Roger Waters antwortet auf Antisemitismus-Vorwurf

Roger Waters wehrt sich (Foto: Stefano Tarquini)

Roger Waters war nicht erfreut, dass ihn Gerald Ronson, der Vorsitzende der jüdischen Wohltätigkeitsorganisation, bei einem Abendessen des „Community Security Trust“ in einem Londoner Hotel vergangene Woche ins antisemitische Eck stellte.

In seiner Rede erwähnte Ronson, dass umstrittene aufblasbare Schwein auf dem der Davidstern prangerte und welches Waters bei seinen The Wall Konzerten schweben ließ. „Er besteht darauf, dass er nur gegen Israel ist, und das er natürlich kein Antisemit sei“, sagte Ronson, und erhielt dafür Gelächter aus dem Publikum, welchem unter anderem Ed Miliband, der Vorsitzende der Labour Party, und der Oberrabbiner Ephraim Mirvis angehörten.

Waters Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Er schrieb einen Kommentar, ein paar Zeilen habe ich übersetzt, an den Telegraph:

Roger Waters: Wir ihr Korrespondent richtig feststellte, bin ich lautstark, in meiner Unterstützung für den Kampf des palästinensischen Volkes für die grundlegenden Menschenrechte, einschließlich des Rechts auf Selbstbestimmung.

Es ist nicht wahr, dass ich ein Antisemit bin oder dass ich gegen das israelische Volk bin. Ich bin keiner von denen. Ich bin ein Kritiker der Politik dieser Regierung Israels.

Weil ich ein Kritiker der Politik dieser israelischen Regierung bin und weil diese israelischen Regierung keine überzeugende Argumente hat um sich gegen meine Kritik zu verteidigen, werfen sie mir stattdessen routinemäßig vor ein Antisemit zu sein.

Vor ein paar Jahren hatte niemand von der BDS gehört. Jetzt, aufgrund der weltweiten Information und der betroffenen Zivilgesellschaft, ist es auf den Lippen der Politiker, die es in der Vergangenheit immer ignoriert haben. Zum Beispiel Herr Netanyahu, der israelische Ministerpräsident, erwähnte BDS 18 Mal während seiner Rede auf der jährlichen Spendenaktion AIPAC in Washington, DC erst letzte Woche.

Ich möchte an Gandhis berühmten Ausspruch über seinen gewaltlosen Widerstand gegen die britische Kolonialherrschaft in Indien erinnern: „Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“ Gerald Ronson Erwähnung von mir in seiner Rede deutet darauf hin, dass wir in der „Dann bekämpfen sie dich“-Phase sind.

Noch etwas persönliches, Herr Ronson: mein Vater, der Sohn eines Kohlebergmannes aus dem County Durham, zog sich selbst an seinen Haaren aus dem Sumpf, bekam schließlich einen Abschluss von der Universität Durham, ging und lehrte Theologie, Geschichte und Englisch in Jerusalem zwischen 1935 und 1938, und starb später in Italien am 18. Februar 1944 im Kampf gegen die Nazi-Bedrohung. Wagen sie es nicht anzunehmen mir etwas zu predigen, der Sohn meines Vaters, über den Antisemitismus oder die Menschenrechte.

Den gesamten Kommentar von Roger Waters findet ihr unter folgendem link: www.telegraph.co.uk: Pink Floyd star says he is in no mood to be lectured by Gerald Ronson.

Info von Oliver Thöne, Foto: Roger Waters 2014 Aprilia © Mr. Pinky

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.