Roger Waters 2.+3.10.2017 Toronto Air Canada Center

Roger Waters Toronto 2017

Bericht und Fotos von Lukas Schönthal

Nach unseren Ausflügen in die riesigen Wälder von Kanada hat uns die Großstadt wieder. Vor dem Konzert noch schnell auf den CN Tower die Stadt von oben besichtigen und dann rein ins Getümmel. Vor der Halle ein paar Demonstranten vielleicht 10 mit ihren Israel Bannern und genügend Polizei damit es ruhig bleibt. Ein Fan konnte es nicht unterlassen die Demonstranten aufzufordern hinzuschauen und nachzudenken bevor sie gegen Waters demonstrieren. Einlass in die Halle sehr zügig in Flughafen ähnlicher Kontrollmanier. Merchandising, Getränke und Snacks astronomisch teuer. Das erstere gefällt mir auf dieser Tour nicht besonders, so dass ich die Shirt`s problemlos überspringen kann.

1. Hälfte:

Konzertstart 8.20Uhr auffällig war, dass die Leute sehr spät in die Halle kamen. Die Kanadier sind mir als Publikum viel sympathischer als die oberflächlichen Amerikaner. Die Setliste ist unverändert. Grundsätzlich gefällt sie mir sehr gut. Das darumherumgenörgele (auch hier im Forum) finde ich weniger schön. Ich bin froh von Waters wie auch Gilmour überhaupt noch so tolle Konzerte zu hören. Der Konzertstart ist schonmal sehr speziell. Die Dame am Strand ist schon auf der Gigascreen zu sehen wenn noch die Saalbeleuchtung an ist und noch Leute in die Halle strömen. Dann wird es immer lauter, nach und nach werden die Lichter gelöscht, so dass man fast verpasst wenn die Musiker auf die Bühne kommen. An die neue Band musste ich mich einwenig gewöhnen. Als ich die „alten“ Vorstellungen abgelegt hatte konnte ich die Musik in vollen Zügen genießen. Mir gefällt die recht „aggressive“ Art wie die Band die Musik vorträgt sehr gut. Positiv aufgefallen ist mir vor der Pause die Interpretation von Another Brick von der ich dachte das kenne ich nun wirklich. Am zweiten Abend hat Waters gesagt, dass ihn jemand angerufen hat. (Ich habe leider nicht verstanden wer) Jedenfalls wurde er aufgefordert die Israel feindlichen Sachen zu unterlassen. Er meinte, dass hier 18’000 Personen seien, die bezeugen können, dass er in der 1. Konzerthälfte und auch vorher -dies können Millionen von Leuten bezeugen- noch nie an einem Konzert etwas Israelfeindliches gesagt hätte. Jetzt gäbe es 20 Minuten Pause und danach einen 100% Israelfreien 2ten Teil.

2. Hälfte:

Gegen ende der Pause geht es mit den Geräuschen wieder los. Die schon vorher reichlich eingesetzten Raumklanggeräusche werden nun maximiert. Aus allen Ecken und Enden hört man Streitgespräche, glaubt eine Pistole zu hören, Polizeisirenen und Helikopter. Nun wird äußerst pompös und genial die Battersea Powerstation ausgepackt. Für alle die nur 1x Waters schauen gehen, nehmt einen Platz in der hälfte der Halle seitlich. So seht ihr auch das was an diesem Konzert absolut einzigartig ist. Das Highlight ist Pigs wie schon mehrfach erwähnt. Das Trump während dem ganzen Lied so herunter gemacht wird, hat hier gröstenteils strahlende Gesichter erzeugt. Bitte vergesst nicht, dass der Fingerzeig auch in unser aller Richtung geht und das schmerzt halt schon, auch wegen der Machtlosigkeit von uns. Wir sind halt iLeminge…-> das einzige Element das wirklich an die vergangene Wall Tournee erinnert, das aber in einem Animals Lied ;-). Am ersten Abend meinte Waters, dass er schon hier gespielt hat, da waren ein Teil von seinem Publikum noch nicht mal auf der Welt. Es sei das erste Konzert in Kanada auf dieser Tour und er sei überwältigt von der Liebe und Freude in diesem Saal. Auf seine Aussage, dass er es schön finde, dass Kanade keine Fucking Nuclear Weapon habe gab es frenetischen Applaus. Am 2.ten war der Applaus noch viel heftiger er war sichtlich gerührt und konnte recht lang nicht Mother anstimmen.

Zum Schluss noch Wunderschön eingesetzte Laser und immer noch diese ominöse Stahlkugel welche bei Welcome to the Maschine ein paar geniale Soundeffekte ermöglichte. Vielleicht kann mir mal ein P&S Fan die Bedeutung der Kugel erklären.

Ich freue mich jedenfalls schon jetzt auf die nächsten Konzerte. Löst euch von den schon gesehenen Shows und lasst euch beeindrucken!

Roger Waters 2.+3.10.2017 Toronto

Spielstätte: Air Canada Center
Kapazität: 19.800 Besucher
Adresse: 40 Bay St, Toronto, ON M5J 2X2, Kanada
Einlass/Beginn: 19h/20h

Band:
Roger Waters: Vocals, Bass, Guitar
Joey Waronker: Drums
Jonathan Wilson: Guitar, Vocals
Gus Seyffert: Guitar, Bass
Dave Kilminster: Guitar
Bo Koster: Hammond Organ, Piano
Jess Wolfe: Vocals, Percussion
Holly Laessig: Vocals, Percussion
Ian Ritchie: Saxophon, Bass
Jon Carin: Keyboards, Guitar, Vocals

Set 1:
01. Speak to Me
02. Breathe
03. One of These Days
04. Time
05. Breathe (Reprise)
06. The Great Gig in the Sky
07. When We Were Young
08. Déjà Vu
09. The Last Refugee
10. Picture That
11. Welcome to the Machine
12. Wish You Were Here
13. The Happiest Days of Our Lives
14. Another Brick in the Wall (Pt. 2)
15. Another Brick in the Wall (Pt. 3)
Set 2:
16. Dogs
17. Pigs (Three Different Ones)
18. Money
19. Us and Them
20. Smell the Roses
21. Brain Damage
22. Eclipse
Zugaben:
23. Mother
24. Comfortably Numb

5 Antworten

  1. Oliver sagt:

    „Vielleicht kann mir mal ein P&S Fan die Bedeutung der Kugel erklären.“

    Interessante Frage. Sie kommt ja während Speak to me aus dem Weltall angerauscht, überfliegt während Breathe die Erde und verschwindet dann in der Battersea Power Station. Am Ende von Welcome to the Machine erscheint sie wieder und schwebt -ähnlich einer Drohne- in der ersten Strophe von Deja Vu über Straßen und Landschaften hinweg, bis sich zur 2. Strophe die Perspektive wechselt und man nicht mehr auf die Kugel draufschaut, sondern -möglicherweise- mit ihren „electronic eyes“ aus ihr heraus. Bis dahin immer nur auf der Leinwand zu sehen, hat die Kugel in CNumb dann ihren realen Auftritt in der Halle.

    Tja, was will uns Roger damit sagen? Stellt die Kugel so eine Art Gott dar, an den er ja nicht glaubt? Ist Gott eine Drohne, die uns permanent beobachtet? Viel Raum für Spekulationen, wie Publius Enigma damals.

    • Oskar Oskar sagt:

      ja, sehr kurioses element der show. ich dacht ursprünglich es ist der Mond von Dark Side, aber auch die Drohnentheorie hat was….
      Dabei fällt mir ein, dass Roger Waters ja die New York Show der DRONES-Tour von der Band MUSE besucht hatte, die ja auch solche rumfliegenden Elemente auf ihrer Tour hatten. Vielleicht hat er sich davon etwas inspirieren lassen….

  2. Tom sagt:

    Hallo, vielen Dank für deinen Bericht.

    Ich möchte jedoch anmerken, dass die Meinungsäußerungen zu der Songauswahl und/oder Interpretationen einzelner Songs- sowohl des Bassisten als auch des Gitarristen- m.E. kein „Rumgenörgele“ darstellt, sondern lediglich die jeweilige Sicht des Schreibenden darstellt. Ich finde es durchaus OK, sich auch damit kritisch auseinanderzusetzen zu dürfen und sagen zu können, „den Song hätte ich aber im Set und den eher nicht, usw.“ Dieses vermeintliche Totschlagargument „Sein „wir“ doch mal froh, dass die beiden überhaupt auf Tour sind“ kann ich-zumindest für mich- nicht gelten lassen. Auch ich hätte bei beiden Protagonisten gern ein paar andere Songs im Set und kann mich „trotzdem“ auf jedes Konzert/jede Show freuen.
    Ob die Menschen in Übersee per se „oberflächlich“ sind vermag ich nicht zu beurteilen, ist aber eine steile These;-)

    Stay in the Pink Zone

    Tom

    • Lukas sagt:

      Hallo Tom danke für deine Meinung ich kann diese gerne so akzeptieren. Ich habe halt meine nach 5 Übersee Konzerten so gebildet. Danke den vorpostern für die Erklärungen! LG Lukas

  3. GeckoFloyd GeckoFloyd sagt:

    Von mir auch ein großes Danke für den super Bericht und die prima Bilder, Lukas 😉 Wow, fünf Konzerte in Übersee, äh da hast Du die volle Übers(ee)icht (kleiner Scherz), nee da bist Du ja der Waters-Auslandskorrespondent der Us+Them Tour schlechthin 😉 Wish i were there! Übrigens irgendwie mag ich noch nicht wirklich jetzt schon Videos auf youtube angucken, damit ich mir den Überraschungseffekt nicht vermiese, das habe ich bei der Wall-Tour weitestgehend auch getan. Cheers.

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