Erinnerungen an Steve O’Rourke

1975 Pink Floyd Backstage
Floyd Backstage in '75, Foto: Columbia Records

Stephen O’Rourke, Pink Floyd Manager, geboren in London am 1. Oktober 1940; zweimal verheiratet (ein Sohn, zwei Töchter, Emma und Kate = Emka); gestorben in Miami am 30. Oktober 2003.

Erinnerungen an Steve O’Rourke von Michael Wale.

Stephen O’Rourke, geboren am 1. Oktober 1940; zweimal verheiratet (ein Sohn, zwei Töchter); gestorben in Miami, Florida am 30. Oktober 2003.

Steve O’Rourke war einer meiner besten Freunde und ohne Zweifel der beste Rockmusikmanager der Welt. Reflektiert wird dies im sehr großen Erfolg, seines Hauptlebenswerkes Pink Floyd und auf die Art und Weise wie er entstand. Ich war bei seinem Begräbnis, das am 14. November in der ‚Chichester‘ Kathedrale abgehalten wurde. Es war eine tief traurige, sehr berührende Angelegenheit und verband seine zwei großen Leidenschaften, Pink Floyd und den Motorsport.

Saxophonist Dick Parry ging vor dem Sarg und spielte dabei als dieser in die mit Menschen vollgepackte Kathedrale gebracht wurde. Später spielte David Gilmour ‚Fat Old Sun‘ und die Trauerfeier endetet mit dem vielleicht aller letzten Auftreten von Nick Mason, David Gilmour und Rick Wright als Pink Floyd. Während sie Wrights bewegendes ‚A Great Gig In The Sky‘ spielten wurde der Sarg angehoben und aus der Kathedrale getragen. Ich kann Ihnen versichern, dass es dabei nicht ein trockenes Auge gab, da die Gruppe durch das wundervolle Singen von Sam Brown und Claudia Fontaine unterstützt wurde.

Danach sprach Steve’s Freund, Co-Fahrer der Vergangenheit und fünfmaliger ‚Le Mans‘ Sieger Derek Bell über Steve’s aufregenden Werdegang. Ich selbst kannte ihn über 30 Jahre. Vor seinem Tod durch einen Schlaganfall am 30. Oktober in Miami war er traurigerweise einige Stunden lang nicht entdeckt worden. Noch an seinem Sterbebett gab er gegenüber Freunden, die anwesend waren, selbstmissbilligende Bemerkungen von sich. Das war typisch für diesen großen Mann, der das Management von Pink Floyd 1968 übernommen hatte, als sie ein wenig mehr als eine Londoner ‚Underground‘ Band waren. Er arbeitete exzellent an ihrer Karriere, während sie das meist verkaufte Album aller Zeit ‚Dark Side Of The Moon‘ produzierten. 1983 wurde er von der Krise mit dem erbitterten Abgang ihres ‚Leadsängers‘ und Hauptverfasser Roger Waters erfasst. Dave Gilmour, den Steve eingestellt hatte und der mehr als ausreichend bewies, die Band mit den beiden anderen Gründungsmitgliedern Nick Mason und Rick Wright zu neuen Höhen führen zu können. Das zeigten sie schließlich bei einer Reihe sehr großer erfolgreicher und erstaunlich inszenierter Welttourneen, die immer in London endeten.

Wir trafen uns zum Mittagessen und danach besichtigte ich sein Haus in Sussex. Es war seine zweite Übersiedlung. Welche ihn in das ‚Telegraph House‘ führte das ursprünglich einmal Bertrand Russell gehörte, der das Haus einmal als Schule verwendet hatte. Unnötig zu erwähnen, dass Steve das große Haus äußerst geschmackvoll umbaute. Ich erinnere mich daran, nach seinem 60. Geburtstagsfest an dem er ein großes Abendessen für seine nächsten Freunde hielt dort übernachtet zu haben. Einmal als er am Weg nachhause war und ich verloren ging, kam er herbei um mich zu suchen. Er informierte die Polizei und überprüfte lokale Krankenhäuser! Bevor ich ca. 13 Meilen entfernt völlig erschöpft gefunden wurde. Er behielt sich diese erstaunliche Bescheidenheit. Er spendete geheim eine Menge seines Vermögens aus Nächstenliebe. Besonders zwei musikalische Wohltätigkeitseinrichtungen für junge Leute hatten es ihm angetan. Seit der ersten Vorstandssitzung 1999 war er Verwalter der ‚Musik-Sound-Foundation‘, die den Menschen Musikausbildungen durch Förderkurse an Hochschulen ermöglicht und unterstützt Schulen dabei sich Instrumente kaufen zu können. Er unterstützte auch die ‚Nordoff-Robbins‘ Musik-Therapie, die sich darauf spezialisiert hat durch Musik autistischen Kindern zu helfen. Seit 25 Jahre stand er dieser Einrichtung nahe. Nun ist er gegangen, viel zu früh für alle seine Freunde, Kinder und seine reizende Frau Angie.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Floyd noch einmal auftreten oder auf Tournee gehen werden. Dave Gilmour erklärte mir, dass er an einem Album arbeitet, es ihm aber viel Zeit kostet. Viele Male beim Empfang nach dem Begräbnis wurde Gilmour von vielen Leuten gefragt: Wann es ein Gedenkkonzert von Pink Floyd geben würde. Er antwortete einfach: „Wir haben es gerade gespielt!“

Michael Wale schreibt für das englische FT Magazin.

Quelle: Steve O’Rourke remembered

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