Times Talk: Roger Waters kündigt weiteres Album an und gibt Tourband bekannt!

Von GeckoFloyd

Hab mir das Video auch eben in Ruhe reingezogen und möchte ein paar interessante Auszüge übersetzt wiedergeben. Meine Lieblingsstelle war auch das mit der Frage „Wie kam es, dass ihr so langatmige Songs gemacht habt, dachtet ihr euch, wenn es langsamer ist wird es größer?“, O-Ton Roger: „Wir haben einfach losgelegt und dann schaute ich Rick und David an und fragte, kennt jemand noch einen anderen Akkord?. No. So spielten wir eine halbe Stunde C-Moll.“ und weiter „das ist ein wichtiger Punkt, wenn man nur nach den Leuten geht, die nur kurze Aufmerksamkeit suchen, gäbe es auch nicht so Komponisten wie Gustav Mahler, doch ich hör mich jetzt jammern, aber es ist so wirklich.“

Cool auch, wie Roger seine Hochachtung dem Blues gibt und die Verbindung zu Croydon/London (dort war ich oft und habe Verwandte), und Roger erwähnt es: „Als ich ein Kind war ging ich zur Fairfield Hall in Croydon um dort einige Blues-Grössen im Bündel zu sehen… wie Sleepy John Estes, Sonny Boy Williamson, Howlin Wolf, Sonny Terry, Brownie McGhee, Lightning Hopkins, und viele mehr, in einem kleinen Raum gestopft, kaum größer als hier, das war umwerfend, ein großes Privileg, das erleben zu dürfen.“

Is This The Life We Really Want?Auch gut, Frage zum Produzenten des neuen Albums „Hast Du Nigel Godrich irgendwie geleitet?“, Antwort „Nein, er hat es einfach gemacht. Wir waren uns in wenigen Minuten einig, wirklich, er hat eine klare Vorstellung, und in einer ruhigen Art machte er mir klar, dass er nicht möchte, das ich mich einmische. Das ist großartig und etwas, was ich zuvor noch nicht gemacht habe…“ und weiter „…ich verspreche euch, er machte ein brillantes Album! Es ist wirklich, wirklich Gut! Mein Lob für Nigel kann gar nicht größer sein und außerdem war es für mich zunehmend eine Erfahrung mal meinen Mund zu halten. Und seine Hilfe erkenne ich an.“ dann „War es ein großer Unterschied als mit Bob Ezrin zu arbeiten?“, Roger: „Ja“ und weiter „Hat Godrich auch Teile beigesteuert oder verändert?“, Roger: „Ja, er hat viel davon gemacht.“ … „Verbesserungen?“ … Roger: „Einiges waren Verbesserungen, einiges nicht. Aber was war ist, das Album ist 45 Minuten lang, doch es könnte auch 84 Minuten lang sein, was ein großer Fehler sein kann. Es war definitiv notwendig es zu bearbeiten und zu kürzen, aber es gibt einen Teil, eine Strophe von DEJA VU, bei der ich es bereue, dass sie nicht dabei, ist also hier für euch, es ist die letzte Strophe und ist nicht auf dem Album, also aufgepasst:

IF I HAD BEEN GOD,

I WOULD NOT HAVE CHOSEN ANYONE,
I WOULD HAVE LAID AN EVEN HAND
ON ALL MY CHILDREN, EVER ONE
WOULD HAVE BEEN CONTENT
TO FOREGO RAMADAN AND LENT
TIME BETTER SPENT IN THE COMPANY OF FRIENDS
BREAKING BREAD AND MENDING NETS“

Übersetzt in etwa:
„Wenn ich Gott wäre, dann hätte ich niemanden auserwählt, hätte eine Hand darauf gelegt, keines meiner Kinder wäre einverstanden das Ramadan-Fasten zu übergehen, doch die Zeit wäre besser verbracht in Geselligkeit mit Freunden zusammen die Netze zu reparieren“

Auch noch erwähnenswert und lustig, der Moderator Jon Pareles spricht von einem alten Ende Interview von Pink Floyd nach dem Ende 60er Auftritt im Roundhouse als Mr. Waters damals sagte „Unsere Musik ist für Dich entweder schreiender Horror oder schreiende Ekstase“, „…das klang damals ziemlich ehrgeizig“ darauf hin zitiert Roger erneut Hans Keller aus einem TV-Interview (zu finden im Box Set / Cambrige ST/Ation), der sagte „WHY DOES IT HAVE TO BE SO INCREDIBLE LOUD?“ Roger: „Ich war ziehmlich unreif, und offenbar ist das auch extrem gewesen.“ Daraufhin Jon Pareles: „Ihr hatte Musik gemacht, die Leute so extrem sahen“, draufhin Roger: „Das erinnert mich an Hans Keller, der sagte: „Warum muss es so unerhört laut sein?“ und Syd antwortete: „Wir mögen das so.“

Sehr nachdenklich auch später Rogers Ausführungen über Profitgier und dabei quasi ein Zitat von WELCOME TO THE MACHINE, wie sehr es doch Unterschiede gibt, die gespaltene Gesellschaft, „ein Stück Kohle in der Maschine“ der Mächtigen zu sein. Am Ende dann die Fragen und Antworten von Facebook-Usern und im Publikum, „Hat sich Dein Songwriting weiterentwickelt?“, Roger: „Ich weiß nicht, Songwriting ist eine seltsame und mysteriöse Tätigkeit, die man lieber für sich alleine lässt und nicht verärgert“

„Us + Them“ Tourband:

Roger Waters: Vocals, Bass, Guitar
Dave Kilminster: Guitar, Bass
Jon Carin: Keyboards, Guitar, Vocals
Ian Ritchie: Saxophon, Bass
Jonathan Wilson: Gitarren, Keyboards
Gus Seyffert: Bass, Gitarren, Keyboards
Joey Waronker: Drums
Jessica Wolfe: Backing Vocals
Holly Proctor: Backing Vocals

Auf den Namen des Hammond-Organ Spieler warten wir noch! Waters fiel nur dessen Vorname ein!

Auch gut: „Was war die größte Herausforderung am neuen Album?“, Antwort: „Es anzufangen und fertigzumachen. Vor allem aber nicht reinzureden, das war da schwierigste für mich, ernsthaft, es ist sehr schwer im Studio zu sitzen und als Nigel mit den Background-Sängerinnen arbeitete und ich das beobachtete, war die Versuchung groß, sich einzumischen und ich versuchte das nicht zu tun.“ Jon Pareles: „Schließlich warst Du ja lange Zeit der Kapitän des Schiffs“ Roger: „Ja, Danke“.

Die letzte Frage am Schluss dann auch sehr abgefahren, der Mann aus dem Publikum macht selber Musik und hat manchmal Zweifel und eine Art Blockade im Kopf, ob dies oder das auch gut sei, darauf erklärt ihm Roger das auch ganz plausibel: „Da ist eine Stimme in Deinem Kopf, ein Elternteil oder ein Lehrer, der auf Dich einredet, ein negativer Aspekt, dem Du erlaubt hast, Dir beiwohnen, Teil Deiner Psyche zu werden. Mein Vorschlag ist, nehme Teil an dieser internen Konversation, und schalte sie ab!“

Wünsche allen ein schönes Wochenende!

Times Talk with Roger Waters

Don’t miss this rare opportunity to see Roger Waters, the creative genius behind musical pioneers Pink Floyd, in conversation with Jon Pareles, the chief pop-music critic at The New York Times. The duo will discuss Waters’s first solo studio album in 25 years, entitled “Is This the Life We Really Want?” With no signs of slowing down, Waters will also be embarking on an extensive North American tour, “Roger Waters — Us + Them,” kicking off on May 26 in Kansas City, Mo. Join Waters for an evening of contemplative discussion about his storied career, his message of humanity, and how empathy is the key to getting the life we really want.

Das komplette Gespräch findet ihr unter „TimesTalks: Roger Waters“!

15 Antworten

  1. Fabian Fabian sagt:

    Das war ein wunderbares Gespräch mit sehr vielen guten und tollen Fragen am Ende. 🙂

    Roger hat inzwischen eine ganz beruhigende Ausstrahlung und ist mit jedem Wort im Einklang mit sich selber. Leider denken noch sehr viele er und seine Musik seien das gleiche wie damals, aber wenn man sich hier mal die Zeit nimmt und reinhört, was Roger zu sagen hat, wird man schnell merken, dass er ein fantastischer Mensch ist, der ganz und gar nicht mehr so wie früher ist. Dieses Interview hat mir mal wieder gezeigt, warum ich Pink Floyd, Roger Waters (und natürlich auch David Gilmour) so sehr mag.
    Ich freue mich ganz besonders, dass Roger nach „Is This The Life We Really Want?“ noch weitermachen wird und noch ein Album machen wird. Hoffentlich müssen wir nicht nochmal 25 Jahre warten. 😉

    • Werner sagt:

      Danke Fabian für die Info. Denn ich hatte noch keine Gelegenheit mir das Interview anzuhören! Werde das morgen nachholen. Was, er sprach vom nächsten Album? Die Herrschaften werden richtig aktiv auf ihre alten Tage!

      • Fabian Fabian sagt:

        Für alle die Kurzfassung, die wissen wollen, ob nach „Is This The Life We Really Want?“ noch was von Roger kommt:

        Auf die Frage hin, dass z.b. Crystal Clear Brooks nicht auf dem Album sei und ob er noch genügend Material für noch mehr hätte, kam aus Roger nur ein deutlich amüsiertes „Ja!“ heraus. 🙂
        Auf die genaue Nachfrage dann, ob er noch ein Album machen wird, antwortete er – zwar kurz zögernd- aber auch mit einem deutlichen Ja! Es wird also noch spannend!

  2. Oskar Oskar sagt:

    Dem kann ich nur beipflichten. Übrigens bestätigt Waters die Tourband in der zweiten Hälfte des Gesprächs:
    Ian Ritchie, Jon Carin, Dave Kilminster, Joey Waronker, Lucius (die Sängerinnnen) und zwei Musiker die auch am Album spielen (Phillips?). Dann weiters ein Typ namens „Dew“, an dessen Nachnamen Roger sich nicht erinnern kann (!!) und der, seit er Zehn ist Kirchenorgeln gespielt hat….
    Von J.E. Smith und Robbie Wyckoff somit keine Spur mehr!

    • Werner sagt:

      Das war ja ein ergiebiges Gespräch!
      Um die beiden letztgenannten hast du dich besonders gesorgt, stimmts? ☺

      • Oskar Oskar sagt:

        Ja, denn das hätte ich ziemlich inkonsequent gefunden und hätte mich irgendwie verarscht gefühlt. Vielleicht übertreibe ich damit, aber Herr Waters hat wohl auch in diese Richtung gedacht. Was mein Fan-Tum umso mehr bestärkt. 😉

        • Johannson sagt:

          Ich sehe dies ähnlich. Es wäre für mich völlig unverständlich gewesen.
          Weltbilder können ja verschieden sein, aber da stehen sich die vom Genius und des selbsternannten „Genies“, der nun im W.H. platzgenommen hat und dort selbstherrlich residiert, diametral gegenüber. Insofern könnte es sein, dass sie nun die Konsequenzen tragen, gut so.

    • Hanno sagt:

      Also:
      Roger Waters Bass, lead vocals, Guitar
      Jonathan Wilson Guitars, keyboards
      Jon Carin Keyboards
      Joey Waronker Drums
      Gus Seyffert Keyboards, Guitars, Bass
      Ian Ritchie Saxophone
      Dave Kilminster Guitars
      Drew Organ, Keyboards
      Lucuis Background Vocals

      Ich frage mich was mit Snowy White ist.

  3. Werner sagt:

    Ein sehr gutes Interview mit Waters! Hat richtig Spaß gemacht Roger dabei zu beobachten! Es war bestens drauf! Eine meiner Lieblingsstellen, war die, als er nach der Entwicklung des speziellen, langsamen Floyd-Sound gefragt wurde!! Herrlich!

  4. Oskar Oskar sagt:

    Auch das Outing mit dem Hörgerät und dass die Schwerhörigkeit eigentlich nur ein kleiner Preis ist für das geile Leben, das er gehabt hat! haha.

  5. Werner sagt:

    Danke Oliver für deinen Zusammenfassung des Interviews! Ich habe noch keine Zeit gefunden, dass sehr gute Interview dementsprechend zu präsentieren!

  6. GeckoFloyd GeckoFloyd sagt:

    Gerne! Hab noch was vergessen: als Roger die Blues-Musiker aufzählte, musste ich an Roger’s Fake-Unterschriften seiner Super-Deluxe-Box denken 😉 LG

  7. Oliver sagt:

    Ich wage mal zu behaupten, dass es sich bei dem Keyboarder um Drew Brown handelt, mit dem Godrich schon häufiger zusammenarbeitete.

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