Roger Waters kein Fan von Handys und Lady Gaga!

28.5.2013: Nachdem ZEIT ONLINE ein Interview mit Roger Waters veröffentlichte, folgte tags darauf ein weiteres im schweizerischen Boulevardblatt Blick.

Das Interview bietet nicht viel neues, gut zu Wissen, dass er mit seinem Werk noch lange nicht fertig ist! Waters: „Ich habe meinen Abschied noch lange nicht geplant.“

Gegen Mobiltelefone, mit denen bei Konzerte gefilmt wird, würde er am liebsten einschreiten!

ROGER WATERS: Die Handys im Publikum nerven mich wahnsinnig. Die Menschen schauen während der Show nur auf ihre kleinen Computer. Das ist total absurd. Statt dabei zu sein, filmen sie alles, um es später mitzuerleben. Am liebsten würde ich diese Unsitte verbieten lassen, aber das ist zu teuer. Bei ­einer Show in Athen konnte ich einmal allen das Handy wegnehmen lassen: Es wurde wundervoll!

An dem „Gesamtkunstwerk“ Lady Gaga lässt Waters ebenfalls kein gutes Haar. Er richtet ihr aus: „Lady Gaga, du bist dämlich! Niemand sollte sich um dich scheren.“

Das komplette Interview könnt ihr bei Blick lesen: Lady Gaga ist ein Albtraum.

Danke für die Info: Andreas Fahrni, Christian, Eugen

60 Antworten

  1. faith sagt:

    Roger wieder gross in Fahrt…. Wuerde er seinen Aerger wenigstens kreativ nutzen und endlich mal was auf Platte bringen anstatt einfach nur rumzustaenkern…

    • scarecrow sagt:

      Ja, teilweise interessantes Interview, teilweise wieder mal nur ausgeteilt. Ich mag Lady Gaga auch nicht aber sie ist immerhin auf ihre Art kreativ tätig. Und was machen die „Musiker über 40“? Veröffentlichen ihre alten Platten als Deluxe Boxen, gehen mit den uralten Songs auf Tour und langen bei den Ticketpreisen richtig zu… Ob das besser ist?

      Auch scheint Waters immer noch nicht den Verlust der Namensrechte an Pink Floyd überwunden zu haben…

      • Thomas Kern sagt:

        Ob Roger weiß, wer im Video am Schluss des Artikels den Song interpretiert? Was mich zum Kommentar von Faits zurück führt: Seinen Ärger in Kreativität umwandeln. Gute Idee, das…

    • Arne Arne sagt:

      Wir wollen aber nicht wirklich ein Konzeptalbum über Lady Gaga von Roger hören, oder? 😉

  2. Joachim sagt:

    Erst war es Robbie Williams ,dann jetzt eben Lady Gaga.na ja seis drum.Obwohl ich glaube das sich deren Alben besse verkaufen als Roger seine antiken Solowerke.Vieleicht ist er ja grade aus diesem Grund so grantig.Wie dem auch sei,er sollte endlich auhören zu nörgeln und nicht mehr auf ehemalige Bandkollegen schimpfen.Ein neues gutes Album wird er wohl kaum noch schaffen,es sei denn Gilmour übernimmt die musikalische Leitung,dann könnte es vieleicht noch etwas werden.

    Gruss
    Achim

  3. Christian sagt:

    Lieber antike Kunstwerke, als den modern Müll wie Robbie Williams oder Lady Gaga.
    Kunst definiert sich nicht über Verkaufszahlen.
    Gruß,
    Christian

  4. Joachim sagt:

    Kunst vieleicht nicht,aber das Bankkonto.Und das wird sich auch ein Roger Waters denken,oder glaubt auch nur einer das er nur wegen der Kunst seit Jahren mit den alten Sachen auf Tour geht ? Für diese Tour gibt es nur einen Grund,nämlich das so eine gigantische Show mächtig Kasse macht.Wenn dem nicht so wäre könnte er ja auch Zuhause bleiben und angeln gehn.

    Achim

  5. Tobias Wollgarten sagt:

    „Lieber Roger,
    ich frage mich immer wieder, warum du, unser geliebter Rog, nach all den Jahren der Therapie und nach deinen sehr erfolgreichen Tourneen der letzten 15 Jahre es nicht schaffst, über deinen Schatten zu springen und in den vielen Interviews die musikalischen Leistungen deines langjährigen Bandkollegen zu würdigen. Hey, was wäre „dein Baby“ ohne die prägnanten Gitarrenparts? Ich liebe deine Texte – vor allem auf ANIMALS- , doch erwarte ich voll Spannung doch immer wieder auch das Gitarrensolo, den musikalischen Höhepunkt im Song. Lieber Roger, ich bin auch in diesem Jahr wieder dabei, wenn du „Lip-Synch“ deinen „kreativen Geniestreich“ als One-Man-Show präsentierst. Ich kann’s einfach nicht lassen.
    Dein Fan“

  6. Oliver sagt:

    „Ich kenne niemanden unter 40, der gute Musik macht“

    Wie alt ist eigentlich sein Musikersohn, der nebenbei auch noch in seiner Band spielt??? !

    • Chris sagt:

      Das ist ja kein eigentändiger Musiker in der Band, sondern nur ein Imitator der großen Kunst vergangener Tage. 😉

      • Oliver sagt:

        Ich bin zwar nicht der Oliver, der die Frage gestellt hat, denke aber mal, sie richtete sich nicht an uns, sondern rhetorisch an Roger. Harry ist unter 40 und nicht nur Orgelspieler in der Roger Waters Band, sondern macht selbst Musik. Daher wäre er in der Tat von Rogers Abneigung erfasst.

        Abgesehen davon finde ich, dass hier Boulevard-Blatt-Berichte immer viel zu ernst genommen werden. Der Sprachstil des Blick- Interviews passt doch gar nicht zu Roger, und inhaltlich steht das ganze in einem deutlichen Widerspruch zu den bezüglich Gilmour sehr respektvollen Aussagen, die er gegenüber seriösen Blättern macht. Und auch zu den Bildern, die wir von den letzten beiden gemeinsamen Auftritten, den Proben dazu, dem gemeinsamen Abendessen usw kennen.
        Man sollte wissen, dass derartige Schmierblattberichte teilweise nur aus google-Recherchen zusammengebastelt werden (Wieso ist wohl sonst ein Pulse-Clip unten drunter?). Wenn dann alte Interviews aus den 80/90ern verwurstet werden, kommt halt sowas reißerisches dabei raus. Das soll ja wohl auch so sein. Könnte mir vorstellen, dass demnächst auch Kommentare aus diesem Forum dafür verwertet werden.

  7. Kowalski sagt:

    Ich versteh das nicht, warum er das macht. Ich bin auch kein Gaga-Fan, aber es ist doch ehrlich gesagt, hörbare Musik, nur halt zum Tanzen. Damit schafft er sich ein großes Publikum, das ihn dann nicht mag, wie bei Robbie Williams. Sowas spricht sich herum. Macht das ein Paul McCartney oder andere „Große“ Musiker? Über Gilmour sagt er ja auch wieder, das er ihm nie folgen konnte. Er redet nicht mit ihm. Eine Reunion nur vorstellbar, wenn alle unter der Erde liegen vielleicht. Gilmour hätte ein „Fuck it“ ihm erwidert. Also nichts mit Frieden gefunden. Sturkopf der Herr Waters.

    • Rudi sagt:

      Der größere Sturkopf ist, denke ich, Gilmour! Er mußte z.B. 2005 am längsten überredet werden, mit den anderen aufzutreten. Roger hat recht, wenn er sagt, dass die Band seit 1975 nicht mehr kreativ war. Bis dahin war alles Material, was bis einschließlich Animals veröffentlicht wurde, im Grunde fertig! Die Entstehung von The Wall ist nicht mehr so gewesen, wie man sich im allgemeinen eine kreative Zusammenarbeit einer Band vorstellt.

  8. murph sagt:

    die zeiten aendern sich nicht, nur die personen rotieren: siehe unter „Interview with Pink Floyd 1967“ bei YouTube

    alte leute verstehen die jugend nicht, und frueher war alles besser – das ist wohl ein naturgesetz. und obwohl ich roger“s kunst, und in einem gewissen sinne auch seine (oeffentlich bekannte) personalitaet sehr schaetze, muss ich sagen dass er ab einem alter von ~40 musikalisch sehr, sehr nachgelassen hat. the final cut war noch genial. dann zwei, drei gute stuecke auf radio k.a.o.s., aber das war es dann schon. das ATD nicht eingeschlagen hat, mag nicht nur an den rezipienten liegen, sondern vor allem daran dass es musikalisch sehr schlecht ist.

    • Christian sagt:

      Sorry murph, da muß ich dir vehement wiedersprechen.
      „Amused to Death“ ist die beste Solo-Floyd-Platte.
      Gruß,
      Christian

      • murph sagt:

        hi christian,das ist natürlich geschmackssache!
        von allen floyd-soloalben finde ich lediglich die richard-wright-werke, vor allem wet dreams, gut. mehr oder minder alle gilmour-solo-sachen bringen mich sofort zum einschlafen. pros & cons und radio k.a.o.s. hoere ich ab und zu, finde sie sehr engagiert und interessant, aber insgesamt bleibt trotzdem ein seltsamer eindruck. und ich kann mir nicht helfen, ATD ist für mich mit a momentary lapse of reason vergleichbar – eine bombastische produktion versucht nicht vorhandene (musikalische) kreativität zu kaschieren.

        • Christian sagt:

          „In Wirklichkeit ist jeder Leser, wenn er liest, ein Leser nur seiner selbst. Das Werk des Schriftstellers ist dabei lediglich eine Art von optischem Instrument, das der Autor dem Leser reicht, damit er erkennen möge, was er in sich selbst vielleicht sonst nicht hätte erschauen können. Dass der Leser das, was das Buch aussagt, in sich selber erkennt, ist der Beweis für die Wahrheit eben dieses Buches und umgekehrt.“
          Marcel Proust
          Gruß, Christian

    • scarecrow sagt:

      Sehr schlecht ist schon etwas hart aber es zeigt dass gute Texte + viele Namenhafte Mi(e)tmusiker eben nicht alles sind. Man merkt dass Gilmour eben doch mehr war als „nur“ der Gitarrist hinter dem „Kreativen Genie“. Und Richard Wright, die (musikalische) Seele der Band, darf man natürlich auch nicht vergessen. Ohne die beiden hat Waters seine Texte nie wieder in so genialer Musik transportieren können.
      Die Texte von Amused To Death, den Klangteppich von Broken China und das Songwriting von The Division Bell… Das wäre ein Jahrhundertalbum geworden….

  9. Sunny sagt:

    RWs altbekannte Tendenz zu radikalen Ansichten scheint eine gewisse Ansteckungsgefahr zu bergen und Reaktionsfreudigkeit auszulösen 🙂

  10. Martin sagt:

    Ich weiß gar nicht, was ihr habt. Er leistet sich einfach seine eigene Meinung und ist nicht ständig ‚political correct‘. Ich find’s cool, dass er seine ungeschminkte Meinung deutlich raushaut. Ja-Sager und Mitläufer haben wir doch genug. Auch Leute die bewusst vorsichtig formulieren damit man ihnen nicht an den Karren fahren kann. Er ist bald 70. Hat ne Menge erreicht und ein Recht auf seine eigene Meinung. Wenn er danach gefragt wird und er die heutige, moderne Retortenmusik schlicht „Mist“ findet, dann soll er es auch sagen. Auch seine politischen Statements finden einige „zum kotzen“. Ich find es gut, dass er ehrlich bleibt. Was haben wir denn von Leuten, die uns aus Rücksicht auf den eigenen öffentlichen Status bewusst anlügen um nicht anzuecken. Offensichtlich gibt es aber viele, die das lieber sehen und nicht an einer echten Meinung interessiert sind. Hau’s raus, Roger – mich interessiert was Du wirklich denkst! 🙂

    • Chris sagt:

      Das Problem, meiner Ansicht nach, ist, dass Roger nun ein Mal kein Baudrillard, kein Žižek, kein – ach, sagen wir es pauschal: kein Philosoph, kein Gesellschaftswissenschaftler, etc. ist. Er analysiert nicht und bietet keine Lösungsvorschläge. Er kritisiert lediglich. Auch das ist und wäre nicht schlimm – keineswegs, nein. Problematisch wird die Sache erst bei Rogers, von ihm selten wirklich begründetem, Subjektivismus, der stetig auch darauf raffiniert seine ehemaligen Kollegen in ein schlechtes Licht zu rücken. Ein Maschinengewehrfeuer in alle Richtungen.
      Ich verstehe seine Ansichten und teile sehr viele davon – aber ich wünschte mir, dass sie die Causa eines neuen Albums wären….

  11. Sunny sagt:

    RWs native Aggressivität – und es genügt immer noch ein Blick in seine Augen, um zu erkennen, daß er aggressive Energien hat -, muß sich irgendwo entladen. In seinem persönlichen Mikrokosmos hat er keinen Widerpart, alles spurt nach seiner Pfeife. Seine ambitionierteste post-Floyd-Arbeit, AtD, erfüllte seine Hoffnungen nicht: diese Platte war eine intellektuelle Emanzipationsproklamation, der die allumfassende Anerkennung (auch aus Floyd-Fan-Kreisen) bis heute versagt blieb, und auch die Ansicht, ohne seine alten Mitstreiter ein „Moon“ ebenbürtiges Werk geschaffen zu haben, hatte er weitgehend exklusiv. An dieser Enttäuschung mahlen seine Kiefer bis zum heutigen Tage. Daß er mit The New Wall nun Jahr um Jahr tourt, hat nicht nur finanzielle Gründe. Es geht um Verdienst. Aber nicht in erster Linie um einen finanziellen. Jede Show ist eigentlich die Verkündigung der Botschaft, daß Pink Floyd ohne ihn ein kopfloser Riese war und vor allem Gilmour nur der austauschbare Vollstreckungsgehilfe seiner Ideen. Aber: welcher große Künstler wäre je unkompliziert gewesen und wäre nicht diversen Irrtümern erlegen. In diesen Tagen wird viel über Wagner geredet und geschrieben. Man mag Künstler für ihre charakterlichen Fehler geradezu verachten, daß sie große Kunst geschaffen haben, bleibt unstrittig. Und das gilt auch für RW.

  12. Tom sagt:

    Ich bin mal wieder erneut bei Scarecrows Ausführungen und würde jedes wort unterschreiben. Sehe ich exakt genauso. Wer z.b. die 2006 David Gilmour KONZERTE Live-haftig gesehen hat, wird (womöglich wie ich) empfinden, was Pink Floyd in den 70igern gewesen sind, wie sie geklungen haben, welche Magie sie entfaltet haben. Das konnte bisher, für mich keine RW ( Roger Waters) SHOW in Gänze erfüllen und ich habe alle seit 99 gesehen. Ich sage damit nicht, dass mich die SHOWS nicht berührt haben, dass ich begeistert war, ich froh bin diese gesehen zu haben. Hallo, Sheep? Großartig! Als ein Beispiel. Doch, wie Sunny Roger´s eventuelle Gedanken hier verschriftet, ist er eben genau diesen „Beweis“ ( für mich) „schuldig geblieben“, dass David (und Rick) eben „austauschbare Vollstreckungsgehilfen“ ( sehr schön im RWen Duktus formuliert;-)) waren. Ich denke, das weiß und spürt er, trotz aller Erfolge. Wir haben schon oft darüber diskutiert, dass eben genau die Symbiose war, die „es“ zu dem gemacht hat, dem wir alle nachtrauern. ein wenig zumindest;-) und auch hier möchte ich Scarecrow beipflichten: was kommerziell erfolgreich íst, muss nicht gleichbedeutend schlecht sein.
    Ich denke, ich schreibe es wohl zum 70. mal;-),……..ich hätte roger den mut gewünscht, mit AtD auf Tour zu gehen und sich dort die Anerkennung abzuholen die dieses Album verdient hat!
    ich wäre sicherlich zu mehreren Konzerten gegangen!
    Und Oliver hat wohl auch recht: wer weiß was „die da“ beim Blick zusammengeschustert haben. Aber schön, dass „wir“ sofort angefixt sind, wie dieser Thread zeigt;-) Danke Blick;-)

  13. Urs sagt:

    Ist absolut beeindruckend, wieviele Kommentare so ein Interview mit RW auslösen kann.
    „Ich kenne niemanden unter 40, der gute Musik macht…“ meint also Roger.
    Man stelle sich vor, das hätte jemand ein paar Jahre zuvor gesagt. Dann müsste die gesamte Pink Floyd Musik vor 1983 dazu gezählt werden.
    Dark Side, Wish you, Animals usw. – ja, und auch the Wall, lieber Roger.
    RW wurde erst im Jahre 1983 40!
    Das wäre eigentlich die Bedeutung seiner Worte. Beeindruckend!

  14. Sunny sagt:

    sehr gut 🙂

  15. Chris sagt:

    2013: Ernst: ‚Wenn wir touren, fliege ich natürlich in einem Privatjet. Das ist nicht so speziell. Aber manchmal leiste ich mir einen Helikop­ter, um von Manhattan in die Hamptons zu gelangen. Das ist schon sehr toll.‘

    1973: Waters’scher, ironischer Doktus: ‚I’m in the hi-fidelity
    First class traveling set
    And I think I need a Lear jet‘

    ;D

    • Chris sagt:

      Ich verbessere mich: Duktus. Verdammte neuer Laptop. Nebst noch was: Ein Schelm, der – wo Roger in manchen Teilen doch gerne als Antisemit gesehen wird – die falsche Lesart für RW verwendet… dauert sicher nicht lange, bis eine Journaille das tut…

  16. Heiner sagt:

    Das ganze Interview ist doch so angelegt, dass es nicht öffentlich wird, dass er heimlich bei David im neuem Studio ist, um neue Songs einzuspielen.
    Eine perfekte Ablenkung für alle, und David und er lachen sich ins Fäustchen. 😉

  17. Jürgen sagt:

    „Was war Ihr schlimmster Misserfolg?
    Ich hätte mir gewünscht, dass die Leute mein Soloalbum «Amused to Death» 1992 mehr beachtet hätten, aber sie waren wohl noch nicht bereit dafür.“

    Nun ja, es sind also die blöden Hörer schuld, die einfach zu doof sind, seine Genialität zu erfassen. Oder kann es nicht einfach sein, dass das Album einfach nur schlecht ist?

    • Christian sagt:

      Nein.
      „Amused to Death“ ist ein Geniestreich.
      Die „blöden Hörer“ haben nur nicht zur Kenntnis genommen, dass auf dem Cover nicht Pink Floyd stand, sondern
      Roger Waters.

      Gruß,
      Christian

      • Werner sagt:

        Amused to Death ist für mich ein Meisterwerk! Bei „Ìt´s a Miracle“, „We´ve got Pepsi in the Andes, We´ve got McDonalds in Tibet!“, für mich der beste Song des Albums, „The Ballad Of ..“ und „Amused to Death“ war ich früher den Tränen nahe, so sehr berührten mich diese Lieder!

        • Sunny sagt:

          geht mir gerade bei diesen songs, die du erwähnst, Werner, auch so. Ich bin immer noch nicht so abgebrüht. 🙂

        • scarecrow sagt:

          Nicht zu vergessen: „Watching TV“… Einer der besten (PF Solo) Songs aller Zeiten wie ich finde 🙂

          Ich glaube ich muss mir das Album am Wochenende mal wieder in Ruhe anhören 😉

        • Hans-Jürgen sagt:

          Warum wird ATD so häufig unterschätzt?

          Ein Album, das (meines Erachtens) Waters auf dem Höhepunkt seines Schaffens zeigt, zumindest in textlicher Hinsicht. Musikalisch für seine Verhältnisse erstaunlich gut und ausgereift, wenn auch die eine oder andere musikalsiche Finesse fehlt.

          Vielleicht war es einfach zu komplex und für den durchschnittlichen Hörer einfach nicht zu greifen. Aber für mich ist es eine Perle im kompletten Output von Floyd & Konsorten und enthält einfach unbeschreibliche Momente, die auch mir heute noch sehr nahe gehen. Bin ich da zu sentimental? Vielleicht – aber ich stehe dann einfach dazu!

      • Martin sagt:

        @ Jürgen
        „Nun ja, es sind also die blöden Hörer schuld…“

        So ist das garantiert nicht gemeint. Man kann es sich auch zu einfach machen…

        Ein Album muss immer den Nerv der Zeit treffen um erfolgreich zu sein. DSOTM wäre heute z. B. garantiert nicht mehr so erfolgreich, weil die derzeitigen Musikkäufer diese Art von Musik einfach nicht mehr hören.

        Oder andersrum: ‚The Wall‘ war vermutlich auch so erfolgreich, weil die depressive Grundstimmung zu 100% in die ‚Null-Bock‘-Mentalität der Mehrzahl der damaligen jugendlichen Plattenkäufer passte. Oder/und weil ABITW mit dem ‚Disco‘-Beat ebenfalls genau in die ausgehenden 70iger Jahre passte. 15 Jahre zuvor wäre ‚The Wall‘ wohl in den Regalen wie Blei liegengeblieben.

        Insofern muss ein Publikum für eine Aufnahme auch bereit sein. Das gilt im Prinzip übrigens für jedes künsterlische Werk. Beispiel: der Film ‚Blade Runner‘ war 1982 nicht besonders erfolgreich und bekam nur verhaltene Kritiken – zwischenzeitlich ist er ein Kultfilm.

        Vermutlich würde ATD wirklich besser in die aktuelle Zeit passen… (was eher den Schluß nahelegt, dass Waters einfach seiner Zeit voraus war…)

        • Sunny sagt:

          plausibel, Martin! Von „Moon“ zB werden allerdings noch heute jedes Jahr mehrere hunderttausend Exemplare verkauft – die Themen der Stücke bleiben wohl für alle Zeiten aktuell: „zeitlose Kunst“ – was mE auch für die anderen genannten Platten gilt. Ich will nicht vom Thema ablenken, aber eines Wall-Updates hätte es mE auch nicht bedurft. AtD könnte vielen Hörern zu intellektuell und/ oder zu pessimistisch sein.

    • scarecrow sagt:

      Ich glaube das Hauptproblem war dass damals, im Gegensatz zu heute, das Thema „Pink Floyd“ noch nicht gegessen war. Die Solo Alben ALLER Pink Floyd Member lagen doch mehr oder weniger schwer in den Regalen und die Tourneen waren auch nicht so erfolgreich. Würde Waters heute ATD veröffentlichen, wo PF definitiv geschichte sind, wäre die Resonanz (und die Verkaufszahlen) ganz anders.

  18. Sunny sagt:

    In 50 Jahren wird AtD ein Klassiker sein. Als Strawinsky „Sacre“ uraufführte, gab es Gelächter und Schlägereien, da ist RW noch gut davongekommen. Wir sollten die Platte hören, solange wir noch nicht taub sind.

    • Christian sagt:

      Wir sollten nicht 50 Jahre warten und nicht“ Deaf, dumb, and blind“ werden…
      Gruß Christian

    • murph sagt:

      ich würde mich nicht trauen 50 jahre in die zukunft zu blicken. und schon gar nicht für ATD. offenbar bin ich einer der wenigen, der dieses album für sehr schwach hält, aber die mangelnde resonanz spricht schon für sich. ich verstehe nicht, wie man dafür die hörer verantwortlich machen kann. wenn etwas nicht ankommt, dann kommt es halt nicht an.
      und bei ATD gibt es viele gute gründe, warum dem so ist: das konzept ist sehr vage, und deshalb nicht greifbar. die umsetzung des konzepts in die songs bzw. texte ist einfach nicht stimmig. what god wants mit seinen drei teilen wirkt wie eine schlechte karikatur auf ABITW. musikalisch und produktionstechnisch finde ich das album grauenhaft – die statischen drums und die penetrante gitarre von jeff beck erzeugen einen seelenlosen und seltsamen 90er-jahre sound.
      wie gesagt, nur meine meinung, und glücklicherweise sind geschmäcker ja verschieden…

      • Sunny sagt:

        murph, „what god wants mit seinen drei teilen wirkt wie eine schlechte karikatur auf ABITW“: das würde ja bedeuten, wgw bezieht sich inhaltlich auf brick. Das entzieht sich nachhaltig meiner Wahrnehmung. Wie meinst du das?

        • murph sagt:

          einfach die idee, einen song in drei teile aufzuteilen und an verschiedenen stellen in die story einzubauen. das ist ja prinzipiell nicht besonders kreativ bzw. kann ermüdend wirken.
          bei The Wall passt es hervorragend – weil dort einfach alles passt. aber vor allem auch, weil ABITW so simpel und effektiv ist, und gleichzeitig ein sehr guter song(part) ist und musikalisch einen passenden wiedererkennungswert im konzept hat.
          aber den selben trick dann bei dem (meiner meinung nach) insgesamt sehr schwachen ATD-album anzuwenden, noch dazu wo WGW nicht gerade der knüller ist, zeugt von rogers offensichtlichen kreativen und handwerklichen problemen, welche er selbst in Three Wishes anspricht: „…hope somebody would help me to write this song.“
          ich sehe es weiterhin so, dass rogers selbstgewählte bezeichnung „das kreative genie von pink floyd“ durchaus ihre berechtigung hat (das soll nicht die leistungen und talente der anderen herabwürdigen, diese mittlerweile sehr leidige und unsinnige diskussion möchte ich hier nicht starten). allerdings gilt dies bis 1983, bis zu „The Final Cut“. Von Pros&Cons über KAOS bis zu ATD empfinde ich ein stetiges nachlassen in kreativer, und vor allem handwerklicher hinsicht. die kompensation erfolgt dabei durch überkomplizierte, aber gleichzeitig vage konzepte, und explizite und sehr direkte politische ansagen.

  19. Sunny sagt:

    Das Konzept ist assoziativ, nicht plakativ eingängig – hättest du es so formuliert, könnte ich dir beipflichten 🙂 – und das spricht in meinen Augen für Anspruch und Intellektualität der Platte, die das Mitdenken des Empfängers fordert. Textlich tat ich mich nur immer schwer, „three wishes“ einzugliedern, hingegen erschließt sich mir „wgw“ als ausgesprochen gelungen und vielschichtig und auch in den auflodernden beiden weiteren Teilen als spannungsaufgeladen und an plausiblen Stellen in das Konzept eingebunden. Die Technik der Motiv- und Themenwiederholung (ja auch schon auf WYWH) kennen wir bereits aus der Klassik.

    • scarecrow sagt:

      Also mit den „Parts“ habe ich mal gelesen dass eben dies genau die Unterschiede in der Arbeit von Gilmour und Waters sind: Gilmour singt lieber 5 ähnliche Texte über verschiedene Songs während Waters seine Botschaft auch mal über Part X,Y,Z und Reprise hier und da transportiert was dann im extremfall soweit geht wie bei Pros&Cons wo das Ganze Album auf einem Riff basiert 🙂

      • Christian sagt:

        „Every Stranger’s Eyes“
        Nur ein Riff…?
        Was für ein geniales Lied.

        Gruß,
        Christian

        • Chris sagt:

          »[…] Pros&Cons wo das Ganze Album auf einem Riff basiert«

          Und was ist mit 75% von The Wall? 😛

        • scarecrow sagt:

          Gut, es gibt Ausnahmen bei dem Album aber bei den meisten Songs kommt das musikalische Grundthema immer wieder durch. Und dass (fast) das ganze Album auf einem Riff basiert ist ja auch nicht negativ gemeint. Ich mag Pros&Cons…

  20. Christian sagt:

    „Und was ist mit 75% von The Wall?“
    Wenn dem das so ist, war es ein ausgesprochener guter Riff.
    Gruß

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