Pink Floyd 25.11.1970 Ludwigshafen Friedrich-Ebert-Halle

An Echo Of A Distant Time

Bericht von Pit Walter

Ich möchte jetzt die Gelegenheit nutzen, die verbliebenen Eindrücke zusammen zu fassen. Ich war damals 16 Jahre alt und hatte über die „Atom Heart Mother“ mein Interesse an Pink Floyd gefunden und wollte die Band dann auch live sehen. Es war mein erstes Konzert überhaupt und ich hatte keinerlei Ahnung, was mich so erwartete. Wir (ich denke, es waren noch 2 Kumpels dabei) sind dann mit der Straßenbahn zur Eberthalle gefahren und haben uns Karten an der Abendkasse gekauft (Eintritt kostete 10 DM !!! Leider habe ich diese Karte nicht aufgehoben; aber es war damals so, dass man nach dem Konzert einfach die Karte weg geworfen hat – wahrscheinlich auf den Boden – da man sie ja nicht mehr brauchte. Schade, was für ein Verlust, wenn man jetzt die vielen Jahre zurück denkt).

Ich weiß noch, dass wir recht früh dran waren, aber man konnte schon in die Halle rein; der Zugang war easy, nur Karte vorzeigen und das war’s. Drinnen waren wir von der Größe der Halle überrascht; Alles bestuhlt, auch Innenraum, kaum Leute da. Wir gingen dann kurz vor zur Bühne und unvergesslich blieb der große Gong in Erinnerung, den später beim Konzert Roger sehr eindringlich und immer wieder rundherum schlagend bearbeitete. Es ist heute kaum zu glauben, aber wir haben uns nicht in die erste Reihe gesetzt, obwohl alles frei war. Wir suchten uns dann einen Platz etwa in der 10. Reihe und in der Mitte. Diese Wahl war nicht tragisch, denn es kamen nicht allzu viele Leute (ich schätze, es waren so etwa 500 – 700).

Vom Ablauf des Konzerts blieben mir 3 Punkte in Erinnerung; 1. Der schon besagte Gong, 2. Der Schrei von Roger bei „Careful with That Axe, Eugene“ und 3. Der erste Kontakt mit „Surround“ Eindrücken; denn bei einem Lied (Titel weiß ich nicht mehr; ich glaube, es war bei „Atom Heart Mother“) ist auf einmal die Musik durch auf den Seiten und hinten stehenden Boxen rundherum durch die Halle gewandert und wir hatten uns echt auch noch rumgedreht, um zu sehen, was da hinter uns passiert.

Spielstätte: Friedrich-Ebert-Halle (Multifunktionshalle)
Kapazität: 2.250 Personen
Adresse: Erzbergerstraße 89, 67063 Ludwigshafen am Rhein, Deutschland
Web: Ludwigshafen-Eberthalle.de
Ticketpreise: 10 DM
Einlass/Beginn: 18h/20h

Band:
David Gilmour: Gitarre
Nick Mason: Drums
Rick Wright: Keyboards
Roger Waters: Bass

Setlist:
1. Astronomy Domine 9:00
2. Fat Old Sun 13:30
3. Cymbaline 12:00
4. Atom Heart Mother 15:00
5. Embryo 11:30
6. Green Is the Colour/Careful with That Axe, Eugene 15:00
7. Set the Controls for the Heart of the Sun 14:00
8. A Saucerful of Secrets 11:30

So das war’s… Ich kann nur sagen, dass es ein beeindruckendes Konzert war; es war mein Einstieg zum Besuch von vielen weiteren Konzerten, auch von Pink Floyd (so 1972 beim 2. British Rock Meeting in Germersheim; 1977 in der Festhalle Frankfurt; 1981 bei „The Wall“ in Dortmund und 1994 auf dem Hockenheimring; dazu habe ich noch ein paar Erinnerungsstücke fotografiert).

Pit und Petra lernte ich vor dem Konzert von David Gilmour in Oberhausen kennen. Die Beiden haben unglaubliche Konzerte von Pink Floyd gesehen! Darunter Germersheim 1972 und Frankfurt 1977 um zwei davon aufzuzählen! Bei unserem kurzen Treffen erzählte mir Pit von seinen allerersten Floyd Konzert, das er in Ludwigshafen 1970 gesehen hat. Ich bat ihn für uns und der Nachwelt seine Erinnerungen daran nieder-zuschreiben und seien sie noch so lückenhaft! Alles ist interessant! Ich bedanke mich sehr bei Pit für seinen Bericht!

10 Antworten

  1. GeckoFloyd GeckoFloyd sagt:

    Sehr schöner Bericht, danke dafür! Da wäre ich auch sehr gerne dabei gewesen!
    Besonders Atom Heart Mother in Surround war bestimmt ein Wahnsinnserlebnis, ganz toll!
    Hoffentlich kommt das Album auch mal als Surround-Version (Blu-ray/DVD/SACD) herraus, muss gar kein neuer Mix sein, sondern so wie bei den Immersion Editions von TDSOTM und WYWH, da sind auch die alten 4.0 Mixe mit drauf, was diese Editionen so wertvoll macht!

    Btw, ich habe einige SQ-Quadrofonie-Platten der ATOM HEART MOTHER und mir vor Jahren extra mal einen alten 1974er SONY SQA 200 Decoder gekauft, um das Album endlich auch mal in Quadrofonie von Vinyl hören zu können, aber die Kanäle sind wegen dem Matrix-Verfahren SQ bei weitem nicht so separiert wie bei den Immersions (klar, andere Technik) Schönen Abend + Cheers

  2. Esther Schürch sagt:

    Lieber Pit Walter wer war damals in Germersheim alles dabei. Ich bin auch nach Germersheim gefahren und habe mir diverse Gruppen angesehen aber ich kann mich nicht mehr erinnern wer da alles dabei war. Vielleicht kannst du mir auf die Sprünge helfen.

    • Pit Walter sagt:

      Wir sind zur Zeit auf der Rock Legends Cruise in den USA. Deshalb kann ich Deine Frage jetzt aus dem Stehgreif nicht beantworten. Zuhause habe ich eine Liste aller Gruppen, die in Germersheim gespielt hat, es gibt sogar eine Facebookseite von Teilnehmern und auch bei Youtube findet man Beiträge dazu.

    • Oliver sagt:

      Samstag, 20. Mai 1972:
      A.R. Machines (14 Uhr)
      Max Merrit
      Linda Lewis
      Frumpy
      Beggar’s Opera
      Quiver
      Pink Floyd (müßte ca. Mitternacht gewesen sein)
      Guru Guru

      Sonntag, 21. Mai 1972:
      Wind (3 Uhr)
      Abacus (11 Uhr)
      Albert Mangelsdorff
      Strawbs
      Karthago
      Tom Paxton
      Milkward (in’ner Musikzeitschrift habe ich Milkwood gelesen… ?)
      Lindisfarne
      Incredible String Band
      Ekseption
      Spencer Davis
      Uriah Heep (22 Uhr)

      Montag, 22. Mai 1972:
      Atomic Rooster (0 Uhr)
      Buddy Miles Express
      Osibisa (4 Uhr morgens)
      Pacific Gas & Electric (8 Uhr)
      Eloy (9:30 Uhr)
      Home
      Amon Düül II
      Status Quo
      Wishbone Ash
      Rory Gallagher
      Family
      Kinks
      Humble Pie
      Sam Apple Pie
      Curved Air

      Quelle: ger72.lima-city.de
      Dort gibt’s auch einige schöne Fotos vom PF-Auftritt.

      @Pit Walter: Danke für den Bericht!

  3. Esther Schürch sagt:

    OK ich danke dir ich werde mich einmal auf anderen Seiten schlau machen

  4. mike sagt:

    Toller bericht! Hat irgendwer zufällig den Fernsehbeitrag mit dem Atom Heart Mother Tourbericht aus Hamburg von 1971 auf der Festplatte? Kann das video im Internet nicht mehr finden:( Pomp statt Pop! Pink Floyd auf Deutschlandgastspiel 😀 Würde es mir sehr gerne wieder mal anschauen:)

    • glasses sagt:

      Lieber Mike!

      Wenn Du Dir von Werner meine e-mail Adresse geben lässt, oder er mir Deine geben darf, helfe ich Dir gerne weiter!

      Gruss

      Glasses

      • mike sagt:

        ah super, vielen dank 🙂
        Er kann dir meine Daten gerne geben, ich hätt aber auch kein problem meine mail adresse hier einfach zu kommentieren^^ oder ist das eher unerwünscht?

  5. Werner sagt:

    25.11. Pink Floyd in der Eberthalle in LU war ich auch dabei. Damals war ich 16 und es war main erstes größeres Konzert. Mich hat beim Reinkommen die Anlage beeindruckt, unendlich viele kleine Boxen. Dann zwei Lichttürme! Ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt. Als wir reinkamen saß ein Roadies lässig an der Seite der Bühne, wohl um aufzupassen, dass keiner an die Anlage geht. Er hat Donald Duck gelesen, seine Haare bis zum Hintern, wie habe ich ihn um seinen Job beneidet. Die unvergesslichsten Erinnerungen: Die Anfangsakkorde, das Staccato von Rick Wright in vollkommener Dunkelheit zum Konzertbeginn (Astronomy Domine) wie es mit dem Einsatz des Schlagzeugs förmlich explodiert, Careful with that Axe Eugene, mit dem langsamen Aufbau und dem Schrei von Roger Waters, da blieb mir die Luft weg, die Sounds, die von allen Seiten kamen, ich war jedenfalls hinterher wie berauscht, obwohl ich nix geraucht hatte.

  6. Herbert Scholl sagt:

    Ich war damals auch dort und auch 16, Wir waren zu dritt. Mein Freund Armin, dessen Freundin Rosi und ich. Irgendwann sagte Rosi habt ihr mal auf die Uhr gesehen unser letzter Zug ist weg. Armin hat sich umgesehen und gesagt ‚Da vorne steht einer den kenne ich vom Gymnasium den frage ich mal. Nun sein Schulkamerad hatte ein Auto und wir konnten mitfahren. So sind wir damals zu siebt in einer Ente heimgefahren. 2010 war ich dann im Krankenhaus und habe mir das Zimmer mit einem Mann geteilt. Wir haben viel erzählt und irgendwann stellte sich heraus das er der Fahrer von 1970 war. Nach 40 Jahren haben wir uns richtig kennengelernt und seitdem Kontakt. Auch Armin ist dabei wenn wir uns treffen. Die Karte habe ich auch nicht mehr aber das Plakat besitze ich immer noch. So spielt manchmal das Leben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.