Broken China: Richard Wright am 11. September 1996 in Wien

Rick Wright - Broken China (1996)

Ich freue mich sehr endlich hier einen Bericht von Tom Müller veröffentlichen zu dürfen! Der Tom ist ganz großer unter den Pink Floyd Experten. In seinem Artikel schreibt er über einen außergewöhnlichen Moment, der sich heute vor 21 Jahren in Wien ereignete!

Richard Wright, Wien Yamaha Music Center, 11. September 1996

von Tom Müller

Rückblende

Es muss vor mehr als einem Vierteljahrhundert gewesen sein, als ich Werner kennen lernte. Über das damalige reine Pink Floyd Fanzine „Eclipsed“ hatte ich Kontakt zu ihm aufgenommen, da er als einer der Gestalter dieses Magazins mit seinen Rubriken mein Interesse geweckt hatte. So begannen wir „allerlei Zeugs“ zu tauschen und Mappen voller Briefe künden noch heute von einem regen Gedankenaustausch aus jener Zeit. Lang ist es her. Unvergessen bleibt auch unser Telefonat vor dem Konzert am 16. August 1994 aus dem Münzfernsprecher des Niedersachsenstadions in Hannover. Am Hörer hängend erzählte ich, dass ich das Flugzeug unter dem Stadiondach hängen sehen und wir somit das Glück haben werden würden, „The Dark Side of the Moon“ im Ganzen sehen zu können. In den Wochen zuvor war bereits durchgesickert, dass die Floyds am Ende ihrer USA Tournee „The Dark Side of the Moon“ das erste Mal seit 1975 wieder komplett gespielt hatten. Auf gut sortierten Flohmärkten kursierten bereits Silberlinge des Konzertes vom 17. Juli im Giants Stadium.

Im Jahr 1996 wurde bekannt, dass Richard „Rick“ Wright ein Soloalbum veröffentlichen würde. Zur Veröffentlichung hatte Yamaha Österreich zu einem Presse- und Promotionstermin im September nach Wien geladen, zu dem auch Rick persönlich erscheinen sollte. Werner „steckte“ mir diese brandheißen Neuigkeiten und ich begab mich sofort auf den Weg nach Wien. Dort fand ich mich mit ca. 20 Fans vor dem Yamaha Gebäude ein und wir warteten gespannt auf das Kommen des Pink Floyd Keyboarders.

Wien

Als dann eine schwarze, geräumige Limousine vorfuhr, entlud sich die ganze Anspannung in lautstarkem Beifall und so begrüßten wir den Keyboarder von Pink Floyd: Richard Wright! Alle Fans, die zu diesem außergewöhnlichen Event angereist waren, säumten den kurzen Weg zum Gebäude und die Fotoapparate knipsten unaufhörlich. Mein erster 24er Farbfilm war aufgebraucht. Richard Wright wurde von Jane Sen, Pink Floyd’s Pressebetreuerin und Bernd Rengelshausen, dem EMI-Österreich Beauftragten begleitet.

Nach einer kurzen Wartezeit im Inneren des Gebäudes,  wurde uns der Instrumentenraum, die „Concert Hall“, geöffnet. Werner hatte zuvor noch einem österreichischem TV Sender ein Interview gegeben. Die Begrüßung erfolgte durch den Yamaha Chef Österreichs. Er bat Rick auf die Bühne und überreichte ihm einen Kuchen in Form eines Keyboards. Dann erklang vom Band „Night of a Thousand Fury Toys“ vom Album „Broken China“, welches kurz vor der Veröffentlichung stand. Rick ließ sich geduldig fotografieren, scherzte, beantwortete jede Frage und war von der „Welle der Euphorie im Saal„ sichtlich angetan. Dem schloss sich ein Rundgang in der „Concert Hall“ an, in dem unzählige Instrumente ausgestellt waren. Ich begegnete einem sehr freundlichen und bescheiden auftretenden Mann.

Nach diesen aufregenden Minuten eröffnete uns die resolute Managerin, dass alle Autogrammwünsche erfüllt würden. Im Foyer stand ein Tisch, an dem Rick Platz genommen hatte und ihm Jen Sean attestierte. Die Fans reihten sich auf und aus den Taschen und Beuteln wurden CDs, Bücher, Poster, LPs, etc. herausgekramt, um ein wertvolles Autogramm zu ergattern.

Knebworth

Ich hatte mir vor der Reise überlegt, was ich gern signiert hätte. Nach einigem Hin und Her entschied ich mich für Ricks ikonenhaftes Foto vom Knebworth 1975 Konzert aus dem MILES Buch. In das Buch hatte ich ein weißes Blatt eingelegt. Das hatte u.a. den Grund, dass ich trotz Aufregung rasch die richtige Seite finden  wollte. Wer das Buch kennt, wird wissen, wer auf der Seite daneben abgebildet ist.

Ob ich Rick diese „fotografische Konfrontation“ ersparen wollte, kann ich heute nicht mehr gesichert sagen 😉

Als ich an der Reihe war, legte ich mit zittrigen Händen das geöffnete Buch auf den Tisch und bat höflich um mein Autogramm. Rick erblickte sein Foto und schlug sofort auf die Vorderseite des Buches um zu erfahren, um welches Buch es sich handelte.

Dann geschah es.

Rick signierte sein Foto und „erspähte“ den Sticker auf seinem T-Shirt. Er konnte die Schrift offenbar nicht entziffern und Jean beugte sich zu Ihm und las „Knebworth“ vor. „Ohhhhhhh, Knebworth Park“, erwiderte Rick. Ich ergänzte „1975“. Als wenn er das nicht selbst wüsste! Meine Aufregung.

Zugern hätte ich in diesem Moment wissen wollen, was Ricks Gedanken waren. Das verstimme Piano zu Beginn von Shine On? Die Strapazen der Tour 75? Doch ich habe nicht gefragt.

Plötzlich witzelte Rick, dass der Typ neben ihm auf dem Foto doch „wie ein Typ von Oasis aussehe“ Er schob noch „Noel Gallagher“ hinterher, woraufhin Jean Sen ihn korrigierte „Liam Gallagher“. Ich lachte, was Rick erwiderte. Unvergessen. Wusste er von den beiden Oasis Jahrhundertkonzerten im August 1996 in Knebworth. Wir werden es nicht erfahren.

Zu meiner Freude, wurde auch dieser Augenblick fotografisch festgehalten und die Videoaufnahmen des Tages zeugen von einem tollen Erlebnis.

Ein schöner Tag.

Danke, Werner!

Danke Tom!

4 Antworten

  1. Andreas sagt:

    Danke, für die Geschichte! Wäre ich gerne dabei gewesen.
    Ich hatte Richard mal angeschrieben, wegen Autogrammen und erhielt 4 signierte Teile zurück, u.a. das Booklet von Broken China:
    Rick Wright Broken China.

    • Werner Werner sagt:

      Sehr schönes Autogramm! Hast du damals an EMKA Productions geschrieben?

      • Andreas sagt:

        Hatte ca ´02 alle angeschrieben, David Und Rick hatte ich übers Pink Floyd-Management angefragt. Von David erhielt ich nix zurück, von Rick einige Monate später. Nick Mason schrieb ich über Ten Tenth an, erhielt bereits 2 Wochen später alles signiert zurück. Roger Waters schrieb ich über Mark Fenwick, also auch Management an, von ihm kam 2 Jahre später 3 signierte Teile zurück. Eines davon (The Wall-Booklet) hab ich gleich wieder weiter geschickt an Mason, 2 Wochen später erhielt ich es, auch von ihm signiert, zurück.
        Kann man hier gucken: live.autographmagazine: pink-floyd

    • Tom sagt:

      Danke! Tolles Autogramm und schicke Schriftfarbe!

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