Roger Waters 23.8.2013 Wien Ernst Happel Stadion

Roger Waters 23.8.2013 Wien Ernst Happel Stadion

Vor 25 Jahren betrat ich das Ernst Happel Stadion, damals noch Praterstadion, als Pink Floyd dort am 1. Juli 1988 auftraten, dass aller erste Mal! Danach sah ich dort noch die Konzerte von den Rolling Stones (1990) und R.E.M. (1995). Niemals hätte ich damit gerechnet, dass eines schönen Tages der Stadionkonzert-Kritiker Roger Waters, noch dazu ausgerechnet mit The Wall, hier auftreten würde. Soviel zu sag niemals nie.

Weder Stadthalle noch Donauinsel

Schon im Juni 2009 wurde vom Waters Management wegen eines möglichen The Wall Konzerts in Wien angefragt. Es ging dabei aber nicht um das Stadion sondern um die Wiener Stadthalle. Nach langem hin und her stellte sich jedoch heraus, dass diese gar nicht hoch genug war um die Bühne darin zu installieren und somit war The Wall in Wien vorerst wieder vom Tisch.

Letzten November schließlich wurde es endgültig ernst, als Waters bei der Pressekonferenz in London die Termine für die Europatournee 2013 bekanntgab und Wien eine der Austragungsstädte war. Allerdings war noch von der Donauinsel als Austragungsort die Rede. Daraus wurde nichts und das Konzert wurde schließlich und endlich ins Ernst Happel Stadion verlegt!

Hotel Ritz

Waters und seine Musiker waren in der Nacht, gleich nach dem Warschau Konzert (20.8.), nach Wien geflogen und kamen gegen 2 Uhr morgens beim Hotel Ritz an.

Am Donnerstag (22.8.) traf ich mich mit Thomas vor dem Hotel. Wir nutzten die Gelegenheit unsere alten Pink Floyd Geschichten aufzuwärmen. Besonders die von Thomas sind immer sehr interessant. Die Zeit verging dabei wie im Flug! Und so „nebenbei“ beobachteten wir das Kommen und Gehen einiger Bandmitglieder. Sie wirkten alle sehr entspannt und nutzten die freien Tage um sich die Stadt anzusehen. So war Jon Carin mit seiner Frau und Tochter unterwegs. Graham Broad ebenfalls mit seiner Ehefrau in Wien und Snowy White kam von einem Spaziergang mit Freunden zurück.

Ich wechselte einige Worte mit Sänger Mark Lennon und Robbie Wykcoff fragte ich danach, ob die Band für Waters bevorstehenden Geburtstag, am 6. September, etwas spezielles beim Konzert in Düsseldorf geplant habe! Wycoff sagte: „Ja bestimmt machen wir etwas. Aber wahrscheinlich eher im Hotel.“

Logisch, dass er es mir nicht auf die Nase binden wird, wenn sie etwas spezielles, vielleicht nach „Outside The Wall“ für Waters planen. Alle waren sehr freundlich und schienen gerne für ein Gespräch und Autogramm zur Verfügung zu stehen!

The Wall Backstage

Um 15 Uhr trafen sich Michael und ich, wir hatten beim Preisausschreiben der Tageszeitung „Österreich“ gewonnen, bei der Pressekasse beim Happel-Stadion mit Thomas. Dieser Gewinn bedeutete für uns, dass wir eine Führung und auch noch den Soundcheck mitverfolgen durften!

Schließlich war es soweit, dass uns Todd, er war unser Guide, abholte und ins noch „Menschenleere“ Stadion mit der Riesenbühne führte!! Das war schon unglaublich! Wir wussten nicht was wir alles sehen werden. Ich dachte nicht, dass wir uns tatsächlich das Innenleben der Bühne genauer ansehen durften! Aber genau dorthin wurden wir geführt! Dorthin wo sich alles abspielt! Immer mit dem Hinweis schön zusammenzubleiben! Nicht, dass noch jemand verloren geht oder auf dumme Gedanken kommt!

Ich kann nur wiederholen, das war schon sehr spannend hinter und unter der Bühne zu wandern und dazu die interessanten Infos von Todd zu erhalten! Er meinte übrigens: „Wir nehmen an, dass die Tour dieses Jahr zu ende geht!“

If I Had Been God

Nach dieser Führung wurden wir freundlich aus dem Stadion befördert, allerdings mit der Option der Wiederkehr beim Soundcheck. Dieser hätte um ca. 16 Uhr stattfinden sollen. Waters und Band waren noch nicht vom Ritz weggefahren. Diese Verspätung war  Willkommen, denn ich wusste, dass Oskar, Üse, Lukas und andere Fans, die beim Ritz standen, in diesem Moment von Waters ein Autogramm bekamen!

Also freuten wir uns für unsere Kollegen und warteten Erwartungsvoll beim Eingang. Hier trafen sich nun die Kinder, die bei „Another Brick“ ihren Auftritt haben. Chris Wells hatte die Kinder in den letzten Wochen darauf vorbereitet. Chris ist selbst ein großer Pink Floyd Fan. Ich hatte ihn zufällig bei David Gilmours Konzert in Burg Klam 2006 kennengelernt. Für ihn und die Kinder war das heute ein ganz großer Moment! Es war schön die Vorfreude in den Augen aller zu sehen!

Soundcheck

Wenige Minuten nach Chris und seinen Kindern, es war ca. 17 Uhr, durften wir wieder hinein und nahmen unsere Plätze ein. Wir saßen genau vor der Bühne, ca. in der 25. Reihe und beobachteten von dort aus wie die Bandmitglieder nach und nach auf die Bühne kamen und ihre Instrumenten aktivierten.

Der Soundcheck begann mit „The Show Must Go On“ und „Run Like Hell“, beide Songs wurden bis zur Hälfte gespielt, Waters selbst spielte noch nicht mit. Er machte ein paar Dehnungsübungen und beobachtete dabei die Band. Danach stieg er ins geschehen ein, kam er nach vor zu seinem Mikrofon und begann einen Song auf der Akustikgitarre zu spielen. Nach einer Minute war uns noch nicht klar was er eigentlich spielte, bis er zu singen begann und wir sofort wussten, dass er einen neuen Song mit dem Titel „If I Had Been God“ spielte. Es gesellten sich Drums, Gitarre und die Sänger dazu und das ganze klang schon sehr rund. Im Text kam auch die Drohne vor, die von ihren Reisen durch neue Himmelsphären berichtete. Ein sehr politisches Lied auf alle Fälle, als Refrain wurde „Lay Down On Jerusalem“ gesungen! Für uns war das eine unglaubliche Geschichte, Waters und seine Band auf diese Art zu beobachten, wie sie auf der Riesenbühne, nur vor uns diesen neuen Song spielten!

Danach folgten „Mother“, „Goodbye Blue Sky“ und „In The Flesh“! Die Songs wurden ebenfalls gekürzt gespielt! Die anderen Bandmitglieder danach gingen von der Bühne, bis auf die beiden Sänger Jon Joyce und Kipp Lennon, die beide Waters bei den Proben mit den Kindern des „Vienna English Choir“ unterstützten! Wir konnten auch dies wieder ganz genau beobachten. Chris stand vor der Bühne und unterstützte mit vollem Körpereinsatz die Kinder, die oben mit Waters ihre Bewegungen zur Musik machten! Hier ein link zu einem TV-Bericht in welchem die Kinder auch zu Wort kommen: The Wall vor dem Umschmiss.

Fan-Treffen

Um ca. 17:50 Uhr waren wieder draußen und von den ganzen Eindrücken leicht überwältigt! Wann erlebt man schon so etwas! Danach trafen wir unsere Freunde, die in einem Lokal auf uns warteten. Maria, Brigitte, Ernst, Heinrich, Oskar und seine Freunde, die aus Südtirol angereist waren, Felix mit seiner Freundin, Thom, Lukas und seine Ehefrau und Üse mit seiner Freundin, die alle zu diesem Konzert aus der Schweiz angereist sind!

Wir alle hatten uns viel zu erzählen, Michael und ich vom Soundcheck, die anderen von ihrem Treffen mit Waters beim Ritz! Gemeinsam verbrachten wir noch eine sehr entspannte Stunde bis wir uns auf dem Weg zum Stadion machten!

40.000 im Stadion

Der Konzertbeginn war um 20.30 Uhr. Das Stadion war mit 40.000 Menschen zwar nicht ganz ausverkauft aber es herrschte eine tolle Stimmung. Etwas eigenartig war, dass vor den Stehplätze bis ungefähr bis zur Mittellinie des Fußballfeldes die Sitzplätze reichten. Meine Freunde und ich saßen im B7 Bereich in der dritten Reihe was ungefähr der 30. Reihe entsprach. Kurz vor Konzertbeginn traf ich noch weitere Freunde, die beiden Peter´s!

Das Konzert begann und das Spektakel wusste einmal mehr zu beeindrucken. Man hatte auch das Gefühl, dass Waters von der guten Stimmung im Stadion erfasst wurde. Etwas das mir auffiel war das er anstatt Vienna, bei seiner in deutsch gehaltenen Ansprache vor „Mother“, zweimal Vienne rief!

Den Lichtschalter nicht gefunden?

Noch mehr fiel uns aber auf, dass die Beleuchtung auf den Tribünen nicht ausgeschaltet wurde!!?? Was bei „In The Flesh“ noch ganz gut dazu passte, weil ohnehin alles von den Explosionen und den Scheinwerfern hell erleuchtet war, wurde mit zunehmender Konzertdauer für die Leute dort unangenehm und ärgerlich. Als ob man sich im Kino einen Film bei voller Beleuchtung ansieht, hörte man die Leute nachher schimpfen!

After-Show

Unsere After-Show Party fand im „Pointers“ statt. Thomas präsentierte uns dort ganze zwei Quadratmeter der fliegenden Sau, die er nach anfänglichen hitzigen Debatten mit dem Ordnerdienst, die ihn von der Sachbeschädigung abhalten wollten, ergattern konnte! Als nach Mitternacht ein neuer Tag anbrach feierten wir Oskar´s Geburtstag!

Ich möchte mich bei euch allen, besonders auch bei Thomas, der mir wieder ein paar unvergessliche Erinnerungen beschert hat, für die schönen Stunden bedanken! Wir hatten eine lustige Zeit! Es war mir eine Ehre!

Wie war es für euch? Schreibt uns doch wie euch das Konzert gefallen hat!

See you again one of these days!

23 Antworten

  1. Michaela sagt:

    Wenns im Stadion den Lichtschalter gefunden hätten wärs perfekt gewesen, von zig Scheinwerfern geblendet hat den konzertgenuss schon arg getrübt – schade drum!

    • Herbert sagt:

      D’Accord. Die Tribühnenbeleuchtung hat extrem genervt… 🙁

      • Michaela sagt:

        Bitte alle denen das licht auf den Rängen den Genuss vermiest hat – mail an den Veranstalter: lskonzerte.at
        Ansonsten bleibt nur Galgenhumor und positiv denken – immerhin haben wir einen neuen, zusätzlichen showeffekt erlebt: feeling wie beim Verhör…….

  2. Oskar Oskar sagt:

    Es war wirklich ein toller Tag!
    1. Dank Werner’s Tipp erstmal Roger Waters persönlich kennenlernen (nach 24 Jahren wurde es auch langsam Zeit) und feststellen, dass er sehr freundlich ist, und gar nicht „grumpy“. Er war für Autogramme (eines pro Kopf) genauso zu haben wie für ein paar freundliche Worte. Auch Jon Carin kam mit Tochter vorbei und wechselte ein paar Worte. G.E. Smith rauchte seine Zigarette… unsere Schweizer-Mitfans waren auch dort.
    2. Dann Fantreffen vor dem Konzert wo ich auch wieder Freunde treffen konnte, die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte!
    3. Ein Konzert, das mit ein paar video-variationen einigen musikalischen minimalen Änderungen (z.B. Ende von „Mother“, „The Show must go on“) und einem grandiosen CN-Solo und einem herrlichen „Run like hell“ durchaus Neues zu bieten hatte.
    4. Nach dem Konzert wieder Fan-Treffen im Pointers und Feiern „bis die Schwarte kracht“!!

    Vielen Dank an alle für diesen tollen Tag/Nacht!

  3. Ina Ina sagt:

    Toller Bericht, Werner!!
    Man kann echt neidisch werden auf deine Erlebnisse beim sound check und der vorherigen Besichtigung der Bühnenkonstruktion. Auch deine Fotos sind richtig gut gelungen.
    Jedenfalls macht es Appetit auf unseren The Wall Abend im Berliner Olympiastadion.
    Viele Grüße aus Berlin
    Ina

  4. Felix Untersteiner Felix Untersteiner sagt:

    toller bericht werner! konzert war wirklich toll! leider konnte ich es nicht so gnaz genießen weil so circa ab hälfte 2 ging es mir dann gesundheitlich gar nicht mehr gut, trotz medikamente, aber war dennoch ein toller abend!

    und es hat mich sehr gefreut vorallem dich und anderen mal kennenzulernen, und hoffe auf ein wiedersehn:-)

  5. Martin Meier sagt:

    Um 15 Uhr trafen sich Michael und ich, wir hatten beim Preisausschreiben der Tageszeitung »Österreich« gewonnen, bei der Pressekasse beim Happel-Stadion mit Thomas. Dieser Gewinn bedeutete für uns, dass wir eine Führung und auch noch den Soundcheck mitverfolgen durften!

    Soso, gewonnen !

    Welch glueckliche Fuegung des Schicksals, gelle? 🙂

    Super Bericht !

    Liebe Gruesse

    Martin

  6. Martin sagt:

    Schöner Bericht, Werner! Schade, dass ich Dich nun doch nicht getroffen hab. Wir waren erst gegen 19:15 Uhr im Stadion. Ich saß übrigens im Block A4 – m. E. etwas zu nah an der Mauer… Das mit dem Stadionlicht fand ich auch störend, aber ich denke, dass die Fans, die auf den Rängen saßen extrem beeinträchtigt waren und ich muss sagen, dass ich das sehr schade für all diese Menschen fand. Das war ein schwerer Fehler! Das mit „Vienne“ ist mir übrigend auch aufgefallen. Ich glaube aber, dass er tatsächlich „Wien“ sagen wollte, er aber in diesem Moment nicht wusste, wie die korrekte deutsche Aussprache ist…. Naja, meine Vermutung eben… 🙂 Jetzt freue ich mich auf Berlin!

  7. Martin Meier sagt:

    Das ist wirklich sehr ärgerlich mit der Beleuchtung!

    Da kommt Roger Waters mal nach Wien, nach all den Jahren und dann passiert so etwas.

    Das ist in Anbetracht der Aufführung von „The Wall“ nun wirklich ein Riesenpatzer.

    Ich erinnere mich daran, dass es damals bei Gilmour au der Burg Clam auch so eine dilletantische Organisation gab.
    Damals ging es sich um das versehentliche Vertauschen von Steh- und Sitzplätzen.

    Nun ja, jetzt ist die Show vorbei und die Verantwortlichen denken sich wohl : „Scheiss drauf !“
    Meiner Meinung nach darf so etwas nicht passieren, oder zumindest sehr früh festgestellz und geändert werden.

    Ärgerlich bei diesen Ticketpreisen.

    Nichts für Ungut
    Martinn

    • Michaela sagt:

      Damit sich die verantwortlichen nicht so leicht tun mit „scheiß drauf-jetzt ist es eh vorbei“ => feedback bis die Leitung glüht – Veranstalter: lskonzerte.at

  8. Kuestenfloyd sagt:

    Hallo Werner,
    hallo liebe Fangemeinde,

    ich danke Dir ganz besonders für den Tip, Waters „live from Ritz“. So habe ich ihn auch einmal persönlich kennen gelernt. Danke. Das Konzert war einsame Spitze. Ich hatte auch einen sehr guten Platz B5 Reihe 1 Platz 14 direkt hinterm Mischpult und hatte eine tolle Sicht und ein riesiges Sounderlebnis. Mir gefällt die Show jetzt besser als 2011 und freue mich auf Berlin und Düsseldorf.
    Schade, dass wir uns in Deiner Heimat nicht persönlich sehen konnten aber ich gebe die Hoffnung nicht auf….

    Liebe Grüße

    Heinz / Kuesti

  9. Herbert sagt:

    Danke, Werner, für den tollen Bericht. Um die Backstage-Tour beneiden wie Dich alle. Aber glücklicherweise teilst Du ja Deine Erlebnisse hier mit uns. 🙂

    • Werner sagt:

      Mache ich gerne, das ist eine Möglichkeit für mich die Erlebnisse zu verarbeiten und zu dokumentieren, für andere die es vielleicht interessiert! Schade das wir uns nicht getroffen haben!

  10. Hans-Jürgen sagt:

    Vielen Dank für deinen detaillierten Bericht, Werner, insbesondere von der Stadionführung.

    Dies erinnert mich an Frankfurt, wo zu meiner Überraschung alle Zuschauer aus dem Sitzplatzbereich im Innenraum von Backstage ins Stadion geführt wurden. Das bedeutet, dass man hinter der bereits aufgebauten Mauer reinkam, den ganzen Aufbau erkennen konnte (u.a. auch Mr. Pig) und unter dem seitlichen Mauerteil hindurch in den Zuschauerraum kam.

    Es bleib allerdings wenig Zeit, alle Details zu erkennen, weil ein paar übereifrige Ordner die Leute zur Eile angetrieben haben. Trotzdem war es mal ein ganz interessanter und unverhoffter Blick hinter die Kulissen.

  11. Roman sagt:

    Danke Werner …toller Bericht !!!
    Mein Eindruck vom Konzert war etwas zwei geteilt, dass vermutlich aber auch daran liegt das ich mich eindeutig dem Gilmour Lager zuordne und „The Wall na ja sagen wir mal… nicht als eines meiner Lieblings Alben durch geht.

    Top waren für mich die Multimediale Umsetzung , und die Dramaturgie des gezeigten.
    Weiters sehr positiv beeindruckt war ich vom Sound, der noch einen Tick besser war als PF 88.
    Habe nie was besseres gehört, keine unerwünschtes Feedbacks, kein Knacken, kein Rauschen etc. grandios, und unheimlich Disziplinierte Technik Crew und FOH.

    Ein Flop war für mich die Tatsache das sicher sehr sehr viel vom Band kam, vor allem die Lead Vocals, und die doch eher Lustlose Performance der Gitarristen an sich, auch wenn sich Kilminster bei C Numb bemühte.

    Ich kann für mich nur sagen, dass mich die Produktion sehr beeindruckt hat, die Technik und der Sound grandios waren, es aber bis auf wenige Momente mich emotional nicht erwischt hat, so wie es die Floyd bzw. Gilmour Konzerte egal aus welchem Jahr egal in welcher Besetzung mit jedem Ton geschafft haben.

  12. Werner Filak sagt:

    Shine on, Werner!
    The Wall erstmals zur Gänze in Wien sehen zu dürfen…war schon mächtig beeindruckt. Wie du ja weisst, stand ich in der ersten Reihe Stehplatz. Eigentlich genau da, wo ich stehen wollte. 10 Meter links von mir haben sie die Sau (r)aus gelassen. Im Gegensatz zum Münchenkonzert (Sitzplatz seitlich rechts 2.Rang) konnte ich auch Waters Wohnzimmer zur Gänze sehen. Die Lichter hinter mir waren kein Problem. Mich ärgerten mehr viele der VIPS auf den Sitzplätzen vor mir. Ich dachte mir, wenn ich schon 150€ (B Sektor) oder gar 259€ (A Sektor) dafür ausgebe, bin ich doch außerordentlich interessiert und ein absoluter Fan. Aber andauernd gingen vor uns Leute hin und her. Ein paar blieben minutenlang vor uns stehen (unangenehm, aber die waren wenigstens am Konzert interessiert), aber viele waren nur zum Essenstand oder der Toilette unterwegs. Und während vorne die vermutlich größte, technisch einzigartigste Show, die Wien je gesehen hat und vermutlich auch nie wieder sehen wird, abging, würdigten die Meisten diese keines Blickes. Ein Bild ohne einen Kopf eines Zuschauers zu machen, war schier unmöglich.
    Ansonsten hatte ich allerdings den genau richtigen Abstand zur Mauer. Absolut geile Effekte, mit nochmals verbesserten Projektoren, ein Waters mit für mich ungewohnt vielen deutschen Sätzen, die Soli waren meiner Ansicht nach auch besser als vor 2 Jahren und der Klang zumindest bei mir sehr gut. Ich hatte ja schon große Befürchtungen wegen des Stadions. Mit Grauen erinnere ich mich an ein Elton John Konzert und die Vertigo Tour von U2.
    Ich hörte allerdings, dass es auf den Rängen hinten schon einige Tonprobleme gegeben hat.
    Der Abstand zur Bühne ist halt schon sehr groß. Bild und Ton synchron geht sich da halt nicht mehr aus. Schall ist eben weit langsamer als Licht.
    Zu guter Letzt: Ein geniales Konzert, das Geschichte schreiben wird, wie Pink Floyd 1994 mit dem Zuschauerrekord.
    Nichts desto trotz hoffe ich auch auf weitere Gilmour Konzerte. Es gibt noch genug Platten neben Wall und DSOTM, die es Wert wären, zur Gänze live aufgeführt zu werden!
    Alles Roger?
    Werner aus K.

  13. Gerald_A sagt:

    Hallo Floydians,
    nachdem ich jetzt nach einer Woche langsam wieder den Boden unter den Füßen spüre 🙂 auch von mir ein paar Kommentare zum Konzert:
    Vorbemerken möchte/muss ich, dass ich die Show vor 2 Jahren in Budapest in der Halle gesehen habe – und ich war erstaunt, an wieviel ich mich noch erinnern konnte.
    Es begann so, wie andere (Große!) im besten Fall ein Konzert beenden: mit einem bombastischen Feuerwerk, und man fragt sich, wie das denn noch zu toppen sein kann. Aber – wie wir ja alle wissen – das geht!
    Hatte schon den Eindruck, dass die Band und RW ganz gut drauf waren, einige Gitarren-Soli wurden ja tatsächlich etwas ausgebaut. Die Projektionen – noch dazu über die ganze Breite – waren ziemlich beeindruckend (blöderweise saßen wir neben dem Mischpult, was ja an sich ein guter Platz wäre, wenn, ja wenn dieses Mischpult nicht vorne noch ein paar Gerüststangen in die Höhe hätte (wahrscheinlich als Auflage für einen Regenschutz. Diese Stangen schränkten unsere Sicht auf die ganze Mauer schon etwas ein – aber Ärgern nutzt da auch nix mehr…)
    Hätte ich keinen Vergleich zur Wall 2011 gehabt, hätten mir die Projektionen sehr gut gefallen. Aber in der Halle damals war es zappenduster, und die 3D-Effekte waren echt der Wahnsinn! Von der Leinwand – also der Mauer – war damals ja nichts zu sehen. Aber Wien ist auch hier anders als der Rest der Welt: die Mauer war permanent sichtbar, und so verpufften diese einmaligen Animationen! Eeeeewig schad drum!!!
    Ich hab auch fotografiert, und auch eine Überraschung erlebt: bei einer Projektion – glaube das war bei ABITW3 – lange belichtet: die Wall war bunt flirrend beleuchtet, danach kurze Belichtung – siehe da: steht da in mauerhohen Lettern das böse Englische F*CK ! Was uns der gute Roger da wohl noch alles ins Unterbewusstsein geschummelt hat…?
    Zu guter Letzt hatte ich den Eindruck, dass die Mauer zu schnell eingestürzt ist: 2 große, zusammenhängende Flächen fielen mit einem Mal runter, nicht wie sonst, „zeilenweise“. Daduch lag das ganze Ding schon längst bewegungslos am Boden, als noch minutenlang die Einsturzgeräusche zu hören waren. Oder bilde ich mir das ein, ist das sonst noch jemandem aufgefallen?
    Alles in allem: natürlich ein Wahnsinnserlebnis für Aug und Ohr – und naürlich für die Seele! Wer sich das mutwillig entgehen hat lassen, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen! 🙂

  14. Brigitte sagt:

    Ich war in Wien 2013 zum ersten mal live dabei. Hatte einen Stehplatz, ziemlich weit hinten, und kann nur sagen: Es war spitze!!!!!!!!!!!!!!!!
    Einfach gigantisch! Bin froh, das ich keinen Sitzplatz genommen hatte, denn die Probleme mit den Lichtern und vorbeigehenden Leuten etc. hatte ich nicht. Ich war vom ersten bis zum letzen Ton einfach nur begeistert, konnte am Stehplatz toll mittanzen und bin noch immer nicht runter von der Stimmung…. Täte es mir gerne noch mal und noch mal und….anschauen.

  15. Julian sagt:

    Hallo allerseits,

    das Licht hätte mich sicherlich auch gestört, doch ich habe mich dieses Jahr gegen Wien und für Frankfurt, Berlin und Düsseldorf entschieden. Glück gehabt. 😉

    Um so neugieriger war ich auf die Wien-Berichte und hier ist mir einer in die Finger gefallen, den ich doch sehr spannend finde. Es schreibt: Samir H. Köck von DiePresse.com!

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    Wir brauchen hier wohl kaum über den Sinn und Zweck von gutem Journalismus zu streiten. Daß Herr Köck von Journalismus keine Ahnung hat ist recht klar. The Wall bietet viel … und mutet viel zu. Es ist fast unmöglich, an The Wall nichts zu kritisieren. Irgendwas findet sich garantiert immer. Ebenso schwer dürfte es sein, an The Wall nichts positives zu finden. Das aber hat der „Journalist“ geschafft.

    Da wir hier zudem auf einer Fan-Seite sind braucht es wohl auch keine Inhaltliche auseinandersetzung zu diesem Artikel. Viel interessanter finde ich die Frage: Was motiviert jemanden, so zu schreiben, und dabei jegliche Journalistischen Grundsätze in die Tonne zu treten? Wieso bricht die persönliche Meinung in so emotionaler Form durch, ohne daß dem Schreiber auffällt, was da los ist?

    Ein paar Hinweise finden sich in dem Text:
    Er meint, RW würde versuchen, sich mit seiner Pre-Setlist in eine Reihe mit Billie Holiday, John Lennon und Curtis Mayfield zu stellen. Tut er das wirklich?
    MIr kommt es eher so vor, als ob er sich vor der Leistung anderer verneigt, indem er die Setlist vor der Show nicht wie viele andere sinnlos abdudeln lässt sondern sich überlegt, was wirklich passen kann. Und es gehört schon Mut dazu, einige der größten Songs der Musikgeschichte zu wählen und direkt danach die eigenen Werke vorzuführen.

    Doch selbst wenn Roger es versuchen würde … ist das ein Vergleich, den er scheuen müsste? John Lennons „Imagine“ ist ein Welthit … doch auch John hat hier ohne die Beatles agiert. John Lennon kommt ohne seine Vergangenheit mit den Beatles nicht sehr weit … ebensowenig wie Roger Waters ohne den Rest von Pink Floyd. Beide haben Hits gestartet, aber „The Wall“ scheint mir dennoch ein anderes Werk zu sein wie Imagine.

    Imagine war, wie der Name schon sagt, eine drei Minuten lange Träumerei. The Wall dagegen ist eine zweistündige Gesellschaftskritik. Imagine kommt damit aus, die Träume von allen anzusprechen, ohne Kritik, ohne Auseinandersetzung. The Wall polarisiert, traumatisiert, regt an und fordert zum Handeln auf.

    Welch ein Vergleich? Aus einer Verneigung von RW vor John Lennon macht der „Journalist“ den Versuch, sich daran hochzuziehen. Irgendwie seltsam.

    Nehmen wir, etwas weiter oben im Text, die ‚Formulierung über Waters:
    „Unterschiedslos purzelten halber Mond und ganzer Dollar, Hammer, Sichel und Christenkreuz, Mercedes- und Davidstern auf einen 115 Meter langen und 12 Meter hohen Haufen: die Mauer, ideales Massengrab für lange im Dienst stehende Sinnbilder. „

    Ja und? Herr Köck, das ist doch der Sinn und Zweck, das ist „Die Botschaft“. Es geht nicht um „Dieses Symbol ist gut“ und „Jenes Symbol ist schlecht“. Es geht, so wie ich es verstehe, darum, daß Symbole aller Art uns ersticken (können). Wo ist der Unterschied zwischen einem Dollarzeiten, einen Mercedes-Stern und einem Christenkreuz? Und wo ist die Gemeinsamkeit? Die Unterschiede sind offensichtlich … die gemeinsamkeiten Bedrohlich!

    Auf höchst beliebige Weise wurden Tote aus bald allen Kriegen seit 1914 projiziert, ohne dass ein Gut und Böse genannt war.

    Kommen wir hier näher an Ihr Problem heran, Herr Köck? Sie brauchen ein klares Feindbild? Können Sie nicht zwischen „Gut“ und „Böse“ unterscheiden, wenn man es Ihnen nicht mitteilt?
    Auch hier kommt bei mir eine klare Botschaft an: Der Tod von Menschen aufgrund von Kriegen oder ähnlichen Konflikten ist stets schlecht. Es spielt keine Rolle, auf wessen „Seite“ jemand steht. Herr Köck, im Krieg GIBT ES KEIN GUT ODER BÖSE!
    Es fällt mir schwer vorzustellen, daß Sie neben den Fotos von all den Kriegstoten noch eine Info haben wollen, wer GUT war und wer BÖSE. Unnötig war wohl der Tod jedes einzelnen Menschen, der da auf eine Mauer projiziert wird.

    Aber ich beginne zu verstehen, wenn ich am Anfang Ihres Textes anfange:

    Aber was erwartete man anderes, wenn ein schwer manövrierfähiger Charakter wie Roger Waters anrichtet. Immer noch nicht klüger geworden, ließ er …

    Gut, klar, sie haben genau das Erwartet, was Sie geschrieben haben. Und da schlägt sie nun zu, unsere subjektive Wahrnehmung: Für Sie ist nicht vorstellbar, daß in dieser Produktion auch etwas gutes steckt, also haben Sie sich darauf konzentriert, alles negative zu sammeln und es zur Not noch ein wenig anzufärben, damit es auch unbedingt in Ihr Weltbild passt.

    Alles in allem habe ich in Ihrem Text nur eine einzige positive Formulierung gefunden, und ausgerechnet in der ist ein Schreibfehler drinnen, es fehlt ein „s“ bei dem Wort „wenigstens“

    Zwischen Geböllere und öligen Gitarrensoli, erfreuten aber wenigsten einige Baßläufe von Waters. Sie gemahnten an bessere Zeiten, an die frühen Pink Floyd.

    Und hier steckt auch wieder eine interessante Info drinnen: Die „besseren Zeiten“ mit den „frühen Pink Floyd“. Da Sie davon sprechen, daß es in der ganzen Show nur drei „halbwegs brauchbaren Songs“ zu finden sind kommt es mir sehr danach vor, als seien Sie ein eingefleischter Pink-Floyd-Fan, der gleich eines Teeny-Mädels bei dem Ende von Take That noch immer nicht damit klarkommt, daß alle Künstler eigene Wege gehen.

    Schmerz laß nach, so Ihre letzten Worte. Das wünsche ich Ihnen. Denn wenn Sie noch immer einer Illusion hinterherhecheln, die es seit einigen Jahrzehnten nicht mehr gibt, dann leben Sie in einer Vergangenheit, die Sie nie wieder erleben können.

    Die Vergangenheit ist eine schöne Erinnerung. Und zu stark an Ihr zu kleben hat den Nachteil,d aß Sie die Gegenwart versäumen. Die (momentane) Gegenwart ist The Wall live. Und ich finde sie verdammt gut.

    Mir hätte natürlich eine „Wall“ mit Pink Floyd „komplett“ durchaus besser gefallen, aber ebenso gefällt mir ein Roger Waters, der nicht in´s Publikum spuckt. 1981 waren sicherlich auch tolle Shows, aber ich glaube kaum, daß die damaligen Projektoren auch nur in Ansätzen mit den heutigen mithalten können.

    Alles hat seine Vor- und Nachteile.
    Ich bin hier und heute und jetzt.
    Und ich fahre morgen nach Berlin.
    Und ich sehe übermorgen das dritte Wall-Konzert meines Lebens.

    Ich werde es genießen. Und selbst das Konzert 2011 in Düsseldorf besser gewesen sein sollte, das ich ja auch live erlebt habe, oder wenn ich es vor vier Wochen in Frankfurt lieber gehabt haben sollte … nichts hält mich davon ab, es übermorgen in Berlin noch einmal in vollen Zügen zu genießen.

    Die glorifizierung der Vergangenheit ist der größte Feind der Gegenwart!

    Alles Liebe, Julian Wolf!

  16. Andreas Müller sagt:

    Ich habe in Wien einige Fotos gemacht (mit einer Digi – Fuji F31). ALs Erinnerung sind sie meiner Meinung nach ganz gut geworden:
    muellerphotos.com 23.08.13

  17. Danke, Werner! Die Beleuchtung hat beim fotografieren weniger gestört (da hatte ich nur die Mauer selbst im Blickfeld). Allerdings war es optisch nicht sehr schön – ich habe anfangs immer darauf gewartet, dass die Beleuchtung zumindest verringert wird. Obwohl die Projektionen sehr plastisch waren, hat die Beleuchtung auf den Rängen immer etwas abgelenkt.

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