Roger Waters: Pink Floyd’s Banner ist immer noch extrem leistungsstark

Roger Waters 2.5.2018 Budapest
Foto von Thomas Zeidler

Die Frankreich Konzerte der „Us+Them“ Europa-Tour am 9.5. Lyon, 8.+9.6. Paris und 16.6. Lille stehen noch aus. Grund genug für Roger Waters sich den Fragen französischer Journalisten zu stellen! Im Wochenmagazin Paris Match erschien jetzt eines dieser Interviews! Interessant zu lesen, dass Waters den Namen von Pink Floyd sehr hoch einschätzt! Ohne diesen würde er viel weniger Karten verkaufen!

Wie hat die amerikanische Öffentlichkeit auf Ihre Angriffe auf Trump reagiert?

ROGER WATERS: 99% der Leute schienen zuzustimmen. Ja, einige Leute verließen den Raum und sagten: „Wie kann er es wagen?“. Aber wie kann der Engländer das sagen was er denkt? Müssen wir Deutsche sein, um Hitler zu kritisieren?

Teilen Sie Ihre Kämpfe mit Ihren Kindern?

ROGER WATERS: Meine Kinder wissen ganz genau wer ich bin! Sie haben die Intelligenz ihren eigenen Weg zu finden. Harry, mein ältester Sohn, interessiert sich nicht für Politik. Meine Tochter ein bisschen mehr. Und der Letzte hat das mit 21 noch nicht realisiert. Ich bin mit 16 Jahren auf Straßen Londons unterwegs gewesen! Aber die Dinge haben sich geändert, wir sind ekstatisch vom letzten „Beitrag“ von was weiß ich wem auf Facebook. Es ist eine Art zu schlafen, ein Schaf zu sein. Ein Schaf zu sein ist zum Standard der „Coolness“ geworden.

Du machst Musik um dagegen aufzustehen?

ROGER WATERS: Ich tue was ich kann! Ich glaube an den Widerstand: Wir müssen dem Konsumismus, dem von Coca-Cola verkauften Glück, widerstehen. Es ist dieser Konsumismus, der unseren Planeten immer heftiger zerstört.

Aber Sie verkaufen T-Shirts bei Ihren Konzerten, richtig?

ROGER WATERS: Sie können hinzufügen, dass Leute meine Musik konsumieren. Das Konzert ist der einzige Ort, an dem wir aufeinander achten, man erlebt das Erlebnis einmal und es ist vorbei. Was T-Shirts angeht, haben sie einen echten Wert für diejenigen, die sie kaufen. Manche werden sie fünfzig Jahre lang tragen, wie einen Talisman. Im Gegensatz zum iPhone, das von diesen Idioten von Apple so programmiert wird, dass es nur zwei Jahre hält.

Du hast Pink Floyd vor mehr als dreißig Jahren verlassen. Und wir kommen immer wieder in diese glorreiche Vergangenheit zurück.

ROGER WATERS: Ich würde es vorziehen, wenn es anders wäre. Aber du musst realistisch sein. Wenn ich nur die Songs wähle, die mir wichtig sind, würde ich dann so viele Tickets verkaufen? Nein. Das Pink Floyd Banner ist immer noch extrem leistungsstark. Die meisten Zuschauer wissen nicht, was ich unter meinem eigenen Namen gemacht habe, sie kommen hauptsächlich aus Nostalgie. Das ist okay für mich.

Wie fühlst du dich, wenn jemand, der ein „Dark Side of the Moon“ T-Shirt trägt, dich auf der Straße anspricht?

ROGER WATERS: Wenn ich „Eclipse“ singe, fühle ich mich genauso wie 1973, als ich das Studio betrat und ich zu Nick, David und Rick sagte: „Das ist es, ich habe das Ende!“ Ich habe ihnen das Lied vorgespielt, das über den wahren Sinn des Lebens spricht und wir haben es aufgenommen. Jede Nacht sage ich mir: „Ja, das Leben ist wirklich real und wichtig.“ Alles zusammen beweist es.

Das muss ein magischer Moment gewesen sein, als Waters ihnen erstmals „Eclipse“ vorspielte!

Quelle: Paris Match: Roger Waters: „La bannière Pink Floyd est encore très puissante“

Foto von Thomas Zeidler

7 Antworten

  1. scarecrow sagt:

    „Wenn ich nur die Songs wähle, die mir wichtig sind, würde ich dann so viele Tickets verkaufen? Nein. Das Pink Floyd Banner ist immer noch extrem leistungsstark. Die meisten Zuschauer wissen nicht, was ich unter meinem eigenen Namen gemacht habe, sie kommen hauptsächlich aus Nostalgie.“

    Ich finde es sehr schade, dass Waters so denkt. Für die Setlist hätte ich mir etwas mehr Mut gewünscht. Ich glaube die ganze Sache würde auch z.B. ohne „Another Brick In The Wall“ oder „Comfortably Numb“ gut oder sogar noch besser funktionieren. Ich wüsste gerne mal, wie Waters‘ Songauswahl aussehen würde, wenn er nicht auf die Fans Rücksicht nehmen würde, die aus Gründen der Nostalgie kommen.
    Bob Dylan und Neil Young machen es meiner Meinung nach richtig. Bob Dylan vielleicht etwas zu extrem aber ich fand es klasse.

    • Werner Werner sagt:

      Stimme dir zu! Mehr Mut zum eigenen Material hätte Waters nicht geschadet – einfach deswegen weil sie so gut sind! Immerhin spielt er einige neue Songs! Da bin ich sehr froh darüber! Leider nicht der Titelsong!

      Die Setlist ist halt kein Wunschkonzert der Fans! Irgendwie habe ich das Gefühl, dass Nick Mason die allerbeste Setlist überhaupt spielen wird, wenn auch gänzlich ohne Solomaterial! 😉

  2. Johannson sagt:

    Jo, der Titelsong das wär‘s…
    Hotel gut, Nähe , was Du hast (in Zagreb), und ich suche, suche, suche…

  3. Niklas sagt:

    Die Antwort auf die erste Frage ist so geil. Aber das ist halt Roger Waters. Er ist der Typ von Mensch, der das sagt, was er denkt.

  4. Kalli sagt:

    Ich dachte immer, das Ende von Dark Side – Brain Damge und Eclipse – hätte schon vor den Studio Sessions fest gestanden. Wurden die beiden Stücke nicht schon Anfang ’72 live aufgeführt?

  5. 4D/ Jörg Spangenberg sagt:

    Das Demo müsste man haben! Weiss wer, wo man es finden kann?

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