Roger Waters und der Trabant!

Roger Waters 15.6.2011 Berlin O2 World

27.6.2011: Wie Frank Willms es schaffte Roger Waters auf seinem „Trabbi“ unterschreiben zu lassen!

Bericht von Frank Willms

Ich hatte auf der „In The Flesh 2002 Homepage“, meinen Trabi entdeckt. Man hatte ihn in Erfurt 2002 fotografiert, und gleich zwei mal abgebildet. Jetzt hatte ich was in der Hand. Ich druckte mir die Seite aus, und mein Sohn schrieb mir einen englischen Text, mit dessen Hilfe ich Roger Waters zu mir locken konnte. Zu dem Trabifoto, auf dessen Rückseite ich diesen Text schrieb, packte ich noch das Foto mit Rogers Widmung aus England. Vielleicht erinnerte er sich, wenn es mir möglich wäre, es ihm zukommen zu lassen. Um 15:00 Uhr fuhr ich los, und nach vielen Umwegen erreichte ich 17:00 Uhr das Velodrom, die frühere „Werner Sehlenbinder Halle“. Ich fuhr in eine Seitenstraße, die meiner Meinung nach die Zufahrt für Lieferfahrzeuge sein konnte. Am Ende dieser Sackgasse, sah ich eine Schranke, vor der sich ein Ordner mit Walkie-Talkie postiert hatte. Als ich angefahren kam, deutete er mir an, daß ich dort nicht weiter kam. Als ich Anstanden machte, am Straßenrand zu parken, kam er an mein Auto, um mir mitzuteilen, daß dies dort auf keinen Fall ginge. Als er meine Frage, ob ihm die Kontrolle des Wirtschaftseinganges obliege, bejate, sagte ich zu Ihm: „Dann sind sie mein Mann!“ Als ich, nachdem ich in unmittelbarer Nähe einen Parkplatz gefunden hatte, an ihn erneut heran trat, schaute er immer noch so verdutzt.

Auf meine Frage, ob Roger Waters diesen Weg zum Backstage-Bereich nimmt, sagte er, dieser sei bereits da. Ich sagte, ich hätte eine Verabredung mit Roger Waters, da er auf meinem Trabant unterschreiben wolle. Nun machte er mir klar, daß er mich nicht mit dem Auto hineinlassen könne, ohne die Genehmigung seines Chefs. Wo denn sein Chef sei, wollte ich wissen. „Im Organisationsbüro!“, war seine Antwort. Ich holte aus dem Auto mein „Material“ und lief die Zufahrt zu einer Art Kellergeschoß hinab. In diesem hielt sich jede Menge Security-Personal auf. Ich hatte mein schwarzes Original-Tour-T-Shirt an, durch das ich neben der schwarz gekleideten Security gar nicht auffiel. Wollte mich einer fragen, was ich dort zu suchen habe, kam ich ihm mit der Frage nach dem Organisationsbüro, zuvor. Dann sah ich die zwei großen Tourbusse, in denen die gesamte Crew ihre Unterkünfte hatten. Die Fahrt hatte sich schon gelohnt. Eine Glastür trennte den Garagenkomplex von den Garderobengängen.

Ich betrat diese, und traf auf einen Mann, der hinter einem Tisch saß, auf dem die Backstageausweise lagen. In dem Augenblick als er mich fragte was ich wolle, klingelte mein Handy. Ich schaltete es mit folgenden Worten aus: „Das kann ich in dem Moment auf den ich zwanzig Jahre gewartet habe überhaupt nicht gebrauchen!“ Nun packte ich meine Bilder aus, und erzählte ihm, von meinem Wunsch Rogers Autogramm auf das Auto zu bekommen. Nachdem ich ihm klarmachte, daß es sich dabei nicht um das Foto handelte, sondern um das echte Auto, sagte er, mal sehn was sich machen läßt und ging mit dem Foto und dem Brief los. Er redete mit dem englischen Tourleiter, der darauf hin in einer der Garderoben verschwand. Kati Kissoon ging an mir vorbei, und lächelte mich, eine Cola trinkend, an. Ich sah den Engländer zurückkommen. Er gab die Bilder mit folgenden Worten zurück: „The Car can drive in!“. Ich lief den Weg zurück, und der „Schrankenposten“ nickte mir schon aus der Ferne zu. Der Trabi sprang an, und die Schranke öffnete sich! An der Glastür angekommen, fotografierte ich ganz schnell mein Auto mit den Bussen im Hintergrund. Einer sagte, daß ich schon immer eine Stelle aussuchen, und ganz ruhig bleiben soll, da er sonst nicht käme. Ich nickte nur noch, und schon kam ein sehr großer Roger Waters auf mich zu. Er begrüßte mich, und fragte wo er unterschreiben solle. Ich zeigte auf die Motorhaube, und sagte: „My name is Frank.“ Er „malte“ mit seinem eigenen Stift, nickte mir zu und verschwand wie er gekommen war.

Den Wunsch, mich am Auto mit Roger fotografieren zu lassen, gab ich in dem Moment auf, als ich ihn im Bademantel durch die Tür kommen sah. Doch gänzlich ohne Erinnerungsfoto wollte ich auch nicht bleiben. So faßte ich den Mut, zur Kamera zu greifen, als Roger gerade wieder die Garage verließ. Doch niemand schimpfte. Als ich wendete, und mein Schwein im Heckfenster aufleuchtete, lachten alle. An ihren Gesichtern konnte ich es erkennen: So einen Fan hatten sie noch nie gesehen. Ich hatte alles erreicht. Ich war „zu Hause“ angekommen!

Wieder Draußen, fuhr ich auf meinen Parkplatz, atmete tief durch, und fotografierte, noch bevor ich ein Bier trank, die Motorhaube. Man konnte schließlich nicht wissen, wie lange diese unversehrt blieb.

P.-S.: Ich habe ein kleines Büchlein geschrieben, mit dem Titel: „long way home“ Darin habe ich die letzten 35 Jahre mit Pink Floyd und Roger Waters aufgezeigt. Die Story in Berlin habe ich daraus entnommen.

6 Antworten

  1. Ulf sagt:

    Eine sehr schöne und emotionale Geschichte, die ich gut nachvollziehen kann. Auch ich hatte mal einen Pink-Floyd-Trabbi, den ich für meine persönliche DIVISION BELL-Tour nutzen wollte. Im Frühjahr 1993 war er fertig, lange nicht so aufwendig, wie deine Airbrush-Arbeit. Aber ein Hingucker im DARKSIDE-Design. Zum U2-Konzert in Bremen fuhren wir damit backstage durch den Einlaß, die Crew nahm an, wir gehören zur Bühnenshow.Dort waren halbe Trabbis als Licht-Kran im Einsatz. Wir parkten neben den Merci`s von U2. Nach dem Konzert hat und Bono noch gegrüßt und weg war er. Für die DB-Tour sind wir dann aus termintechnischen Gründen doch mit einem Pink-Floyd-VW gefahren.Der Trabbi hätte Paris,München,Köln,Hannover und Berlin nicht überlebt. Ein Fan aus Schweden hat ihn mir abgekauft. Mein kleines Modell habe ich 2006 Nick Mason bei der Buchlesung in Hamburg geschenkt , zu sehen hier:
    http://www.bruderfranziskus.net/cm/displayimage

    • Werner sagt:

      Servus Ulf,

      danke für deinen Bericht, da hast du schon einiges erlebt mit dem Trabbi! Stell dir vor U2 hätten deinen „Trabbi“ zur Beleuchtung hinauf gezogen! Das wärs doch noch gewesen!! 🙂

  2. Herbert sagt:

    Tolle Geschichte, Frank! 🙂

  3. helmut sailer sagt:

    Tolle Story – Super der Trabi – einmalig

  4. Willi sagt:

    Hallo Ulf! Kann es sein, das auf der Motorhaube des Modelltrabis Die Hände von WYWH sind? Und wie sah der „Original-Trabbi“ aus?

    • Ulf sagt:

      Ich habe mal ein paar pics hochgeladen: pic: trabbi
      Im ersten step war auf der Motorhaube ein Poster SHINE ON Boxdesign, an der rechten Tür die Pyramiden.Trotz der Lackversiegelung verblich alles und verwitterte. So sprühte ich im 2. step die Haube mit den WYWH-Händen und die Tür bekam den SHINE ON-Schriftzug.
      Ein bißchen trauer ich dem Teil schon nach…übrigens oben sind wir bei U2..

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