Roger Waters 11.9.2013 Zürich Letzigrund

Roger Waters 11.9.2013 Zürich Letzigrund

Meine ersten Konzerte in der Schweiz waren die von Pink Floyd am 6. und 7.8.1994 in Basel im St. Jakob Stadion. Großartig! Es folgte 2001 Neil Young & Crazy Horse in Montreux und 2002 Roger Waters im Hallenstadion in Zürich. Ich war also durchaus schon erfahren mit Konzerten in der Schweiz. Am 11.9.2013 besuchte ich die Schweiz erneut, als nach Zürich reiste um Roger Waters The Wall Live im Letzigrund Stadion zu sehen. Nach 11 The Wall Shows 2011 und zwei in diesem Jahr, ist das in Zürich meine allerletzte The Wall Show!

Grüezi miteinander

Die sechsstündige Zugreise nach Zürich verkürzte ich mir durch Restaurant-Besuche, Gespräche mit anderen Fahrgästen und dem Lesen der Autobiographie von Pete Townshend. Um 15:20 Uhr fuhr der Zug in Zürichs Hauptbahnhof ein. Ich wurde dort von Üse herzlich in Empfang genommen! Wir kannten einander seit einigen Jahren, dass erste Mal getroffen haben wir uns bei The Wall in Mailand 2011! Nachdem mein Rucksack im Schließfach verstaut war ging es weiter zum Letzigrund.

Die Fahrt zum Stadion dauerte ca. 15 Minuten, in dieser Zeit diskutierten wir über Pink Floyd Themen. Beim Stadion angekommen hatte Üse eine Mission in eigener Sache zu erledigen. Als Sänger und Gitarrist von „Crazy Diamond„, einer in der Schweiz sehr erfolgreichen Pink Floyd Tributband, nutzte er und andere Bandmitglieder die Gelegenheit, um vor dem Stadion Werbung für ihre Band zu machen.

With Friends Surrounded

Gegen 17 Uhr kamen immer mehr Leute zum Stadion. Durch das Flyer verteilen kam man auch mit dem einen oder anderen ins Gespräch. Einer davon erzählte mir vom The Wall Konzert 1981, das er in Dortmund gesehen hatte und von seinen Fotos die er während der Show gemacht hatte!!

Ich verteilte gerade wieder Flyer, als Sandro Dezuliani mit seinen drei Töchtern Deborah, Sandra und Sabrina vor mir stand! Wir kannten uns bisher nur von meiner Website, deshalb war es sehr schön ihn persönlich zu treffen. Sandro erzählte mir, dass er als Kind von seinem Onkel zum Pink Floyd Konzert nach Montreux mitgenommen worden war! Seit diesem Tag ist er der Band treu geblieben! Außergewöhnlich fand ich, dass seine drei Töchter allesamt ebenfalls Floyd-Fans geworden sind! Soviel zum Thema das Floyd eher Männern anzieht. Die drei Frauen waren in euphorischer Stimmung, sie hatten The Wall 2011 im Hallenstadion gesehen und waren gespannt auf die Open Air Show!

Ich freute mich nun auch Felix Waldispühl, Drummer von „Crazy Diamond“, wiederzusehen. Ihn hatte ich schon 1994 beim Floyd Konzert in Basel kennengelernt, damals als ich noch für „Eclipsed“ Floyd Berichte schreiben „durfte“. Felix, Thomas Fretz (Crazy Diamond Keyboarder) und ich unterhielten uns bei einem Bier über Musik im allgemeinen. Felix überreichte mir dabei sein aktuelles Album „Life Is A Big Picture„! Janine, Üse´s Freundin, kam mehr oder weniger zufällig an uns vorbei. Es war heute ihre zweite Wall-Show, sie war mit Üse in Wien bei The Wall gewesen. Lukas Schönthal traf ich auch wieder. Er war mit seiner Frau und Freunden zum Konzert gekommen.

Soundcheck

Und so ganz nebenbei begann Roger Waters und seine Band mit ihrem Soundcheck! Wir konnten ihn sehr gut hören. Toller Sound! Sie spielten ungefähr 20 Minuten. Darunter waren die Songs „In The Flesh“, „Mother“ und „Run Like Hell“. Den neuen Waters Song „If I Had Been God“, den ich in Wien hören durften, spielten sie leider nicht.

Fünfte The Wall Show in Zürich

Gegen 19:30 Uhr ging ich mit Üse, Janine, Felix, Kata (Sängerin Crazy Diamond) und Roli Fatzer (Crazy Diamond Sound) ins Stadion. Zu meiner Überraschung wurde Musik von Led Zeppelin über die Soundanlage gespielt. Ich denke nicht, dass ich diese Art von Populärmusik bei einem anderen Wall Konzert gehört habe? Oder geht es mir da wie mit den Projektionen auf der Wall, bei denen ich auch immer das Gefühl habe was neues zu sehen?

Waters gab heute sein 5. The Wall Konzert in Zürich. Viermal trat er 2011 im Hallenstadion auf, drei dieser Konzerte waren ausverkauft! Damals kamen insgesamt 38.000. Heute pilgerten 39.000 Fans zur fünften The Wall Show in dieser Stadt! Schon außergewöhnlich dieser Zuspruch!

Wir standen mindestens 20 Meter hinter dem Mischpult. So weit hinten war ich noch bei keinem The Wall Konzert gewesen. Aber das passte mir gut. Denn dadurch erhielt ich zum ersten Mal eine Gesamtansicht der Wall-Show.

Das Wetter muss für einen Spätsommertag, als kühl bezeichnet werden. 12 Grad sollen es gewesen sein. Ich dankte innerlich meiner Frau, die vor meiner Abreise meinte: „Zieh dir am besten deine Schijacke zum Konzert an! Denn es wird kalt!“ Und wie recht sie damit hatte! Parallel zur Intro-Musik setzte noch Regen ein. Es regnete das ganze Konzert über, einmal stärker, einmal schwächer. Der Regen störte mich aber auch nicht, der Himmel durfte heute weinen, immerhin war es meine letzte The Wall Show!

Filmaufnahmen

Das Konzert war wieder ein Erlebnis. Das Feuerwerk bei „In The Flesh“ beeindruckend. Der Flieger kam nicht von ganz hinten, sondern von der Seiten und überflog nur wenige Menschen. Vielleicht eine Sicherheitsauflage. Ich versuchte noch einmal soviel wie möglich von der Atmosphäre zu erfassen. Die Stimmung im Stadion war sehr gut, dass Letzigrund ist bekannt für die tollen Leichtathletik-Meetings.

Waters sprach vor „Mother“ in deutscher Sprache und widmete den Song Jean Charles de Menezes. Ansonsten lief das Konzert wie gewohnt auf aller höchsten Niveau.

Ganz zum Schluss gab es dann doch noch etwas außergewöhnliches. Als die Band nachdem Mauerfall die Bühne wieder betrat und „Outside The Wall“ spielte, wurde sie von einem Kameramann begleitet. Dieser blieb hinter Waters stehen und filmte ihn während er die Trompete spielte und auch danach als er sang. Seht dazu das Foto unterhalb! Es wird also immer noch gefilmt für Waters The Wall Film!

Sag beim Abschied leise Servus!

Langsam verließ ich mit den anderen das Stadion. Ich sah mich noch um und beobachtete wie schon fleißig am Abbau der Bühne gearbeitet wurde! Tja, das war es für mich mit The Wall. Und wer weiß, wann und wo ich Roger Waters überhaupt noch einmal „In Concert“ sehen werde! Also verabschiedete ich mich von ihm: „Servus Roger, mach´s gut!“

Vor dem Stadion trafen wir uns alle wieder. Ein letztes Foto, letzte Wortwechsel und dann hieß es für uns Abschied nehmen! Ich hatte eine tolle Zeit hier in Zürich und muss mich noch ganz herzlich beim Üse und seiner Gastfreundschaft bedanken!!!

Uf widerluege!

14 Antworten

  1. Felix Untersteiner Felix Untersteiner sagt:

    genieß es werner! hoffentlich passt auch das wetter so halbwegs!

  2. GeckoFloyd sagt:

    Yeah, bitte auch nen kurzen Bericht, vll. ist was anders als in Wien!
    LG

  3. Daniel Bucher sagt:

    Lustig. Meine ersten Pink Floyd Konzerte waren auch jene in Basel im Jahre 1994 und meinen ersten Roger sah ich auch in Zürich 2002. Habe dann den Roger nochmals gesehen am Moon&Stars Festival. Das waren noch Zeiten. Meine Güte! Das alles ist nun auch schon wieder so lange her.

  4. ernst sagt:

    Hallo Werner,
    nachdem ich ja in Wien dabei war, habe ich mich jetzt bei Deinem Bericht richtig leid gesehen nicht dabei gewesen zu sein.
    LG

  5. Muehli sagt:

    Danke für den „mitfühlenden“ Bericht.

    Ab jetzt heißt es für uns: „Waiting for the…..films“

  6. Sven T. sagt:

    War ein vollauf gelungener Abend im Mittwoch, ohne Probleme mit dem ÖV angereist und 10min. nach dem einnehmen der Sitze begann das Spektakel. Ich bin ohne irgendwelche Erwartungen gegangen und wurde nicht enttäuscht, die ganz grosse grenzenlose Begeisterung blieb aber auch etwas aus. Wir hatten Sitzplätze genau gegenüber der Bühne in der Reihe 13. Wir sahen gerade noch die ganze Bühne, aber die Reihen unter uns hatten die Sicht durch die Zelte doch etwas sehr verdeckt. Auch störend waren die doof beleuchteten Dixi-Klos im Innenraum des Stadions, sowas geht ja gar nicht. Allgemein empfand ich das Letztgrundstadion als nicht so optimal für solche Konzerte, weder von der Sitzplatzanordnung noch von der Akustik.
    Aber genug kritisiert, die Show selbst war der Hammer, habe noch nie so etwas gesehen. Für mich war es dann auch mehr eine grandiose Multimediashow als ein Konzert, hängt sicher auch mit den Sitzplätzen und der Distanz zusammen. Wenn man vorne ein Stehplatz hatte, kam wohl auch mehr Konzertatmosphäre rüber, oder ? Dafür zog es mich so richtig rein in die Show, wenn ich die Augen leicht zusammen kniff und die Wall fokussierte, dann verschwand alles andere darum herum und es wirkten nur noch Sound und Bild.
    Die Soundqualität fand ich für Letzigrund-verhältnisse hinten recht gut, zeitweise extrem druckvoll. Mich dünkte es aber, dass dies teilweise etwas schwankte, hing vielleicht mit dem Wind zusammen.
    Pink-Floyd als Band und das Album damals ist das eine, die aktuelle gigantische Show heute das andere und kann/muss IMO auch gar nicht verglichen werden. Wir hatten die Show einfach nur genossen und ich hätte es bereut, wenn ich diese nie live gesehen hätte. Ich kann jetzt auch die Leute hier verstehen, die sich die Show mehrmals aus verschiedenen Perspektiven angesehen haben.
    Einfach unglaublich wie die Musik in dieser Form nach 30 Jahren immer noch Emotionen auslöst, wie es bei mir keine andere tut. Mein persönliches Highlight war das zweite Solo bei CN als die Farben bei den Projektionen einsetzten, einfach genial (auch wenn es nicht Dave spielte).
    Definitiv eines der Konzerte die ich nie vergessen werde 🙂

  7. Oskar Oskar sagt:

    „Der Regen störte mich aber auch nicht, der Himmel durfte heute weinen,“
    Werner, du solltest unter die Poeten gehen! 😉

  8. Dezuliani Sandro sagt:

    Hi Werner

    Geiler Bericht, das Konzert auf allerhöchstem Level. Wie schon oben Erwähnt warte ich mit Sehnsucht auf die Blu ray;-) Noch besser eine neue Scheibe. Gruss Sandro

  9. Arne Arne sagt:

    Hallo Werner,

    das neue Intro-Musik-Band gab es vorher schon in Düsseldorf. In Berlin wurde es vorher auch schon etwas angepasst… das lag aber vermutlich daran, dass der geplante Beginn 20 Uhr auf 20.30 verschoben wurde, weil man auf die Dunkelheit warten wollte. Die lange Led Zeppelin Sequenz gab es meine ich erst in Düsseldorf. Der Kameramann war auch in Düsseldorf und Berlin mit auf der Bühne. Ich denke der ist für die Live-Bilder zuständig.

  10. Thomas Rappo sagt:

    Rückblick und Ausblick

    Meine Pink Floyd Konzert Reise welche 1988 in Basel begann, ist mit dem The Wall Konzert in Zürich am 11.09.213 hoffentlich nur vorläufig zu Ende gegangen. Nach 4 Pink Floyd Konzerten, 2 mal David Gilmour und 5 mal Roger Waters, war das The Wall Konzert in Zürich der vorläufige Abschied von Pink Floyd / Roger oder David Live Auftritten. Dies wird auch so bleiben wenn nicht ein kleines Wunder geschieht.

    Nachdem ich The Wall im Hallenstadion 2011 gesehen habe, fühlte ich mich wie überfahren von der Flut von Eindrücken. Die Show war genial. Die Open Air Ausgabe wirkt aber noch grösser und die Mauer ist wirklich imposant. Es war einfach eine grandioser Abend und ein würdiger Abschluss.

    Was bleibt ist die Hoffnung, dass Roger endlich ein neues Album veröffentlichen wird (wird wohl ein Traum bleiben) Wie viele Jahre warten wir darauf? Auch sollte endlich seine DSOTM Konzerte veröffentlicht werden, und ich hoffe nicht das wir 10 Jahre auf The Wall Live warten müssen. Den Film The Wall auf Blu-Ray. Eine 5.1 Mix von The Wall u.s.w

    Diesbezüglich ist die Veröffentlichungstaktik von Pink Floyd fast dilentisch. 3 Immersions Boxen und dann gähnende Leere? 25 Jahre AMLOR gehen vorbei. Animals ohne Immersion. Early Years Immersion? Nur heisse Luft? Division Bell? Wie es scheint hat David an Floyd total das Interesse verloren. Nick würde gern, aber kann nicht, weil er alles zwischen Roger und David absprechen muss. Das ganze ist wirklich total suspekt und nicht würdig für Pink Floyd. Sogar Mike Oldfield der zurzeit seine Alben neu auflegt bringt das besser auf die Reihe als Floyd. Alte Konzert Aufnahmen, 5.1 Mix, Promo Video u.s.w

    Aber die Hoffnung stirbt zuletzt und so hoffe ich auf ein Wunder. David wird sicher noch ein Album veröffentlichen, und für Nick hoffe ich, dass er dabei auch eine Rolle spielen wird. Roger wird The Wall auf den Broadway bringen, so werde ich dann The Wall auf der Theaterbühne noch einmal erleben 🙂

  11. GeckoFloyd sagt:

    Danke für den super Bericht!
    Meine „Wall-Tour“ begann und endete in der Hauptstadt: Ich habe the Wall zuerst in Berlin 1990 gesehen, dann 2011 in München und 2013 in Frankfurt, Wien und Berlin. Mit 2002 (In the Flesh, München) habe ich Roger insgesamt nur 6 Mal gesehen, und David mit PF 1988 in München und 1994 in Oakland (da ich zeitw. in San Fransisco gelebt habe) und schliesslich David 2006 auf dem Königsplatz in München.

    Sollte David doch nochmal auf Tour gehen, schaue ich ihn mir auch öfter an (vll. 4 Mal um Ausgleich zu schaffen…:-) Denn es ist wirklich toll so eine Konzertreise zu machen. Früher hätte ich mir das finanziell nicht leisten können bzw. wollen. Und sowas muss man ja rechtzeitig planen um gute Karten zu bekommen. 2011 war ich so von der Wall-Show begeistert, dass ich mir das 2013 mal so ausgiebig gegönnt habe. Wirklich schade, dass dies voraussichtlich das letzte Mal gewesen sein wird.

    Also, dito…waiting for the films… and thank you, Roger!
    LG

  12. Martin Meier sagt:

    Hallo Freunde,

    letztes Konzert in Paris:
    Hingehen oder nicht….??????????

    Ich rineg sehr mit mir 🙂

    Gruß
    Martin

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