Jüdische Gemeinde Düsseldorf fordert Boykott von Roger Waters The Wall

Roger Waters 23.8.2013 Wien Ernst Happel Stadion

30.8.2013: Vor dem The Wall Konzert in Wien wurde berichtet, dass die Israelitische-Kultusgemeinde-Wien empört ist, wegen des Davidsterns auf der fliegenden Sau. Bei der Veranstalterin (LS Konzertagentur) und bei der für das Stadion zuständigen Wiener Stadthalle GmbH wurde deswegen Protest eingelegt. Die Kultusgemeinde überlege sich außerdem weitere Schritte. Welche Schritte gemeint waren, das weiß ich nicht. Vielleicht eine Anzeige nach dem Wiederbetätigungsgesetz? Krass diese Vorwürfe!

Waters feiert 70er in Düsseldorf

Wenige Tage vor seinem Konzert in Düsseldorf am 6. September gehen die Wogen wieder hoch. „Roger Waters ist ein geistiger Brandstifter, für den es in unserer Stadt kein Forum geben darf„, erklärte Gemeindeverwaltungsdirektor Michael Szentei-Heise am Donnerstag.

Mehr über den Boykott Aufruf könnt ihr beim Spiegel Online lesen: Jüdische Gemeinde fordert Boykott von Roger Waters The Wall.

Info: Arne Sigge

73 Antworten

  1. Martin sagt:

    Ich zitiere mal weiter aus dem Statement der Gemeinde:
    „Das gesamte Bühnenbild weckt eindeutige Assoziationen an die Reichsparteitage und die Propaganda der NSDAP“, sagte Szentei-Heise. „Es macht Angst, wenn Zehntausende diese Veranstaltung besuchen und trotz antisemitischer und nationalsozialistischer Symbolik zu Roger Waters Musik feiern, tanzen und applaudieren.“

    Ist das nicht PEINLICH? Unwissenheit oder Halbwissen ist oft schlimmer als pure Dummheit!

  2. Felix Untersteiner Felix Untersteiner sagt:

    so armseelig….

  3. Kowalski sagt:

    Daran merkt man wie gewisse Menschen immer mehr, ich würde mal sagen – verdummen. Das ist immer noch Show und wird wie im Film auf die Bühne gebracht. 1979/80 oder im Film hat sich keiner aufgeregt. Die jüdigen Organisationen fühlen sich doch immer angegriffen. Er ist Engländer und richtet sich eindeutig gegen Faschismus. Aber das wissen die Floydfans ja.

  4. Emanuel sagt:

    Ich erlaube mir hier mal drei absolut subjektive Bemerkungen:

    1. Waters Versuche seine Neuinszenierung von „the wall“ zusätzlich politisch aufzuladen, empfinde ich als eher peinlich. Einfach einen Davidsstern auf die Sau zu malen ist nicht wirklich ein substanzieller Beitrag zur Problematik der Grenzmauer zwischen Israel und den Palästinensergebieten.

    2. Dass sich eine jüdische Gemeinde dadurch unangenehm berührt fühlt, kann ich nachvollziehen. Der von Martin zitierte Auszug aus dem Statment der jüdischen Gemeinde Düsseldorf ist jedoch ebenfalls hochgradig peinlich. Die politische Position von the wall ist, wenn auch hochgradig plakativ, selbstverständlich absolut antifaschistisch.

    3. Dieses peinliche Missverständnis von Waters Werk verweist jedoch auf ein Grundproblem von the wall, insbesondere der live-Aufführungen. Waters zeigt uns einen Rockmusiker, der in einer Lebenskrise seine „Bühnenmacht“ dazu missbraucht, um seine Zuschauer aufzuhetzen und seine faschistoiden Parolen unters Volk zu bringen. Selbstverständlich meint er dies absolut kritisch und warnend.
    ABER: Als Zuschauer erleben wir gerade „run like hell“ als total geilen Stadionrocksong, der dazu mit den bestmöglichen Licht- und Projektionseffekten als totaler Sinnesrausch zelebriert wird. Das Publikum macht begeistert mit, obwohl der Text dieses Songs (natürlich bewusst kritisch gemeint) zum Kotzen ist. Er ist ja schliesslich ein Aufruf zu Mord und Totschlag an Minderheiten. Aber ist sich die Masse dessen bewusst? Die einzig richtige Reaktion (die eigentlich auch Waters gefallen müsste) wäre die totale Verweigerung des Publikums in diesem Teil der Show. Man stelle sich vor, das ganze Publikum dreht für 10 Minuten der Bühne den Rücken zu und verweigert dem faschistoiden Pink die Gefolgschaft. Das wäre der wahre Geist von „the wall“. Stattdessen werden munter die Fäuste gereckt und Waters scheint das Spiel selber zu geniessen. Irgendwie blieb bei mir damals 2011, als ich die Show in Zürich gesehen habe, ein ungutes Gefühl zurück, das sich bis heute nicht ganz aufgelöst hat.
    Was meint ihr dazu?

    • Henning sagt:

      Hallo Manuel,

      ich halte gerade den von Dir unter Pkt. 3 beschrieben Abschnitt der Show für ein der stärksten Momente der Wall-Show. Gerade weil diese Ambivalenz oder Mehrdeutigkeit (abstoßende, faschistoide Bühnenszene / mitreißende Musik) NICHT aufgelöst wird und man auch den Konflikt der Hauptfigur buchstäblich am eigenen Leib und als Teil einer größeren Masse spürt. Man fühlt in dieser Szene die Wut und Raserei ebenso wie Pinks Ohnmacht und Hilflosigkeit. Ich glaube auch nicht das das Publikum diese ironische Brechung entgeht. Insb. der Moment wenn nach dem „psychedelischen“ Mittelteil in RLH der Beat wieder einsetzt und zum Refrain das Wikileaks Video vom Hubschrauberangriff auf die Reporter gezeigt wird, halte ich für sehr stark gemacht. Da bleibt einem ein „Kloß im Hals“ und ich denke, dass das durch diese doppelbödige und schockierende Inszenierung gut erreicht wird.

      Gruß + schönes Wochenende
      Henning

      Vielleicht einschränkend dazu: die Stadion-Version habe ich bislang nicht gesehen, am Mittwoch dann…

  5. Simon sagt:

    Nun, ich denke, dass ein Aufkommen solcher Vorwürfe, gerade wegen Waters‘ stark ausgeprägter antiimperialistischer Haltungen nur eine Frage der Zeit waren.

    @ Emanuel: ja, das war auch bei meiner Show in Düsseldorf 2011 der fade Beigeschmack. Die Grenze zwischen Provokation und Show war mir da leider nicht immer ersichtlich – zumal ich Waters antikapitalistische Bestrebungen nicht nachvollziehen kann, wenn er seine Show selbst im großen Stil vermarktet, Ticket- und Merchandisepreise so hoch sind, dass vom Kapitalismus stark betroffene Menschen (oder eben sozio-ökonomisch schwach gestellte Menschen) gar nicht mal einen Hauch der Chance hätten, einer Show beizuwohnen – diese Gruppe wird dann von einem geschauspielerten und sicherlich nicht schlecht bezahlten Obdachlosen zu Anfang der Show repräsentiert. Die hunderte Millionen, die Waters durch die Shows in den letzten Jahren eingenommen hat, hätten da wenigstens mal zu der ein oder anderen Open-Air-Aufführung für Lau gereicht, oder vielleicht mal einer TV Ausstrahlung. Aber nein, Waters will die Show natürlich noch exklusiv vermarkten, um über DVD VÖ ordentlich Kohle zu scheffeln.

    Und ja: was RUN LIKE HELL angeht – entweder versteht das Publikum den Song nicht und feiert ihn ab (ähnlich auch IN THE FLESH) oder es versteht ihn und schauspielert mit bzw. verkörpert die dumme Masse (was wohl ausgeschlossen werden kann bei den Zuschauerzahlen). Gerade bei diesem Song hätte die Kritik an der Masse selbst und ihrem Verhalten viel besser ausgearbeitet werden können, das ist meiner Interpretation nach sogar immer die „Hauptaufgabe“ bzw. der Sinn von The Wall gewesen. Und leider verkommt dieser ehemals brutale und respektlose Umgang mit dem Publikum (für welchen ich The Wall immer bewundert habe) in dieser großaufgefahrenen Show total.

  6. Oskar Oskar sagt:

    Es ist glaube ich allen hier klar, dass diese Angstreaktionen aus den Jüdischen Kultusgemeinden auf einer Unkenntnis des Kerns von „The Wall“ herrühren. Wer Waters Werk kennt, kennt den (durchaus nicht immer klaren) Inhalt und weiss, dass die faschistoiden Teile eine beißende Kritik an Faschismus, Staatsterrorismus und Rassismus sind. Somit ist für mich die Grundfrage geklärt, dass Waters sicher kein Anti-Semit und kein Faschist ist.
    Dass Herr Waters nicht unbedingt immer sehr kohärent ist (er fuhr mit einem Mercedes vom Hotel zum The Wall Konzert in Wien und „Mercedes“ ist eines der Symbole des Kapitalismus in „Goodbye Blue Sky“) ist auch schon bekannt, wobei es natürlich in der heutigen Zeit schwierig ist kohärent zu handeln.

    Was mich mehr beschäftigt ist eigentlich die Tatsache, dass anscheinend die „Message“ nicht klar genug rüberkommt. Neben Kritik aus den Kultusgemeinden habe ich leider auch im Wiener Publikum Leute ausmachen können, die eindeutig aus dem rechten Lager kamen (T-Shirts „Dem Land Tirol die Ewige Treue“ u.ä.) und bspw. beim Abwurf der „Halbmond-Bombe“ in GBS euphorisch klatschten….

  7. guntmar sagt:

    …..also der Kloß sitzt im Hals, da gehört er ja auch hin!

    Heute, insbesondere im sog. showbiz MUSS provoziert werden, um überhaupt noch Aufmerksamkeit zu bekommen. da steht Waters nicht alleine im Rampenlicht.

    Allerdings wirkt diese Empörung auf mich eher wie ein Aufbegehren um Beachtung um selbst in die Medien zu kommen. Dafür wird Waters jetzt durchs Dorf getrieben.

    1979 waren die Textzeilen „that one looks jewish and that one’s a coon…“
    viel anstössiger in ihrer Wirkung, aber die Texte haben natürlich nicht viele geistig aufgenommen und bearbeitet.

    Sollten wir näher darauf eingehen? No fucking way!

  8. Sunny sagt:

    The Wall ist mE aus vielerlei Gründen eines der bedeutendsten Kunstwerke aller Zeiten, aber darüber mag man noch geteilter Meinung sein. Unstrittig ist: The Wall ist antifaschistisch. Und das Stück funktioniert so beeindruckend und für manche Zeitgenossen so irritierend gut, weil es vor einem Massenpublikum aufgeführt wird und in einigen der beeindruckendsten Passagen (In the Flesh, Run like Hell, Waiting for the worms) das ganze manipulative Instrumentarium (Word und Bild) aufbietet, das alle totalitären Regimes erfolgreich zur Lenkung der Massen einsetzen, um sie in einen Taumel zu versetzen. Man denke nur an die Riefenstahl-Filme zu den NS-Reichsparteitagen, auf die RW vielfach anspielt. Das Publikum wird zu einem wichtigen interaktiven Bestandteil – zum Objekt, dem RW die Verführbarkeit der Massen vor Augen führt, und auch zum Subjekt, weil jeder Einzelne die Chance erhält, an sich selbst und seinen Sitz- oder Stehnachbarn mitzuerleben, wie Massenpsychologie funktioniert: die Neigung, sich von jedem Affekt innerhalb der Masse anstecken zu lassen, und durch „gegenseitige Induktion“ (Freud) wiederum diesen Affekt in sich selbst zu verstärken. Ein Höhepunkt dieses Phänomens ist am Schluß von In the Flesh wahrzunehmen, einer der genialsten psychologischen Zeilen überhaupt, weil sie die Zynik auf eine ebenso logisch-konsequente wie absurde Spitze treiben: „“If I had my way, I’d have all of you shot!“ – Aufbrandender Jubel.
    Wer etwas anderes zu erkennen meint, als daß The Wall antifaschistisch ist, übersieht willentlich oder verkennt irrtümlich all jene die „faschistischen Sequenzen“ des Stücks konterkarierenden ironischen Hinweise, die besonders die neue Live-Show bieten. RW ist ja viel intelligenter, als selbst eingefleischte Fans glauben. Er setzt zB auch den Brechtschen Verfremdungseffekt ein: vor „Mother“, wo er aus seiner Rolle tritt und die Handlung durch seine einleitenden Kommentare unterbricht („..fucked-up poor little Roger“). Jedem Besucher werden bis zum Mauerfall vielerlei Möglichkeiten geboten, eine kritische Distanz zum Inhalt der Show einzunehmen.
    Nur – die Davidsterne. Hier wird er ganz konkret und aktuell, das ist seine ganz persönliche Botschaft, seine Sicht der politischen Gegenwart. Im Grunde, wenn wir im Kontext von The Wall den Faden weiterspinnen, eine unterschwellig demagogische Botschaft, doch diesmal ohne jede Ironie. RW ist sicherlich kein Antisemit. Aber er hat einen sehr einseitigen Standpunkt zum Konflikt im Nahen Osten. Mit einem Mercedes-Stern beleidigt er womöglich einen Konzern, vielleicht auch die Autofahrer, die dieses Modell bevorzugen. Selbst durch ein Kruzifix auf einem Schwein kann sich kein Volk auf dieser Erde beleidigt und angegriffen fühlen. Wohl aber durch einen Davidstern.

    • murph sagt:

      ein standpunkt ist meistens einseitig, weil man muss ja dafür auf einer seite stehen und diese vertreten.

      und warum sich ein ganzes volk (oder sind es nur einzelne funktionäre, welche zwecks selbsterhaltung ihre macht missbrauchen?) von der abbildung(!!) eines davidssterns in einer äusserst durchdachten und alles andere als plumpen kunst-performance angegriffen fühlen soll, muss man mir auch erst im detail erklären.

      • Sunny sagt:

        ich meinte den „Standpunkt“ nicht als geografische Konstante, sondern synonymisch für „Meinung“. Es ist ja möglich, durch differenziertes Denken, geistige Beweglichkeit und tiefe Einsichtnahme in eine Thematik zu einer Einschätzung zu gelangen, die sich der Parteinahme für eine Seite verweigert. Das kann zu Neutralität, in seltenen Fällen sogar zu Objektivität führen.

    • Kurt sagt:

      Perfekt und kann nicht viel treffender ausgeführt werden!!!

  9. Joachim sagt:

    Ach was waren das noch Zeiten als man ein Album aus dem Regal zog auf dem Pink Floyd The Wall stand,es auf den Plattenteller legte und beim anhören dachte „Boah,was für eine geile Musik“.Ohne darüber nachzudenken was uns dieser angeblich geniale Texter denn nun sagen will.Diese Zeiten scheinen für viele allem Anschein nach vorbei zu sein.Heute steht dieser alte egoistische Mann immer noch auf der Bühne und schreit ins Stadion wie schlecht doch die Welt ist und wie sie funktionieren würde,wenn doch nur alle auf ihn hören würden.Ein alter Mann ,der aber auch jeden aus seinem Leben streicht der nicht seiner Meinung ist,in dessen Band es „absolut keine Demokratie gibt“ (O.Ton Waters)Davon mal abgesehen hat diese neue Wall Show all den Spirit des Originals verloren.Und viele verschiedene Gruppen sich von Waters angegriffen fühlen kann ich das nur zu gut verstehen.Waters und seine politischen Ansichten,seine Weltanschauung ist nicht weniger verlogen als die all der anderen Weltverbesserer auch und sie geht einem nur noch auf die Nerven.Ich bin sehr froh und glücklich wenn diese Tour endlich vorbei ist ,wenn es auch mal wieder etwas anderes zu über Floyd zu lesen gibt als dieses nervtötende Wall Getue.Und ich freue mich schon auf den Tag wo ich mein Wall Album endlich wieder aus dem Regal ziehen und es mir anhören kann ohne mir großartig Gedanken machen zu müssen und ohne ein schlechtes Gewissen.

    Nix für ungut;aber mir reichts im
    Moment mit The Wall.
    Schönes Wohenende allen
    Lg
    Achim

    • Rudi sagt:

      Mir gehts genauso …

    • murph sagt:

      Das schlechte Gewissen muss aber einen tieferliegenden Grund haben. Warum regst du dich so über Waters auf? Du musst ja die Berichte nicht lesen, dir muss ja nicht die neue Inszenierung gefallen, du musst dich ja nicht mit Water’s Ambivalenz, Widersprüchlichkeit und Scheinheiligkeit beschäftigen, und das original The Wall Album kannst du dir ja jederzeit anhören. So what?

    • Martin sagt:

      Wie schade, dass man die Modernisierung einer Show mit so vielen Aspekten so in den Schmutz ziehen muss, anstatt sich darüber zu freuen, dass wenigsten einer der ergrauten Herren noch auf die Straße geht, was zu sagen hat und den Leuten eine prachtvolle, moderne Inszenierung zu zeigen. Man muss nicht zwangsläufig mit Waters einer Meinung sein, aber was er hier auf die Beine gestellt hat ist eine sensationelle Leistung lieber Joachim. Deine missgünstigen Außerungen kann ich mir lebhaft vorstellen hätte Waters es bei der „alten“ Fassung belassen. Deine „Anti-Waters“-Polemik geht mir zwischenzeitlich mehr auf den Geist als jede politische und durchaus teilweise auch mit Recht zu kritisierende Äußerung von Waters. Von Dir kommen nur wenig differenzierte und sehr einseitige Bemerkungen. Wie schade für einen angeblichen Pink Floyd-Fan, der eigentlich im Grunde nur ein Gilmour-Fan zu sein scheint und der die essentiellen Beiträge von Waters zum Gesamtwerk von Pink Floyd komplett auszublenden versucht weil es die ‚Person Waters‘ ableht. Ich werde versuchen Deine Beiträge in Zukunft zu überlesen, sie haben ohnehin selten etwas mit dem eigentlichen Thema des Threads zu tun.

      • GeckoFloyd GeckoFloyd sagt:

        Ja, dem stimme ich auch vol und ganz zu. Achim hat auch schon echt viel bessere Kommentare geschrieben, ich werde sie weiterlesen, auch wenn ich mich manchmal über seine negativen Äußerungen ärgere, aber wir leben in einer freien „Forums-Welt“ und so lange es nicht völlig ausfallend wird, seht doch jedem seine eigene Meinung zu – Gilmoure-Fans inklusive…;-)

      • Kowalski sagt:

        Martin, sprichst mir aus der Seele.

      • Joachim sagt:

        Niemand streitet ab das die neue Wall Show
        vom Aufwand her und ihrer Darstellung eine große Leistung ist,aber muss sie mir deshalb gefallen ?

        Muss ich,nur weil Roger Waters ein Mitglied von Pink Floyd war,alles gut finden was er heute von sich gibt ?

        Nein,alles das muss ich nicht,sollte ich dir damit auf den Geist gehen dann tut mir das zwar sehr leid aber ich kann es nicht ändern.Denn in diesem Punkt stehe ich ausnahmsweise mit Waters auf einer linie,ich will sagen und schreiben können was ich will,auch wenn es vielen nicht gefällt.

        Ich bin der Meinung,das dieses Thema um The Wall kaum noch etwas mit Pink Floyd oder Musik im allgemeinen zu tun hat.

        Na denn
        Lg
        Achim

  10. Klaus K. sagt:

    Schon drei Jahre läuft die The Wall Show, und jetzt kommen die Jüdischen Gemeinden mit solchen Nicklichkeiten an. ( gut geschlafen )
    Keine Glaubensgemeinschaft der Welt hat sich in diesen Jahren über The Wall empört, im Gegenteil,in allen Ländern nur gute Kritiken.
    ( zB. Die größte und spektakulärste Rock Show die man je gesehen hat )
    Man sollte sich wegen solchen Sachen doch nicht Streiten, es gibt für jeden bestimmt wichtigeres im Leben !
    Ich persönlich,sehe The Wall als geniale Show, mit toller Musik,ohne jeglichen Hintergedanken.
    Ich freue mich auf Düsseldorf.
    LG. Klaus K.

  11. Werner sagt:

    Der Grund für die Aufregung jetzt, das ist der Davidstern auf der Sau! Die Sau wird vom Publikum inkl. des Sterns zerrissen etc., das ist seit 2012 so in der Show. Ich kann nachvollziehen, dass dies für unwissende, davon scheint es in der jüdischen Gemeinde etliche zu geben, viele Fragen aufwirft! Einige Lokalpolitiker sind jetzt ebenfalls auf Distanz zu Waters und dem The Wall Konzert gegangen.

    Die Antwort kann allerdings nicht sein, dass man Roger Waters einen Antisemiten und geistigen Brandstifter schimpft! Würde dies nicht auch bedeuten, dass das Publikum (wir) entweder völlig unwissend ist bei dem was es sieht und hört oder aber sogar gefallen an der ganzen Symbolik/Ideologie findet! Solche wirds auch geben, wie Oskar registriert hat. Aber das Gros des Publikums hat kapiert worum es geht.

    Ich frage mich ob der Davidstern bei seinen Shows 2010/11/12 ebenfalls an der Sau prangerte?

    • Martin sagt:

      Hallo Werner,

      Ich habe mir die Fotos von all meinen Wall-Show-Besuchen angesehen und kann sagen, dass der Davidstern 2012 auf das Schwein gekommen ist. 2010/11 war er noch nicht drauf.

      Ich stimme mit Dir darüber überein, dass es bedenklich ist, dass nun die Konzertbesucher in die rechte Ecke gestellt werden. Ist das ebenfalls „Brandstiftung“?

  12. murph sagt:

    Mimimimimimi…

    Ich habe den Eindruck, dass die Kultusgemeinden, welche diese Kritik anbringen, unterbeschäftigt sind. Entweder ist diese Kritik ernstgemeint, dass würde allerdings nicht von hoher Intelligenz bzw. Differenzierungsvermögen zeigen (viele gute Argumente gibt es ja in den obigen Postings), oder es handelt sich um Marktgeschrei und gespielte Hysterie, um die eigene Existenz zu rechtfertigen. Das Riesenspektakel „The Wall“ ist ja ein gutes Vehikel, um Aufmerksamkeit zu bekommen.

  13. aj sagt:

    Es geht ganz einfach darum, dass der Davidsstern neben Logos wie denen von Shell etwas fehl am Platze ist? Suggeriert wird damit doch, dass das Judentum eine kapitalistische, skrupellos agierende Organsiation ist. Wenn damit kein Antisemitismus geschürt wird, dann weiss ich auch nicht mehr. Dass das Schwein später erschossen wird, macht die Sache definitiv nicht besser und das Ganze findet nebenbei auf deutschem Boden statt…

    Selbst Marek Lieberberg hat sich schon distanziert, ob das auch ein Unwissender ist, der sich nie mit dem Inhalt von TheWall auseinandergesetzt hat?

    @Joachim Du sprichst mir sowas von aus der Seele!!!

    • murph sagt:

      „Suggeriert wird damit doch, dass das Judentum eine kapitalistische, skrupellos agierende Organsiation ist. Wenn damit kein Antisemitismus geschürt wird, dann weiss ich auch nicht mehr. Dass das Schwein später erschossen wird, macht die Sache definitiv nicht besser und das Ganze findet nebenbei auf deutschem Boden statt…“

      die gedanken entstehen im kopf des betrachters. ich sehe es so, dass alle diese symbole für massenideologien stehen, welche auf viele menschen verführerisch wirken und ihnen das selbsständige denken abnehmen. shell, mercedes, etc. = konsumwahn (und nicht ein angriff auf eine einzelne firma). kruzifix, davidstern = organisierte religionen (und nicht einzelne „christliche“ völker oder „die“ juden). und solche verführerischen ideologien sind eine grundlage des faschismus.

    • Martin sagt:

      Nicht ganz richtig lieber aj: Marek Lieberberg wird wie folgt zitiert:
      Für Konzertveranstalter Marek Lieberberg ist die Diskussion um die Show mit Nazi-Symbolik „völlig aus dem Ruder gelaufen“. Die Kritik habe auf den Kartenvorverkauf für die Show am 6. September in der Esprit-Arena aber keinen Einfluss genommen, sagt Liberberg. 1981 feierte „The Wall“ in Dortmund Premiere, „seitdem gab es weltweit hervorragende Rezensionen“, sagt der Konzertveranstalter. „Die Show ist provokant. Was Waters da macht, ist aber kein Antisemitismus“, so Lieberberg weiter. Er selbst gehört der Jüdischen Gemeinde in Frankfurt und Los Angeles an.

  14. Sunny sagt:

    6 Einwürfe:
    1. Ein „Davidstern“ auf einem „Schwein“ ist eine beabsichtigte assoziative Verknüpfung.
    2. Das Schwein ist hier nicht als Glückssymbol gemeint, wie uns allen klar ist, sondern als äußerst negativ konnotiertes Symbol.
    3. Im 3. Reich gab es das Schimpfwort „Judensau“.
    4. Für einen Juden ist ein Schwein ein unreines Tier.
    5. Es zeugt von mangelnder Empathie und sozialer Inkompetenz, jemandem, der sich beleidigt oder herabgesetzt oder angegriffen fühlt, lapidar zu sagen: „du hast Unrecht“.
    6. Ein Davidstern auf einem Schwein ist kein wertvolles Feedback zur Thematik „Naher Osten“.

    • Martin sagt:

      Völlig einverstanden, Sunny!
      Trotzdem geht mir die Hypersensibilität der jüdischen Funktionäre und deren Aktionismus in Verbindung mit mindestens genausowenig Differenzierung (welche ansonsten immer eingefordert wird) und dem völligen Fehlen einer gewissen Selbstkritik inzwischen gehörig auf die Nerven. Und ich fühle inzwischen – mit einem gewissen Unbehagen – eine in mir langsam aufsteigende Ablehnung gegen eine solche einseitige und beharrliche Vertretung eines Standpunktes, der selbst in einigen Teilen der israelischen Bevölkerung inzwischen offen kritisiert wird. Insofern halte ich solche Aktionen für der eigenen Sache wenig dienlich wenn nicht sogar kontraproduktiv. Es ist bedauerlich, dass dies nicht auch als Gefahr erkannt wird. Außerdem glaube ich, dass jemand der das Wort „Brandstifter“ in diesem Zusammenhang in den Mund nimmt, durchaus auch mit deutlicher Kritik umgehen sollte, den Sensibilität ist in diesem Fall wohl auf beiden Seiten ein Fremdwort!

      • Sunny sagt:

        Es sind aber nicht nur die Düsseldorfer Mimosen um Michael Szentei-Heise.

        http://www.wiesenthal.com/site/apps/nlnet/content2.aspx?c=lsKWLbPJLnF&b=4441467&ct=13225101#.UiIMmH_cPSg

        Das Simon-Wiesenthal-Center stellt den Davidstern auf dem Schwein in einen Kontext zu RWs Boykottaufruf. Zu Unrecht? Alles ein purer Zufall?

        RW muß vorausgesehen haben, welche Wellen das schlägt, es ist unvorstellbar, daß es ihn überrascht haben sollte. Was schließen wir daraus?

        • Martin sagt:

          Wie gesagt, liebe Sunny, der Davidstern ist bereits seit Anfang 2012, also seit über 1,5 Jahren auf dem fliegenden Schwein – lange, lagge bevor Waters seinen Boykott-Aufruf gestartet hat – daher JA, zu Unrecht! Natürlich provoziert Waters mit dem Davidstern – aber der Boykott-Aufruf der jüdischen Gemeinde in Düsseldorf ist m. E. eine klare Retourkutsche (auf den Kultur-Boykott-Aufruf von Waters bezüglich Israel) und auch noch völlig sinnfrei, weil das Konzert seit Monaten bereits nahezu ausverkauft ist. Daher macht das doch keinen Sinn, oder?
          Kannst Du mir erklären, warum sich im vergangenen Jahr in den USA niemand über den Davidstern auf dem Schwein beschwert hat, obwohl dort der Einfluß der jüdischen Bevölkerung enorm groß ist? Merkwürdig, oder?

        • scarecrow sagt:

          „RW muß vorausgesehen haben, welche Wellen das schlägt, es ist unvorstellbar, daß es ihn überrascht haben sollte. Was schließen wir daraus?“

          Gezielte PR Aktion? 🙂

  15. Mike Schneider sagt:

    …lasst die arme Sau in ruhe. Ich liebe diese Schwein.

  16. GeckoFloyd GeckoFloyd sagt:

    Mein Gott, „The Wall“ ist ein Kunstwerk und basta!
    Roger könnte m.E. den Davidstern vom fliegenden Schwein entfernen, damit Ruhe im Karton ist. Aber viel besser fände ich zusätzlich ein Jesus-Kreuz und Halbmond mit Stern daneben – eben die Religionen, die sich seit Menschengedenken am meisten bekämpfen.

    U2 haben auf ihrer 2005er Tournee auch mal mit dem COEXIST-Symbol ein politisches Statement abgeben, ist also nichts neues, seht hier:
    http://www.atu2.com/news/cant-we-all-just-coexist.html

    The Show must go on!

  17. scarecrow sagt:

    Sicherlich ist Waters kein Antisemit und die Kritik der Gemeinde etwas kleinlich aber dennoch verständlich.

    Die Frage ist doch, warum der Davidstern da unbedingt auf die Sau drauf muss? Bringt das die Show irgendwie voran? Oder geht es einfach darum in einer von Theatralik, Pathos und großen Gesten strotzenden Show noch einen draufzusetzen?

    Pink Floyd hatten 1994 sogar zwei Schweine in der Show an denen sich niemand gestört hat. So geht es auch…

  18. Herbert sagt:

    Auf dem Schwein bekommen alle Religionen und einige Weltkonzerne verdienterweise ihr Fett weg. Das Schwein selbst ist schon seit den 70ern Bestandteil der PF-Shows, weshalb sollte Waters sich da beirren lassen. Er hatte nochmal die Symbolik des Bühnendesigns während der Show darauf angebracht. Die unterschwellige Kritik ist auch angebracht, sowohl an Israel (die haben dort die „schönste“ Mauer der ganzen Welt, da sie ihre Probleme nicht anders lösen können), als auch an Islam und Christentum. Wieso regen sich eigentlich keine Christen auf? Die werden in islamischen Ländern gerne als Schweinefresser verunglimpft, und sie Moslems? Bei denen ist Schweinefleisch genauso verboten wie bei Juden. Da hat sich noch keiner aufgeregt aber die kennen ja auch keine Nazikeule. Überhaupt scheinen diese Kritiker die Intension von Waters und The Wall an sich gar nicht zu kennen.
    Ich werde nach Düsseldorf gehen auch wenn ein paar Vertreter jüdischer Gemeinden oder der übertriebenen Political Correctness sich über das Schwein empören.

  19. Sunny sagt:

    Ein belgischer Zuschauer hatte im Sommer das Schwein während einer Show fotografiert und das Bild israelischen Zeitungen geschickt; daraufhin wurden das Simon Wiesenthal-Center in LA aktiv und die Jüdische Gemeinde in Düsseldorf. Was folgt daraus? Bis dato hatte entweder niemand aus diesen Reihen eine Wall-Show besucht – oder der „Stern des Anstoßes“ war ihnen schlichtweg entgangen. Wenigstens letzteres halte ich persönlich für verzeihlich. 🙂 In jedem Fall aber wären die Reaktionen sonst natürlich schon früher erfolgt. Das Argument „schon seit 2012 prangt der Stern auf dem Schwein – und niemand hat es bemerkt und sich aufgeregt“ zielt zu kurz. Daraus ergibt sich ja kein „Gewohnheitsrecht“ der Sau auf den Stern. 🙂

    • Martin sagt:

      Na, dann werde ich mal meine Theorie darstellen: Der Davidstern hat niemanden aus der jüdischen Gemeinde gestört und wurde bis vor wenigen Monaten nicht beachtet (obwohl in 2012 bereits nach offizllen Angaben 1.501.834 Menschen das Spektakel live verfolgt haben (Wikipedia) und die Presse darüber prominent berichtet hat) bis Waters seine Künstler-Kollegen dazu aufgerufen hat die israelische Politik mit einen Kultur-Boykott in Israel zu beantworten. Ab diesem Zeitpunkt versuchen die Funktionäre der jüdischen Interessengruppen Waters durch gezielte Kampangnen, Verbreitung von Halbwahrheiten, inhaltlichen Miss- und (absichtlichen?) Falschdeutungen und Begriffen wie „Brandstifter“ zu diskreditieren – wie gesagt, meine persönliche These. Ich kann an beiden Positionen wenig finden, halte aber die Mittel, die zwischenzeitlich von jüdischer Seite aufgefahren werden für äußerst bedenklich. In der Bildzeitung stand Waters würde zum Völkermord aufrufen (http://www.bild.de/regional/duesseldorf/proteste/aufstand-gegen-nazi-symbolik-bei-the-wall-32036710.bild.html) Unfassbar, mein Respekt vor derartig agierenden Interessengruppen hat extrem gelitten – und ich weiß nicht was schlimmer ist, ein Bühnenrequisit auf dem ein Davidstern (neben einem Kruzifix und anderen entsprechenden Symbolen) aufgebracht ist oder lancierte Begriffe wie „Brandstifter“ (die ich mittlerweile auch der Gegenseite zuerkennen könnte) und kaum noch zu ertragende Aussagen wie „Aufruf zum Völkermord“. Die Konzertbesucher sollen wohl in eine rechte Ecke gedrängt werden, das ist deutlich unter der Gürtellinie! Übrigens, Herr Lieberberg, selbst Mitglied der jüdischen Gemeinde in Frankfurt und Los Angeles sagt dazu folgendes: „Die Show ist provokant. Was Waters da macht, ist aber kein Antisemitismus.“

    • Rudi sagt:

      Übrigens gabe es bereits nach den ersten Wall-Konzerten 2010 proteste der jüdischen ADL (Anti-Defamation League) Gruppe in den USA. Da war der Davidsstern zwar noch nicht auf dem Schwein, wurde aber aus den Bombern geworfen. Damals verpuffte das Ganze ziemlich schnell wieder …
      http://www.pulse-and-spirit.com/news/roger-waters-wehrt-sich-gegen-antisemitismus-vorwurfe/

  20. Hartmut sagt:

    In der Berliner Tageszeitung B.Z. steht ein für mich sehr bemerkenswerter Artikel über das hier so arg diskutierte Thema.
    Vor allem die Zeilen über RW, in seinem jetzigen Tun und Sein, finde ich persönlich treffend. Der letzten Zeilen haben für mich, als PF Freund, die wahre Aussage und Fazit.
    In Bulgarien hat RW wohl auch wieder politisch gewirkt.

    nachlesen unter http://www.bz-berlin.de

    LG Hartmut

  21. guntmar sagt:

    Waters hatte ja einen offenen Brief geschrieben als Antwort und Erklärung für die Szenen in der Wall-Show. Er schloss sein Statement ab mit einer Einladung in die Show zu kommen und daß das Schwein während der Stadionshows vom Puplikum am Ende geschlachtet wird.
    Man kann ja fast vermuten, einige Politiker erwarten tatsächlich eine Freikarte zu der Show in Berlin und/oder Düsseldorf…..

    was für arme Würste, wenn es so ist!!

  22. Sunny sagt:

    Um unseres Roger Chuzpe zu verdeutlichen, versuch ichs mal mit einem Witz: Auf dem Schwein prangt ein Familienfoto von Dir, Guntmar, und deinen fünfundzwanzig Brüdern. Als du davon hörst, bist du sauer, das Bild soll runter. Roger schreibt dir daraufhin einen Brief:

    „Lieber Guntmar! Ich weiß genau, daß einer deiner Brüder seinen Vetter, mit dem er zusammenwohnt, nicht in die Küche läßt. Deswegen bleibt das Bild von dir und deinen Brüdern auf dem Schwein, dafür hast du sicher Verständnis. Ich kann dir aber sagen, lieber Guntmar, daß am Ende das Schwein immer in Stücke gerissen wird. Hast du Lust, dir das einmal anzuschauen? Freikarten liegen an der Abendkasse. Herzliche Grüße, auch an deine Brüder, Roger.“

    • Martin sagt:

      Sorry, das passt nun wirklich nicht Sunny! Sooo persönlich ist das mit dem Davidstern eindeutig nicht. In einem Deiner ersten Beiträge schreibst Du „Selbst durch ein Kruzifix auf einem Schwein kann sich kein Volk auf dieser Erde beleidigt und angegriffen fühlen.“. Hier machst Du Unterschiede, das Kruzifix darf, aber der Davidstern darf zu solcher Kritik nicht herangezogen werden. Als praktizierender Christ kann ich Dir sagen, dass ich mich durch die Darstellung des Kruzifixes sehr wohl tief beleidigt fühle (und zwar persönlich und nicht abgehoben als und kaum greifbar in einem Begriff wie „Volk“ – was ich viel schlimmer finde) – trotzdem lasse ich die „Kirche im Dorf“ und gestatte Herrn Waters seine persönliche Interpretation. Ich weiß, dass er nicht gläubig ist und das ist auch völlig in Ordnung. Deine o. g. Aussage war allerdings nahe daran, die Wertschätzung anderer religiöser Gruppen stark zu missachten indem Du das eine als akzeptabel, das andere aber als hinnehmbar bewertest. Was mich wirklich interessiert: Ist es wirklich so, dass die Reaktionen der jüdischen Gemeinde mit all ihren Begrifflichkeiten wie „Brandstifter“ oder „Aufruf zum Völkermord“ in diesem Zusammenhang angemessen sind. Bisher hast Du hier keinerlei kritische Betrachtung oder Bewertung durchblicken lassen, was mich an einer halbwegs objektiven Beurteilung des Geschehens inzwischen stark zweifeln lässt!

    • guntmar sagt:

      hallo Sunny, finde ich unpassend.

      und auf mich persönlich bezogen kann ich dir sagen, daß ich mich sicher nicht in dieser Form beschwert hätte und verlangen würde, mein Bild dort entfernen zu lassen.

      beste Grüße

      • Sunny sagt:

        Dein Bild und das Deiner Familie auf einem Schwein, das anschließend öffentlich zerfetzt wird, würdest du kommentarlos tolerieren, Guntmar? Es würde dich nicht kränken? Was wären denn deine Gedanken und Emotionen?

  23. Sunny sagt:

    Selbst durch ein Kruzifix auf einem Schwein könnte sich kein Volk auf dieser Erde beleidigt und angegriffen fühlen, weil ein Kruzifix nur den christlichen Teil einer Bevölkerung beleidigte, niemals einen ganzen Staat. Ein Davidstern hingegen ist das Symbol des Judentums – und des Staates Israel. Hier liegt der Fall ganz anders. Nochmals möchte ich, diesmal ganz ernsthaft und ohne Spott, auf die unselige, weil historisch konnotierte Verknüpfung Judentum-Schwein hinweisen. Daß Juden – ob Düsseldorfer oder Amerikaner in LA – in hohem Maß sensibel auf ein einen Davidstern auf einem Schwein reagiert, hat auch historische Gründe, die nicht einfach lapidar vom Tisch gewischt werden können. Meine persönliche Meinung hatte ich schon zuvor (s. weiter oben) klar zum Ausdruck gebracht – doch um es nochmals explizit zu sagen: ich wäre sehr, wirklich sehr dafür, wenn RW in den verbleibenden Shows auf den Davidstern verzichtete – im übrigen auch auf alle anderen Symbole, aus künstlerischen Gründen, um dies hier aber nicht geht. Ich persönlich bin auch gläubig, könnte mich aber durch ein Kruzifix auf einem Schwein nicht persönlich verletzt fühlen. Der Gott, an den ich glaube, ist durch solcherlei Dummheiten nicht zu beleidigen.

    • Martin sagt:

      Sorry, liebe Sunny, wieder keine Antwort auf meine Frage! Daher nochmals: Ist es wirklich so, dass die Reaktionen der jüdischen Gemeinde mit all ihren Begrifflichkeiten wie »Brandstifter« oder »Aufruf zum Völkermord« in diesem Zusammenhang angemessen ist?
      Zur Frage des Volkes: Wäre eine deutsche, eine österreichische oder eine amerikanische Flagge auf dem Schwein gewesen – und somit ein Staat beleidigt worden – hätte es sicherlich keinen so sensiblen Aufschrei mit derart harten Begrifflichkeiten aus den entsprechenden Ländern gegeben. Nach Deiner Einschätzung ist der Davidstern offensichtlich völlig tabu und damit über jede Kritik erhaben, das ist so KEINESFALLS hinnehmbar. Und es macht faktisch überhaupt keinen Unterschied, ob man eine Anzahl von Menschen unter einem Begriff wie Staat oder einem Begriff der Religionszugehörigkeit zusammenfasst. Das Du hier einen Unterschied machst, zeugt von einer deutlichen Ignoranz der Werte Anderer. Und nochmal, und ich bitte das wirklich ernst zu nehmen: Du kannst nicht für mich entscheiden und mir erklären, ob ich mich persönlich beleidigt fühlen kann oder nicht durch eine solche Darstellung und eine persönliche Beleidigung empfinde ich als folgen- und tat-schwerer als jede allgemeine und in diesem Fall noch nicht einmal eindeutig gesicherte angebliche „Volksbeleidigung“. Trotzdem – wie gesagt – lasse ich Herrn Waters die künstlerische Freiheit zu kritisieren – und zwar in jede Richtung und mit jedem optischen oder grafischen Mittel: ob Religion oder den politischen Entscheidungen in Isreal. Auch dort ist man nicht unfehlbar und auch dort muss man mit Kritik umgehen können. Diese Kritikfähigkeit lässt jedoch offensichtlich sehr zu wünschen übrig. Aber wie ich Deine bisherigen Ausführungen verstehe, werden weder in Isreal noch von jüdischen Institutionen Fehler oder auch nur zu kritisierendes Verhalten begangen – zumindest konnte ich davon in Deinen bisherigen Ausführungen nichts bemerken. Wenn dem so ist, ist eine Diskussion ohnehin zwecklos.

    • Heiner sagt:

      Hallo Sunny,
      es geht ja genau nicht darum, das Judentum, oder den Staat Israel zu diffamieren.
      Und ich kann und will auch nicht zwischen religiösen Symbolen differenzieren.
      Kruzefix, Halbmond und Davidstern stehen halt zunächst für die 3 „Welt“ Religionen. Und in Namen dieser Religionen wird sich gegenseitig umgebracht.
      Und das soll und wird kritisiert mit dem Schwein…

      Der Halbmond ist auch zentraler Bestandteil der türkischen Flagge. Und der Davidstern ist Teil (!) der Falle Israels.
      Daraus kann man imho nicht folgern, dass dieses Symbol der Religion tabu ist um damit kritische Zustände anzugreifen .

  24. Sunny sagt:

    Zu 1. „Brandstifter / Aufruf zum Völkermord“
    Natürlich fordert RW nicht zum Völkermord an Israelis oder den Juden anderer Staaten auf; wie ich schon früher meinte, halte ich ihn auch nicht für einen Antisemiten. Gewiß ist er auch kein geistiger Brandstifter, denn er will niemanden zu Straftaten gegen Juden verleiten (was der Definition entspräche). Einen Brand stiftet er allenfalls in den Herzen derjenigen, die sich durch einen Davidstern auf einem Schwein verletzt und angegriffen fühlen, weil sie sich, man führe sich dies vor Augen, zB an Angehörige erinnern, die unter den Nazis einen Davidstern tragen mußten, als „Judensau“ tituliert wurden und womöglich in einem KZ verhungerten oder vergast wurden. Wäre das Grund genug, einem Düsseldorfer Juden eine Übertreibung nachzusehen – und womöglich sogar, auf einen Davidstern auf einem Schwein zu verzichten?

    Zu 2. „Frage des Volkes / Flagge auf Schwein“
    Eine hypothetische Frage, die vom eigentlichen Thema ablenkt und nichts zur Sache tut, aber die Flagge der BRD auf einem Schwein würde sicherlich ein gewisses Echo hervorrufen, denn die Verunglimpfung oder Herabwürdigung eines Staates und seiner Symbole sind Straftatbestände, die in vielen Ländern verfolgt werden. Für Deutschland käme womöglich StGB § 90 a in Betracht: „… Wer öffentlich die Flagge der BRD verunglimpft, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

    Zu 3.: „Davidstern kein Tabu“
    Wenn Du erklärst, dich durch ein Kruzifix auf einem Schwein zwar persönlich beleidigt zu fühlen, es aber tolerierst, ist das deine ganz persönliche Sichtweise und Angelegenheit. Im Gegenzug solltest du aber anderen, zB Juden, auch das Recht zubilligen, dies anders zu entscheiden. Und wenn du mich persönlich fragst, und das tust du: Ja, der Davidstern auf einem Schwein sollte tabu sein. Daß die Gründe hierfür in deinen Augen nichts wiegen, ist mir unerklärlich.

    Zu 4.: „Du kannst nicht für mich entscheiden und mir erklären, ob ich mich persönlich beleidigt fühlen kann“
    Bitte zitiere mich, wo ich das getan hätte.

    Zu 5.: „Aber wie ich Deine bisherigen Ausführungen verstehe, werden weder in Isreal noch von jüdischen Institutionen Fehler oder auch nur zu kritisierendes Verhalten begangen“
    Weder habe ich das bestritten noch würde ich es. Ich bin weder mit der israelischen Innenpolitik noch mit der PLO oder der Hamas einverstanden; in früheren Threads hatte ich mich hierzu bereits geäußert. Ich würde allerdings einerseits weder Israel als „Schwein“ titulieren noch halte ich dies für das übrige Judentum für tolerabel.

    Zu 6.: „Auch dort ist man nicht unfehlbar“
    Deine Formulierung „auch dort ist man nicht unfehlbar“ impliziert, daß Du den Davidstern auf dem Schwein für einen Fehler hältst. Da wären wir einmal einer Meinung, Martin.

    Zu 7.: „und auch dort muss man mit Kritik umgehen können.“
    Du hältst einen Davidstern auf einem Schwein für Kritik? Erkläre bitte, wie Du „Kritik“ definierst.

    .

    Selbst Konzertveranstalter Marek Lieberberg geht auf Distanz zum Weltstar Roger Waters, mit dem er seit 43 Jahren zusammenarbeitet: „Ich habe in einem persönlichen Schreiben an ihn zu bedenken gegeben, dass es sich dabei um eine fragwürdige Symbolik handelt, die unter dem Nationalsozialismus auf schändlichste Weise missbraucht wurde. Als Sohn von Eltern, die den Holocaust überlebt haben, bat ich ihn, den strittigen Teil der Show zu entfernen.“

  25. Martin sagt:

    Danke für Deine Erläuterungen!

    Zu 1) Eine „Übertreibung“ unter dem von Dir dargestellten Zusammenhang kann ich jederzeit „nachsehen“ sofern es sich nicht um reflexhaftes Verhalten handelt und die Verpflichtung sich zunächst mit den Inhalten zu beschäftigen und sich ein gewisses Wissen anzueignen bevor man sich öffentlich äußert, eingehalten wurde. Das muss ich von jeder öffentlich agierenden Persönlichkeit verlangen, ob er/sie nun jüdische Wurzeln hat oder nicht. Da haben sich jedoch auch andere – das muss wirklich gesagt werden – nicht mit Ruhm bekleckert.

    2) Ich halte es für völlig abwegig anzunehmen, dass z. B. eine deutsche Flagge auf einem fliegenden Plasikschwein im Rahmen einer künstlerischen Veranstaltung auch nur im Entfertesten zu einer strafrechtlichen Konsequenz im Zusammenhang mit den von Dir aufgeführten Rechtsgrundlagen führen würde. Ich gehe – im Gegenteil – sogar davon aus, dass in einem solchen Fall überhaupt keine Reaktion erfolgen würde – aber das ist hypothetisch.

    3) Ich halte es prinzipiell für problematisch irgendeine religiöse, politische oder gesellschaftsrelevante Frage / Symbol / Flagge / Sichtweise / als „Tabu“ zu bewerten. Das würde eine kritische Auseinandersetzung von vornherein unmöglich machen. Der Davidstern, der nicht nur und ausschließlich im negativen Kontext zu den Verbrechen im Nationalsozialismus steht, sondern eine Vielzahl von Bedeutungen hat und zudem uralt ist, kann ich hier nicht ausschließen. Das wäre aus meiner Sicht nur vertretbar, wenn dieses Zeichen ausschließlich als „anti-semitisches“ Symbol im Nazi-Umfeld gelten würde (ähnlich wie beispielsweise die SS-Ruhnen).

    4) Deine Aussage mit dem Kruzifix ließ diesen Schluß zu und ich halte diese Äußerung im Zusammenhang mit der Klassifizierungen zu „Volk“ und „Bevölkerungsgruppe“ weiterhin für wenig hilfreich. Das der Davidstern eine gewisse Doppeldeutigkeit hat erzwingt aus meiner Sicht auch eine Differenzierung auf die einzelnen Begrifflichkeiten.

    5) Dem stimme ich zu 100% zu!

    6) Ich persönlich halte die Verunglimpfung sowohl von Davidstern als auch Kruzifix und anderer religiöser Symbole für grundsätzlich ungeeignet im Rahmen einer politischen Diskussion, halte es aber in diesem Zusammenhang tatsächlich so wie Du indem Du sagst: „Der Gott, an den ich glaube, ist durch solcherlei Dummheiten nicht zu beleidigen.“ Trotzdem ist meine Toleranzgrenze ausreichend um auch eine gegenteilige Meinung zuzulassen.

    7) Da jedes andere Symbol, Zeichen oder Schriftzug auf dem Schwein als Kritik erkannt wird und die Möglichkeit diese zu äußern auf einem solchen Objekt nur plakativ sein kann (und zudem Waters Haltung zur israelischen Politik bekannt ist), ist die Verwendung des Davidsterns (der eben auch zentrales Element der israelischen Flagge ist) in gewisser Weise einfach naheliegend. Das darf man natürlich auch gerne kritisieren. Mich stört nur die sofortige und unreflektierte öffentliche Keule des ‚Anti-Semitismus‘ und in Konsequenz den Versuch das Publikum, das im Prinzip nur einen schönen Konzertabend genießen will, in eine rechte Ecke zu stellen. Das ist unerträglich!

  26. Timo H. sagt:

    Liebe Leute, ich habe diese Auseinandersetzungen, die allesamt friedlich und „erwachsen“ abliefen hier zu diesem Thema sehr aufmerksam verfolgt und mir natürlich auch eine Meinung zu der Sache gebildet, die ich aber nicht in ein, zwei Sätzen öffentlich niederschreiben will, sondern lieber (z.B. in einem Café/Biergarten vor dem Düsseldorf-Konzert) persönlich diskutieren würde… anders gesagt: sehr interessanter Meinungsaustausch hier auf puleseandspirit, aber – wie ich finde – doch eher was für ein externes Forum. Auf einer Pink-Floyd-Fansite würde ich (erst recht als noch fremder Besucher) etwas anderes erwarten; kurz: ein wenig mehr PINK FLOYD, ein bisschen weniger POLITIK (oder was auch immer das ist). Ja, ich weiß – die ersten werden gleich schreiben „Pink-Floyd-Fans sind eben auch politisch interessiert und führen halt Diskussionen, die über die Musik hinausgehen…“ und Ähnliches, aber mal ehrlich: gehört das wirklich auf eine PF-Fansite? Insbesondere in dieser Intensität? Immer noch besser als andersrum, klar – von daher ist das hier KEIN Vorwurf, sondern lediglich ein Gedankenanstoß…

    Bitte nicht böse sein, denn so isses nich gemeint! Ganz lieben Gruß:
    Timo H.

    • scarecrow sagt:

      „Auf einer Pink-Floyd-Fansite würde ich (erst recht als noch fremder Besucher) etwas anderes erwarten; kurz: ein wenig mehr PINK FLOYD, ein bisschen weniger POLITIK“

      Naja was gibt es denn aber über Pink Floyd in den letzten Jahren zu berichten? Eine Enttäuschende Re-Release Kampagne, eine Neverending Wall Tour wo jedes Konzert vom Ablauf fast gleich ist… Besserung ist auch nicht in Sicht. Zwar kündigt Mason in diversen Interviews immer mal wage an dass man dies und das noch veröffentlichen könnte, Waters erzählt von seinem kreativen Höhenflug (ein neuer Song während der The Wall Tour!) und Gilmour hat immer noch die Ruhe weg wie eh und je. Von neuem Material werden wir noch lange träumen dürfen.

      Und hier muss ich Werner mal ein großes Kompliment machen. Er schafft es trotzdem Fans eine sehr interessante Plattform zu bieten bei der eben auch unbequeme Themen wie dieses hier, aber auch „kleinere“ Meldungen die sonst übersehen werden würden aufgegriffen werden. Von daher finde ich es auch gerechtfertigt wenn eben solche Themen wie dieses hier dann Diskutiert werden zumal die Diskussion doch sehr erwachsen verläuft. Wobei hier mal wieder noch ein Punkt hinzu kommt der mir an der Seite hier super gefällt: Der Blick über den Tellerrand.

      Dennoch würde ich mich auch mal wieder über ein Thema freuen dass mit (neuer) Musik zu tun hat. Aber wie gesagt, das wird in naher Zukunft wohl nichts…

  27. Sunny sagt:

    Martin, nur zu einem Punkt eine Rückfrage; in den anderen finden wir ohnehin keinen Konsens: Du glaubst, es gäbe nicht einmal eine Reaktion, wenn der Weltstar RW „The Wall“ mit einem Schwein aufführen würde, auf dem sich die deutsche Bundesfahne befände und das anschließend öffentlich zerfetzt würde? Keine Schlagzeilen, Kommentare und Diskussionen in den Medien – und nicht einmal die Prüfung juristischer Schritte? Das kann eigentlich nicht dein Ernst sein.

    s. Wikipedia: Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole
    Zitat: „Auch die Kunstfreiheit findet in § 90a StGB Schranken, so dass eine Bestrafung wegen der Verunglimpfung von Staatssymbolen nicht schon alleine deswegen ausgeschlossen ist, weil es sich dabei um eine künstlerische Betätigung handelt.“

    • Martin sagt:

      Liebe Sunny,
      das ist in Deutschland und anderen Ländern in den letzten Monaten – ganz besonders im Hinblick auf die Euro-Politik – schon so oft vorgekommen, dass ich tatsächlich glaube, das hier gar nichts passiert. Die Tatsache, das so etwas grundsätzlich nicht erlaubt ist, bedeutet noch lange nicht, dass es auch strafrechtlich verfolgt wird. Und sollte in einem solchen Fall jemand tatsächlich Anzeige erstatten, dann sind in der Vergangenheit solche Dinge weitgehend im Sand verlaufen. Das ist eben der Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Ich bin darüber ehrlich gesagt auch ganz froh: unwichtige Dinge erhalten durch offizielles Vorgehen oft eine Bedeutung und eine Aufmerksamkeit, die im Grunde nicht verdient ist.

      • Martin sagt:

        Kleiner Nachtrag, im rechtlichen Sinne müsste man wahrscheinlich ohnehin unterscheiden: díe israelische Flagge befindet sich NICHT auf dem Schwein, lediglich ein Symbol, dass auch Einzug in die Staatsflagge genommen hat – genau wie der Halbmond, der Teil der türkischen, pakistanischen, tunesischen, mauretanischen und vielen anderen Flaggen ist.

    • Oskar Oskar sagt:

      Wenn die Katze eine Henne wäre, würde sie Eier legen.
      Ist sie aber nicht, ergo tut sie das nicht.

      • Sunny sagt:

        Ich hatte Alfred Rodorf (rodorf.de) die Frage gestellt, was wohl geschähe, wenn statt des Davidsterns die deutsche Flagge abgebildet wäre. Seine Antwort: „Eine solche Aktion könnte durchaus eine Anzeige gemäß § 90a StGB nach sich ziehen.“

        Doch zurück zum eigentlichen Thema, falls es noch jemanden interessiert. In „Kulturzeit“ (3sat) gab es heute einen fünfminütigen Beitrag. Hier der link auf die Sendung und – „Wir wollen Ihre Meinung wissen“ – die Möglichkeit abzustimmen, ob man „als Künstler in Deutschland einen Davidstern auf einem Schwein platzieren“ sollte:

        http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/specials/171741/index.htm

  28. Christian sagt:

    “If liberty means anything at all, it means the right to tell people what they do not want to hear”

  29. Lunatic sagt:

    Liebe Sunny, lieber Martin,

    ich habe eure Diskussion gerade mehrfach durchgelesen und komme zu dem Ergebnis, dass Roger wohl recht hat…
    Ich stelle mir euch beide an einem Tisch vor, während ihr heftig diskutiert… und warte darauf, dass einer dem anderen in die Fresse haut……und genau darum geht´s!

    Wegen Banalitäten ( Sorry Sunny, aber auf der Welt gibt es wirklich schwerwiegendere Probleme, die diskutiert gehören..) gekränkter Ehre und falsch verstandenem Stolz werden im Namen von Religionen Kinder verstoßen, verstümmelt, Frauen misshandelt, Attentate verübt …..und Kriege angestiftet. Und genau das ist eine der Hauptaussagen von “the Wall”. “ Bring the boys back home!“, oder von mir frei interpretiert: Krieg ist Scheiße! Schluss mit sinnlosem Morden! Kümmert euch um die, denen es wirklich dreckig geht!
    Um das zu verdeutlichen bekommen nun einmal auch die 3 „großen“ Religionen ihr Fett weg. ( Übrigens die ersten “ Bomben“ die bei the Wall fallen, sind Kreuze…)
    Der Rest der Show zeigt, wie leicht die Menschen beeinflussbar sind. Angefangen beim prügelnden Lehrer bis hin zum menschenverachtenden Diktator, und beide Personen ( wie andere mehr) stecken irgendwo in uns allen drin. Man muss sich nur dessen bewusst sein, und den Willen haben, sie nicht herauszulassen und nicht zu einem derartigen Schwein zu werden, sondern „Mensch“ zu bleiben.

    Womit wir wieder beim Schwein gelandet sind. Meines Wissens fliegt die Sau seit der Animals-Tour von 1977 bei Pink Floyd auf den Konzerten herum – “ Pigs on a wing“ – (Bitte korrigiert mich wenn ich mich irre) und ist woh seitdeml immer Bestanteil der Konzerte gewesen. Deshalb ist es auch ein Schwein und nicht weil Roger ein „unkoscheres“ Tier zeigen will, um die Juden zu ärgern!
    Ich war am Mittwoch in Berlin und habe das beste Konzert aller Zeiten erlebt, was in meinen Augen auch eine Anti-Kriegs-Demonstration war.

    Und Dir, liebe Sunny, kann ich nur ans Herz legen, dass Du dir bei Youtube das Konzert einmal ansiehst ( oder wenigstens „bring the boys back home“) Es gibt genügend gute aktuelle Videos dort. Vielleicht ändert das Deine Einstellung zu „The Wall“ und Roger Waters.
    Bei >>www.bruder-franziskus.de<< findest du Texte und Erklärungen zum Werk. Das ist durchaus hilfreich um es besser zu verstehen…und die anderen Platten von Roger sind auch sehr zu empfehlen, besonders "amused to death".

    Lasst uns aufhören mit streiten, wer wen wie beleidigt. Es gibt wichtigeres!
    LG. Lunatic

  30. Sunny sagt:

    Lieber Freund, ehe der arme Martin noch in Verdacht gerät, imstande zu sein, eine Frau zu schlagen, will ich mich besser outen: ich bin keine, wie hier manche wissen. „Sunny“ ist mein Spitzname, der mir seit längst vergangenen Schultagen anhängt. Darüber hinaus ist mir auch weder „The Wall“ so ganz fremd (ich beschäftige mich seit über 30 Jahren mit Floyd, und zwar wirklich äußerst gutwillig, um nicht zu sagen sammelwütig) noch ist mir das Werk an sich zuwider oder die diversen Solo-Veröffentlichungen unseres verehrten RW, was du im Übrigen auch früheren Postings von mir entnehmen könntest; Du müßtest dir nur die Mühe machen, zB innerhalb dieses Threads, in dem es um den Davidstern auf dem Schwein ging, ein wenig nach oben zu scrollen, um zu erfahren, was ich von „The Wall“ halte. 2011 war ich übrigens in Düsseldorf und habe seit Tourbeginn auch die meisten anderen Konzertaufnahmen auf youtube gesehen; insofern ist dein Rat, mich damit zu befassen, zwar gut gemeint, ich kann ihn aber nur mehr hinsichtlich der restlichen, noch folgenden Konzerte befolgen.

    Und was spricht gegen Disput und Diskurs eines interessanten (für manche sogar brisanten) Themas, das auch die Medien aufgegriffen haben, nämlich eines Davidsterns auf einem Schwein? Martin warf hypothetisch vergleichend in die Runde, was geschähe, wenn statt des Davidsterns die Bundesflagge das Schwein geziert hätte, und spekulierte über die Folgen – (seiner Meinung nach keine), ich bin gegenteiliger Auffassung, habe ihm aber mitnichten Naivität o.ä. vorgeworfen oder ihn irgendeiner anderen Weise persönlich angegriffen, was er bestimmt bestätigen kann.

    Du schreibst: „Wegen Banalitäten, gekränkter Ehre und falsch verstandenem Stolz werden im Namen von Religionen Kinder verstoßen, verstümmelt, Frauen misshandelt, Attentate verübt .….und Kriege angestiftet. Und genau das ist eine der Hauptaussagen von “the Wall”.
    Es tut mir leid, lieber Lunatic, aber „Religion ist ein Vorwand für vielerlei Übel“ ist eben n i c h t die Zentralaussage des Werks. Es gibt nicht eine Textzeile, die auf Religion bezug nimmt oder sich dahingehend deuten läßt. Lediglich die religiösen Symbole auf dem Schwein bemühen sich, diese Bedeutung zu assoziieren d.h. dem Werk diesen zusätzlichen Stempel aufzudrücken.

  31. Joachim sagt:

    Ich bin zwar nicht immer einer Meinung mit Sunny,aber wenn man dessen Kommentare liest glauebe ich schon das dort am anderen Ende jemand sitzt der genau weiß was er schreibt und worüber er schreibt.Und ich bin auch der festen Überzeugung das er genau weiß worum es bei THE WALL geht.Besonders was die Texte von Roger Waters angeht ist er sehr wohl auf dem laufenden und weiß was Waters damit sagen und ausdrücken will.

    Einstellung zu »The Wall« und Roger Waters.

    Ich finde das The Wall in der ursprünglichen Version eines der besten Alben aller Zeiten ist,es ist nicht mein Pink Floyd AllTime Favorit ,aber es es ist in seiner Art und Form einmalig und genial.Man kann nun zu Roger Waters stehen wie man will,man kann aber nicht bestreiten das er zu P.F Zeiten imens wichtig war für die Band und großartiges geleistet hat.Etwas anderes würde ich auch garnicht behaupten wollen,allerdings hat er sich nach seiner P.F Zeit immer weiter von mir entfernt.Er bewegte sich musikalisch wie menschlich in eine Richtung die mir einfach nicht mehr gefällt.Das hat nun aber garnichts damit zu tun das ich angeblich wahrer Floyd Fan bin wie manch einer vieleicht denken mag.Ich habe manchmal den Eindruck das einige dieser „echten Pink Floyd Fans“ einfach alles gut finden,ganz egal was Gilmour,Waters oder Mason auch machen.Ich,und ich glaube fest ich bin damit nicht allein,finde aber eben nicht alles gut und in Ordnung was diese drei Herren so machen.

    Womit wir beim Davidstern wären,ich finde es nicht in Ordnung das es auf einem Schwein prangend durch ein Stadion fliegt.Man kann seine politische Meinung haben und auch dazu stehen ,aber ob man es auf so eine provozierende
    Art und Weise machen machen muss halte ich schon für sehr fraglich.Und ich finde sehr wohl das dies ein Thema ist über das es sich zu diskutieren lohnt.

    Ganz sicher ist das nie alle einer Meinung sein werden,und das ist auch gut so denn sonst hätten wir ja nichts zu schreiben.Aber sicher ist,glaube ich zumindest,das alle hier eines verbindet,die Liebe zur Musik von Pink Floyd….der besten Band auf diesem Planeten!

    Also,macht euch noch einen
    Schönes Wochenende allen
    Lg
    Achim

  32. Julian sagt:

    Meine Güte, der Davidstern.
    Wäre er nicht ausgerechnet auf einem Schwein, dann wäre es wohl etwas ganz anderes. Oder gäbe es dieselbe Aufregung, wenn die Aussies den Davidstern auf Ihr Känguruh packen würden, in Ihrer The-Wall-Cover-Show?

    Es scheint, als wollen die Juden eine „Sonderbehandlung“. Sie waren Opfer, ohne Frage, in einer schrecklichen Zeit in Deutschland.

    Aber … soll man das fast 100 Jahre später nutzen, um Symbole zu verbieten? Ich meine, durch Verbote und Aufregung schafft man mehr Unruhe und verhindert den Prozess einer kulturellen Heilung.

    So ist der Begriff „Führer“ in Deutschland wohl noch für Jahrhunderte nicht mehr nutzbar, das englische „Leader“ dagegen ist nicht belastet. Eine Kaffeemarke hat vor vielen Jahren in´s Fettnäpfchen gegriffen, als Sie Kaffeevariationen unter dem Titel „Jedem das Seine“ anbot. Arbeit darf auch nicht „frei machen“. Und selbst eine bestimmte Bart-Form ist nicht erlaubt.

    Ich halte es für wichtig und richtig, Erinnerungen zu behalten an schreckliche Zeiten um daraus zu lernen. Ich halte es dagegen für falsch, zu tabuisieren und pauschalieren. Wenn jemand sich selbst als „Opfer von Roger Waters´ Wall-Inszinierung“ sieht, weil „sein Symbol“ da offenbar „verunglimpft“ wird, dann wird da doch etwas falsch verstanden.

    Nehmen wir an, der Davidstern kommt weg.
    Dürfen dann Christenkreuz und Halbmond noch drauf sein? Können wir ja mal diskutieren. Es ist doch nicht fair, wenn der Davidstern seinen „Freischein“ kriegt und nicht mehr kritisiert werden darf, die anderen Religionssymbole dagegen weiter der Schmach ausgesetzt werden.

    Doch wenn die Religionen ausgenommen werden, wie ist es dann mit der Wirtschaft? Darf Roger einfach so Mercedes, McDonald´s und Shell kritisieren? Es könnte sich ja der Tankstellenpächter vorgeführt fühlen, weil er seine Tanke bei Shell gepachtet hat. Und was ist mit Mercedes-Fahrern, die bei McDonald´s im McDrive in Dollars bezahlen? Die sind dreimal mehr vorgeführt als die Jungs mit dem Davidstern!

    Kritik ist nunmal kritik, und ein einem freien, offenen Staat darf Kritik
    auch ausgesprochen werden! Wohl der Gesellschaft, in der eine gesunde Auseinandersetzung über solche Probleme stattfinden darf.

    Wehe der Gesellschaft, in der Kritik vorher zensiert wird und nur bei einer Freigabe, daß sie ja niemanden verletzt, dann auch veröffentlicht werden darf.

    Der Kern, für mich, ist folgender:
    Klebt der Stern nun „zu recht“ drauf oder nicht, das ist mir wurscht.
    Ich will in einem Staat leben, in der RW diesen Stern draufkleben DARF, wenn er das für richtig hält. Und in dem niemand dafür gesteinigt wird, Steren auf Schweine zu malen.

    Wer dagegen fordert, es gehöre verboten, daß Roger seine Meinung auf einem Fliegenden Schwein in Form von Symbolik ausdrückt, der hat seine Ausbildung in „Freier Meinungsäußerung“ wohl bei den Politikern im Osten genossen, vorzugsweise in China oder Russland!

    Ich dagegen spreche dafür, das Schwein in Buddhapose zu bringen, es heilig zu sprechen und für das iPhone eine Fernsteuer-App anzubieten. Dazu wird eine „Freie-Meinungs-Äußerungs-STeuer“ eingeführt, mit der das Schwein finanziert wird.

    Nachdem die Wall-Show zuende ist werden alle Projektoren auf den Mond gerichtet, um da ein Hakenkreuz draufzuprojizieren, um dann das Abendlied wegen der Textzeile „Der Mond ist aufgegangen“ als Nationalsozialistisch zu zensieren.

    Wohl dem Deutschland, in dem ein Verbot wohl stets wichtiger erscheint wie eine positive Auseinandersetzung!

    Alles Liebe, Julian!

  33. Julian sagt:

    PS: Ich bin nicht gläubig, und doch gefällt mir der neue Papst.
    Egal, was los ist, er lehnt prinzipiell JEDE militärische Intervention ab.

    Ich mag es nicht, wenn Gründe gefunden werden für Handlungen, die offensichtlich falsch sind. Gründe lassen sich stets finden. „Das Richtige“ zu tun, das erfordert Mut und Vertrauen!

    • Sunny sagt:

      Wir können dieses Thema bis zur Vergasung durchkauen und werden keinen Konsens erzielen.

      Bis zur Vergasung?

      „In jedem Vorortzug des Landes ist, zwanzig Jahre nach Auschwitz die Redensart zu hören: bis zur Vergasung. Diesen Befund vor Augen, werden die ‚Kulturträger‘ des Landes ihr altes Gejammer über den Nihilismus von neuem anstimmen, eine Messerspitze Abendland verordnen und getrost zu ihren Goethe-Jahren und Hofmannsthal-Wochen zurückkehren. Da hilft aber kein Goethe mehr, und auch kein Hofmannsthal.“
      Hans Magnus Enzensberger, 1963

      „Natürlich kann man es niemandem zum Vorwurf machen, wenn er nie diesen Sprachgebrauch kennengelernt hat. Dann weiß er eben nichts von der Geschichte. Ich halte es schon für erstrebenswert, historische Reminiszenzen und Assoziationen zu erhalten.“
      Hans Jürgen Heringer, 2011

      • murph sagt:

        Und was hat das eine jetzt mit dem anderen zu tun? Wieso kommst du hier mit der Vergasung – das ist ja wohl in der Diskussion ein unpassendes Totschlagargument. Ja eh haben Enzensberger und Heringer recht, aber was tragen diese richtigen Allgemeinplätze zur Diskussion bei ausser deren Abwürgung – Stichwort Schere im Kopf?

        „Ich will in einem Staat leben, in der RW diesen Stern draufkleben DARF, wenn er das für richtig hält. Und in dem niemand dafür gesteinigt wird, Sterne auf Schweine zu malen.“
        Dieses Zitat von oben bringt es für mich auf den Punkt bzw. ist der Kern der Diskussion.

        „Bei der Veranstalterin (LS Konzertagentur) und bei der für das Stadion zuständigen Wiener Stadthalle GmbH wurde deswegen Protest eingelegt. Die Kultusgemeinde überlege sich außerdem weitere Schritte.

        Protest – natürlich ok, freies Land, freie Meinungsäusserung.Weitere Schritte – das kann für mich nur als Drohung bis hin zu einer Anzeige aufgefasst werden, und das ist in diesem Fall ein bewusster Akt zur Meinungsunterdrückung. Kritik ist oft oder immer subjektiv, tut weh, und wird von den Kritisierten im Normalfall als ungerecht aufgefasst. Aber deswegen zivilisert dargebrachte Kritik (und ja, ich halte dieses Schwein im Kontext als sehr subtile und zivilisierte Kritik) unterdrücken zu wollen, noch dazu mit Totschlagargumenten, halte ich nicht für richtig.

        • Sunny sagt:

          Das war kein Totschlag-Argument, sondern mein Beitrag zu der Frage, ob eine Vermeidung gewisser historisch konnotierter Redewendungen womöglich aus Feinfühligkeit, Takt, Scham oder Rücksicht vielleicht doch angebracht sein könnte. Darauf, wie auf vieles andere, kann natürlich jeder nur sich selbst die Antwort geben, es ist quasi eine Frage des persönlichen Geschmacks, genauso wie die, ob man sich den Hitlerbalken wachsen lassen möchte oder nicht, was Im Übrigen keineswegs verboten ist, ebensowenig wie ein Davidstern auf einem Schwein. Alles nach freiem Belieben.

          Was hingegen an Symbolen – und ich spezifiziere nun mit Absicht nicht – auf einem Schwein „subtil“ sein möchte, bleibt mir ein Rätsel. Womöglich ein semantisches Mißverständnis? Die Gegenwörter zu „subtil“ wären grob, derb, oberflächlich oder plump.

  34. Julian sagt:

    Na, ich finde den Satz „Everything will be ok – Just keep consuming“ schon als etwas subtil. Und Derb&Subtil passt für mich auch gut zusammen. 😉

  35. Julian sagt:

    @Sunny:
    Ich stolpere doch immer wieder über diesen Gedanken:

    Das war kein Totschlag-Argument, sondern mein Beitrag zu der Frage, ob eine Vermeidung gewisser historisch konnotierter Redewendungen womöglich aus Feinfühligkeit, Takt, Scham oder Rücksicht vielleicht doch angebracht sein könnte.

    Die Gegenfrage ist doch die, ob man (subtil) durch die Forderung von Höflichkeit oder Feinfühligkeit nicht auch Kritik unterdrückt.

    Als Sido´s Mutter starb hat der Spiegel oder der Stern oder wer-auch-immer die groß angelegte Titelstory über seine Mafia-Verbindungen um zwei Wochen verschoben. Dann aber auch voll gebracht. DAS ist Feinfühligkeit ohne die Unterdrückung von Meinung/Journalismus.

    Als Roger Waters für Griechenland ein Video aufgenommen und vergünstigte Tickets angeboten hat (ab 18 Euro), DAS ist Feinfühligkeit.

    Ich halte es jedoch für falsch, IRGENDEIN Thema als „nicht kritisierbar“ zu markieren. Nur, wenn ALLES kritisiert werden darf, kann es auch einen gesunden Dialog und, verzeiht mir diese Wortwahl, eine Heilung geben.

    Die Forderung nach einer (für mein Emfpinden übertriebenen) Rücksicht scheint mir eher dafür zu sorgen, daß alte Wunden nicht heilen können. Fühlen sich Menschen dadurch wirklich VERLETZT? Wäre es dann nicht viel sinnvoller, die Frage zu stellen, wieso ein einfaches Symbol auf einem Plastikschwein so verletzend sein kann?

    Wenn jeder eine Kritik alleine deswegen ablehnen könnte, weil er sich „verletzt“ fühlt, dann gäbe es keine Kritik mehr. Ich bin mir sicher, Apple gefällt die Verwendung von iBelieve und iPay und iLoose in Kombination mit Diktatoren und Bombenangriffen auch nicht allzu gut. Ich bin mir sicher, Mercedes und McDonalds würden sich auch lieber BMW- und Burger-King-Symbole wünschen, die aus den Flugzeugen fallen.

    Dennoch … sie haben reifer und gesünder reagiert. Nämlich gar nicht.
    Und ich bin mir ziemlich sicher, daß sie, alleine wegen der Copyright-Verletzungen und der Verunglimpfungen sehr gute Karten gehabt hätten in entsprechenden Prozessen. Oder ist der Davidstern irgendwo Copyrightgeschützt?

    Im Ergebnis kommt bei mir an:
    Böser Davidstern, doch die, die dahinterstehen, wollen die Kritik vermeiden.

    War das nun das Ziel?

    Machen wir mal ein Alternativszenario:
    Wäre Roger Waters gebeten worden, in einer großen Diskussion z.B. in einem Online-Forum seine Kritik zu präzisieren und den „Verletzten“ Gelegenheit gegeben, darauf zu antworten, dann hätte ein guter Dialog stattfinden können.

    Wer hat einen solchen Dialog vermieden?
    Kann jemand, der sich verletzt fühlt und einfach nur andere anklagt überhaupt in einen Dialog gehen?

    Für mich ist RW dabei nicht der Böse. Ganz im Gegenteil: MIr scheint, daß seine Kritik sich bestätigt. Und der Davidstern gehört so lange auf da Schwein drauf, solange es Menschen gibt, die GENAU DAS verhindern wollen.

    Erst, wenn es egal ist, dann kann er weg. Dann hat er nämlich keine Macht mehr!

    Wohlgemerkt: Das ist nur MEINE Meinung.
    Ich steinige niemanden, der eine andere hat. 😉

    Alles Liebe, Julian!

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