Floyd Division 24.4.2010 Wien Szene

Floyd Division 24.4.2010 Wien

Bericht von Günter W. Hieger

Mit Spannung habe ich das zweite Konzert der Floyd Division in Wien erwartet. Diesmal spielte man gemeinsam mit der „Cream Revival Band“ in der „Szene“ Wien. Andy Seghers aus der Schweiz (Gitarre), der Österreicher Peter Brkusic am Schlagzeug und der Bassist Terry Horbury aus Nottingham, der unter anderem auch schon mit David Gilmour gespielt hatte, machten den Anfang mit vielen gut interpretierten Cream Nummern, irgendwie wurde man aber das Gefühl nicht los dass die Leute hauptsächlich wegen Floyd Division gekommen sind. Ich habe es zum Beispiel noch nie erlebt, dass eine Band um ein Encore „bitten“ musste, nachdem der Schlussapplaus sehr verhalten ausfiel,  O-Ton von Peter Brkusic: „wollt’s noch was hören“?

Nach 1½ Stunden war Schluss mit Cream, die Bühne wurde umgebaut und um 21:45 begann Floyd Division mit „Speak to me“. Einige markante Änderungen gab es gegenüber dem Auftritt im Reigen.

Erstens hatte man mit Isabella Mach einen ausgezeichneten Ersatz für die theaterspielende und für diesen Abend leider verhinderte Julia Preglau als Back Vocalist gefunden, zweitens spielte Ronny Wieger diesmal mit Hut, das Keyboard stand aus Platzgründen auf der rechten Bühnenseite vom Publikum aus gesehen und neben dem Micro für Roman standen zwei kleine Drums aufgebaut und das wichtigste, diesmal wurden Visuals auf einer runden Leinwand eingespielt, was den Live Auftritten von Pink Floyd schon sehr nahe kommt.

Roman hatte ja angekündigt, dass sie neues Material einspielen werden, so hörte man diesmal auch „Speak to me“, „Great Gig in the Sky“, „Red Sky at Night“ und „Run like Hell“.

Was sofort, nach zwei drei Nummern auffiel, war die deutliche Steigerung im Sound gegenüber dem Auftritt im Reigen. Ausschlaggebend dafür dürften nicht nur die zwei Tage im Kultursaal Enzenreith, wo man mit dem eingespielten FOH Team Andi Putz, Martin Skerlec und Jürgen Schober Licht- und Tontechnik einstudierte, sondern auch weitere vier Probentage  in Wien gewesen sein, wo man einerseits Isabella Mach einlernen musste, andererseits die Band dadurch mehr zusammenwuchs. Man darf nicht vergessen, dass sie erst seit September 2009 zusammenspielen. Als nettes Detail fand ich, dass man Clemens Geist am Sax die Gelegenheit gab, eine Solonummer zu spielen, mit „Red Sky at Night“ nämlich genau jene, welche David Gilmour 2006 auf seiner „On an Island“ Tour selbst am Saxophon zum Besten gab. Bemerkenswert war auch die stimmliche Einlage von Daria Kinzer bei „Great Gig in the Sky“, da lief einem wirklich der kalte Schauer über den Rücken, besser kann man es nicht „singen“! Die Band spielte insgesamt 17 Lieder, ohne Pause, was etwas über zwei Stunden in Anspruch nahm.

Dass alle Musiker absolute Könner auf ihren Instrumenten sind hat man schon im Reigen gesehen, so lieferten Geri Cuba, Thomas Scherrer, Ronny Wieger, Otmar Dangl, Markus Herwig und Clemens Geist wieder eine begeisternde Show ab, die der souveräne Roman Bischof als Sänger perfekt abrundete.

Die ausgezeichnete Stimmung in der Szene war wiederum geprägt von gut 250 mehr oder weniger zahlenden Gästen, war doch die Kasse ab 21:00 Uhr tatsächlich nicht mehr besetzt. Ich weiß, ich wiederhole mich hier, aber diese Band hat auf jeden Fall einen größeren Rahmen verdient, vielleicht klappt es ja mit der neuen Agentur AAOO Concerts, über die man die Band ab sofort in Deutschland buchen kann.

Band:
Roman Bischof – Vocals & Percussion
Thomas Scherrer – Gitarren (E, Akustik)
Geri Cuba – E-Gitarre, Akustik Gitarre
Markus Herwig – Keyboard
Ronny Wieger – Bass
Otmar Dangl – Drums
Clemens Geist – Saxophon
Daria Kinzer – backing Vocals
Isabella Mach -Backing Vocals

Songliste:
01. Speak To me
02. Breathe
03. Time
04. Great Gig in the Sky
05. Money
06. Us and Them
07. In the Flesh
08. Shine On
09. Hey You
10. Sorrow
11. High Hopes
12. Red Sky at Night
13. Another Brick in the Wall, Part 2
–Pause–
14. Coming back to Life
15. Wish You where here
16. Comfortably Numb
17. Run Like Hell

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