Nick Mason schämt sich für Rick Wright’s Rauswurf

Ein bisher unveröffentlichtes Interview mit Nick Mason, das einige sehr interessante Aussagen enthielt, veröffentlichte „Laut.de“ auf ihrer Webseite. Das Gespräch mit Mason fand am 26. März in Berlin, am Rande der diesjährigen Echo-Verleihung statt. Magnus Hesse traf den Floyd-Drummer zum zum Interview und er machte seine Sache gut.

Besonders gut gefällt mir an diesem Interview, wie Nick Mason seine Rolle in der Band beurteilte. Er und Rick sahen meist dabei zu, wie David und Roger die Dinge ausdiskutierten! Ein Vermittler sei er nie gewesen, diese Position hatte er inne gehabt.

The Endless River

Mason schätzt, dass bis zu 70% des TDB-Session Materials, das auf „The Endless River“ zu hören ist, von ihm und Gilmour geändert oder neu hinzugefügt worden sind. Interssant ist auch seine Antwort auf die Frage weshalb man Damien Hirstˋs Entwürfe für das Cover nicht verwendete.

Early Years Box?

Auch wenn es kein weiteres Pink Floyd Album mit neuer Musik geben wird, eine Sammlung mit Outtakes und Videos, die wir hoffentlich noch nicht kennen, die wird es laut Mason innerhalb der nächsten drei Jahre geben. Vielleicht eine Art „Pink Floyd – The Early Years“ Anothology Box!?

Rick

Und er sprach über den Rauswurf von Rick Wright. Wie es dazu kam und das er es heute noch beschämend empfindet, wie man damals mit ihm umgegangen sei!

Ihnen wird oft diese Rolle des Vermittlers zugesprochen, der die Band zusammenhielt …

NICK MASON: Ich versuche nicht, die Band zusammenzuhalten!

Und früher?!

NICK MASON: Ich denke, dass ich das auch früher nie getan habe. Ich glaube, ich war einfach da, so wie Rick auch einfach da war. Wir haben gesehen, wie David und Roger die Dinge ausdiskutierten.

Trotzdem blieben Sie weiter Teil der Band …

NICK MASON: Ja, ich blieb, und Rick wurde rausmanövert und kam später wieder zurück. Aber ich war wirklich nie in der Position, dass ich sagte: ‚Komm schon Dave, wir müssen zusammenarbeiten, komm schon Roger‘. Das war nie meine Rolle und hätte so auch nie funktioniert. Absolut nicht.

Also standen sie nie zwischen Roger und David?

NICK MASON: Nein, ich glaube, das ist eine allgemeines Missverständnis. Ich war nur vage involviert, als ich für Live-Aid Roger dazu brachte, mit David zu reden. Über die Jahre war ich in der Band aber lediglich da für die Zeit, in der sie noch zusammen gearbeitet haben.

Mal zu „The Endless River“. Als Grundlage dienten ja Aufnahmen vom Vorgänger „The Division Bell“ …

NICK MASON: Ja, das ist etwas schwer zu erklären. Es sind nicht die Überbleibsel von „The Division Bell“, sondern viel mehr Ideen, die nicht ausformuliert wurden und die wir nun weitergedacht haben. Wir haben Ende letzten Jahres also immer noch daran weitergearbeitet.

Aber wie viel ist denn dann zugefügt und verändert worden?

NICK MASON: Ich würde sagen 70 Prozent geändert oder hinzugefügt und 30 Prozent haben wir vom Originalmaterial übernommen. Wobei David argumentieren würde, es sei 80 zu 20. Aber ich weiß es auch gar nicht mehr so genau, da manches vielleicht vor zehn Jahren editiert wurde und jetzt erneut.

Was war denn die größte Herausforderung in der Entstehung von „The Endless River“?

NICK MASON: Die technische Herausforderung, Ricks Aufnahmen zu verwenden und darüber oder darunter Drumtracks zu legen. Denn viele Schnipsel lagen nicht als Multitrack vor und hatten zwar gute Qualität, aber es waren eben alle vier von uns darauf zu hören.

Können Sie sich denn vorstellen, jemals aufzuhören Musik zu machen?

NICK MASON: Nein. Was würde ich dann tun? Es steht noch immer viel an. Wenn man mich fragt, was machst du dann – naja zum Beispiel mit anderen Künstlern zusammenarbeiten. Ich bin auch ein bisschen involviert ins Thema Musikpolitik, z.B Beispiel bin engagiere mich in der Lobby-Gruppe Featured Artists Coalition, bestehend aus Künstlern, die der Regierung sagen, was wir denken, das sie unternehmen sollten im Gegensatz zu dem, was die Plattenfirmen wollen.

Und die Tatsache, dass es kein weiteres Pink Floyd-Album geben wird, heißt ja nicht, dass wir uns nicht weiter um unseren Katalog kümmern. Das heißt, tatsächlich wird es ein weiteres Pink Floyd-Album geben innerhalb der nächsten drei Jahre. Aber es wird eine weitere Sammlung aus altem Material sein, vielleicht mit ein paar Outtakes, die die Leute vorher nicht gehört haben oder mit Videos von uns 1967. Ich glaube, man müsste da eine Anthologie der frühen Jahre machen.

Mal zu Ricks Rolle. „The Endless River“ ist ja ihrem ehemaligen Keyboarder gewidmet. Wie beurteilen Sie denn Ricks Rauswurf ’79 aus heutiger Sicht?

NICK MASON: Ich schaue darauf heute zurück und finde es beschämend, wie er damals behandelt wurde. Gleichzeitig weiß ich nicht, wie wir es anders hätten lösen können. Denn Roger war so erbost, darüber, dass Rick sich nicht so beteiligte, wie er sollte. Es gab eine Sache, an der Rick Schuld war, aber wir hätten mit der Situation wahrscheinlich besser umgehen müssen.

Welche Sache denn?

NICK MASON: Als wir seine Keyboard-Parts brauchten, ließ er uns wissen, dass er in den Urlaub fährt. Er meinte, er würde die Parts danach einspielen. Zur gleichen Zeit hatte Sony uns ein weit größeres Honorar zugesichert, falls wir das Album vor Weihnachten fertigstellen. Also wollten wir alle das Ding fertig bekommen, nur Rick war angepisst, weil er da schon drei Monate in Frankreich rumhing und darauf wartete endlich einzusteigen. Nur war das Album noch nicht an dem Punkt, dass er seinen Teil beisteuern konnte. Wir waren einfach alle zu schnell gereizt und Roger forcierte, dass Rick gehen solle.

Wir waren bereits in einer Situation, in der wir uns bedroht fühlten. Wir haben aus steuerlichen Gründen außerhalb von England aufgenommen, und wenn Roger den Stecker gezogen hätte, was er androhte zu tun, wären wir alle dran gewesen und auch finanziell sehr schlecht dagestanden. Ich denke, deshalb haben wir einfach den einfachsten Weg genommen. Es ist trotzdem nicht so, dass ich finde, das es richtig war. Es war falsch. Aber ich weiß nicht, wie wir das Richtige hätten tun können in dieser Situation.

Das Cover von „The Endless River“ kam nicht ganz so gut an. Viele fanden es ziemlich kitschig. Was sprach den gegen Damien Hirsts Vorschlag, und wie sah dieser aus?

NICK MASON: Er hatte uns eine ganze Menge an Ideen vorgelegt. Und sie waren großartig, viele davon waren wirklich gut und interessant. Das waren Bezüge zu verschiedenen Arbeiten, die er bereits gemacht hat. Diese Pharmazie-Geschichten, das Rad-Teil, wobei ich gerade gar nicht mehr weiß, ob das wirklich ein Rad-Teil war. Ein Problem dabei war nur, dass man es sofort als Damien Hirsts Arbeit erkennt, und ich glaube, wir dachten, das würde davon ablenken, dass es ein Pink Floyd-Album ist und kein Damien Hirst-Bild.

Die andere Sache war, dass das Leute meinetwegen kitschig finden, aber dass es doch einen Zusammenhang zur Musik auf der Platte herstellt. Diese romantische Szenerie mit dem Boot, das auf den Wolken schwimmt. Da gibt es Elemente auf der Platte, die dazu passen.

Dass komplette Mason Interview findet ihr unter folgendem link: „Ich stand nie zwischen Roger und David“

Ich danke speaktome für diese Information!

2 Antworten

  1. Tom sagt:

    Ein wunderbares Interview! Von Anfang bis Ende.

  2. Uwe sagt:

    Wieso kommentiert das niemand. Ist das allen bekannt? Ist das die Piper oder Early Years Immersion Box?

    VG Uwe

    „Das heißt, tatsächlich wird es ein weiteres Pink Floyd-Album geben innerhalb der nächsten drei Jahre. Aber es wird eine weitere Sammlung aus altem Material sein, vielleicht mit ein paar Outtakes, die die Leute vorher nicht gehört haben oder mit Videos von uns 1967. Ich glaube, man müsste da eine Anthologie der frühen Jahre machen“

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