Roger Waters findet Open Airs extrem befriedigend

Roger Waters 26.7.2013 Padova

Nachdem offiziellen Teil der gestrigen Pressekonferenz, gab Roger Waters einige Interviews. Dabei gab es die eine oder andere überraschende Aussage. Waters antwortete auf die Frage des Kronen Zeitung Journalisten, ob die Open Airs 2013 die letzten The Wall Live Shows sein werden, „Das ist ziemlich unwahrscheinlich.“ Kann sich wohl nur um einen Übersetzungsfehler handeln? The Wall Live 2014? Das kann ich mir nicht vorstellen.

Waters sagte auch, dass er bei den Open Airs in Europa wieder für seine „The Wall Live“ DVD/Blu-ray filmen lässt! Also Material wird er  dann genug haben. Er hat komplette Filme von den Shows in Athen 2011 und Buenos Aires 2012. Und viele weitere Aufnahmen von London bis Quebec! Es heißt also noch geduldig sein, bis wir die Scheiben zuhause in den Blu-ray-Player einlegen dürfen.

Roger Waters mag Open Airs

Dass sich Waters inzwischen auch in Stadien wohlfühlt, das ist für uns nicht neues. Er dies bereits bei anderen Gelegenheiten gesagt. Bei der Pressekonferenz formulierte er die wiedergefundene Freundschaft zu den Stadien folgendermaßen:

Roger Waters: Es hat etwas für sich, in einem Open-Air-Stadion zu spielen und mit riesigen Menschenmengen in Verbindung zu treten. Das ist extrem befriedigend. Als ich noch jung war, habe ich diese Erfahrung gehasst. Ich mochte es überhaupt nicht, habe es nicht verstanden. Und auch noch, als ich in den 70ern mit Pink Floyd unterwegs war und wir in großen Fußballstadien gespielt haben.

Web: Roger Waters mit Megashow im Happel-Stadion

Info: Thomas Zeidler

29 Antworten

  1. Oskar Oskar sagt:

    Roger könnte ja ein „The Wall“-Franchising Ding aufziehen und die Tour noch 20 Jahre über den Globus schicken, ohne überhaupt noch selber dabei sein zu müssen!
    Diese Idee haben übrigens schon „KISS“ gehabt, die meinten sie könnten ja eigentlich weiterhin KISS Konzerte geben, auch wenn sie schon tot sind, denn sie könnten einfach andere Leute auf die Bühne stellen… bei der Schminke würde es eh keiner merken und die Kids spielen eh viel besser als sie selber…
    … Oder in Musical-Form, die müsste er ja in der Zwischenzeit eh schon ausgearbeitet haben.

  2. Chris sagt:

    Gut – dann keine Tickets für 2013 kaufen, wir können es uns eh kaum leisten zur Zeit, sondern auf 2015 warten. Wunderbar.

  3. Felix Untersteiner Felix Untersteiner sagt:

    frei nach dem motto never change a winning team, aber langsam wirds zu viel, sollte das 2014 noch weitergehn….. es wäre wirklich an der zeit für ein neues album. so toll es ist the wall gesehn zu haben und wieder zu sehen aber langsam ist es genug, hat so etwas von auf nummer sicher gehn.

    zuerst dsotm, jetzt the wall. ich würde gerne mal sexual revolution oder too much rope live hören respektive überhaupt neues material.

    sicherlich weit besser als wie dave gar nichts zu machen, aber naja, …keine ahnung wie ihr andren das sehts…

    glg.

    • Chris sagt:

      Also wenn ich wirklich überhaupt nichts habe, dann würde ich es eher favorisieren zu schweigen, als immer wieder das gleiche zu tun….

      Ist jedenfalls meine Ansicht…..

  4. Werner sagt:

    Ich kann mir nicht vorstellen wo er nach 2013 Europa mit The Wall noch auftreten möchte! Wieder zurück in die USA oder nach Südamerika? Ich glaube es muss sich um eine fehlerhafte Interpretation seiner Antwort handeln! Oder doch nicht?

    • Oskar Oskar sagt:

      Lieber Werner.
      Roger beschränkt sich in seinen Zukunftsvisionen vielleicht gar nicht auf unseren Planeten… Vielleicht denkt er ja dran The Wall auf der Dark Side of the Moon live aufzuführen 😉

  5. Martin Meier sagt:

    Also, von mir aus kann er noch 10 – 15 Jahre weitermachen.

    Jedes Jahr eine Prise The Wall live und schnell wieder ein Ticket nachkaufen, bevor die Dosis der letzten Tour nachläßt 🙂

  6. Oliver sagt:

    Also ich habe die Antwort „Das ist ziemlich unwahrscheinlich“ in einem englischsprachigen Interview (das ich leider gerade nicht wiederfinde) auf die Frage, ob The Wall Live die letzte ROGER WATERS Tour sein wird, gelesen. Ist wohl ein Übersetzungsfehler.

  7. Rudi sagt:

    Und die DVD/Blu-ray rückt immer weiter in eine kaum noch greifbare Zukunft … Ich denke, frühestens 2 Jahre nach seinem letzten Wall-Konzert wird sie erscheinen: Also wenn er 2014 noch damit auf Tour ist, 2016? Oder 2020? 2025? Ob ich das noch erlebe?

  8. Thorsten sagt:

    Naja 2014 wird man ihn im Rollstuhl auf die bühne fahren,egal „The Show must go on“
    Ich weiß ja nicht wie andere das sehn,aber für mich machen sich bei Roger ziemlich viele Alterserscheinungen breit die nicht mher zu übersehn sind.wird zeit für die „rente“,da macht es Gilmour besser,die Stille genießen,die Familie,ab und zu bissel klimpern in kleinem kreis,vielleicht ja nochmak irgendwann ein album machen.
    Dieser „Walldruck“ den Roger sich selbst auferlegt,nervt leider Langsam.
    Und die Blue Ray´s und Dvd´s oder was auch immer sollte man veröffentlichen solange sie auch noch jemand kaufen wird^^

  9. Julian sagt:

    Nach wie vor halte ich viele Kommentare diesbezüglich für egozentrisch.
    In meinem Freundeskreis habe ich gerade mal drei oder vier Menschen,d ie die Show auch gesehen haben, und mindestens zwei Duzend, die ich da noch mit hinnehmen möchte.

    Die Kommentare zielen doch immer wieder in die Richtung „ICH habe genug davon, daher soll ER damit aufhören.“

    Mich persönlich nervt das Oktoberfest und der Kölner Karneval. Dennoch fordere ich nicht, daß jemand damit aufhören muß … wenn ich es nicht mag, dann gehe ich einfahc nicht hin.

    Roger hat IMHO mit The Wall ein Meisterwerk geschaffen und es jetzt, nach Jahrzehnten, in nahezu perfekter Form auf die Bühne gebracht. Ich glaube, ich brauche noch eine Weile, bis ich mich daran sattgesehen habe. Und selbst wenn … er soll ruhig noch weitermachen.

    Das ganze Gerede über neue Stücke … who cares? Glaubt irgendwer, daß da wirklich noch mal etwsa kommt, was die alten Meisterwerke in den Schatten stellen kann? Ich nicht. Daher lieber weiter mit The Wall ein Meisterwerk live inszinieren als mit einer neuen Pseudo-Kreativen Platte baden zu gehen.

    Mir wäre neben den Live-Shows übrigens der Fokus auf Musical und DVDs viel lieber als auf einer neuen Veröffentlichung.

    Alles Liebe, Julian!

    • Sunny sagt:

      Rhetorische Frage: Wer ist kein Egozentriker, Julian? »ICH habe genug davon, daher soll ER damit aufhören.« „ICH habe noch lange nicht genug davon, darum soll ER weitermachen.“

    • scarecrow sagt:

      „Daher lieber weiter mit The Wall ein Meisterwerk live inszinieren als mit einer neuen Pseudo-Kreativen Platte baden zu gehen.“

      Mh ich weiss nicht. Ich glaube das genau hier im Musik Bereich seit Jahren schon ein riesen Fehler vorliegt (nicht nur bei Waters). Es wird immer nur noch auf nummer Sicher Produziert. Alben werden immer mehr zur Nebensache, dafür werden Konzerte zu Shows und dieses Shows lassen sich die (frühreren) Künstler mit Formel 1 Ticket Preisen bezahlen. Das Risiko mal was neues zu wagen fehlt vielen derzeit völlig.

      „Glaubt irgendwer, daß da wirklich noch mal etwsa kommt, was die alten Meisterwerke in den Schatten stellen kann?“

      Vielleicht sollten wir mal von dem Gedanken weg kommen dass es unbedingt besser und größer als alles zuvor veröffentlichte sein muss. „On An Island“ war auch nicht besser oder größer als frühere Sachen aber in vielen Punkten anders und das hat, zumindest bei mir, schon für Begeisterung gesorgt.

      • Sunny sagt:

        grundsätzlich glaube ich, daß Du recht hast. Die Plattenverkäufe sind weltweit rückläufig aus den bekannten Gründen, daher produzieren Pop-Größen wie zB jetzt Williams (oder in schöner Regelmäßigkeit Madonna) in erster Linie eine neue Scheibe, um sie anschließend mit hohem Profit live zu performen; man könnte sie wohl mit Fug und Recht als weltweit agierende Wirtschaftsunternehmen bezeichnen. Bei unseren Jungs sind die Erwartungen an ein neues Werk anders, um nicht zu sagen höher: es werden nicht nur eingängige Pop-Songs und handyklingeltaugliche Melodien erwartet, die in der Werbung eingesetzt werden können. Etwas Neues müßte den künstlerischen Vergleich mit Früherem aushalten. Zum andern gibt es ein kaum zu leugnendes Kreativproblem, das bei 70jährigen nicht weiter verwundert. Waters, der vom Naturell her sicher kein Couch-Potato ist, hat sich derzeit entschieden, sein eigenes Erbe zu verwerten. Das kann man so oder so sehen, aber ich glaube nicht, daß dahinter nur das wirtschaftliche Kalkül eines cleveren Geschäftsmanns steckt, durch Konzerte einen hohen Gewinn zu erzielen. Er wird so ein Gefühl des kreativen Stillstands kompensieren. Und nicht zuletzt schützt Arbeit, welche auch immer, vor der Einsicht, alt zu werden. Insofern glaube ich, daß er sich mit seiner „never ending tour“ auch etwas beweisen will. Und nicht nur sich selbst. Ich würde die These wagen, daß er mit Gilmour immer noch einen intimen „war of competition“ austrägt. Die Anspielungen auf dessen „Rentnerdasein“ sprechen Bände.

  10. Julian sagt:

    @Sunny:
    Rhetorische Antwort: Ich habe nie gefordert, daß er „weitermachen soll“.
    Ich fordere es auch nicht von DG. Ich bin einfach der Meinung: Lasst doch beide machen, was sie wollen.

    DG will nicht mehr viel Action, okay. RW will sein altes Meisterwerk aufführen. Auch okay.

    Hier dagegen habe ich das Gefühl, Davids „Familienleben“ und sein „sich-zurückziehen“ wird vor allem als „Nahrung für das wahre Genie“ glorifiziert, während an RWs unermüdlichen Art dauernd nur rumgenörgelt wird.

    Guck´ dem ganzen doch mal in´s Auge:
    – Neue kreative Höchstleistungen sind von keinem der beiden mehr zu erwarten.
    – David hockt zuhause rum und es wäre schön, wenn er mal wieder auf Tour geht.
    – RW gibt alles und inszinziert seine Tour immer größer, immer gewaltiger.

    Unter´m Strich könnte man auch sagen:
    RW gibt seinen Fans noch immer, was er kann, während DG dem dem „Monster Pink Floyd“ genug von seinem Leben geopfert hat. (Zitat DG)

    Daß DG sich zurückzieht finde ich schade, aber ich respektiere es. Daß RW das als „Ruhestand“ bezeichnet scheint mir durchaus verständlich. Und daß RW weiter tourt finde ich toll.

    Am Ende sieht´s doch so aus:
    RW wird irgendwann in den nächsten Jahren in einer Mega-Show auf einer Bühne tot umfallen, DG wird wohl in ca. 20 Jahren in einem Bett friedlich einschlafen.

    Wer der intensivere „Vollblutmusiker“ ist, das steht wohl außer Frage.

    Alles Liebe, Julian!

  11. Sunny sagt:

    naja, ich kann natürlich nur für mich sprechen – ich nörgle überhaupt nicht und habe für Waters wie für Gilmour größte Sympathien und Verständnis. Vermutlich wissen weder wir noch Waters, wie Gilmour seine Zeit verbringt. Mich beschäftigt nur die Frage, was Waters motiviert zu tun, was er tut. Gilmour den „Vollblutmusiker“ abzusprechen,
    ööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööäpüpppppppp
    das war Frida, meine Katze 🙂
    halten also Frida und ich für unverzeihlich.
    Wahrscheinlich musiziert er täglich mit alter Leidenschaft, und vermutlich könnte er morgen eine CD mit wunderbaren Instrumentals herausbringen, worüber zB ich mich sehr freuen würde.
    Sunny & Frida

  12. Julian sagt:

    @frida:
    Den Vollblutmusiker will ich ihm gar nicht absprechen.
    Nur … er hatte schon durchaus aktivere Zeiten. Roger dagegen gibt noch immer Vollgas.

    Vielleicht nicht im Kreativen, dafür aber auf der Bühne. Und mal ganz ehrlich: Die DG-Fans sind doch eher neidisch, daß David nur einen Bruchteil so stark „auf die Bühne drängt“ wie RW.
    Man, überlegt Euch mal, was hier für Kommentare abgehen. Hier wird darüber gelästert, daß RW „zu viele Wall-Konzerte“ macht. Vor ein paar Jahren wäre so ein Vorwurf doch undenkbar gewesen, und er trifft auch nur RW, DG wird davon völlig freigesprochen.

    Ich habe schon mehrfach geschrieben, daß ich beide durchaus respektiere, daß ich beide Motivationen nachvollziehen kann und daß es ok ist, so wie es ist. Mir geht nur dieses „Dauergelästere“ einiger „Fans“ auf den Keks, die der Meinung sind, RW „dürfe“ nicht so viele Konzerte machen, wie er macht.

    Das fällt doch irgendwie unter die Kategorie „Denen kann man´s nie recht machen“. In sofern verstehe ich sogar noch besser, warum David so ruhig geworden ist. Wenn man nichts macht, dann kann man auch nur schwer von den Fans angegriffen werden.
    Lieber die alten Sachen in Ehren halten und die Idol-Rolle beibehalten, als sich der Masse zu stellen und verurteilt zu werden.

    Alles Liebe, Julian!

    • Oliver sagt:

      „Hier wird darüber gelästert, daß RW »zu viele Wall-Konzerte« macht. Vor ein paar Jahren wäre so ein Vorwurf doch undenkbar gewesen“

      Das sehe ich genau so. In der 2. Hälfte der 90er sah es doch so aus, als würden wir nie wieder ein PF-Mitglied auf einer Bühne sehen. Vielleicht war damals noch eher mit Pink Floyd als mit Roger zu rechnen. Und dann kam völlig überraschend die 99er In The Flesh Tour, die quasi ein neues Zeitalter eingeläutet hat. Nicht nur, dass Roger jetzt riesigen Spass am Touren hat, was vor allem mit dem sich stets steigernden Erfolg der Konzerte zu tun haben dürfte. Sowohl er als auch PF werden nicht zuletzt wegen der überraschend positiven Berichtertattung über seine Konzerte öffentlich ganz anders wahrgenommen und gewürdigt, als das vor 10-15 Jahren noch der Fall war. Und ich denke, davon profitieren wir alle. Das -bzw. das daraus resultierende Interesse an PF und die konstant guten Verkäufe- wird EMI und Nick motiviert haben, die Archive zu durchforsten und das hat vielleicht auch Dave motiviert, mit OAI zu touren und vielleicht motiviert ihn Roger ja sogar, es nochmal zu tun. Ich könnte mir vorstellen, dass wir Roger sogar zu verdanken haben, dass Dave 2006 Echoes gespielt hat. 2001 in der RAH reagierte er auf die Aufforderung „something from Animals, please“ noch mit einem abweisenden „das ist doch viel zu lang“. Als er 5 Jahre später die Setlist zusammengebastelt und kurz über Echoes nachgedacht hat, hat ihm Jon Carin bestimmt gesagt: „Ach komm, Dogs und eine 16-Minuten-Version von Shine on haben bei Waters doch auch funktioniert! Keiner ist rausgerannt!“ Nur so ne Theorie;-)

      Die Frage, ob Roger mit The Wall aufhören sollte, stellt sich doch gar nicht, solange die Nachfrage ungebrochen ist. Wenn einzelne davon genervt sind, bleiben sie halt zu Hause. Die Stadien sind trotzdem voll – was vor 10-15 Jahren wiederum unvorstellbar gewesen wäre.
      Was wäre denn die Alternative? Wenn es eine Tour mit neuem Album wäre, würde ich die natürlich vorziehen. Aber ein neues Album wird ja in unseren durchaus repräsentativen Kreisen von Waters gar nicht gewünscht, weil es eventuell eine Enttäuschung sein könnte (Stichwort: Markknopflerisierung; erstaunlich in diesem Zusammenhang: Über ein Gilmour Album würden sich alle freuen! Von dem erwartet man anscheinend nichts, so dass man auch nicht enttäuscht werden kann). Wenn die Alternative nun ist, dass Roger mit dem Touren aufhört, sehe ich mir allerdings lieber noch 5,6 Jahre The Wall an (wobei es ja auch nicht so ist und war, dass er ständig hier irgendwo in der Nähe spielen würde)!

      Übrigens war die AMLOR Tour mit 197 Konzerten auch nur unwesentlich kürzer als The Wall. Ich glaube nicht, dass 89 jemand gesagt hat: „Och nö, nicht schon wieder!“

  13. Sunny sagt:

    Daß Gilmour im Waterschen Fahrwasser aufs Touren gekommen ist, glaube ich persönlich nicht. Er hatte eine neue Scheibe, das mag ihm Motivation genug gewesen sein. Er hatte sich ja auch nicht nur Echoes, sondern sogar Atom Heart Mother nochmals vorgenommen und nun den Floydschen Katalog doch weitgehend abgearbeitet. Vielleicht ist er es inzwischen einfach satt, wie sein eigener Plattenspieler zum hunderttausendsten Mal Numb oder Shine zu spielen, es dürfte ihn auch kaum noch fordern, und das Gefühl für die Songs nutzt sich wohl auch irgendwann ab. Meine Vermutung: wenn er etwas Neues veröffentlicht, wird er auch damit touren wollen. Ich würde auch nicht ausschließen, daß es so kommt. Vielleicht überschätzen wir Waters‘ Einfluß auf Gilmours Gemüt. Pollys – immerhin eine sehr aktive Schriftstellerin – wird jedenfalls größer sein, und wenn er ihr zu lethargisch wird, haben Ehefrauen bekanntlich Mittel und Wege, sich verständlich zu machen. 🙂

  14. Julian sagt:

    Vielleicht ist mein Problem ja auch, daß ich diesen Konflikt zwischen den beiden nur zu gut nachvollziehen kann. So sehr ich mit Roger sympathisiere, beide sind für mich verständlich.

    – DG ist „satt“, das darf er sein.
    – RW ist „hungrig“ und weiß, daß er mit DG zusammen viel mehr bewegen könnte als alleine.

    DG scheint mir genervt davon zu sein, daß immer wieder versucht wird, ihn auf die Bühne zu kriegen. Selbst bei The Wall, wo er sich ja nur noch ine in gemachtes Nest setzen müsste und es völlig ausreichen würde, wenn er auf dem Konzert einmal für CN auf der Mauer steht und die restlichen Stücke anderen überlässt, macht er das nicht.

    Seine Platte hatte schon den richtigen Titel: „On an Island“. Er will „in Ruhe gelassen werden“.

    Und RW ist davon IMHO einfach enttäuscht. Roger weiß besser als David um die genialität des „Zusammen“. Roger kann mit der Spannung umgehen, David hat nie wirklich gekontert. Roger blüht auf in solchen Spannungen, David ist davon nur genervt.

    Interessant ist zum Beispiel, daß RW niemals, auch heute noch, die Fähigkeiten von DG abgewertet hat. Ganz im Gegenteil, mir scheint, Roger hebt Davids Fähigkeiten höher als David selbst. Das scheint mir immer wieder der Versuch zu sein, David doch wieder zum Arbeiten zu verlocken, durchsetzt von der Resignation, weil David einfach nicht drauf reagiert.

    In dieses Bild passt der Vorwurf der „Rente“ doch recht gur rein. Ohne daß es ein Vorwurf ist kommentiert RW was er von der „PAssivität“ von DG hält.
    DG ist froh, wenn er mit kleinen Platten wie „Island“ ein bißchen durch kleine Hallen touren kann und seine Ruhe hat vor Weltverbesserungen und Gesellschaftskritik in Übergröße. Genau das ist es, was Roger aber will, und Roger weiß, daß DG Qualitäten hat, die er nicht ersetzen kann.

    Nochmal:
    Alles ist gut so, jeder handelt aus seiner eigenen Perspektive richtig.
    Ich halte es nur eben für falsch, Roger deswegen immer den schwarzen Peter unterzuschieben und DG heiligzusprechen.

    Die einen halten „The Wall“ für kein wirkliches PF-Album, für mich ist The Wall neben DSOTM das brachialste, genialste Album der Band. Und gesellschaftlich sicherlich entscheidender als DSOTM. Musikalisch war DSOTM wichtiger, sozial dagegen The Wall.

    Es ist alles sehr facettenreich und all das ist natürlich nur mein Eindruck. Nur diese ganzen oberflächlichen Unterstellungen,d ie finde ich halt platt. Und sie laufen irgendwie in einer Dauerwiederholung.

    „Roger macht noch mehr Konzerte“ – „Schlimm, dieser Ausverkauf“
    „David macht nichts neues“ – „Gut, er braucht die Schaffenspause, hoffen wir, daß er auch wieder in eine kreative Phase kommt“

    Die Tendenz ist immer wieder: Was Roger macht wird verurteilt, was David macht wird hochgelobt. Selbst wenn es nichts ist.
    😉

    Alles Liebe, Julian!

    • Sunny sagt:

      Ob Waters Gilmour mit psychologischer Raffinesse aus der Reserve locken will, weil er ihn so sehr liebt und nur sein Bestes will … wir wissen es nicht, und vielleicht ist das auch gut so. 😉 Aber daß er meint, Gilmour an der Gitarre zu brauchen, Kinder, das meint ihr doch nicht im Ernst. Ich glaube noch nicht einmal, daß er ihn gefragt hat (oder je wieder fragen wird), ob er sich noch einmal für die Numb-Nummer auf die Mauer stellt. Sicher, wir wären wieder aus dem Häuschen, aber der „Überraschungsgast“ selbst? Er müßte ja denken, das ist ein verdammtes Déjà-vu: „da steh ich schon wieder …“ Und wie könnte ein bösartiges Satire-Blatt anderntags titeln? „Früherer Pink Floyd-Gitarrist erhielt wieder Auftrittsgelegenheit“ Nein, im Ernst, es war doch klar, daß man einen „besonderen und historischen Moment“ nicht wiederholen kann und sollte. Laßt gut sein.

  15. scarecrow sagt:

    „Was Roger macht wird verurteilt, was David macht wird hochgelobt. Selbst wenn es nichts ist.“

    Also ich glaube das hast du völlig falsch verstanden. Es ist einfach nur so dass einige mit der „The Wall“ Tour in der Form nicht viel anfangen können (mich eingeschlossen). Sei es dass „neue“ Konzept was nicht mehr so richtig zum Album/Film passt, sei es dass es von Waters nichts wirklich neues gibt oder sei es dass The Wall eben einfach „nur“ Show ist und eben dadurch Leute, die andere Erwartungen an ein Konzert haben, enttäuscht.
    Davids „nichts tun“ wird dadurch aber nicht gleich zum Geniestreich 😉

    ps.: Vielleicht bin ich aber auch einfach nicht für die heutige Art von Konzerten gemacht (nicht nur bei Waters). Ich bin halt noch die „alte“ Reihenfolge Album und Tour gewohnt. Heute wird eben mehr Recycling betrieben.

  16. Christian sagt:

    „Everybody’s got someone they call home“

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