Kraftwerk 16.5.2014 Wien Burgtheater

Die deutsche Gruppe Kraftwerk weilte in Wien um ihre acht Alben, zwei pro Abend, das wiederum ergibt den „Katalog – 1 2 3 4 5 6 7 8“, im Burgtheater zum Besten zu geben. Ich kenne mich mit Kraftwerk und deren Historie so gar nicht aus. Natürlich kannte ich deren Kompositionen wie Autobahn und Model. Aber gehört habe ich ihre Musik schon sehr lange nicht mehr. Trotz meines Nichtwissens wollte ich mir Kraftwerk in Wien keinesfalls entgehen lassen und zumindest eines der 8 Konzerte sehen!

Die Karten für diese außergewöhnliche Konzertreihe waren schnell vergriffen, das mag auch an den Menschen gelegen haben, die außerhalb Österreichs Landesgrenzen lebten und Interesse an den Konzerten hatten. Interessanterweise kannte ich mit Arne, Tom und Henning, gleich drei solcher Personen, die Fans der Gruppe waren und sich aus Deutschland auf den Weg nach Wien gemacht hatten! Michael war der vierte Kraftwerk-Fan im Bunde.

Boing. Boom. Tschak.

Es war eine große Freude, als Michael und ich die drei am Freitag vor dem Burgtheater trafen! Tom war das letzte Mal 1996, als Rick Wright ein wenig Broken China Promotion in der Stadt betrieb, in Wien gewesen. Henning und Arne traf ich zuletzt 2011 bei Roger Waters The Wall Konzerten in Berlin.

Ein großer Zufall wollte es, dass mein Freund David, er arbeitet als Journalist, den Kraftwerk Chef Ralf Hütter am Vorabend, zur Geisterstunde, zu einem Interview getroffen hatte! Hier geht es zu Davids Bericht: „Kraftwerk“ in der Burg.

Ich stellte zwischen den Kraftwerk-Fans und dem Journalisten Kontakt her, der ihnen Freude bereitete und die weite Anreise vergessen machte! In einem Lokal diskutierten wir fünf eine ganze Weile über unser aller Lieblingsband Pink Floyd. Es gab so vieles anzusprechen, natürlich auch was die #TDB20 Bilder bedeuten könnten. Als sich David zu uns gesellte, wechselte das Thema zu Kraftwerk. Wir hörten gespannt zu, als David Details von seinem Interview mit Kraftwerk Chef Hütter berichtete.

Von Kraftwerk besitze ich genau ein Album, ihr 1986 veröffentlichtes Electric Cafe. Arne meinte, dass das so wäre, als ob man von Pink Floyd nur „A Momentary Lapse Of Reason“ besäße! Das dachte ich mir schon! Es war Zeit mehr von Kraftwerk kennenzulernen. Ich ging mit den Herrschaften zu den Konzerten von 3 Trans Europa Express (1977) um 19 Uhr und 4 Die Mensch-Maschine (1978) um 22 Uhr.

Um 19 Uhr begann mein erstes Kraftwerk Konzert mit „3 Trans Europa Express (1977)“. Ich setzte die 3D-Brille auf und tauchte in die Welt von Kraftwerk ein. Um 22 Uhr folgte „4 Die Mensch-Maschine (1978)“. Ich kann sagen, dass mir die Konzerte sehr gefallen haben! Keine Minute bereut! Mir wurde von Michael gesagt, dass die Zugaben Stücke Aéro Dynamik und Planet Of Visions, die sie beim zweiten Konzert spielten, einem kleinen Wunder gleich kommen! Meine Lieblingstitel waren: Radioaktivität, Die Roboter und Tour de France.

Mit einem detaillierten Konzertbericht halte ich mich zurück. Dafür gibt es bessere, wie z.B. Thomas, den wir vor der Spätvorstellung trafen und dessen Bericht ihr hier lesen könnt: Kraftwerk eroberten die Burg.

Ich mit meinem „Momentary“ Wissen halte mich zurück. Den ultimativen Kraftwerk-Wien-Bericht von Tom, Arne und Henning, den gibt es hier zu lesen: www.sigge-rocktours.de: Über die Autobahn ins Weiß.

Kraftwerk Der Katalog – 1 2 3 4 5 6 7 8

Wien Burgtheater 15.5. bis 18.5.2014

1 Autobahn (1974)
15. Mai, 19 Uhr

2 Radio-Aktivität (1975)
15. Mai, 22 Uhr

3 Trans Europa Express (1977)
16. Mai, 19 Uhr

4 Die Mensch-Maschine (1978)
16. Mai, 22 Uhr

5 Computerwelt (1981)
17. Mai, 19 Uhr

6 Techno Pop (1986)
17. Mai, 22 Uhr

7 The Mix (1991)
18. Mai, 19 Uhr

8 Tour de France (2003)
18. Mai, 22 Uhr

8 Antworten

  1. Simon sagt:

    Danke für diesen tollen Bericht und die Fotos! Ich beneide dich dafür, Kraftwerk in solch einer einzigartigen Location gesehen zu haben und auch das Glück gehabt zu haben, mit dem Journalisten gesprochen zu haben, der Ralf Hüter interviewt haben – denn auch Audio-Interviews mit ihm sind ungefähr so selten an der Zahl, wie David Gilmour Tourneen 😉 Habe das Interview gestern übrigens im TV gesehen, hat mich sehr überrascht, dass er sich dazu hat hinreissen lassen können. Du darfst dich glücklich schätzen, solch besondere Konzerte gesehen zu haben.

    Habe Kraftwerk selber für mich erst vor ca. zwei Jahren entdeckt und hatte Anfang letzten Jahres das Glück, ein Ticket für eines ihrer Konzerte in Düsseldorf bekommen zu haben. Habe dort ebenfalls ‚Trans Europa Express‘ gesehen – wohl mein Lieblingsalbum und auf jeden Fall eines der – für mich persönlich – beeindruckensten und denkwürdigsten Konzerte gesehen zu haben, da läuft mir jetzt noch ein Schauer den Rücken runter.

  2. Timo H. sagt:

    Selbst wenn es ja eigentlich nur noch Ralf Hütter ist, der da mit drei „Freunden“ (?) versucht, Kraftwerk zu sein (die anderen drei „originalen“ Mitglieder sind seit einigen Jahren nicht mehr dabei), würd ich es sehr begrüßen, selbst einem Konzert dieser Reihe beiwohnen zu können. Ich denke mit „TEE“ und „Mensch-Maschine“ habt ihr da die interessantesten Doppelkonzerte erwischt. Fänd es mal geil, wenn man auch als Normalsterblicher die Chance auf Karten hätte. Ich weiß jetzt zwar nicht, wie es in Wien war, aber damals in Ddorf waren Tickets kaum zu kriegen – gut, vielleicht war ich auch einfach nicht schnell genug… ich hab allerdings auch keine Zeit, den ganzen Tag darauf zu lauern, ob sich in der Musikwelt irgendwas tut und jeden zweiten Tag nach Kraftwerk googlen tu ich auch nicht. Letztendlich sind es ja auch alles recht kleine Locations gewesen, in denen Ralf Hütter, äh, Kraftwerk zuletzt aufgetreten sind, so dass natürlich die Fans zuerst von den Karten profitert haben, also solche, die eben jeden Tag die News checken (so sollte es ja auch sein). Die anderen, die wie ich allerdings auch interessiert sind, kommen da halt manchmal zu kurz… egal, noch darf gehofft werden… vielleicht gibts ja auch mal wieder einen Kraftwerk-Katalog im Großraum Ddorf zu erleben – vielleicht sollte ich dann auch mal die News checken!

  3. Guenter Dressler sagt:

    Hallo,

    Habe mir TEE am Freitag und Computerwelt am Samstag gegeben. War ein unglaublicher Unterschied zum Berlinkonzert vor 10 Jahren, das ich auch im Tempodrom gesehen hab. Die 3D visions waren echt ein Wahnsinn. Am besten fand ich Radioaktivität, Spacelab und Schaufensterpuppen. Wo findet man eigentliches Interview mit Ralf H?Das würde mich brennend interessieren.

  4. Arne Arne sagt:

    @Timo H.: Ohne den Einfluss von Bartos (75-90) – und Flür (72-86) schmälern zu wollen: Schmitz (seit 91) und Hilpert (seit 90) sind nun schon länger dabei als die beiden. 😉 Ok, die Anzahl der Alben in der Zeit ist ein anderer Punkt, reduzieren wir es mal auf die Live-Erfahrung. Florian Schneider hat wohl einfach keine Lust (mehr) auf Tour zu gehen, ist laut Handelsregister aber immer noch wirtschaftlich mit Kraftwerk verbunden.

    Sehenswert sind die Kraftwerk-Konzerte auf jeden Fall, ebenso wie ein The Wall Konzert von Roger Waters. Es waren wunderbare Konzerte in einer beeindruckenden Lokation, wie schon damals in Düsseldorf.

    • Simon sagt:

      Und wann bekommt man schon mal die Gelegenheit, Kraftwerk in Deutschland in Club-Kapazität vor 850 Leuten sehen zu können – die Möglichkeit wird’s wohl nicht mehr geben.

  5. Simon sagt:

    Das Interview mit Ralf Hüter bzw. seinem Dummie wurde in der Sendung ‚lebens.art‘ ausgestrahlt.

    Ich sehe das mit dem Ersatz der Bandmitglieder bzw. dem Überbleib von Ralf Hüter als einziges „orginales“ Bandmitglied nicht so kritisch, da streng genommen lediglich er und Florian Schneider Gründungsmitglieder der Band sind, und die restlichen Bandmitglieder häufig nur als ausführende Organe (oder eben auch Maschinen) angesehen wurden – wobei natürlich der teilhabende Faktor am Schaffen – insbesondere von Bartos und Flür – in der Blütezeit der Band nicht zu übersehen/hören ist. Doch hat sich Kraftwerk immer als Formation verstanden, in welcher Elemente bzw. Menschen wie Maschinen ausgetauscht und ersetzt werden können. Im Vordergrund steht nicht der Mensch, sondern vielmehr die entpersonalisierte Maschine, welche Musik produziert.

    • Timo H. sagt:

      Nur leider schade, dass sie selbst (oder er) so wenig mit den ersten Alben aus der Ralf und Florian-Phase anfangen können, dass sie sie fast schon leugnen, indem sie diesen Werken ja auch keine Live-Aufführung gönnen…

      • Simon sagt:

        Ja, das ist tatsächlich schade – die werden ja komplett unter den Tisch gekehrt, würde da gefühlt tatsächlich auch von einer Leugnung sprechen, immerhin werden die Platten nicht neu aufgelegt und tauchen im Katalog ja nicht auf. Gut, sie passen ja stylistisch auch nicht in das Gesamtkonzept der Band, welches mit dem Katalog in der Retrospektive ab dem Jahr 1974 mit Autobahn konstruiert wird, zudem wären sie live in der jetzigen Ausstattung gar nicht aufzuführen, da ja immerhin noch Instrumente genutzt worden sind.

        Klug wäre es halt damals gewesen, 1974 der Band einen neuen Namen zu geben, um da einen klaren Cut zu setzen und der Band einen neuen Stempel aufsetzen zu können, dann wäre das ja jetzt auch gar kein Problem, nur von 8 Alben zu sprechen, aber war das in dem Jahr wohl noch nicht abzusehen, welchs Image die Band in der Folgezeit einnehmen würde.

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