Arte zeigt More

Pink Floyd More Blu-ray

Nächsten Montag am 24. August um 21:45 Uhr zeigt Cinema.arte: More. Barbet Schroeder’s Film „More“ entstand 1969. Der Film erschien 2008 auf DVD erstmals mit deutschen Untertiteln. Im Fernsehen habe ich „More“ so weit ich weiß noch nicht gesehen. Ich erinnere mich noch an die Zeit, als ich mit großer Spannung auf die Kopie einer Kopie einer Kopie wartete!

More – Film

112 min, Luxemburg, 1969
Autor: Barbet Schroeder
Darsteller: Klaus Grünberg, Mimsy Farmer, Michel Chanderli, Heinz Engelmann, Louise Wink
Drehbuch: Paul Gégauff, Barbet Schroeder
Kamera: Néstor Almendros
Musik: The Pink Floyd
Produktion: Jet Films, Les Films du Losange
Produzent: Barbet Schroeder
Regie: Barbet Schroeder
Schnitt: Denise de Casabianca, Rita Roland

Image: HD, 16/9
Ton: Mono

Stefan, Student aus Norddeutschland, bricht alle Brücken hinter sich ab und macht sich auf den Weg nach Süden. Die erste Etappe seines Trips führt ihn nach Paris, wo sich der naive und unerfahrene junge Mann mit dem Kleinkriminellen Charlie anfreundet. Gemeinsam begehen sie Wohnungseinbrüche, und Charlie nimmt Stefan mit zu Partys, wo die Pariser Szene Tequila trinkt, kifft und knutscht. Stefan lernt Estelle kennen und verliebt sich in die hübsche, unkonventionelle Amerikanerin.
Sie schlägt ihm vor, sie nach Ibiza zu begleiten, wo sie den Sommer verbringen will. Auf der sonnigen Mittelmeerinsel verhält sie sich allerdings zunächst abweisend. Stefan spürt, dass sie ihm etwas verbergen will. Misstrauisch fragt er sich, was sie mit dem Hotelbesitzer Wolf zu tun hat, einem älteren Deutschen mit Nazivergangenheit. Als Stefan und Estelle in ein einsam gelegenes Haus ziehen, kann Estelle nicht mehr verheimlichen, dass sie Heroin nimmt.
Sie überredet ihn, es auch zu versuchen. Zunächst widerstrebend lässt Stefan sich darauf ein und verfällt der Droge. In den folgenden Wochen verbraucht er das Heroin, das Estelle Wolf gestohlen hat. Der aber hat seine Methoden, sich das, was ihm gehört, zurückzuholen.
„More“ führt in die Welt der Subkultur Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre. Ihre Protagonisten träumen von einem Leben jenseits des Bürgerlichen und stillen ihren Erfahrungshunger, indem sie sich auf Reisen begeben. Auch auf die Reise in andere Bewusstseinszustände. „More“ ist eine fatale Liebesgeschichte, in deren Verlauf ein naiver Mann gänzlich einer Frau und den Drogen verfällt.

Seit einiger Zeit ist der Film auch als Blu-ray erhältlich.

Blu-Ray/Region A/B/C DVD: TON: Englisch ( Dolby Digital 2.0 ), Englisch ( Dolby Linear PCM ), Englisch ( Untertitel ), WIDESCREEN (1.66:1)

More – Album

Die Filmmusik zu „More“ ist eine Auftragsproduktion von Regisseur Barbet Schroeder, der eine Filmmusik für sein etwas verrücktes Roadmovie brauchte. Die Begeisterung, mit der Pink Floyd reagierte, machte das Manko an Erfahrung der Gruppe im Bereich der Filmmusik glücklicherweise wett. An manchen Stellen findet man die psychedelische Stimmung ihrer ersten Aufnahmen wieder. Besonders bemerkenswert aber sind die Qualität und die Genauigkeit, mit der die Texte geschrieben sind. Mit melancholischen Balladen wie „Cirrus Minor“, „Crying Song“ und „Green Is The Color“ scheint Roger Waters sich auf zukünftige Werke wie „Wish You Were Here“ und viel später auch „The Wall“ vorzubereiten. David Gilmour hingegen schärft seinen lyrischen Stil („The Nile Song“). Die überraschende Mystik, die More widerspiegelt, hat das Album zu einem Kultalbum werden lassen.

More (1969)

More wurde am 27. Juli 1969 veröffentlicht.

Band:
David Gilmour – Gitarre, Gesang
Nick Mason – Schlagzeug, Percussion
Roger Waters – Bass, Gesang
Richard Wright – Orgel, Piano

Songs:
01. Cirrus Minor (Waters) 5:18
02. The Nile Song (Waters) 3:26
03. Crying Song (Waters) 3:33
04. Up The Khyber (Mason/Wright) 2:12
05. Green Is The Colour (Waters) 2:58
06. Cymbaline (Waters) 4:50
07. Party Sequence (Waters/Wright/Gilmour/Mason) 1:07
08. Main Theme (Waters/Wright/Gilmour/Mason) 5:28
09. Ibiza Bar (Waters/Wright/Gilmour/Mason) 3:19
10. More Blues (Waters/Wright/Gilmour/Mason) 2:12
11. Quicksilver (Waters/Wright/Gilmour/Mason) 7:13
12. A Spanish Piece (Gilmour) 1:05
13. Dramatic Theme (Waters/Wright/Gilmour/Mason) 2:15
Gesamt: 44:56 Minuen

Die Tracks 4, 7, 8, 10, 11, 13 sind instrumental.

Ich danke Gerhard für die Information!

9 Antworten

  1. Felix Untersteiner Felix Untersteiner sagt:

    arte hat den film schon mal gezeigt, soweit ich mich erinnere im gegensatz zur dvd auf deutsch, und nicht mit untertitel!

  2. Mike sagt:

    Nö, so war es nicht, denn „arte“ strahlte „More“ am 30.06.2004 als Original mit Un­ter­ti­teln aus! Am nächsten Tag wurde „Zabriskie Point“ gesendet. Ich habe beides damals aufgenommen!

  3. TAFKADC sagt:

    Gerade auf Arte gesehen. Was für ein furchtbar dilettantischer Mist. Kaum auszuhalten nach heutigen Qualitätsmaßstäben. Früher war halt doch nicht alles besser… 🙁

    • GeckoFloyd GeckoFloyd sagt:

      Nein, das stimmt nicht! Sorry, aber es ist absoluter Quatsch ein Werk von 1969 mit heutigen „Qualitätsmaßstäben“ zu bewerten!
      Mir fällt dazu ein, ich kannte mal einen Opern-Experten, für den ist Caruso der beste Tenor aller Zeiten, obwohl es von dem nur kratzende Schellack-Aufnahmen in Mono gibt! Think about it!
      Ehrlich, man muss den Film im Kontext der Zeit sehen! Es ist ein schockierender Anti-Drogenfilm, nicht nur weil der Protagonist am Ende stirbt, sondern weil der Film auch sehr gut aufzeigt, wie selbstverständlich damals der Konsum zweifelhafter Substanzen wohl war.
      Zu meiner Schulzeit, gut zehn Jahre später, war der Anti-Drogenfilm schlechthin CHRISTIANE F – WIR KINDER VOM BAHNHOF ZOO, ich weiss noch, wie ich damals schockiert über diesen den Film war (Musik: David Bowie, haste den gesehen?) und genauso stelle ich mir die Wirkung von MORE bei den Jugendlichen von ’69 vor!
      Ich habe mir den Film MORE erst vor ca. einem Monat das erste Mal angeschaut, nachdem ich den Soundtrack mal wieder gehört habe, das „Main Theme“ ist einfach nur phantastisch! Ich hatte so was abgedrehtes wie ZABRISKI POINT oder OBC erwartet, doch ich bin richtig angenehm überrascht, dachte schon, die Musik wird mich vom Film ablenken, aber die Handlung des Films zog mich in seinen Bann, wie es nur gute Filme können…;-) So long + Cheers 🙂

      • TAFKADC sagt:

        Sorry-die 70er sehe ich leider etwas weniger verklärend. Gerade der „Kultfilm und die Verfilmung“ Christiane F. hatten durchaus Aufforderungscharakter für die damalige schwäbische Landbevölkerung, welches es magisch nach Berlin zog-da blieben einige auf der Strecke. Neugier war und ist immer noch keine Abschreckung-schließlich hat es Christian F. ja überlebt. Ein „gutes“ hatte das Buch dann wenigstens für die Autorin, garantierten die Einnahmen ein lebenslanges Dasein als Heroinjunkie (sic)
        Zu More. Sicher ist das eine Sache der persönlichen Sichtweise und des eigenen Anspruches. Ich fand den Film nicht nur, in Bezug auf damalige Verhältnisse, unfreiwillig komisch, sondern in allen Punkten, wie z.B. Kameraführung, Dramaturgie, schauspielerische Leistung, Spannungsaufbau, Handlung, „Synchronisation“, etc. schlecht. Will gar nicht wissen was sich der Regisseur selbst reingepfiffen hat. So ganz daneben scheine ich nicht zu liegen, den das „Lexikon des internationalen Films“ schreibt:

        „Ein untauglicher Versuch, den Drogenkonsum junger Menschen aus ihrem Lebensgefühl zu erklären: klischeehaft gestaltet, dilettantisch gespielt“

        • aj sagt:

          Stimmt Du kannst gar nicht falsch liegen, wenn es schon das „Lexikon des internationalen Fillms“ schreibt. Chapeau!

          Auch richtig ist, dass Schwaben heute stellenweise entvölkert ist, da ganze Generationen nach Ansicht des Filmes Christane F. nach Berlin gezogen sind und an der Nadel hängen. Da kann ich nur sagen, ich bin froh dass ich kein Schwabe bin. 😀

          • TAFKADC sagt:

            Tatsache ist das ein großer Teil, besonders aus dem schwäbischen, sich in den 70ern vorm Wehrdienst drückte und nach Berlin übersiedelte. Auch heute lieben die Schwaben Berlin, was nicht auf Gegenseitigkeit beruht. (Schwabenhass-Wikipedia) Anderseits haben die Schwaben, aufgrund iher Arbeitsmentalität, den Urberlinern dann doch etwas Bruttosozialprodukt beschert 😉
            Bin froh das ich halb Österreicher, halb Alemanne bin 🙂

  4. Kalli sagt:

    Wir hatten gesten einen haufen Spaß mit der unglaublichen Mimsy Farmer als Cymbaline und Herrn Dr. „Strange“ Ernesto Wolf. Ich hab die Ausstrahlung zum Anlass genommen, einen gemütlichen Fernsehabend mit guten Freunden zu veranstaltet. Natürlich kann man sich über viele Szenen wünderbar amüsieren, aber gerade das unprofessionel spielerisch Improvisierte spiegelt doch zumindest einen wichtigen Teilaspekt der Sechziger ganz wunderber wider.
    Mich interessiert an diesem Film natürlich vor allem, welchen Einfluß dieser auf die Musik der frühen Floyds genommen haben könnte. Der tiefenentspannte und mystische Soundtrack ist vielleicht sogar mein liebstes Album überhaupt!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.