Tim Renwick über Pink Floyd, Syd Barrett, David Gilmour und Roger Waters.

Tim Renwick erzählte dem Guitar Player über seine Zeit mit Pink Floyd, David Gilmour und Roger Waters. Renwick, der mit Elton John, Eric Clapton, David Bowie und vielen anderen im Studio und auf Tour spielte, erlebte auch die Anfangsjahre von Pink Floyd mit. Syd Barrett und Roger Waters lernte er in der Cambridgeshire Highschool for Boys kennen. Er war auch mit David Gilmour befreundet und sah ihn mit seiner Vor-Floyd-Band Jokers Wild auftreten.
1984 lud Waters ihn ein, an der Tournee zu seinem Album „The Pros and Cons of Hitch Hiking“ teilzunehmen. Renwick teilte sich die Gitarrenparts mit niemand Geringerem als Eric Clapton. 1987 engagierte Gilmour ihn, bei Pink Floyds „A Momentary Lapse of Reason“ als Gitarrist mitzuwirken. Zwei Erfahrungen, die unterschiedlicher nicht sein können, sagte Renwick.
TIM RENWICK: Als ich Roger kennenlernte, war er immer sehr ruhig, aber als ich dann tatsächlich in seiner Band spielte, war er etwas schwierig. Er war sehr entschlossen, alles zu kontrollieren. Er hatte Probleme damit, Verantwortung an andere abzugeben. Er musste irgendwie alles selbst machen, was die Zusammenarbeit mit ihm wirklich unangenehm machte.
Als ich mit David arbeitete, war er viel lockerer. Er ließ die Leute einfach ihren Rhythmus finden, ohne sie zu sehr unter Druck zu setzen. Man konnte sich in seiner Gegenwart etwas mehr entfalten, was natürlich mehr Spaß machte. Das war der Unterschied zwischen den beiden. David war ein viel entspannterer Mensch, mit dem man gut zusammenarbeiten konnte und der das Beste aus den Leuten herausholte.
All said.
ROGER WATERS
TIM RENWICK: Als wir für die Pros and Cons-Tour probten, kam ich sehr gut mit ihm zurecht. Wir waren nur zu zweit.
Aber als wir dann tatsächlich mit der Band zusammenarbeiteten, wurde er mir etwas zu herrisch. Es war nicht mehr so unbeschwert, wie es hätte sein können. Ich muss sagen, dass er alles sehr ernst nahm und dazu neigte, alles genau so klingen zu wollen wie auf der Platte.
Und er wies sehr aufmerksam auf Dinge hin. Wenn man etwas nicht ganz richtig spielte oder das Gefühl von etwas veränderte, wies er darauf hin und ließ einen wissen, dass er wollte, dass es so nah wie möglich an der Platte war.
Man muss sagen, dass Roger ein wenig verärgert darüber war, dass jedes Mal, wenn Eric Clapton aufstand und ein Solo spielte, der Saal tobte. Die Leute holten ihre Feuerzeuge heraus und es gab tosenden Applaus. Das ärgerte Roger ziemlich, denn zu Recht oder zu Unrecht hatte er das Gefühl, dass das Publikum den Songs gar nicht wirklich zuhörte. Sie achteten nur darauf, was Eric tat. Daher gab es da eine gewisse Verärgerung.
Den Eindruck hatte ich auch, das eine Eifersucht von Roger Waters auf den Gitarristen David Gilmour bestand und dann eben logischerweise auch auf Eric Clapton. Wie Mason einmal sagte, Gitarrenspielen und Singen ist nichts Besonderes, gibt viele, die das können, Texte schreiben hingegen nur er. Bei Konzerten wird aber immer den Gitarristen die größere Aufmerksamkeit entgegengebracht und ganz besonders einem Gilmour, Clapton, Hendrix, Knopfler etc., weil das eben nicht jeder so kann. Niemand interessiert sich, wer was geschrieben hat. Und ganz ehrlich, ich habe meist nur wenig Ahnung von dem, was da gesungen wurde. Bad luck.
FLOYD/RENWICK ALBUMS & GIGS





- 1975 Sutherland Brothers & Quiver: Reach For The Sky (David Gilmour)
- 1977 Rachid Bahri: Rachid Bahri (Nick Mason, David Gilmour)
- 1984 Roger Waters: The Pros and Cons HitchHiking Tour
- 1987 Pink Floyd: A Momentary Lapse of Reason Tour
- 1988 Pink Floyd: A Momentary Lapse of Reason Tour
- 1988 Pink Floyd: Delicate Sound Of Thunder
- 1989 Pink Floyd: A Momentary Lapse of Reason Tour
- 1989 Paul McCartney: Flowers in the Dirt (David Gilmour)
- 1990 Pink Floyd: Knebworth (Charity Gig & Album)
- 1990 Blue Pearl: Naked (Wright, Gilmour, Partt …)
- 1993 Paul McCartney: Flowers In The Dirt (Gilmour)
- 1994 Pink Floyd: The Division Bell Album & Tour
- 1995 Pink Floyd: Pulse
- 1996 Rick Wright: Broken China
- 2005 Pink Floyd: Live 8, Reunion mit Roger Waters
DAVID GILMOUR

TIM RENWICK: Jokers Wild war eine wirklich gute und beliebte Band, vor allem bei den Studenten in Cambridge. Sie spielten viele Songs der Beach Boys und andere Stücke mit drei- und vierstimmigen Harmonien. Davids Spiel war natürlich gut, aber die Gitarre stand nicht im Vordergrund, sodass es nicht viel Gitarrenspiel oder Soli gab.
Aber er war immer ein bisschen ein Gitarrenheld. Er war jemand, bei dessen Eintreten in einen Raum alle mit dem Reden aufhörten. Er sah umwerfend gut aus und hatte eine beeindruckende Ausstrahlung.
Ein paar Jahre später, als ich bei Sutherland Brothers & Quiver war, hat David uns sehr geholfen. Er kam vorbei und hat ein bisschen bei der Produktion mitgeholfen, an unseren Demos und Songs gearbeitet, und wir haben in seinem Heimstudio aufgenommen. Er kam oft zu unseren Auftritten und jammte mit uns, aber da wir das nie angekündigt hatten, wusste niemand, wer er war.
Über ihn und seine Philanthropie wird nicht wirklich viel gesprochen – zum Beispiel über seine Arbeit mit Kate Bush und wie sehr er ihr geholfen hat. Er hat tatsächlich das Geld vorgestreckt, für die Arrangements bezahlt und alle möglichen anderen Dinge übernommen. Er hat offensichtlich erkannt, dass sie unglaublich talentiert war.
David sorgte auch dafür, dass sie in ihrer Jugend nicht zu viel Rock-‚n‘-Roll-Unsinn mitbekam. Er hielt sie gewissermaßen auch zurück, damit sie Zeit hatte, sich zu entwickeln und erwachsen zu werden und tatsächlich mit dem Druck des Geschäfts umgehen zu können.
Vertiefend:
Ich war mehr als happy, Renwick gemeinsam mit Willie Wilson in der Royal Albert Hall getroffen zu haben!

All kinds of Tim Renwick
- JPC: The Sutherland Brothers & Quiver The Albums 8 CDs
- JPC: Pink Floyd Delicate Sound Of Thunder: Live Blu-ray Disc
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Guitar Player hat auch einen lesenswerten Artikel über Andy Fairweather Low, der ebenfalls über seine Begegnungen mit Pink Floyd und seine Zeit bei Roger berichtet.