Pink Floyd 29.11.1970 München Circus Krone

Es ist mir immer eine besondere Freude, wenn ich von großartigen vergangenen Pink Floyd Konzerten berichten darf!

Wer von uns hätte nicht alles gegeben, um Songs wie „Embryo“, „Careful with that Axe, Eugene“ oder „Atom Heart Mother“ live von Pink Floyd zu hören! Das muss der reine Wahnsinn gewesen sein! Keine Zusatzmusiker, keine Sängerinnen, nur das wesentliche, die vier Musiker!

Heute vor 42 Jahren Pink Floyd traten in München Konzert im Circus Krone auf! 3000 Menschen waren dabei, als sie sich zu ihrer psychedelische Reise aufmachten. Im Publikum war auch der österreichische Pianist Friedrich Gulda, der nach diesem Konzert so begeistert war, dass er Pink Floyd unbedingt nach Österreich holen wollte. Es gelang ihm schließlich nach zähen Verhandlungen, sie für einen Auftritt in Ossiach am 1. Juli 1971 zu engagieren.

Bericht und Foto von Gerhard Mayrhofer

Ich freute mich schon riesig auf das Konzert des Jahres. Schon 2 Stunden vor Beginn (es begann ja erst um 22 Uhr) war der Platz vor dem Circus Krone mit Fans überfüllt. Um 21 Uhr durfte ich endlich rein. In der ganzen Arena verbreitete sich schnell ein süßlicher Duft. Es war ein düsteres Licht im ganzen Innenraum und eine unheimliche Stimmung auf den Rängen.

Kurz nach 22 Uhr kamen sie endlich auf die Bühne. Die Fans applaudierten lange. Dann kamen die ersten Töne von „Astronomy Domine“. Zum ersten mal hörte ich totalen Surround Sound den Rick Wright mit dem Azimut-Koordinator hervor zauberte.

Der Höhepunkt für mich war aber „Set the Controls for the Heart of the Sun“. Da flippte ich völlig aus. „A Saucerful of Secrets“ war das Finale, bei dem David Gilmour die meiste zeit im Schneidersitz am Bühnenboden saß und aus seiner Gitarre die irrsten Töne herausholte. Diese Momente werde ich in meinen Leben nie vergessen.

Ein paar ältere Leute (Ordnerpersonal vom Circus) die das auch mit ansahen waren sichtlich schockiert. Es war das letzte Konzert der Tour.

Meine Eintrittskarte vom Konzert ist im „Echoes“ Buch auf Seite 140 abgebildet. Allein die Eintrittskarte ist schon einmalig mit der fliegenden Hexe und dem handschriftlich geänderten Konzertbeginn. Das sind noch die Momente an die ich mich nach 42 Jahren erinnern kann.

Songliste:
01. Astronomy Domine 8:30
02. Fat Old Sun 13:53
03. Cymbaline 11:25
04. Atom Heart Mother 17:08
05. Embryo 12:43
06. Green Is The Colour 3:43
07. Careful With That Axe Eugene 11:24
08. Set The Controls For The Heart Of The Sun 17:18
09. A Saucerful Of Secrets

Vielen dank Gerhard für deine Erinnerungen!

8 Antworten

  1. Mikey sagt:

    ah du glücklicher!!

  2. Christian sagt:

    Ganz toller Konzertbericht.
    Beneidenswert!

  3. GeckoFloyd sagt:

    Supergenial, genau das wär die Setlist für meine nächste Wunsch-Immersion-Box „ATOM HEART MOTHER“…*träum… danke für den super Bericht.

  4. Frank sagt:

    Hallo zusammen,

    als allererstes möchte ich meinen großen Respekt für diese Website äußern, die ich vor ein paar Jahren durch Zufall entdeckte.
    Vielen, vielen Dank dafür!!!

    Nun zum Thema: Natürlich Pink Floyd:)
    High Hopes war 2003 das erste Stück das ich bewußt von Pink Floyd wahrnahm. Ich bin Jahrgang 1985:)
    Ich hatte mir die Platte eigentlich wegen dem (wie ich immer noch finde) extrem gelungenen Cover gekauft, das aus der Masse herausstach.
    Ich nehme an, dass es auch vorher „Begegnungen“ mit PF gab, die mir aber nicht in Erinnerung geblieben sind.

    Jedenfalls hatte mich High Hopes von der ersten Sekunde an gepackt. Das asymetrische Glockengeläute am Anfang,
    „The grass was greener, the light was brighter, with friends surrounded, the nights of wonder“,
    Daves Gitarre, die ab Minute 6 einsetzt, das alles bereitet mir immer noch Gänsehaut, während ich jetzt hier sitze und schreibe.

    Von da an war es um mich geschehn und ich durchforstete die Plattenläden auf der Suche nach Pink Floyd und war schier des Angebots überwältigt.
    Als ich die Wish you were Here LP in den Händen hielt offenbarte sich mir eine neue Welt fern von jeglichem Main Stream.
    Shine On, das an sich sehr einfache Wish you were Here, das ich für immer mit einer gewissen Person in Verbindung bringen werde, das sind für mich, neben so vielen anderen, Stücke für die Ewigkeit.

    Danach gings weiter mit The Piper at the Gates of Dawn und der Saucerful of Secrets Doppel LP, original 1973 oder so (mit Original Kratzern:)
    wo mich besonders Saucerful in andere Welten trug. Dieses irre Geschreddere das zum Ende hin in diesem für mich unbeschreiblich schönen Melodieverlauf endet, sehr emotional. Auch Let there be more light erinnert mich an viele Dinge.
    Bei der UMMAGUMMA Live Seite brauch ich keine Worte zu verlieren, das ist einfach zu abgefahren, die lief bei mir, besonders am Wochenende, heiß:) Ebenso die Atom Heart Mother, wobei ich bei der das Titelstück und natürlich Fat Old Sun sowie das sehr persöhnliche If bevorzuge. Adams Psychedelic Breakfast habe ich bis heute nicht verstanden:)

    The Dark Side of the Moon hat wie ich finde (Schande über mich:) ein paar Längen. Mit Us and Them und The Great Gig in the Sky konnte ich nie warm werden, aber Brain Damage+Eclipse berühren mich auf eine sehr emotionale Weise.

    Die Soundtracks More und Obscured by Clouds waren glaube ich die letzten Platten die ich mir gekauft habe, nun ich denke wir kennen sie alle, wobei mir persöhnlich zweitere besser gefällt. (Obwohl Cymbalin, besonders diverse Liveversionen) echt der Hammer ist.

    Echoes ist besonders wenn es im Mittelteil zur Sache geht auch sehr packend.

    Nun, ich könnte mir heute sonstwohin beißen, dass ich Davids Konzerte zur On an Island Tour verpasst habe. Er zusammen mit Rick Echoes und High Hopes, ich wäre sehr, sehr glücklich gewesen:(

    Zum Glück für mich hat sich dann doch Roger nochmal zu The Wall entschieden.Seine Dark Side Tourneen habe ich gar nicht wahrgenommen, schade.
    2011 in Mannheim ein lebendes viertel der genialen Floyd erleben zu dürfen, ich danke sehr.
    Bei The Thin Ice gings bei mir schon los und ich war in einem so gerührten Zustand, dass ich mir des öfteren ein Träne aus dem Auge wischen musste. Kein Scheiss.
    Nobody Home hat mich geschafft, dieses geniale, dramatische, rührselige kleine Stückchen, „When I try to get through, on the Telephone to you, there´ll be Nobody Home.“ Ich konnte nicht mehr an mich halten.
    Dasselbe bei Vera, da werden soviele Emotionen freigesetzt, im Stück und in mir, es gibt wenige Künstler die das können. Es berührt mich einfach bis ins Herz und das kann nur ganz große Musik.

    Ich hoffe von ganzem Herzen, dass David sich seiner zahllosen Verehrer erbarmt, noch einmal seine Klampfe auspackt und einfach drauflosklimpert,
    High Hopes, ich träume davon. ich würde ihn überall gucken gehn.
    Nochmal, vielleicht das letzte mal, darf ich mir das nicht entgehen lassen.

    So, jetzt mal genug der Selbstentleerung hier.
    Ich denke wir alle können uns glücklich schätzen dieser großartigen Musik lauschen zu können, nicht nur die, die vor 42 Jahren schon dabei waren (natürlich würde ich einiges für eine kleine Zeitreise springen lassen, Embryo lässt grüßen:).

    Wenn Zeitreisen in näherer Zukunft nicht erfunden werden hilft wohl nur dies hier: http://www.youtube.com/watch?v=-g4OEyoIqgI

    Und natürlich täglich hier vorbeizuschauen, immer in der Hoffnung auf die Schlagzeile „David auf Tour“ oder so ähnlich:)

    Viele Grüße aus dem wunderschönen Rheinland-Pfalz,
    Frank

  5. scarecrow sagt:

    Was für ein toller Bericht. Vielen Dank dafür. Da wäre ich auch gerne dabei gewesen. Die Setlist alleine… Sowas in einer Immersion, damit man als spätgeborener wenigstens ein wenig von der damaligen Atmosphäre mitbekommt, wäre schön 🙂

  6. Tom sagt:

    Danke! Sehr schön, die Gnade der frühen Geburt:-) Das das Ordnerpersonal verdutzt gewesen war, ist eine nette Anekdote!
    In gut sortierten Sammlerkreisen soll es einen kompletten Mitschnitt des Konzertes geben, wie ich „gehört“ habe, sehr gut sogar;-)
    schönen 1. advent
    tom

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