Led Zeppelin Konzertfilm im Kino

Vergangenen Mittwoch habe ich mir mit einem Freund „Celebration Day“ von Led Zeppelin im Megaplex Kino angesehen. Heinrich und ich sind keine richtigen Fans von Led Zeppelin. Mich bitte nicht fragen, welche Songs auf welchem Album sind und worüber die Texte handeln. Aber niemand der Rockmusik hört, kommt an Led Zeppelin vorbei. Ich besitze selbstverständlich das eine oder andere Led-Zep Album, viele Songs gefallen mir! Ich habe große Respekt vor dem musikalischen Können der Band.

Loudness Taste nicht gedrückt

Der Film begann pünktlich und kurz danach sahen wir uns überrascht an: „What the f… is wrong with the Sound!“ Nein Led Zeppelin waren nicht schuld an der mangelnden Lautstärke. Ich nehme an, dass der Filmvorführer nicht wusste, welchem Genre dieser Film zuzuordnen war. Unter dem Motto: „Just another boring Movie at the Cinema“, ließ er Led Zeppelin in Zimmerlautstärke rocken. Zur „Leisestärke“ gesellten sich die nicht vorhandenen Bässe. Also auch noch die „Loudness“ Taste vergessen zu drücken.

Dies alles sorgte für Unmut im Saal. Einige male machten sich Personen auf um an der „Minus“ Beschallung Änderungen vornehmen zu lassen. Alle Versuche scheiterten. Erst nach 40 Minuten hat irgendwer den Lautstärkenregler entdeckt und die Musik wurde lauter. Die Basstöne und sonstige Specialeffects blieben der Veranstaltung bis zum Schluss fern.

Nick Mason musste sich ärgern

Als Nick Mason Anfang der Woche den Film sah, war es das genaue Gegenteil gewesen. Für ihn war es viel zu laut! Zusätzlich musste er sich über Besucher, die hinter ihm saßen, sehr ärgern. Auf seiner Facebookseite fasste er die Ereignisse wie folgt zusammen:

Nick Mason: Großartig das sie dieses Ereignis filmen ließen. Visuell und akustisch etwas solide. Der Mangel an Kameras führte dazu, dass für mich nicht genug Details zu sehen waren. Es war viel zu wenig von Jason Bonham (Schlagzeuger)… nicht eine einzige Szene bei der sein Schlagzeugspiel länger im Bild zu sehen war. Eine Schande für alle rhythmisch interessierten im Publikum.

Ich weiß jetzt das ich älter werde, nicht nur weil es unerbittlich laut für mich war, leider nicht laut genug, dass die Typen hinter mir zu singen (schlecht), sprechen (laut) und treten (aus dem Rhythmus) aufhörten. Ich wollte mich umdrehen und sagen S……, aber das dröhnen der 2.000 Watt Soundanlage hinderte mich daran. Die hätten mich sowieso nicht gehört. Wenn Du es warst, in der Reihe F Block 9, der mich zurecht wies, als ich meinen wütenden Kopf halb drehte, danke!

Dem armen Mason hat der Film nicht 100%ig gefallen. Von seiner Kritik würde ich auch übernehmen, dass der Film sehr schnell „geschnitten“ ist. Längere Einstellungen von den Musikern wären auch mir lieber gewesen. Jason Bonham hat tatsächlich wie ein Wirbelwind getrommelt!

Ab 19. November im Handel:
Celebration Day 2CDs + 1 DVD
Celebration Day 2CDs + 1 Blu-Ray
Celebration Day 2CDs + 1 Blu Ray + 1 DVD
Celebration Day 3Vinyls (ab 11. Dezember)

Led Zeppelin Mitglieder in Kontakt mit Pink Floyd

Ein paar mal habe ich Mitglieder von Led Zeppelin live gesehen. So geschehen am 30. Juni 1990, beim Silver Cleff Award Festival in Knebworth. Es spielten neben Pink Floyd, Paul McCartney, Genesis, Elton John, Eric Clapton auch Robert Plant und Jimmy Page. Einige Jahre später, am 13. November 1998, sah ich mir das Konzert von Jimmy Page und Robert Plant in Wien an. Ich erinnere mich noch, dass ich während des Konzerts feststellte, dass aus mir nicht der große Fan wird. Aber ich kann jetzt auch nimmer beschreiben weshalb eigentlich nicht!?

Den Bassist John Paul Jones sah ich am 10. Mai 2007, als er beim „Syd Barrett Madcap’s Last Laugh“ Gedenkkonzert, bei dem Nick Mason, David Gilmour und Rick Wright als Pink Floyd und Roger Waters Solo auftraten, spielte.

Robert Plant und David Gilmour trafen sich 2006 zufällig in einer Hotelbar in Paris. Bei dem einen oder anderen Drink dürften sie Gemeinsamkeiten, bezüglich ihrer Ansichten über Wiedervereinigungen, Greatest Hits Sets usw. entdeckt haben. Am 6. September 2007, nach Gilmours „Remember That Night“ DVD Premiere, stand ich vor dem Odeon, als völlig unerwartet Robert Plant, for a short Moment in Time, mir gegenüberstand. Niemand sprach ihn an, ich auch nicht und so wie er aufgetaucht war, verschwand er auch wieder in die unendlichen weiten Londons. Hier ein Foto der Legenden: Plant und Gilmour

Weiterführende Links:
Nick Mason & David Gilmour über Led Zeppelin Reunion
David Gilmour will Led Zeppelin Reunion nicht nachahmen
Nick Mason bei Celebration Day Premiere

17 Antworten

  1. Felix Untersteiner Felix Untersteiner sagt:

    mal sehn wie graz UCI am montag abschneidet, ich bin gespannt!

  2. Henning sagt:

    Hallo Werner,

    habe den Film mit Tom am Mittwoch in Berlin gesehen. Auch wir hatten arge Tonprobleme – die ersten 3 Songs zu leise und dann riss nach 45 wohl ein Lautsprecher und schnarrte bis kurz vor Kashmir sehr unangenehm mit. Peinlich für so eine -auch nicht ganz günstige- Sondervorführung. Für mich sind neben P. Floyd Led Zeppelin die „andere“ Lieblingsband – ich halte mich das schon für einen eingefleischten Fan. Deiner und Nicks Kritik kann ich aber dennoch zustimmen – der Film ist etwas aufgeregt und hektisch geschnitten. Auch mir fehlen etwas längere Einstellung auf einzelne Bandmitglieder. Außerdem hätte ich mir auch mal etwas längere Übersichten über die Bühne aus der Entfernung gesehen. Die grobkörnigen 8mm-Aufnahmen finde ich eine gute Idee für die Atmossphäre – allerdings wurde es mir gegen Ende etwas zu viel dieses Stilmittels. Nichts desto trotz ein schönes Dokument dieses wirklich einmaligen Erlebnisses. Mich beeindruckt auch sehr das LZ nicht mit dieser -bereits ausgereiften -Show auf große Welttournee gegangen sind und so das Benefiz und auch das Andenken an die große aber unwiederbringliche Vergangenheit zu etwas Besonderen machen.
    Schönes Wochenende!

    • Werner sagt:

      Übersichten über die Bühne aus der Entfernung Du hast recht damit. Solchen Einstellungen fehlten mir auch! Sag Henning – stimmt es das John Paul Jones und Jimmy Page nach diesem Konzert, nachdem Plant klar machte nicht auf LZ Tour gehen zu wollen, mit anderen Sängern probten?

      • Henning sagt:

        Ja, das stimmt wohl. Jason Bonham war anscheind auch dabei. Unter anderem wurde wohl der Sänger von Alter Bridge (!!! :-O) gehört. Diese Projekt hätte dann zwar wohl nicht LZ geheißen. Bin dennoch sehr sehr froh, dass sie das sein gelassen haben!
        Bloß keine Reunions und ewiges touren um jeden Preis – das kann auch sehr nach hinten losgehen, siehe Deep Purple z.B.
        Plant sagte irgendwann nach dem O2 Konzret sinngemäß, er würde keine Weltournee weil im Led Zeppelin mehr wert sei. Das kann ich nachvollziehen. Er betriebt ja auch eine sehr bunte Solokarriere mit der inzw. dritten (Plant&Krauss, Band of Joy, Sensational Space Shifters) neuen Band seit Dez. 2007. – da kann sich DG ruhig etwas abschauen 😉

        Henning

        • Werner Werner sagt:

          Was ich auch nicht verstehe: Warum macht Jimmy Page nicht sein eigenes Ding, ein Album und geht damit auf Tour!? So wie andere großartige Gitarristen auch (Clapton, Knopfler, Young, Beck, etc….! Naja – nicht alle. Gilmour einmal ausgenommen! 😉

        • Felix Untersteiner Felix Untersteiner sagt:

          @ werner, meines wissens hat jimmy ja an einem album gearbeitet, ausschnitte sieht man bei der doku „it might get loud“ „the embryo no 1“ scheint aber ein langzeitprojekt zu sein…

          und auf tour war er vor ein paar jahren mit den black crows

  3. Rudi sagt:

    Das ist doch der Trend, dass Filme immer kürzere Bildwechsel haben. Das Auge hat kaum noch die Möglichkeit, sich zu orientieren.

    Hoffentlich wird Rogers Konzertfilm in dieser Beziehung besser! Hier hoffe ich auch darauf, dass es zwei Versionen geben wird: Eine normale Version mit Details usw. und eine Version, die nur eine Kameraeinstellung hat: vom Mischpult aus …

    Rudi

    • Arne Arne sagt:

      Auch in Bad Oeynhausen war es eine Vorführung in Zimmerlautstärke. 🙁 Leider waren auch nur knapp 30 Leute im Saal. Im Vergleich zu einem der unzähligen völlig hektisch geschnittenen U2 Konzertfilme fand ich es noch halbwegs angehnehm ruhig. Super8 nervte zum Ende hin etwas. Sonst scheint der Sound aber gut abgemischt gewesen zu sein. Für können und auf die Blu Ray freuen denke ich.

  4. Simon sagt:

    Hey Werner,

    danke für deinen Bericht. Schade, dass ihr derartige Probleme mit dem Sound hattet. Habe das Konzert am Mittwoch auch gesehen und der Sound war nicht nur laut, sondern auch sehr deutlich. Für die Aufführung wurde sogar der größte Kinosaal mit der stärksten Beschallung ausgewählt.

    Mit dem Schnitt der DVD bin ich sogar recht zufrieden – auch, dass nur selten mal das Publikum oder einzelne Fans im Bild waren – dafür wäre mir das Konzertereignis und die „verlorenen“ Momente mit Blick auf die Band einfach zu kostbar. Andere Konzert DVDs wechseln das Bild nahezu im Sekundentakt, viel zu schnell und hektisch, wenn man mich fragt. Da war ich froh, die Musiker um Led Zeppelin auch mal länger als zwei, drei Sekunden sehen zu können.

    Highlight der DVD: Kashmir & No quarter (hatte RP bei zweitem Song Tränen in den Augen?)

  5. Karl sagt:

    Also ich musste den Termin 17.10 arbeitsbedingt sausen lassen.
    Aber dafür am Montag…:-)
    Bei Kashmir bekomme ich nach wie vor die Gänsehaut (und das nach bereits 37 Jahren die das Lied am Buckel hat).
    Neben Floyd und Zeppelin zählt noch Black Sabbath zu meinen Haus- und Hofbands. Leider wurde ja die Tour wegen der Krankheit von Tony Iommy abgesagt .

  6. Werner sagt:

    Noch eine Frage an die LZ Insider: Welchen Dave sprach Robert Plant an, als er einmal sagte: „Dave did you like it“?

    Doch nicht unseren oder?

    • Arne Arne sagt:

      Denke nicht. Der war zwar wohl auch da, aber Freunde nennen ihn ja bekanntlich nicht Dave sonder David. Dave Grohl könnte evtl gemeint gewesen sein… Man findet aber auch nix dazu im Web nach erster schneller Analyse

  7. Oskar Oskar sagt:

    hallo. habe mir den film am mittwoch im cineplexx in Bozen angesehen.
    ich fand den Schnitt des Films eigentlich ganz gut, allerdings war auch ich von den toneinstellungen im Kino enttäuscht. anfangs zu leise, kein surround….
    Jason Bonham war der Hammer (of the gods)!

    bzgl. Jimmy Page Album glaube ich zu wissen, dass dieser erst kürzlich ein Album veröffentlicht hat, allerdings nur online zum downloaden für registrierte Kunden seiner Homepage!!

  8. Felix Untersteiner Felix Untersteiner sagt:

    Falls es jemanden interessiert, der led zeppelin film, spielt nun auch morgen 22.10 in klagenfurt im cinecity! 20 uhr!

  9. Tom sagt:

    henning hat schon alles zusammengefasst. box ist bestellt.
    stimmt, ich finde auch das jason sehr gut trommelt. wie aber schon nick zurecht festgestellt hat, gibt es kaum ( oder gar keine) filmsequenz wo er mal z.b. 10 sec oder länger trommeln zu sehen ist, das bedaure ich auch.
    höhepunkte für mich:
    Trampled Underfoot, in my time of dying, nobodys fault but mine (wir musssten sofort an knebworth 79 denken), NO QUARTER> wie JPJ ganz wunderbar an seinem, aus einem Stück Aluminium geschnitzten Piano, brilliert:-), Kashmir, For your Life, D&C, SILY, WLL.

    die 8mm sachen fand ich gut, aber wie hier zurecht schon festgestellt wurde, zu inflationär.

    die reminiszensen von Percy an die Wurzeln ihrer Musik (im ersten drittel des sets) fand ich auch sehr gut.

    und jimmy wie immer göttlich an der gibson!

    schönes schlußbild wie alle 3 zu JB am kit aufblicken und den schlußakkord setzen!

    gruß, tom

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