzutage von was auch immer distanziert – zumeist geht es doch darum, sich ohne Konsequenzen aus Opportunismus der gerade vorherrschenden Mehrheitsmeinung anzuschließen. Und distanzieren kann ich mich nur von etwas dem ich nahe stehe. Und im gegenständlichen Fall sehe ich nicht, dass Waters der Hamas nahe steht oder stand.

      Aber um nicht falsch verstanden zu werden, wie gesagt finde ich deine Sichtweise durchaus nachvollziehbar!

  20. Avatar Franz Werfel sagt:

    In diesem Falle täte RW gut daran, sich der ‘Mehrheitsmeinung’ anzuschließen und grausamen menschenverachtenden Terror zu verurteilen und an sich selbst damit den Wertemaßstab anzulegen, den er so häufig bei anderen einfordert. Das erwarte ich, um sicher sein zu können, dass murph recht behält, nämlich eine mögliche Nähe, gar Sympathie RWs zur Hamas ausschließen zu können.
    Kein Kommentar eines ansonsten ausgiebigen Kommentators des Weltgeschehens im Allgemeinen und der Nahost-Frage im Besonderen, ist eben, wie gesagt, auch ein Statement. Von einer ‘hohlen Phrase’ (der ‘Distanzierung’) würde ich diesbezüglich nicht sprechen.
    Werte wie Mitmenschlichkeit, Empathie und viele weitere Kategorien/Dimensionen offener und pluralistischer Gesellschaften schreien im Angesicht dieser Brutalität nach karer Distanzierung, von jemandem, der wiederholt seine Nähe und Unterstützung für den Einsatz erheblicher Druckmittel gegen Israel in den letzten Jahren zum Mittelpunkt seines künstlerischen Wirkens erklärt hat.
    Das macht mir die Trennung von Werk und Autor, die mir zuletzt bei ihm immer schwerer fiel, heute nahezu unmöglich. Früher konnte ich seine Musik genießen und seine platten und simplen ‘politischen’ BDS-Kommentare ignorieren. Das geht jetzt nicht mehr. Und ich befürchte, genau das ist es, was er seit langem bei seinen Zuhörer*innen erreichen möchte. Sehr schade und total gefährlich.
    Wieso Pseudonym?

    • Avatar murph sagt:

      Zur Palästina/Israel-Problematik bzw. der simplifizierten Einteilung welche spezifischen Akteure hier mehr und welche weniger brutal/unterdrückerisch/terroristisch bzw. angeblich empathisch/mitmenschlich agieren, weicht meine Ansicht wahrscheinlich auch von der in den hiesigen Medien als Mehrheit dargestellten Meinung / Stimmung ab (bzw. erlaube ich es mir, es als eine differenzierte Ansicht zu bezeichnen). Aber hier ist sicher nicht der Platz, um dies zu diskutieren. Schliesse es deshalb für mich hier ab mit dem oben von Oskar zitierten Songtext. Der ist zwar auch simplifiziert und kann zurecht ‘platt’ genannt werden , aber Simplifizierung und Zuspitzung kann auch helfen eingefahrene Denkweisen und Ideologien aufzubrechen.

      @ Pseudonym: Naja, Franz Werfel war ja der bekannte (k&k-) österreichische (und als Jude von den Nazis geflohene) Schriftsteller – dachte vorher nicht daran, dass der Zufall dir denselben Namen gegeben hat 🙂

    • Avatar Alois sagt:

      Was du hier im ersten Abschnitt forderst, ist letzten Endes nichts anderes als die Umkehr der Beweislast. Roger Waters soll sich einer “Mehrheitsmeinung” anschliessen, diese öffentlich äussern um eine mögliche Nähe oder gar Sympathie zur Hamas auszuschliessen bzw. zu verneinen? Meiner Ansicht nach gehen so die Prinzipien der Rechtstaatlichkeit verloren und gleichzeitig wird das Tor zur Verleumdung geöffnet, welches sich erfahrungsgemäss nie mehr ganz schliessen lässt. Bitte lasst uns bei aller Wut, Hilflosigkeit und Schmerz diese Werte nicht vergessen.

  21. Avatar Julian Wolf sagt:

    Ich bin auch dafür, die Kommentarfunktion nicht für politische Positionen zu missbrauchen, zumal Werner das nicht will. Gleichzeitig hab eich ein dummes Gefühl, gar nichts dazu zu sagen, da ich mich ja in der Regel durchaus “pro Waters” ausgesprochen habe und die aktuelle Lage hier eine Neubewertung erfordert.

    Mir geht es KEINESFALLS darum, die Tagen der HAMAS schönzureden und mir ist auch jetzt erst bewusst geworden, wie sehr Isarel “von Feinden umzingelt” ist. Das ist schlimm, erfordert natürlich eine entsprechende Armee und auch die Reaktionen der Israelischen Regierung sind verständlich.

    Dennoch, eine genaue Differenzierung beibehaltend, bleibe ich in der Tendenz bei Waters: Das unrechtmäßige Vorgehen der IDF über viele Jahre ist in meinen Augen nach wie vor verurteilenswert. Die Abriegelung von Gaza von Wasser und Strom ist unmenschlich, da es zivilisten trifft die zu ca. 50% die Hamas selbst satt haben.

    Was BDS angeht fange ich an, meine Meinung zu revidieren: Einer Armee, die zum Schutz unbedingt notwendig ist, die Finanzierung zu entziehen ist natürlich gefährlich. Auch Waters´ Kritik an Isarelischen Rüstungsunternehmen wird für mich nun gefährlicher, da dieses für die Verteidigung, dessen Nowendigkeit mir vorher nicht klar war, dringend gebraucht wird.

    Im Kern bin ich dennoch der Meinung daß Isarel durch die Menschenrechtsverletzungen gegenüber Gaza sich keinen Gefallen getan sondern den Konflikt nur weiter aufgeladen hat. Nein, natürlich rechtfertigt das nicht die Angriffe der Hamas. Da Vorgehen der Hamas hat mich überrascht, das hätte ich nicht für möglich gehalten, und gleichzeitig erschreckt mich, wie sehr das Vorgehen offenbar von Nachbarstatten orchestriert wurde. Lybien, Iran und so weiter.

    Nach wie vor halte ich, ähnlich wie Roger Waters, das komplette Niederlegen von Waffen und Streitigkeiten für den besten Weg. Nur, vielleicht im Gegensatz zu Ihm, halte ich die einseitige und absolute Forderung danach inzwischen für zu unrealistisch. Der ganze Konflikt ist so verzettelt momentan, es gibt kein “gute” und “schlechte” Seite mehr, alle zusammen halten diesen Konflikt aufrecht. Das ist schade. Roger ist diesbezüglich wohl ein Idealist, ein Träumer, seine Ideen gefallen mir nach wie vor, seine Präsentation auch.

    Vielleicht wäre es gut, wenn wir alle mal innehalten und überlegen, wo wir uns ganz persönlich festgefahren haben. In unseren Meinungen. Und in unseren Vorwürfen an andere, ganz egal ob Staaten, Musiker, Bands oder hier in den Kommentarspalten.

    Alles Liebe, Julian!

  22. Avatar aj sagt:

    Dass ausgerechnet Roger Waters als aktiver Unterstützer von BDS und als extrem politisierender Mensch kein Wort zu den Ereignissen in Israel sagt, die da brandaktuell waren und stattdessen lieber über Julian Assange spricht oder aus seiner Autobiografie vorliest, nennt man wohl dröhnendes Schweigen…..

    Ganz nebenbei fand ich übrigens amüsant, dass er sich beim Eigentümer des Palladium bedankt, dass er dort spielen darf: Kein Geringerer als Sir Andrew Lloyd-Webber……then the piano lid comes down and breaks his fucking fingers…. it´s a miracle 😉

  23. Avatar bluno sagt:

    An alle Interessierten – Doch: Waters hat dazu Stellung genommen – heute Nacht wurde ein Video hochgeladen
    Wer es finden will, kann im Suchfeld bei “U-Tube” folgendes im Suchfeld eingeben:
    Roger Waters – To Whom It May Concern: Please Stop.

  24. Avatar Manfred M. sagt:

    Das ist wieder so dermaßen Einseitig gegen Israel……das man nur sagen möchte ” halt endlich die Schaute Waters”!

  25. Michael F. Michael F. sagt:

    Ich frage mich eh schon seit längerer Zeit, warum Herr W. meint, sich zu solchen Dingen äußern zu müssen. Man kann ja durchaus hier und da mal seine Meinung sagen. Aber ich glaube, er überschätzt da seine Rolle. Er ist Musiker und kein Politiker.
    Mir ist Waters inzwischen sowohl mit seinen politischen Statements als auch mit seinen musikalischen Beiträgen ziemlich unsympathisch geworden, zuletzt natürlich durch seine Spoken Words mit dem Titel DSOTM. Ich versuche aber weiterhin, ihn in guter Erinnerung als musikalisches Genie zu behalten.
    Ich finde, dass das hier kein Forum für politische Diskussionen ist. Es geht nach wie vor um die Musik von und mit PF.

    • Avatar murph sagt:

      Also sollten sich Installateure, Lehrer, Programmierer, Busfahrer, Raketenwissenschafter, Arbeitslose,…, auch nicht mehr öffentlich äußern dürfen außer zu Belangen ihrer Profession? Oder soll dein angedachtes Sprechverbot nur für Musiker gelten? Was hat die Profession eines Menschen mit seiner Teilnahme an einer öffentlichen Diskussion zu Themen, die unser aller Leben betreffen, zu tun?

      Mich wundert der Zustand der Welt nicht mehr bei solchen Vorstellungen bzw. bei so einer Ablehnung von Diskurs und Meinungsaustausch….

      • Michael F. Michael F. sagt:

        Bitte nicht immer gleich übertreiben oder etwas missverstehen WOLLEN! Ich habe kein Wort von einem SprechVERBOT gesagt. Mich wundert der Zustand der Welt bei solch bewussten Wortverdrehungen im Mund nicht mehr. Ich möchte darum bitten, erst richtig zu lesen.

        • Avatar murph sagt:

          Ich entschuldige mich für die empfundene Übertreibung bzw. das Missverständnis – es liegt mir wirklich fern, jemanden Worte in den Mund zu legen oder bewusst missverständlich wiederzugeben.
          Was ich zum Ausdruck bringen will, ist meine Ablehnung der Auffassung dass Künstler sich bei ihren öffentlichen Aktivitäten auf ihre Kunst beschränken sollen. Das ist doch eine Geringschätzung der Gesamtheit eines Menschen. Jede/r kann verschiedene Aspekte in seinem Mensch-Sein vereinen, warum auf eine Konponente reduzieren? Und ja, ich meine der Übergang von dieser Ansicht zu Zensur (Selbst-Zensur oder von außen aufgezwungen) ist fließend.
          Letztendlich verwundert es mich auch immer, dass gerade im Umfeld von PF diese Trennung eingefordert wird. Die anhaltende Faszination an dieser Band über Generationen kommt von der Musik und von den Themen, die spätestens ab Wish you were here und bis The Final Cut deutlich sozialkritisch und gesellschaftlich/politisch Stellung bezogen. Und bei RW Solo hat sich das bis heute fortgesetzt. Mit ATD (das mir allerdings musikalisch gar nicht gefällt) hat er offenbar sein bei PF-Fans beliebtestes Solo-Stück abgeliefert, und das ist wohl sein politisch eindeutigstes Werk. Insofern ist und bleibt mir diese Einstellung „shut up and play the music“ (zugespitzt formuliert) ein Rätsel.

        • Avatar Christoph sagt:

          Danke, Michael F.! Ich hatte mich hier neulich an anderer Stelle (im Zusammenhang mit Steven Wilson) auch schon einmal zu dieser Art von Übertreibung (sinngemäß hieß es dort ‘Schuster bleib bei Deinen Leisten”l) geäußert, aber leider hat dieser Wortbeitrag keinen Eingang ins werte P&S-Forum finden können.

  26. Michael F. Michael F. sagt:

    @murph
    Angenommen! Ich denke, ganz weit auseinander sind wir doch gar nicht.

  27. Avatar Peter sagt:

    Kunst war immer schon politisch. Egal, ob sie sich im generell gesellschaftlichen, philosophischen, religiösen oder auch tagespolitisch aktuellem Bereich befindet. Natürlich haben besonders exponierte Künstler ein anderes Publikum und darum auch eine andere Verantwortung, wie sie mit ihren Worten umzugehen haben. Waters Texte hatten immer schon einen politischen Hintergrund, dass er sich jetzt aufgrund seiner Popularität meint, in tagespolitische Fragen offensiv einmischt und dabei meiner Meinung nach auch seine eigene Wichtigkeit überschätzt (und meiner Meinung nach in höchst problematische und verabscheuungswürdige Gewässer abgedriftet ist), geschenkt. Natürlich wünsche ich mir persönlich, er möge doch endlich mal die Klappe halten, weil es mir dadurch immer schwerer fällt, seinen Backkatalog zu genießen. Aber das absolute Recht hat er natürlich dazu. Und das kann ich nicht davon abhängig machen, ob ich seine Meinung teile oder auch nur respektiere. Ein Riesenproblem liegt natürlcih darin, dass gerade Prominente häufig der Meinung sind, qualifizierter als alle anderen zu bestimmten Themen Stellung zu nehmen. Aber das ist eine andere Baustelle.

    Diejenigen, die meinen, Künstler haben zu unterhalten und ansonsten die Klappe zu halten, beziehen das eh nur auf diejenigen, deren Meinung sie nicht teilen. Gerade in konservativen Kreisen wurde ein Ayn Rand bewundernder, teils übelst reaktionäre Texte schreibender Neil Peart gefeiert. Später, als er sich in eine liberal/anti-religiöse Ecke entwickelt hatte, wurde ihm aus der gleichen Ecke nahegelegt, sich doch einfach aus der Politik rauszuhalten und zu trommeln.

    • Avatar Julian Wolf sagt:

      Sehr schöner Satz: “Diejenigen, die meinen, Künstler haben zu unterhalten und ansonsten die Klappe zu halten, beziehen das eh nur auf diejenigen, deren Meinung sie nicht teilen.”

      Ist ja auch deutlich daran zu sehen, wie der neue PF-Ukraine-Song angenommen wurde. Da hat keiner gesagt “Haltet Euch aus der Politik raus!”. Zudem ich den Song musikalisch nicht allzu pralle fand.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert