30 Jahre The Final Cut

Unglaubliche 30 Jahre ist es her seit Pink Floyd „The Final Cut“ veröffentlichten. Ich erinnere mich noch daran, als ich das Album kaufte! Ich weiß es deshalb noch, weil es mein erstes Pink Floyd Album auf CD gewesen ist! Ein Poster an der Scheibe der Geschäftsauslage kündigte das Album an. Bei der genauen Untersuchung des Albums zuhause fiel mir natürlich sofort folgendes auf: performed by pink floyd – david gilmour, nick mason, roger waters! „Performed by Pink Floyd“, was beudetet das denn! Und wieso fehlte Rick Wright’s Name? Was war passiert in den Jahren seit The Wall! So gut war ich damals informiert, dass ich darauf auf die Schnelle keine Antwort fand! Kein Internet, kein Floyd Freund und keine Fanbasis, die mir zur Verfügung gestanden wäre! Ich weiß es gar nicht wann und durch welches Medium ich von Wright’s „Rückzug“ erfuhr!

The Final Cut – A Requiem For The Post War Dream by Roger Waters

performed by pink floyd

Tracklist:

01. The Post War Dream 3:00
02. Your Possible Pasts 4:26
03. One of the Few 1:11
04. When the Tigers Broke Free 3:16 (erst seit 2004 auf dem Album5)
05. The Hero’s Return 2:43
06. The Gunner’s Dream 5:18
07. Paranoid Eyes 3:41
08. Get Your Filthy Hands Off My Desert 1:17
09. The Fletcher Memorial Home 4:12
10. Southampton Dock 2:10
11. The Final Cut 4:45
12. Not Now John 4:56
13. Two Suns in the Sunset 5:23

Musiker:
David Gilmour: guitar, vocals on „Not Now John“
Nick Mason: drums, percussion, sound effects (holophonics)
Roger Waters: lead vocals, bass guitar, synthesiser, sound effects, acoustic guitar, album cover artwork

Zusätzliche Musiker:
Andy Bown: Hammond organ
Ray Cooper: percussion
Michael Kamen: piano, harmonium, conducting and arranging of the National Philharmonic Orchestra
National Philharmonic Orchestra
Andy Newmark: drums on „Two Suns in the Sunset“
Raphael Ravenscroft: Tenor saxophone

Produktion:
Willie Christie: photography
James Guthrie: remastering, record production, engineering, remastering on 2004 and 2011 re-issues
Andrew Jackson: engineering

Kein Vertrauen mehr zwischen Waters und Gilmour

Als die „Band“ an „The Final“ Cut“ arbeitete war das Klima zwischen den Häuptlingen Waters und Gilmour, vorsichtig ausgedrückt sehr schlecht. Die beiden hatten sich während der Arbeiten am The Wall Spielfilm scheinbar ziemlich zerstritten. Jahre später schilderte Gilmour in einem Interview, dass der Tiefpunkt in der Beziehung der beiden erreicht war, als Alan Parker während der „The Wall“ Dreharbeiten alles hin schmiss und er ihn nur unter der Auflage zurückholen konnte, dass Waters an die Leine genommen wird. Waters habe ihm das nie verziehen, so Gilmour. Und so war die Zusammenarbeit bei „The Final Cut“ nur mehr auf das aller notwendigste beschränkt. Gilmour kam um seine Solos einzuspielen, dass war alles. Nick Mason hielt sich überhaupt aus allem raus. Er tauchte nur auf um seine Drums einzuspielen und beschäftigte sich danach wieder mit der Rennfahrerei. Wright hatte Pink Floyd bereits verlassen. Und so übernahm Waters das Ruder und schrieb ein Antikriegsalbum, das er seinem Vater Eric Fletcher  widmete.

The Final Cut ist für mich ein ganz besonderes Album, das mir immer besonders gefallen hat. Weltschmerz der allerersten Güte! Es versetzt mich in eine ganz besondere Stimmung. Ich kann nur den Hut ziehen vor Waters Ausdrucksform! Ein Meisterwerk!

Anlässlich des 30jährigen Jubiläums hat Pink Floyd Experte Glenn Povey unter dem Titel „20 Things You Didn´t Know About Pink Floyd´s The Final Cut Album“ einige eher unbekannte Tatsachen zusammengefasst! (Danke Christian für die Info!)

17 Antworten

  1. Christian sagt:

    „Ich kann nur den Hut ziehen vor Roger Waters! Ein Meisterwerk!“
    Dito.
    Gruß

  2. Maccabros sagt:

    Das Album habe ich mir seinerzeit auch gekauft, wobei ich, abgesehen von The Final Cut und Not now John, es sehr schlechter als The Wall fand.
    Heutzutage höre ich es wieder, wobei für mich das Beste Stück nach wir vor The FinalCut ist und bleibt…

    Gruß,

    Maccabros

  3. Joachim sagt:

    Ein Meisterwerk.Wenn man so will ist es das beste „Solo“Album von Waters.
    Es schlägt alle drei Nachfolgealben Von Roger Waters um Längen.
    „The final Cut“ und „The Fletcher Memorial Home“ sind fantastische Songs.Ich mag dieses Werk und höre es immer wieder gern,auch wenn es zu jener Zeit als es auf den Markt kam ziemlich zerrissen wurde.Ich habe mir damals das Album noch in der selben Woche nach erscheinen gekauft und habe es bis heute nicht bereut.

    Gruss
    Achim

  4. murph sagt:

    eines meiner 3 pf – lieblingsalben! und es stimmt, was viele sagen: die songs sind grossteils unspektakulaer (andere sagen, schlichtweg einfallslos). aber genau das macht das album aus: nach dem crescendo des wahnsinns von dark side ueber animals bis zur hysterischen explosion mit the wall (alle attribute sind positiv gemeint!) – was haette man da noch an spektakel darauf setzen sollen? die mauer ist kollabiert, es bleiben nur truemmer und asche. TFC ist das glimmern dieser asche, der aufsteigende rauch aus den truemmern. und die ruhigen, sehr einfachen songs (die passenderweise auch tw. ueberbleibsel & weggeworfene schnipsel aus den the-wall-aufnahmen sind) sind da genau das richtige.
    und thematisch ist es eigentlich das erste album, dass grossteils aus der sichtweise anderer personen (der postwar-generation) erzaehlt wird – offenbar ein erster selbstherapeutischer erfolg von waters nach dem niederreissen der mauer und damit weg von der narzisstischen nabelschau.
    dann noch die viele herrlichen kleinigkeiten wie z.b.:
    – die letzten worte auf dem letzten song der letzten (waters-) pf-platte: „THE END“
    – die einzigen lyrics, die gilmour singen darf: „not now john“ – die sichweise eines ignoranten, im gegensatz zu den uebersensiblen und reflektiven anischten der anderen charaktere. wohl auch kein zufall, bedenkt man waters zynismus und die damalige stimmung zwischen den herren.
    – die 4 videos zur platte.

    die texte auf TFC sind sicher ein hoehepunkt des water’schen schaffens. sehr direkt, kein geschnoerksel mehr, relativ wenig zynismus, sehr einfuehlsam und beruehrend, und von leider dauerhafter aktualitaet. songs wie „paranoid eyes“ sind eine perfekte symbiose aus allgemein gueltigen gesellschaftlichen beobachtungen und der introvertierten sichtweise auf das eigene leiden.

    ich kann diese scheibe nicht genug in den himmel loben!

  5. Sunny sagt:

    Ich kann diese Schreibe nicht genug in den Himmel loben!
    Denn ich bin voll & ganz Deiner Meinung, Murph.

  6. Timo H. sagt:

    Ja, ein (sehr) gutes Waters-Solo-Album, aber ein besch… Pink-Floyd-Album… seh ich so! Sorry!

  7. Kurt sagt:

    DAS Album, nur noch ATD steht auf der gleichen Stufe (Meine Meinung, und zum Glück hat jeder eine eigene)

  8. Oskar Oskar sagt:

    „Paranoid Eyes“ ist einer der besten Songs, den Waters je geschrieben hat!
    Auch sonst finde ich TFC ein sehr gelungenes Album.
    Ehrlich gesagt habe ich nie verstanden warum das Album oft als eines der schlechteren Floyd/Waters Alben bezeichnet wird. Es ist halt musikalisch anders, aber war nicht bis dahin jedes Album ziemlich unterschiedlich zum Vorgänger?

  9. Thomas sagt:

    Das Album wurde damals von vielen (die die Gruppe wohl schon abgeschrieben hatten) einfach nur aus entsprechendem Spass an der „zerrissen“ . Natürlich kann man auch als Pink Floyd-Hörer zugeben, daß manche Liedstücke nach einem „Wall“ – Aufguß klingen aber: Im Grossen und Ganzen war und ist die Kritik unverdient, alleine in Sachen Klangtechnik sind hier neue Maßstäbe gesetzt worden ! Gilmours Gitarrenspiel klingt meiner Meinung nach teilweise so klar und kraftvoll wie sonst selten zuvor und das obwohl er – wie er ja selbst gesagt hat -nicht viel zum Album beigetragen hat !
    Mir gefallen nach wie vor die letzten 20 Minuten der zweiten Seite am besten !

  10. Kowalski sagt:

    Mir gefällt dieses Album sehr gut. Habe ich nie verstanden, warum es von vielen Leuten, als das schlechteste Floyd-Album angesehen wurde. Schon der Anfang „the post war dream“ mit den Stimmen im Radio und die einsetzende Melodie, das ist Waters … Den Song „The Final Cut“ find ich immer noch nach Comfortably Numb (TW) am emotionalsten. Gilmour hatte mit Waters die Trennphase durchlebt, daher hat er soviel negatives daran auszusetzen. Keine gute Zeit.

  11. Markus sagt:

    Ich lernte Pink Floyd durch die Single Another brick…(2) kennen, die ich mit 12 Jahren von meinen Bruder gehört habe, mir gefiel die B Seite (One of my turns) besser, durch meinen Religionslehrer bekam ich the final cut zum ersten mal zu hören, es ist bis heute noch immer eines meiner Lieblingsalben. The gunners dream , Fletcher memorial, the final cut, sind noch immer meine favoriten. Ich finde es ein tolles ,gelungenes Album. Vielleicht kann mann auch sagen ,das es Rogers erste Soloplatte war. Gilmours Gitarrenspiel bei Your Possible Pasts,Fletcher,Final cut und not now John einfach genial!!!
    Lg Markus

  12. Lothar sagt:

    Ein Meisterwerk?
    Eher wohl das Werk eines Egomanen!
    Mit Pink Floyd hatte das Ganze nicht mehr viel zu tun- Leider…

  13. Christian sagt:

    The Final Cut ( Ein Meisterwerk?!)

    Interessante Diskussionsbeiträge.
    Aber hier drängt sich natürlich die Frage auf, ob denn
    “A Momentary Lapse Of Reason” und “The Division Bell” auch wirklich noch “Pink Floyd Alben” waren…?
    Gruß

  14. Sunny sagt:

    Egomanie ist in der Kunst leider kein Vorwurf, sondern ein Talent. Man mag dies bedauern, weil man mit Künstlern genauso sympathisieren möchte wie mit ihrer Arbeit, aber leugnen läßt es sich nicht. Das ist natürlich eine bittere Pille für alle, die bei Pink Floyd nur an die musikalische Kommune denken, eine homogene Demokratie, ein vierblättriges Kleeblatt, deren frühe Alben das Ergebnis der gleichberechtigten Beteiligung aller waren. Diese Sichtweise erweist sich allerdings in den späteren Alben als allzu romantisch und blendet die latenten Dissonanzen innerhalb der Gruppe lange bevor The Wall aus. RWs Inthronisation als beherrschendes Superhirn der Band deutete sich bereits bei Moon an. Gegen RW antipathisieren und sich bewußt mit den Texten der relevanten Floyd-Alben zu befassen, wäre (ich bedaure, wenn sich das zynisch anhört) ein intellektuelles Dilemma.

  15. Chris sagt:

    Auch wenn ich Rogers Texte partiell als sehr originell, kreativ, beinahe intellektuell und nahezu lyrisch empfinde, gefällt mir The Final Cut als Pink Floyd Album nicht sonderlich.
    Mir sagte die Band stets ob ihrer gelungenen Synthese von Musik und Text zu – diesem Album gebricht es gänzlichst an dieser ausgewognenen Synthese. Neben Pros & Cons gewiss Rogers bestes Soloalbum, aber das schwächste der Floyds.

  16. GeckoFloyd GeckoFloyd sagt:

    Ja, und jetzt sind es 35 Jahre her… every year is getiing shorter… Sehr schön – dieser Bericht und all die Kommentare dazu jetzt zu lesen, besonders die Analyse von Murph, sehr treffend, die letzten Worte des Albums…
    Hmm, da muss ich gleich weiter sinnieren, nämlich von Rogers neuem Album sind es „In a lifetime of regret“ = „ein Leben voller Bedauern“, Rogers „Aussagen“ bzw „Winke mit dem Zauhnpfahl“ dieser Tage Richtung David lassen für mich darauf schliessen, dass Roger das von ihm damals erklärte „Ende von Pink Floyd“ im Zuge des Erscheinen des Albums THE FINAL CUT seit geraumer Zeit, wenn nicht sogar seit jeher, bereut.
    Ich muss bei THE FINAL CUT auch oft an eine ältere Aussage von David zum Album denken, zu dem Fakt, das wesentliche musikalische Teile des Albums „Überreste“ der Wall-Sessions seien, sagte er einmal, „die Parts waren 1979 nicht gut genug, um sie aufs Album zu nehmen und wieso sollten sie es dann ein paar Jahre später für ein neues Album gewesen sein?“ Klar, dass David als Perfektionist so denkt.
    Mir gefällt das Album sehr gut, auch wenn mir doch irgendwie der musikalische Input von Rick spürbar fehlt, der ja dann erst bei TDB wieder da war. Es hat eine sehr düstere Atmoshäre auf die man sich so für die Länge einlassen muss, ein Phänomen, dass alle Waters-Solo-Alben, mal abgesehen von RADIO WAVES, zweifelsohne haben.
    Btw, mein erstes Floyd-Album auf CD war AMLOR, denn ich konnt mir erst später einen CD-Player leisten die Dinger waren am Anfang recht teuer (600-700 DM), bis Sony dann mit dem ersten für ich glaube 400,- rauskam. Danach kaufte ich mir erst DSOTM und WYWH – unvergesslich sind mir die wunderbaren Kopfhörer-Stunden in Erinnerung – nämlich, die Alben das erste Mal völlig knisterfrei zu hören!
    Cheers.

  17. Frank Sackermann sagt:

    Also meinen ersten CD Player habe ich am Abend eines langen Verkaufssamstags aus dem Laden tragen können, für 1999,00 DM. Es war der Vorführplayer CD 100 von Phillips. Denen hatte ich den Laden belagert mit Cash in der Tasche. Ich war schon Wochen davor Besitzer einiger weniger CD’s geworden, damals noch in einem Musikfachgeschäft aus einem Schuhkarton angeboten, als Geheimtip. So war das damals.

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