Pink Floyd spielen gemeinsam mit Roger Waters bei Live 8!

Heute jährt sich der Auftritt von Pink Floyd bei Live 8 das zehnte Mal. Der Auftritt am 2.7.2005 im Hyde Park in London war sicher ein Höhepunkt in der an Höhepunkten reichen Geschichte von Pink Floyd.

Kurzfristig entschied sich David Gilmour, die Streitigkeiten mit Roger Waters auf die Seite zu legen, die angesichts der Probleme unserer Welt bedeutungslos sind und sich gemeinsam der guten Sache zu widmen.

Pink Floyd - Webseite Live 8

David Gilmour: It was absolutely brilliant, it was terrific fun to be back together with the guys. The audience were brilliant, it felt really momentous to be out doing that. I thought U2 were staggeringly professional and good. REM were very good. It has to be said that Robbie Williams knows how to do it, doesn’t he.

Ich war damals im Hyde Park dabei! Für uns alles war das damals ein großer Moment, diese Herren wieder gemeinsam auf einer Bühne spielen zu sehen!! Großartig das ihnen das noch gelungen ist!

Pink Floyd bei Live 8!

Josef Winkler vom MusikExpress

Die Stream-Zuschauer im ME-Forum haben schon vor einer halben Stunde vermeldet: „Pink Floyd sind dran. ‚Breathe‘“. Der gemeine Phoenix-Zuschauer muss sich gedulden und die knapp 30 Minuten Verzögerung, mit der die übertragen, erdulden. Da geht nach The Who das Global-Potpurri weiter. Also noch ein Song von einem Mann namens Keith Urban aus Philadelphia. Dann Sarah McLachlan aus Irgendwo. In Rom knödelt Andrea Bocelli. Dann noch eine Nachmittagskonserve aus London, Razorlight. Dann ein Herzschlag. Und sie sind da. Spielen „Breathe“, dann – erwartungsgemäß – „Money“. Dann – erwartungsgemäß, aber mit einer unerwartet wortreichen Ansage von Waters – „Wish You Were Here“. Was man auch nicht erwartet hätte: Gilmour und Waters teilen sich bei letzterem die Strophen, das ist fast mehr, als der gerührte Fan auf einmal wegstecken kann. Waters wirkt ganz überraschend aufgedreht. Spielt der schau oder hat er auf einmal alle Biestigkeit fahren lassen? Er grinst, zappelt, singt die Texte abseits des Mikros mit, während Gilmour singt, daddelt mit den Fans. Beim finalen „Comfortably Numb“ reckt Waters zur Zeile „my hands felt just like two balloons“ albernd die Hände, worauf dem bullig konzentriert solierenden Gilmour dann auch mal ein Lachen entfleucht. Zwischendurch im Bild: Der väterlich zufrieden lächelnde Mason am Schlagzeug, augenscheinlich erleichtert über die Einkehr von so viel Harmonie. Was ist hier los? Wenn das so weitergeht, gehen die plötzlich doch nochmal auf Tour. Dabei war man gerade so schön vernünftig gewillt, mit dieser – mit Verlaub – historischen Viertelstunde die unendliche Floyd-Geschichte ein für allemal zuzuklappen. „Und damit können Floyd endlich in Frieden ruhen“, schreibt einer weise im ME-Forum. Ganz genau. Hm. Sehr richtig. Aber sollten sie doch nochmal kommen wollen: wir würden uns nicht betteln lassen. Zumal das ja ganz schön toll aufgespielt … Okay. Wir hören schon auf. Abgesehen davon: Wir wollen die Sache ja nicht überbewerten, aber hätte Phoenix (HALLO PHOENIX?) nicht noch die 20 Sekunden dabeibleiben können, bis die von der Bühne gegangen waren? Fans der Floyd-Seifenoper hätten – in diesem einen sensiblen Fall, bitteschön – ja schon gern gesehen, wer da am Schluss wen umarmt. Und der Rest der Gemeinde hätte sich sicher noch die paar Sekunden gedulden können, bevor direkt von der Floyd-Herrlichkeit auf die Rockmonstermaske von Vince Neil in Philadelphia geblendet wurde. Auf jeden Fall der härteste Schnitt in elf Stunden Live-Sause. Wohl nicht nur für den in Ergriffenheit niedergematschten Floydianer, sondern hoffentlich für jeden ästhetisch empfindenden Menschen eine kleine Zumutung.

Habt ihr noch Erinnerungen an diesen Tag? Seid ihr vor dem Fernsehgerät gesessen und auf gespannt Pink Floyd gewartet? Oder im Hyde Park live dabei gewesen?

15 Antworten

  1. Felix Untersteiner Felix Untersteiner sagt:

    ich bin damals extra vom matura ball abgedüst, und habs mir dann im fernsehn angesehn, wenn ich mich richtig erinnere wurden aber nur 2 songs übertragen?

    der abend war ja glaub ich auch der erste an dem gilmour seine back strat wieder ausgepackt hat, wäre interessant was ihn dazu gebracht hat die rote strat zu ignorieren:)

    • Werner sagt:

      Der Taylor Phil war es, der Gilmour den Vorschlag während der Live 8 Proben machte!

    • Oskar Oskar sagt:

      Ich war vor dem Fernseher zu Hause und kann mich genau erinnern, dass alle Songs der Pink Floyd Performance übertragen wurden.
      Bei Live Earth 2007 wurde die Roger Waters Performance nur zum Teil gezeigt, vielleicht meinst die?

      • Felix Untersteiner Felix Untersteiner sagt:

        ich glaub ich habs auf orf gesehn kann das sein, und dort waren es meines wissens nach nur breathe und com. numb

  2. Andreas Andreas sagt:

    Ich war zu dieser Zeit mit meiner Freundin im Interconti auf unserem Zimmer und die Übertragung lief relativ leise im Hintergrund. Als dann der große Monment kam meinte ich zu ihr, das wäre jetzt ein sehr denkwürdiger Augenblick, ich müsste da jetzt mal unbedingt sowie ungestört zusehen und den Fernseher natürlich wesentlich lauter stellen. Sie war davon in dem Moment überhaupt nicht begeistert, zu diesem Zeitpunkt auch noch kein Pink Floyd Fan, eher sogar das genaue Gegenteil davon, und konnte überhaupt nicht verstehen, warum ich mich jetzt dem Fernseher zuwendete. Nach diesen denkwürdigen rund 20 Minuten war sie absolut begeistert, sich aber immer noch nicht richtig darüber bewusst, welchen historischen Moment sie eigentlich eben gerade – wenn auch nur am Fernseher – live miterlebt hat und von diesem Augenblick an, war und ist sie absolut begeisterter Fan, was dann als Krönung mit David´s Konzert 2006 in München und mit den Waters-Konzerten 2011-2013 in Berlin und Rom endgültig besiegelt wurde. Ohne Frage ist sie deshalb in diesem Jahr dann auch mit mir zusammen auf insgesamt 3 Gilmour-Konzerten in Italien und Deutschland und kann es ebenso wie ich kaum erwarten :-))
    Ich weiss heute zwar nicht mehr, welcher Sender das übertragen hatte, ich weiss aber noch ganz genau, dass das Set komplett mit allen 4 respektive 5 Stücken ungeschnitten übertragen worden ist. Und auf der Live Aid DVD gibt es ja dann auch noch als Schmankerl die Bonus-Sequenzen mit den Interviews und den Proben. Allein nur deswegen habe ich mir damals diese DVD dann auch gegönnt.

  3. Arne Arne sagt:

    Merkwürdigerweise erinnert mich Live8 zuerst immer an ein mittelmäßiges U2 Konzert in Gelsenkirchen auf dem Henning und ich zuvor waren. Beim Warten auf die Zugaben schaute ich kurz auf mein Handy, auf dem eine SMS (damals der gewöhnliche Kommunikationsweg) von TOM eingetroffen war, die nur die paar dürren Worte des offiziellen PF Statements enthielt, die den gemeinsamen Auftritt ankündigten. Die U2 Zugaben an diesem Abend waren dann irgendwie belanglos… 😉 Wochen zuvor gab es ja schon Gerüchte, Bob Geldorf würde ein großes Konzert mit U2; Paul McCartney und Pink Floyd veranstalten, die wir bis zu dieser SMS aber immer lächelnd als Unsinn abgetan hatten.
    Für die Übertragung kaufte ich mir dann meinen ersten DVD-Recorder. Jahre zuvor hatte ich mir meinen ersten VHS-Recordern gekauft um DSOT und TW auf Video sehen zu können.

  4. Michael sagt:

    Werde ich nie vergessen… Die Ankündigung konnte ich schon nicht glauben… Und als die 4 auf der Bühne standen, lief es mir heiß und kalt den Rücken runter, ja, ich Weichei war den Tränen nahe!. War für mich in diesem Moment unfassbar, diese Besetzung nochmal auf der Bühne sehen zu können. War ein würdiger Schlusspunkt und ist leider nicht mehr wiederholbar…

  5. GeckoFloyd GeckoFloyd sagt:

    Ja, das war ne Sensation, absolut magisch! I wish i were there! Gerne wäre ich nach London gedüst, hatte aber damals praktisch null Knete dafür, hab’s am Fersehn „erlebt“, ich glaub ich schau’s mir nachher nochmal mit Beamer laut an, LG

  6. Henning sagt:

    Unvergessen eingebrannt: „No More Excuses“. Der Moment in dem Nick sich die Kopfhörer -Scheiß-auf- den-Clicktrack-im Spiel runternimmt, als CN in die Schlusskurve geht. Die überraschende und kontrollierte Rückkehr in Breathe (Reprise) nach kurzem Ausbruch ins Rockige. Der Schuss auf die Battersea Power Station, die Kamera von oben, wieder CN, alle vier gleichzeitig im Bild, Rick knetet die Hammond Orgel durch. Roger winkt David zurück zur Umarmung. Unfassbar, dass das 10 Jahre her sein soll.

  7. Tom sagt:

    …….Rogers großartiges Bassintro zu Money, Dave, dessen Gesichtszüge sich zum am Ende des Sets deutlich entspannten und er förmlich die Black Strat am Ende (kurz) in den Abendhimmel sticht, sein Blick über die Menge hinweg, der Moment als Syd bei WYWH auf der Leinwand erscheint, als Dave seiner Familie im Graben zuwinkt, Roger seine CN Parts wie 80/81 singt, Dave das Money Solo uns um die Ohren haut, Daves Stimme so fantastisch klang, Roger sichtliche Freude ob des Auftritts mit den „Jungs“ hat, Dicks Sax Solo usw.usf………..den „Rest“ hat Henning niedergeschrieben………. all das sind Momente die -ohne Scheiß- sich in mein Köpfchen unvergessen eingebrannt haben…..ohne das ich es anschauen „muss“……..

  8. Jörg sagt:

    Welch ein aufregender Moment,irgendwann sickerte die Meldung von der PF-Teilnahme am Live8-Konzert in den Medien durch.Ich glaub die Karten wurden verlost,daran teilgenommen aber nicht gewonnen.Auf einen OpenAir im hiesigen Theatergarten, aus einer Bierlaune heraus, der spontane Entschluß für uns 3-Konzertgänger da fliegen wir auch ohne Karten hin.Den Abend kurz unterbrochen, den Flieger gebucht, ein paar Tage später das Hotel direkt am Hydepark und schon war alles perfekt,dachten wir.Am 01.07. morgens in London angekommen,Hotel gefunden, Gepäck deponiert und los auf Erkundung.Hydepark-Veranstaltungsort welch eine Ernüchterung, Hochsicherheitstrackt.Ein 4-5m Zaun mit Planen blickdicht verhangen umgab das Areal.Wir wandten uns dann erstmal dem London-Sighseeing zu und beschlossen zum Abend nochmal einen Hydparkangriff.Ein paar Sichtlücken im Zaun verhieß doch noch ein halbwegs guten Konzertgenuß,war abends unser Eindruck.Am 02.morgens Früh um 7:00Uhr los um Plätze an den Lücken zu besetzen war angesagt.Wir hatte nicht mit der Fiesigkeit des Veranstalters gerechnet.Ein Vorzaun vor der eigentlichen Hauptabsperrung und zahlreiche Security+Bobbies dazwischen machte unser Vorhaben zu nichte.Wer es versuchte und die erste Absperrung überwand war ruckzuck wieder draußen.Dann hieß es zusätzliche Screens werden aufgestellt .Auf der gegenüberliegenden Hydepark-Seite fanden wir auch einen, jedoch Einlaß nur mit Tickets.Wir 3 natürlich wieder ohne.Also dann bis zum Abend wieder ausgiebig London-Sightseeing, das Alleine war schon eine Reise wert.Abends wieder zurück zum Park,Einlass zu bekommen war bei dieser Festungsanlage aussichtslos.Dann weiter zum Screen, an einer Parkstelle unter Tausenden doch noch eine relativ gute Stelle erwischt.Den Screen im Blickfeld ,der Originalton dank guter Windverhältnisse einigermaßen.Über Handyradio doch lieber einen Radiosender mit Liveübertragung gesucht, der Headsetsound zwar nicht synchron aber wesentlich besser und Stereo.Dann der große Augenblick es war Gänsehautfeeling pur, zu wissen einpaar hundert Meter entfernt spielen die Jungs und wir sind dabei(fast).Die laue Sommernacht klang dann langsam aus, wir waren auch vollkommen erschöpft aber glücklich und irgendwann morgens wieder im Hotel.Sowas erlebt man kein zweites Mal.

  9. Susi sagt:

    Ich kann mich noch erinnern, dass es bezüglich des Auftritts von PF ein Rauschen im Blätterwald gab, auch die Kommentatoren erwähnten es öfters und waren wie ich richtig aufgeregt. Live 8 wurde den ganzen Tag von mehreren Sendern unterschiedlich übertragen (mehrere 3. Programme und Phönix), es war an einem Wochenende. Habe es mir auf dem Sofa bequem gemacht und mir das Warten auf meine Helden mit Zappen nach Moskau, Berlin, USA, London und sonstwo hin vertrieben. Kann mich noch an Pet Shop Boys in Moskau erinnern und an eine Unmenge von bekannten Schauspielern als Moderatoren. Die Auftritte von Madonna und Robbie Williams fand ich sehr stark, obwohl das nicht meine Favoriten sind. Als dann Pink Floyd aufgetreten sind, hatte ich unglaubliche Gefühle, als ob das nicht real ist. Roger Waters hat diesen Auftritt sichtlich genossen, so ein Gegrinse und Freude pur auf seinem Gesicht. David sah etwas angepisst aus, Nick war eher selten und Rick so gut wie gar nicht im Bild. Das wusste der Reporter nicht, dass das mal 4 Genialos waren. Hat mich ein bisschen geärgert. Und Paul McCartney fand mit seinem Hey Jude kein Ende, es war wohl weit nach Mitternacht.
    Und Danke für die schöne Seite

  10. PETE sagt:

    …dort damals LIVE dabei gewesen zu sein bedeutet mir SEHR VIEL…, auch hatten wir das wahnsinnige Glück am Vorabend zusammen mit Werner und wenigen Anderen den SOUNDCHECK mitzuerleben !!! – Einfach GENIAL und nicht zu toppen!

    • Werner sagt:

      Ich erinnere mich noch sehr gut an den 1.7.! Ein wunderbarer Abend war das damals, als wir gemeinsam bei den „Gates“ standen und Floyd hörten wie sie gerade probten!!!

      • PETE sagt:

        JA genau…und zusätzlich durch das offene Gate sogar auf der „Screen“ unsere Heroes SEHEN konnten !!!