Alexander Gorkow über The Endless River und Prinz Lillifee mit der Zaubergitarre!

The Endless River

Einige von euch haben ihrer Begeisterung über Alexander Gorkow´s „The Endless River“ Bericht, dass Wort Bericht trifft so ganz und gar nicht, in der SZ-Wochenendausgabe, freien Lauf gelassen. Die Neugierde über das von Gorkow Geschriebene stieg stetig an, in Österreich erhält man die SZ nicht so ohne weiteres, und die Freude groß als der Text eintraf!

Ich habe ja auch schon einiges gelesen in den vergangenen Jahrzehnten aber so etwas ist mir noch nicht untergekommen! Ich zitiere das Ende daraus:

Der erste klassische Pink Floyd Song seit 20 Jahren, von Gilmour frisch eingesungen, ist Ausdruck dessen und er beendet dieses Album. Er heißt „Louder Than Words“, und nicht einmal sehr, sehr, sehr hartleibige Gemüter werden leugnen können, dass dieser Song mehr ist als ein Song: Er ist ein unter die Haut gehender Schlussakt. Nach fast 50 Jahren Bandgeschichte, singt der fast 70-jährige Gilmour mit einer Stimme von 100 Bären: ‚We bitch and we fight/ But this thing that we do/ It’s louder than words/ The sum of our parts/ The beat of our hearts/ It’s louder than words.‘

Es ist ein sagenhaft elegantes Lied, es erinnert ungemein an Leonard Cohen, und wie alle wirklich großen Songs von Pink Floyd oder Gilmour kommt er so elegisch angefahren wie ein Jaguar E-Type auf einem Kiesweg im verregneten Surrey. Du weißt: Der kann auch anders. Dann denkst du: Mann, ist der schön. Und das war´s dann!

Wie er mit Worten umgeht, das hinterlässt schon ein angenehmes Staunen! Im Grunde genommen sollte ich nachdem ich das alles gelesen habe nicht mehr viel schreiben. Hier wird, hüstel, „etwas“ bescheidener mit Wörtern umgegangen!

Pink Floyd haben das Rezensentengewerbe mehr oder weniger besiegt

Gorkow schreibt in seiner Einleitung, dass Pink Floyd das Rezensentengewerbe eigentlich schon besiegt haben.Und damit hat er recht. Es hat schon so viele Verrisse gegeben, das geht zurück bis in die Anfangstage der Band. Die Kritiker waren der Meinung das „Dark Side Of The Moon“ zugrunde gerichtet wurden, Konzerte der Animals Tour furchtbar waren, Live At Pompeii wurde zum langweiligste Konzertfilm aller Zeiten befunden und so weiter und so fort. Der Band hat dies alles in keinster Weise geschadet. Und meine Meinung hat sich auch keinen Millimeter dadurch geändert!

Ich freue mich sehr über diesen besonderen Artikel von Gorkow, aber es ändert nichts daran, dass wie bei negativen Berichten und Kommentaren, letztendlich die persönliche Meinung zählt, ob es der Musik gelingen wird zu berühren, zu gefallen oder nicht.

Herr Gorkow hat in der Vergangenheit mehrere interessante Gespräche mit Roger Waters, David Gilmour und Nick Mason geführt. Jedes dieser Interviews ging außergewöhnliche Wege, kein Vergleich zu den typischen Interviewmuster anderer Kollegen. Ich möchte euch gerne auf Gorkow´s Buch, das mit einigen seiner Besten Interviews u.a. auch mit Mason und Gilmour, aus der SZ-Wochenendreihe hinweisen: Draußen scheint die Sonne: Interviews mit….

Ich danke Henning für die unerwartete Rettung!

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11 Antworten

  1. Werner Dornhardt sagt:

    Der SZ Artikel ist super, mit Waters geht er etwas hart ins Gericht. Aber ich habe viel gelacht „Prinz Lillifee mit der Zaubergitarre“. Sehr schön.

    Ich hoffe, dass der Paketlieferant am 07. früh genug da ist, dass ich es noch in Empfang nehmen kann, bevor ich ins Büro muss…oder… ich glaub ich nehm mir den Tag frei, einen Urlaubstag hab ich noch…

    • Don Corleone sagt:

      Und: „The Endless River“ wird dafür sorgen, das Quadrupelmillionen Pink-Floy-Fans vom 07. November an schnurren wie exzessiv gekraulte Kätzchen.“

    • Heiner aus Berlin sagt:

      so, jetzt bin ich richtig hungrig. Ich mag die Art, wie Gorkow schon seit langem immer wieder über Pink Floyd schreibt und ich würde ihn gerne lesen und mir auch zur neuen Platte packen.
      ABER ich finde ihn nicht.
      Kann mir jemand helfen? Wie komme ich da ran?

  2. Don Corleone sagt:

    SZ:
    „Es gibt Momente, da ,meint man hier allerine im Raumanzug durchs All zu schweben, und plötzlich fängt man Signale von der Erde auf. Das streift, da hatten Pink Floyd noch nie ein Problem mit, hier und da Regionen schmatzender Wohlgefälligkeit. Einmal röhrte sogar das Softporno-Instrument Saxofon los, wenn auch nicht lange.“

    Höre ich da eine leichte Ironie? Anscheinend bin ich nicht der Einzige der das Sax nicht so brüllend findet. Ansonsten geschätze 9-9,5/10.

  3. Torsten sagt:

    Hallo ,
    könne mir jemand den Link zum SZ-Artikel schicken ?
    Besten Dank schon mal !

  4. manni sagt:

    Hab den Bericht schön eingeschweißt…kommt als Beilage zur LP!
    ….den Zeit-Artikel fand ich aber genau so gut…und sogar mit mir unbekannten Gruppenfoto..

  5. Tom sagt:

    Zitat:

    „Die eigentliche Signatur dieser Band aber ergibt sich aus den von 1971 und 1977 eingespielten Alben (…) beginennend mit dem herrlichen Saint-Tropez-haften Flow der „Meddle“ endend mit der unterschätzten rohen „Animals“ die klingt, als würden rotzwütende Hippies eine Blumenwiese platttrampeln.“

    Die Climax und das „Live-Vermächtnis“ dieser Zeit und dieser Band wird genau am 06.Juli 1977 gegen Mitternacht erreicht, als sie zu fünft knapp 27min „Shine on you crazy Diamond 6-9“ nicht einfach nur „spielen“ sondern erlebbbar machen, fühlbar, hörbar bis in den letzten Sinneswinkel des eigenen Körpers. Alles was diese Band ausmacht kommt, für mein Empfinden, genau dort zum Ausdruck.

    Danke Alexander Gorkow (mal wieder) für einen überaus gelungenen Artikel der der Band und deren Schaffen bis zu „The Endless River“ würdevoll, angemessen und krtisch begegnet.

    Letzter Absatz des Gorkowschen Artikels ( siehe oben, von Werner schon erwähnt) brilliant und nicht zu übertreffen!

    gruß, Tom: noch 4 Tage

    • Werner Werner sagt:

      @ Tom,
      genau diesen Song, Shine on you crazy Diamond 6 – 9, von diesem Konzert Montreal 6.7.1977, habe ich vergangene Woche mit zwei Freunden gehört!
      Die Energie der Musik, die aus den Lautsprechern kam, löste bei den Zuhörern Gänsehaut am ganzen Körper aus!! Ich muss mich deiner Einschätzung anschließen!!

  6. Tom sagt:

    Ja, Werner, fantastisch, j-e-d-e-s-m-a-l!

    „The Sum of our Parts“ -Louder than words.

    Ich persönlich lese aus dieser Zeile eben auch den Bezug zu der Zeit vor 1985 der sich an jenem Juli Abend 1977 in Vollendung entlud.

    Was hat das alles mit den Artikel von Gorkow zu tun?

    Sehr viel denke ich, da er gekonnt den Bogen von der damaligen Zeit („Signatur der Band“) zu dem hier und jetzt („Surrey“, „Jaguar“) spannt und womöglich (mir) sagen möchte:

    „Wir mögen und achten das was Ihr jetzt macht und schätzen und erinnern uns [trotzdem gern] an die Zeit von damals“. Oder so;-)

    Ich für meinen Teil interpretiere auch das „we bitch an we fight/but things that we do/its louder than words/the sum of our parts/the beats of our hearts/its louder than words“ eben als keinen „Affront“ gegenüber den brillianten Worten von Roger sondern eher dahingehend, dass sie eben zusammen trotz aller Querelen und fruchtbaren Streitigkeiten Großes und Bleibendes geschaffen haben. In Wort und Ton. [Womöglich]eine versöhnliche Geste an Roger! Zurecht.

    Ich meine mich jedoch zu erinnern, dass Dave und Nick eher die Zeit 87-94 meinten, als sie über LtW sprachen, jedoch kann ich mir kaum vorstellen, dass Ihnen die „Doppelbödigkeit“ des Textes nicht bewusst war;-) ……….ich habe jedoch meine Interpretation gefunden:-)

    Gruß, tom

  7. Olaf sagt:

    Auf Youtube gibt es seit heute das 9min-EPK-Video zu sehen. Amazon hat das zwar auch (mit deutschen Untertiteln), aber da ist das Video so winzig, das man nur wenig erkennen kann. Hier der Youtube Link: The Endless River – The full 9min EPK
    Gruß, Olaf

  8. GeckoFloyd GeckoFloyd sagt:

    Ja, der Artikel in der SZ ist phantastisch! Habe mich sehr darüber gefreut. Ich lese sehr selten etwas, das mein oder eigentlich der meisten Floyd-Fans Empfinden für Floyd so gut wiederspiegelt. Ein würdevoller Abschied, hope to see you in London, Prinz Lillifee 😉

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