G.E. Smith und Robbie Wyckoff spielen bei republikanischen Parteitagen

Mit G.E. Smith und Robbie Wyckoff spielen zwei Mitglieder von Roger Waters „The Wall“ Band derzeit in der Hausband, die bei den Parteitagen der Republikaner für Stimmung sorgen. In den Pausen spielen sie zur Unterhaltung der Delegierten, also zwischen den großartigen Reden der konservativen Politiker, inklusive der Typen von der erzkonservativen Tea-Party und selbstverständlich auch dabei ist Donald Trump, dessen Ehefrau gestern bereits einen großen Auftritt „feierte“! Waters hat seine Meinung über den Präsidentschaftskandidaten der Republikaner Trump mehrmals und wiederholt kundgetan.

Roger Waters: Das ist typischer amerikanischer Größenwahn, hinter dem sich nichts anderes als absolute Ahnungslosigkeit verbirgt. Er ist wirklich saudumm, das war er immer schon und wird es auch immer sein. Irgendwie lebt er in dem Glauben, dass er es einfach verdient hat, bewundert zu werden. Aber für Menschen wie mich steht er gerade für all das, was man an der amerikanischen Gesellschaft nicht bewundern kann. Dieses Land wird an den zahlungskräftigsten Bieter verscherbelt.

Kann es sein das Smith und Wyckoff zwischen Waters Tourneen tatsächlich so beschäftigungslos sind, dass sie so einen Auftrag annehmen müssen? Bei Wyckoff wird es wahrscheinlich so sein. Er wird die Kohle brauchen. Auf Facebook postete er einige Fotos vom Auftritt beim Parteitag. Von Smith überrascht mich das am meisten, denn ihn hätte ich aktuell zum engen Personenkreis von Waters gezählt. Also jemanden mit dem er sich bei der Arbeit am neuen Album intensiv austauscht gerade was die musikalische Umsetzung betrifft.

Waters muss es dabei den Magen umdrehen, wenn er hört das die so mirnix dirnix bei den Republikanern musizieren und dann im Herbst mit ihm spielen!? Von rechts nach links die Seiten wechseln! Er muss sich damit aber bereits arrangiert haben, zumindest Bescheid gewusst haben, denn Smith spielte früher schon bei einem Parteitag der Rep’s. Er begründete dies in einem Interview folgendermaßen.

G.E. Smith: So we went and played the Republican convention. We may not be Republicans, obviously, but it was really interesting. I got heavy flack from some people for doing it. If you remember, at that time, last August, a year ago, it wasn’t so sure. It was kinda looking like Romney was making a good run for it. So I got some heavy flack for it. But I’m a professional musician and this is what I’ve always done. I’ve been a professional musician since I was 11 years old. It’s what I do: work.

Eben es ist ein Job wie jeder andere. Ob Waters oder Republikaner, das spielt für Smith und Wyckoff keine Rolle, denn sie sind Musiker die man anheuert, weshalb sollte man sich von ihnen darüber hinaus etwas erwarten, also z.B. das sie die „Philosophie“ von Waters, die man im laufe der vielen Konzertjahre sicherlich mitbekam, ein klein wenig verinnerlicht zu haben. In der Zeit ohne Waters Engagement müssen sie sich ihren Lebensunterhalt erst verdienen. Die Songs werden gespielt, welche auch immer das sind, das gibt der neue Job vor und damit hat es sich. Ist auch völlig normal daran gibt es nichts auszusetzen. Ob das was von „The Wall“, „Amused To Death“ oder sonst was ist, das spielt keine Rolle.

Alles ist möglich. Dass Bandmitglieder von Waters bei den Republikanern spielen aber auch das eingefleischte Fans von ihm gibt, denen „Amused“ Album super gefällt wegen der vielen Geräusche und vor allem wegen des tollen Sounds, aber sicher auch etliche Pink Floyd Fans denen „The Wall“ und „The Final Cut“ so ganz besonders gut gefällt und die allesamt Republikaner, Freiheitliche, AFD, die Nationale Front in Frankreich und die vielen anderen tollen Angebote auf dem politischen Sektor wählen. David Gilmour Fans sind davon selbstverständlich nicht ausgenommen. Alles möglich.

Soviel zum Thema kritischer und anspruchsvoller Songtexte und ihre Auswirkung auf die Hörer!

We thank Ron Fleischer!

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14 Antworten

  1. Hans-Jürgen sagt:

    … sie waren jung und brauchten das Geld …

  2. Hans-Jürgen sagt:

    Also mal ehrlich, zu solch einer „Meldung“ kann man doch keinen ernsthaften Kommenatar abgeben, oder?! Ich denke, das widerspricht ALLEM, was Waters persönlich und in seinen Songws ausdrückt. Wyckoff wird Waters Weg sowieso wohl nicht mehr kreuzen und bei Smith kann ich es mir nach diesem „Auftritt“ auch nicht mehr vorstellen. Schlicht erbärmlich! Es gibt Dinge, die macht man einfach nicht!

  3. Johannson sagt:

    Das deutet auf einen tiefen Riss in der Gesellschaft hin, wenn Wyckoff auch noch die Chuzpe hat dies in den soz. Netzwerken zu veröffentlichen, – er fürchtet wohl wenig Gegenwind. Die Scharlatane dieser Welt haben dieser Tage Hochkonjunktur, und Deutschland ist mit seinen Populisten ganz weit vorn in den Top Ten. Es ist zum verzweifeln…

  4. Thorsten sagt:

    Geld regiert die Welt: Das ist bei Musikern nicht anders ..ABER: Es gibt Schnittmengen die nicht vermischt werden dürfen ! Ich gehe davon aus, daß die zwei nicht mehr bei Waters spielen werden …. oder ?!?!? Werner ich denke, daß Du das mit Deinem Beitrag auch verdeutlichen wolltest …

    • Werner Werner sagt:

      @ Thorsten, so viel ich weiß sind beide bei der nächsten Roger Waters Tour dabei! Ich will denen gar keinen Vorwurf machen. Alles eine Frage der persönlichen Haltung aber natürlich auch der Lebensumstände. Es macht einfach deutlich wie der Hase läuft. Wie du schreibst Geld regiert die Welt.

      Ich denke das Waters mit Barrett, Mason, Wright und Gilmour philosophisch, politisch und musikalischer mehr verbunden war, als er es mit seinen neuen Musikern, ob es Carin oder Smith ist, je sein wird. Auch wenn er genau das früher Mal seinen Kollegen in Abrede stellte.
      Meine Güte wovon schreibe ich da, das ist alles Schnee von gestern! 😉

  5. Oskar Oskar sagt:

    Das ist ja so als würden Mitglieder der Toten Hosen am Parteitag der Freiheitlichen spielen!
    Das Argument „i’m a musician and that’s my work“, lasse ich nicht gelten. Beide Musiker haben ja wohl (und Wykoff nicht zuletzt durch Roger Waters) den Bekanntschaftsgrad erreicht um sich die Arbeit wahrscheinlich auszusuchen.
    Eine Hure geht mit jedem ins Bett, der bezahlt und das scheint bei den zweien leider der Fall zu sein.
    Ich kann nicht nachvollziehen, wie man 3 Jahre den Anti-Faschismus auf Tour zelebrieren kann (mit Pseudo-Fascho-Uniform, etc.) und sich dann von einem Faschisten als Musiker bezahlen lässt um für ihn zu spielen! Für mich ist das unfassbar und rückgratlos!
    Für Waters ist das meiner Meinung nach sehr peinlich und ich könnte mir vorstellen, dass einige Leute seine Konzerte boykottieren, sollte er die beiden wieder auf Tour einladen. Ich könnte einer davon sein. Das geht bei überhaupt nicht!

  6. Hanno sagt:

    Die unpolitischen Künstler lassen grüßen…

  7. Kowalski sagt:

    Sofort aus der Band schmeißen. Geht gar nicht. Kann zwar Waters auch nichts für, aber es zeigt, daß die Welt immer verrückter wird.

  8. GeckoFloyd GeckoFloyd sagt:

    Unfuckingfassbar! Kann ja wohl echt nicht wahr sein, da bin ich echt enttäuscht von den beiden, besonders von G.E. Smith. Kann ich nur sagen, bin lange schon selbständig und habe mal aus moralischen Gründen abgelehnt eine Website für Waffen zu machen, irgendwo muss es doch mal Grenzen geben, himmelhergottsakradi!
    An was ich da jetzt auch denken muss: In Wiesbaden habe ich beim Hinausschlendern nach dem Konzert in einer der vordersten Reihen einen Mann im T-Shirt mit Pro Brexit-Text (Irgendwas mit englisch/deutsch in der Art „Europe you can leck us am A…“) gesehen, hallo, was hat denn sowas bitte im David Gilmour-Konzert zu suchen? Von mir aus geht der Mann ins Konzert, weil er die Karte bezahlt, aber das T-Shirt hätte ich ihm am Eingang am Liebsten vom Leib gerissen! Grrr.. Cheers.

    • Werner Werner sagt:

      @GeckoFloyd, dass mit dem Pro-Brexit-Shirt ist ja krass! Zu G.E. und Robbie, ich denke auch das um Haltung geht. Aber wahrscheinlich sehen nur wir das so, weil Roger eben etwas besonderes für uns ist! Seine Texte begleiten uns das halbe Leben und berühren uns noch immer! Deswegen würde man sich erwarten, dass seine Musiker ähnlich fühlen. Für die ist das aber „just Another Job, and a very good paid one as well“, für uns ist bei weitem mehr!

  9. Susi sagt:

    Geld braucht wohl jeder zum Leben, aber deshalb muss ich mich nicht zur »Hure« machen. Selbst eine Hure bedient nicht jeden! Charakterliche Mängel gepaart mit Gleichgültigkeit: wenn Trump Präsident der USA werden sollte, könnte dies zum Weltenbrand führen, hatten wir schon mal. Und die Amerikaner sind hoffentlich dann doch nicht so blöd…

  10. Julian H sagt:

    Zum Vergleich mal das hier lesen… upcoming-david-gilmour-concerts-what-am-i-missing

    Guy und Polly sind auf jeden Fall keine Trump-Fans! 🙂

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