Amaduo & Mariam Feat. David Gilmour Live in London

Konzertbericht und Fotos von Ina Wagner

Ein großes Erlebnis David Gilmour aus der Nähe zu sehen!

Wir sind gestern Nacht aus London zurückgekommen. Wir hatten 2 wunderschöne Tage und einen Crisisgig in der ersten Reihe. Aber der Reihe nach. Schon das Ticketbestellen war abenteuerlich, denn wir bekamen zuerst keine Bestätigung per Computer. Auf Nachfragen hin erhielten wir das okay Am Samstagabend kam dann eine Mail mit der Mitteilung, wo das Konzert stattfinden wird.

Am Montagmorgen landeten wir schon 8Uhr in London. Wir vertrieben uns den Tag mit shoppen auf der Oxfordstreet. Den Regenschirm benötigten wir nur 1x kurz. Gegen 15 Uhr konnten wir uns im Hotel frisch machen. Um 17 Uhr waren wir dann schon an der „Union Chapel“ Kirche. Das Gebäude wirkte baufällig und der Turm ist eingerüstet. Ein paar unentwegte Fans warteten schon davor. Die Mülltonnen vorm Gebäude liefen über, was wir für einen Konzertrahmen nicht erwartet hätten. Wir suchten uns ein nahe gelegenes Restaurant, wo wir sehr gut aßen und uns eine Flasche Weißwein gönnten.

Um 17Uhr, als wir an der Union Chappel ankamen, lief gerade der Soundcheck von Amadou & Miriam. Phil Taylor stimmte mehrfach Davids Gitarren dazu auch die Gitarren der anderen Künstler, überprüfte Kabelverbindungen, legte mehrere Plektren zurecht. Seine Fürsorge galt auch Davids Wasserflasche, die er schon mal aufschraubte und wieder verschloss, damit es David dann einfacher und schneller öffnen konnte. Lustig war, dass er dem Gitaristen der 2. Vorband half seine Gitarre anzuschließen. Nichts funktionierte. Er fand die fehlende Steckverbindung zur Gitarre (beim Aufbau hatte schlichtweg Jemand vergessen diese Gitarre anzuschließen). Dafür bekam Phil vom Publikum spontanen Applaus, denn damit konnte die 2. Vorband endlich ihr Programm beginnen. Alle fieberten natürlich dem Erscheinen von Amadou und Miriam und damit auch Davids entgegen.

Kurz vor 19Uhr waren wir zurück und die riesige Menschenschlange schockte uns etwas. Nach einigem Suchen fanden wir auch die richtige Schlange für Leute ohne Tickets aber mit einer Internetbestätigung für Tickets. Dadurch gelang es uns nicht, absolut optimale Sitzplätze direkt vor Davids Bühnenplatz zu ergattern. Die Plätze waren nicht nummeriert, sodass wir zwar in der ersten Reihe freie Plätze fanden, aber ca. 10m links von David Gilmour entfernt. Wo er auf der Bühne stehen würde, war leicht zu erkennen, weil Phil Taylor sich fleißig um die Gitarren kümmerte und Davids übliches Berliner Mikrofon und die Technik aufgebaut hatte. Durch den etwas chaotischen Einlass startete das Konzert erst gegen 20 Uhr mit 2 Vorgruppen.

Davids „Bühnenperformance“ war stets zurückhaltend. Er unterstrich damit glaube ich, dass er nicht der Hauptkünstler sein wollte (was er für die meisten Zuschauer aber war) sondern Amadou und Miriam. Vor und zwischen den Auftritten der einzelnen Bands erzählte eine junge Frau im Crisis T-Shirt was über Crisis deren Ziele und Erfolge und beruhigte die Massen, die unruhig wurden als es immer länger dauerte bis zu Davids Auftritt z.B. mit der Bemerkung, dass Mister Gilmour schon im Gebäude ist. Schon dieser Satz löste Jubelstürme aus.

Nach einem Umbau begannen Amadou & Miriam und David ihren Auftritt pünktlich um 21Uhr. Wir waren freudig überrascht, denn David kam sofort mit auf die Bühne nachdem die beiden blinden Künstler heraufgeführt worden waren. Es war angekündigt, dass er nur einige Songs mitspielen würde, aber er spielte durchweg jeden Titel mit viel Spielfreude aber hochkonzentriert. Der Bongo Spieler, der sein Instrument recht lautstark manchmal unmittelbar neben ihm anschlug, zwang David zu hoher Konzentration, denn seine Gitarre konnte da vielleicht nicht mehr hören. Leider benutzte er das vorbereitete Micro nicht. Manchmal sang er den Text von Amadou und Miriam mit aber ohne Micro. Schade! Wir hätten gern auch seine Stimme gehört. Ihn aber aus so kurzer Entfernung zu sehen, seine Mimik und Gestik zu beobachten war ein tolles Erlebnis.

2 Reihen hinter uns sahen wir Polly im Publikum. Auch Phil Taylor schien Spaß am Konzert zu haben, denn er wippte im Rhythmus der Musik seitlich von der Bühne stehend mit. Nach reichlich 70min war das Konzert nach einer Zugabe mit Standing Ovations vom Publikum beendet. Während des Konzertes störten uns etwas die 2 offiziellen Fotografen, ein Weiterer filmte (hinter den Zuschauern war eine weitere Kamera mit Stativ aufgebaut.) Sie krochen ständig am Bühnenrand direkt vor unseren Füßen herum. Noch nerviger waren aber die Fans, die versuchten Fotos zu machen und vom Ordner weggeholt wurden, was ihm zum Ende hin nicht mehr gelang.

Hinter den Sitzreihen (im Parkett) stand ein Aufnahmemischpult von Yamaha und daneben stehend (mittig der Sitzreihen) eine HD Kamera. Die mobile Handkamera (auch HD) war während des Konzerts unmittelbar am Bühnenrand im Einsatz. Manche dieser Aufnahmen konnten wir direkt auf dem Display verfolgen, da sie unmittelbar vor uns gemacht wurden. Der Kameramann wählte manchmal ungewöhnliche Einstellung wie z.B. David diagonal im Bild.Hinter dem Mischpult folgte der Merchandisingstand mit CDs z.B. auch der ersten Vorband und Shirts. Es wurde rege gekauft vor allem die T-Shirt gingen gut weg.

Gegen 22.30Uhr traten wir unsere Rückfahrt zum Hotel per tube wieder an. Die Circel Line „schwächelte“ etwas, aber nach einiger Warterei kamen wir an unserer Station an. Leider konnten wir den wundervollen Abend nicht bei einem Gläschen Wein ausklingen lassen, denn die Restaurants schlossen schon.

Band:
Amadou Bagayoko – Guitar, Vocals
Mariam Doumbia – Vocals
Laurent Griffon – Bass
Yves Abadi – Drums
Boubacar Dembele – Percussion
David Gilmour – Gitarre, Vocals

Songliste:
Welcome to Mali
Mouna
Touba Lakono
Radio Mogo
Masiteladi
Kobena
Ce N’est Pas Bon
No Way
Je Pense a Toi

Vorgruppe:
Catherine A.D.

Infos:
Das „Union Chapel“ ist eine ehemalige Kirche. Konzerte finden hier seit 1991 statt. Das Gilmour Konzert war mit über 800 Fans ausverkauft.

 

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