Roger Waters 15.9.2010 Toronto Air Canada Centre

Roger Waters 15.9.2010 Toronto Air Canada Centre

In Toronto startete das größte Rock-Spektakel aller Zeiten: Nach 29 Jahren bringt Roger Waters The Wall wieder auf Tour, als brisant-politische Multimedia Show. Schon nach nur fünf Minuten gab es hunderte Explosionen, fahnenschwingende Propaganda-Soldaten auf Hebebühnen und eine Flugzeug das nach Flug über das Publikum in einer Mauer explodierte. 29 Jahre nach dem Pink Floyd Ende bringt Roger Waters die Musik-Legende The Wall wieder auf Tour. Am Mittwoch wurde beim Tourstart im Air Canada Centre in Toronto schon beim Eröffnungssong „In The Flesh“ der Mythos von der größten Show aller Zeiten bei weitem übertroffen.

The Wall Tourstart in Toronto von Thomas Zeidler

Für alle die sich noch nicht sicher sind ob die neue The Wall Fassung von Roger Waters auch wirklich gut ist, hört euch Thomas Zeidlers Kommentar, für Radio-Antenne-Wien, über den Tourstart an! Der Moderator ist zwar nicht gut vorbereitet, aber das ändert nichts an Thomas Begeisterung für die Show!

Anfang der 80er aufgrund der Komplexität weltweit nur in vier Orten technisch möglich stellt The Wall anno 2010 alle Konzert- und Show-Erlebnisse in den Schatten. Das 50 Millionenfach verkaufte Depri-Epos wird von Waters als Multimedia-Show mit von Avatar-erpobtem 3DEffekten, riesigen Show-Puppen (Another Brick In The Wall) und einer 72 Meter breiten und 12 Meter hohen Mauer, die während dem ersten Teil der zweistündigen Show zwischen Band und Publikum aufgebaut wird, inszeniert.

The Wall 2010 aktueller und beklemmender denn je!

Lässt Waters als Intro zur deutlich Politischeren The Wall-Version u.a. Show-Obdachlose mit Einkaufswagen und „No Thought Control“-Schildern durch die 20.000 Fans ziehen, so wirkt die 31 Jahre alte Story der Isolation und faschistische Agiatur nun aktueller und beklemmender denn je. Zu Hymnen wie „The Happiest Days Of Our Lives“ oder „Another Brick“ Part III lässt er Bilder vom Sarkozy, Obama oder Bin Laden über die als Mega-Bildschirm dienende Mauer projizieren. Dazu liefert er zum Welthit „Mother“ plakative Wortspiele (Big Mother is watching you) und bedient sich bei „Goodbye Blue Sky“ der Logo-Übermacht von Weltkonzernen wie Shell, Mercedes oder Apple (iKill)
So wie in den 80er wird während der zweistündigen Show nur das Kultwerk The Wall dargeboten in seiner vollen Länge und mit epischer musikalischer Freiheit (The Show Must Go On) und keinerlei Zugaben. Neu ist nicht nur die grandiose Symbiose zwischen Musik und Multimedia-Show im 3D-Feeling, sondern auch Waters Auftreten: seine Rolle als faschistisch agierende Erzähler absolviert er nun im Rapper-Outfit mit Kapuzen-Sweater und Sonnenbrille. Nach grandiosem Multimedia-Showdown samt fliegendem Schwein (Run Like Hell) und vom Alan Parker-Film adaptierten Trickfilm-Sequenzen wird die Mauer schließlich zum Einsturz gebracht. Noch bis Ende Juni weltweit in über 100 Städten – nur in Österreich nicht: Für diese Show ist selbst die Stadthalle zu klein!

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