Roger Waters liest Brief eines verzweifelten Guantanamo-Gefangenen

Die USA leisten sich immer noch ihr Gefangenenlager in Guantanamo, den Gefangenen wird sowohl der Kriegsgefangenenstatus als auch jeglicher Rechtsbeistand verweigert. Sicherlich beispielgebend für viele Schurkenstaaten! Nach den Anschlägen am 11. September 2001 hatte Präsident George W. Bush das Lager einrichten lassen. Barack Obama´s Versuche es schließen zu lassen scheiterten bisher immer am Widerstand des Kongresses. Eine Mehrheit mit den Republikanern zu finden, das ist nicht drin.

Die Zeit schrieb in einem Artikel letztes Jahr: Bis 2011 waren mehr als 600 Gefangene in andere Staaten überstellt worden, so auch nach Deutschland. Danach machten neue, vom Kongress verabschiedete Regeln die Entlassung schwieriger. Seitdem konnten nur fünf Häftlinge die Anlage auf Kuba verlassen.

Über 140 Gefangene sind noch im Lager in Guantanamo. Einer davon ist der britische Staatsbürger Shaker Aamer, der seit 12 Jahren ohne Anklage eingesperrt ist. Er schrieb einen Brief an eine Menschenrechtsorganisation. Den Brief begann Shaker Aamer mit einer Textpassage des Songs „Hey You“.

Hey you, out there in the cold
Getting lonely, getting old
Can you feel me?
Hey you, standing in the aisles
With itchy feet and fading smiles
Can you feel me?
Hey you, don’t help them to bury the light
Don’t give in without a fight

Roger Waters erhielt eine Kopie des Briefes. In einem Video, das er auf seiner Facebookseite veröffentlichte, zeigt er sich sehr bewegt: Roger Waters liest Brief von Shaker Aamer. Er versucht dem Gefangenen Mut zuzusprechen, in seiner hoffnungslosen Situation.

Recently I received a copy of a letter sent from Guantanamo by Shaker Aamer, a UK resident, who has been detained in Gitmo without trial for 12 years. Shaker’s letter was forwarded by Clive Stafford Smith, a man I have met, who tirelessly advocates the rule of law, and every human being’s right to a fair trial.

In his letter Shaker quotes some lyrics of mine and it was on those grounds that Clive forwarded the letter to me.

I felt it important that Shaker’s story is heard, and that Clive Stafford Smith’s and Reprieve’s attachment to the law is Is recognized as being fundamentally important to us all.

Love
Roger

Please visit: www.reprieve.org.uk

Weitere Informationen findet ihr hier: Süddeutsche Zeitung: Guantanamo bringt mich um!, Profil: Guantanamo: Die Briefe eines verzweifelten Häftlings im Hungerstreik

3 Antworten

  1. Julian sagt:

    Was ist der Unterschied zwischen Shaker Aamer und Nelson Mandela?
    Irgendwie fallen mir da nur ein paar eher sarkastische und nicht gerade politisch korrekte Statements ein:

    – Shaker Aamer ist noch nicht so lange eingesperrt wie Nelson Mandela
    – Nelson Mandela wurde in einem „unzivilisierten“ Land eingesperrt, Shaker Aamer dagegen von der „Weltpolizei“ USA
    – Nelson Mandela gehört einer „unterdrückten Minderheit“ an, Shaker Aamer dagegen hat einen Namen aus einem „Schurkenstaat“, wenngleich ich nicht weiß, wo er herkommt.

    Wenn wir heute auf das Leben von Nelson Mandela zurückblicken sind die Menschen stets tief bewegt und verurteilen das Vorgehen der damaligen Regierung. Stellen wir uns vor, wir würden die Zeit zurückdrehen und wir wären an dem Zeitpunkt, zu dem Nelson Mandela inhaftiert wurde. Gäbe es nicht genügend Menschen, die dagegen protestiert hätten? Gäbe es nicht Aufstände und Revolutionen, diesen Mann, der Rückblickend die Geschichte so immens beeinflusst hat, vor dem Gefängnis zu bewahren?

    Dabei gibt es heute mehr als genügend „moderne Mandelas“. Shaker Aamer ist nur einer davon. Wie sieht es aus mit Bradley Manning? Oder Assange, der „in der Botschaft eingesperrt“ ist? Oder Snowden, der bei Putin Asyl bekommen hat, welch eine Ironie?

    Unter´m Strich finde ich es armselig, wenn Menschen einen Nelson Mandela bewundern, Mitgefühl für Ihn zeigen und ehrfürchtig sind, während sie bei all den „heutigen Mandelas“ die Augen schließen.

    Alles Liebe, Julian!

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