Roger Waters veröffentlicht vielleicht den Pink Floyd The Wall 1980/81 Film!

Screenshot - The Happiest Days Of Our Lives

30.8.2012: Ein ausgiebiges Interview mit Roger Waters über The Wall gab es im Billboard (Ausgabe 28. Juli) zu lesen. Der Titel auf dem Cover lautete „Roger Waters The Wall Building the Year´s Biggest Tour“ und das Bild stammte unübersehbar von Gerald Scarfe.

Waters spricht in diesem Interview, welches er vor seinem Konzert in Nashville am 19. Juni 2012 gab, über die laufende Tour, dem Vermächtnis von The Wall und einem eventuellen neuen Album. Er erklärt auch warum er heute The Wall im Stadion spielen kann, wenn er doch damals nach Pink Floyds „In The Flesh“ Tour 1977, so dagegen gewettert hatte!

Waters: „Ich habe erkannt, dass es nicht nur in großen Räumen gut funktioniert, sondern, dass sich Menschen in diesen großen Räumen eng mit der Botschaft verbunden fühlen!“

Besonders interessant fand ich was Waters über seine Pläne bezüglich der gefilmten Konzerte im Earls Court, damals mit Pink Floyd, zu erzählen hatte. Er könnte sich nämlich durchaus vorstellen den Film, den er bereits etwas bearbeitet hat, wenn er seinen eigenen The Wall Film auf Blu-ray (oder fürs Kino!!) raus bringt, als „Neben-Produkt“ zu veröffentlichen.

Waters: „I still own all the film of those shows, which I’ve been editing a bit and I might even release it at some point. Or when I do the Blu-ray or theatrical release of this thing I might give away the 1980 shows as a side issue. I’m not sure what I´ll do.“

Wie auch immer, hoffentlich entschließt er sich dazu, den Pink Floyd The Wall Konzertfilm an uns weiterzugeben! Mehr von diesem Interview könnt ihr bei Billboard nachlesen: Roger Waters The Billboard Cover Story

67 Antworten

  1. Timo H. sagt:

    Ja, es wäre das einzig wirklich Kluge, was man mit diesen Aufnahmen machen könnte: sie veröffentlichen… eigentlich unglaublich, dass es immer noch nicht geklappt hat – seitdem ja vor mind. 10 Jahren das DVD-Format so populär geworden ist…

  2. Kowalski sagt:

    Das wäre eine Sensation. Die DVD wird bestimmt noch erfolgreicher als Nebenprodukt, als seine eigene – könnte ich mir vorstellen.

    • Chris sagt:

      Pscht! Sonst liest er das noch und entschließt sich dagegen!

      Aber es wird wirklich Zeit. Selbst die Beatles veröffentlichen inzwischen ihre Filmchen. Zur Zeit ja Yellow Submarine, Magical Mystery Tour und bald auch Let It Be mit zusätzlichem Material.
      Es wird Zeit…..

    • Sunny sagt:

      das glaube ich auch :-)). Der gute Rog neigt ja gelegentlich auch zu provokanten Bemerkungen, habe ich mir sagen lassen. Er wird natürlich ganz genau wissen, welchen ideellen und somit auch materiellen Wert die alten Konzertaufnahmen haben. Vielleicht wollte er wieder einmal jemanden zur Weißglut bringen …

    • Werner sagt:

      Ich könnte mir auch vorstellen, dass er den Erfolg des „Nebenproduktes“ scheuen könnte. Denn ohne zweifel wird sich eine Pink Floyd The Wall Live DVD millionenfach verkaufen und medial für aufsehen sorgen! Und das trotz seiner eigenen neuen The Wall 2.0 Show auf Blu-ray die bestimmt alle Register ziehen wird!

      Ich würde es uns wünschen denn so viele Livekonzertfilme von den Floyds haben wir ja nicht zur Auswahl!

  3. Michael Weickenmeier sagt:

    Da funken unseren berechtigten Hoffungen sicher wieder irgendwelche Grabenkämpfe unserer Helden dazwischen. Sicher könnte das alles so einfach sein: Pink Floyd The Wall DVD rausbringen, fertig.

    Aber wer ist Pink Floyd? Rechtlich nicht Roger Waters, also wird ER die alten Aufnahmen weder unter dem Namen Pink Floyd herausbringen wollen noch dürfen. Und zu den Immersions hat er sich, „sein“ Filmmaterial der Earls Court Konzerte betreffend, ja schon kritisch/vorsichtig geäußert. Und die Wall Immersion ist ja schon veröffentlicht. Vor allem Davids Elan betreffs einer standesgemäßen Veröffentlichung unter „seiner“ Pink Floyd Firma schätze ich äußerst begrenzt ein.

    Von daher kann ich Rogers Pläne und Äußerungen gut nachvollziehen und hoffe, dass es genau so auch geschieht.

    Und Kinderspiele wie „meine Wall DVD ist erfolgreicher als deine Wall DVD“ – ich glaube, das machen die alten Herren dann doch nicht.

    Viele Grüße
    Michael

    • Chris sagt:

      Also wenn man Rogers Kommentare zur angeblich vollkommen belang- und erfolglosen On An Island – Tour, die nichts ist, gegen die Waters-The-Wall-Tour, kennt, dann denke ich schon, dass diese Kinderspiele mehr als aktuell sind.
      Zu sehr schmerzt es den alten Mann immer noch, dass diese für ihn talentlosen Leutchen unter dem Namen der Band, die er ja eigentlich ausmachte, erfolgreicher tourten als er.
      Er setzt regelmäßig alles in Relation. Besonders die Arbeiten von Dave sind gerne Referenzwerke. Natürlich dabei immer deutlich abweichend von der Realität.

      Pink Floyd – The Wall Live at Earls Court könnte durchaus auf DVD/BD veröffentlicht werden. Wenn, dann entweder vollkommen lieblos wie dazumal PULSE, oder als ‚Zusatz‘ auf Rogers The Wall Ausgabe.

  4. Sunny sagt:

    soweit ich weiß, gehören ihm allein die Vermarktungsrechte an den alten Earls-Court-Aufnahmen. Und er wird sie also zum Ruhme seines Namens mit mucho gusto veröffentlichen – und gegen alle Etikette verstoßen. Vor allem gegen das Etikett „PF“. Es wird, da nehme ich Wetten an, eine Waters-DVD sein, so wie seinerzeit die Berliner-Wall-DVD auch. Aber sollte uns diese Geschichtsklitterung stören? David Gilmour wird natürlich wieder seine Schnute ziehen. Aber überrascht sein wird er nicht. Er kennt seinen troubled Waters länger als wir.

  5. Thorsten sagt:

    Tja das Drehbuch ist leider noch nicht geschrieben würd ich mal sagen….und das „Happy End“ welches wir uns wohl alle wünschen, dürfte wahrscheinlich erst erfolgen wenn einer der beiden Protagonisten das zeitliche segnet……!
    Den 2 „alte“ Männer setzen sich ungerne zusammen nachdem sie fasst 30 Jahre zerstritten waren. und zu den kleinen „hoffnungsschimmern in Form dieses 8 Minuten „schwarzweißfilmchens“ der Waterschen „O2 Wallauftritte“ Mit Dave gehört ne Mnege Darstellungskunst dazu.Vielleicht war das eine der „oskarverdächtigsten“ darstellungen ever? Die Mediale Berichterstattung schreibt auch nur Flosken,Am bleiben wir…wir die uns nur wünschen das sich alles zum guten wendet und wir baldigst ein paar kleine Schätze aus den Archiven in den Händen halten und in unseren kleinen heimlichen „schreinen“ aufbauen dürfen.

    Hoffentlich kommen die bald ma in die Puschen, wir warten!

  6. Heiner sagt:

    Moin ,

    ich hoffe er kommt mal mit allen DVD BR in die Puschen.
    Ich könnte mir da schon eine super Luxus BLU Ray Edtion vorstellen, in der The Wall 80/81 und The Wall 11/12 drin ist…

    Ich glaube nicht, dass die noch so zerstritten sind, wie sie immer tuen. Sind ja auch schon deutlich über 60 und werden damit altersweise…

  7. Henning sagt:

    Die Rechte am Wall-Live-Film liegen ja anscheinend bei Waters alleine – die ehemaligen Kollegen sagen ja zumindest, wenn es nach Ihnen ginge, hätten Sie was da ist veröffentlicht. Ich glaube also, da haben die nix mitzureden. Aufs Cover kann er ja schrieben „Roger Waters – The Wall Live at Earls Court performed by Pink Floyd“ 😉

    Eine Veröffentlichung als Dreingabe oder Begeleitung zur Wall 10/11/12-DVD/BR halte ich für realistisch, dann aber bitte schon ganz und als eigenständiges Stück!
    Ich sehe uns schon wieder mit „never-before-released Snippets“ von 4 Songs oder einem einem 40-Minuten-Edit mit den Höhepunkten im Bonusmaterial der Wall 2.0.-DVD (oder 3.0 ?!? -wg Berlin90) da sitzen.
    Oder ganz gruselig wird mir bei dem Gedanken, dass -wie Nick in einem Interview kürzlich andeutete – Waters ggf vorhat die neue mit der alten Show auf irgendeine Art zu vermischen. Also Überblendungen von Athen 2011 zu Earls Court 1981 zu Buenos Aires 2012 – bitte nicht.

    Das einzige Produkt aus dem PF-Archiv das bislang unter Waters Ägide veröffentlicht wurde, ist die Live in Pompeii-DVD – und da ist für meine Begriffe der Film von A. Maben leider ziemlich verhunzt (Abgeschnittene Bilder, wg. neuem Bildformat; reingeschnitte Mondlandungsgsfilme, schlechte Vulkanausbruchanimation, Michelangeols David morpht into Gilmours David -peinlich) worden. Immerhin ist ja der Original Film unberührt auch drauf. Vom nicht vorhandenen 5.1.-Ton ganz zu schweigen.

    So, genung der Schwarzmalerei. Dennoch freue ich mich natürlich über jeden Film aus dem Earls Court – was man bislang in Roger Tour-teaser Videos sehen konnte, übertraf alle meine Erwartungen. Und die neue Waters-Wall und Dark Side-Tourfilme nehme ich natürlich auch! Her damit!

    Schönes Wochenende!

  8. Tom sagt:

    Schwierig von „unserem“ grünen tisch zu beurteilen. Ich kann mir vorstellen, dass die EC80 DVD mit „Pink Floyd, Live at Earls Court, London 1980“ sicherlich großen Anklang finden würde und sich ausgezeichnet verkaufen würde, gute Promo inklusive. Das Roger- Rechte hin oder her- EC80 unter seinem Namen veröffentlicht, fände ich einen affront, auch wenn, wie sunny wohl schreibt „er sich um die etikette einen scheiß kümmert“. das bleibt abzuwarten. ich sehe „uns“ schon einzelne szenen deuten und diskutieren, ob nicht hier und da ein kameraschwenk auf den „Musical Director“ weggelassen wurde;-)

    ich würde mir eine eigenständige Release der EC 80 wünschen.

    Wenn Roger die EC80 show dem “ Wall Waters 10/11/12″ schuber „lediglich“ beipackt, fände ich das auch okay, aber natürlich als eigenständige und komplette DVD! dann „haben wir das ding endlich“:-)

    dazu könnte man jedoch meinen:

    1. er misst dem Release der EC 80 keine große bedeutung bei (nach außen!zumindest ) und will somit dem ganzen nicht DIE große Bühne bieten. vielleicht.

    2. er ist unschlüssig, weil er doch , wie hier schon angemerkt, den „direkten“vergleich zu seinen shows scheut und in der gesamtdebatte dann ( evtl.) seine show zu der „richtigen“ womöglich nicht mehr DIE Aufmerksamkeit erlangt, die er sich wünscht und auch berechtigt wäre ( trotz meiner, persönliche kritik zur „Aura“)

    Die Wurzel allen Übels ist der Vergleich!

    Roger hats nicht einfach;-)

    Grüße,tom

  9. Sunny sagt:

    ich glaube, wir müssen uns keine Sorgen machen. The Wall ist sein opus magnum, sein „Guernica“, seine „Jupiter-Sinfonie“, der hellste (bzw dunkelste) Stern am Rockhimmel. So wird er es selbst sehen, viele seiner Fans, die er sich mit Gilmour teilen muß, und die Treuesten der Getreuen, die er ganz für sich allein hat. Das addiert sich zu einer Bekennerschar, mit der er leichthin auch eine Religion gründen könnte (überspitzt gesagt). Und er wird alles daran setzen, daß die Veröffentlichung der alten wie der neuen Konzerte sein persönlicher Triumph sein wird, ein Denkmal für die Ewigkeit. Hie und da ein Gerücht streuen, das Ganze wie beiläufig immer mal wieder in einem Nebensatz erwähnen, auf kleiner Flamme köcheln lassen und warm und duftig halten, bis auch dem Letzten der Zahn tropft – das ist doch marketingtechnisch geschickteste Prä-Promo. Hinter den Kulissen wird fleißig gewerkelt werden, da können wir sicher sein, und kluge Köpfe werden ihn beraten. Waters ist ein ehrgeiziger Perfektionist und alles andere als ein weltferner Idiot. Er wird diesen letzten und größten Trumpf in diesem Spiel gebührend und genüßlich ausspielen.

  10. scarecrow sagt:

    Ich weiss nicht aber die Aussage ist nicht weniger allgemein gehalten als das Meiste was man zu EC80 bisher auch zu hören bekam. Klar würde ich mich riesig drüber freuen aber die Aussage „I might even release it at some point.“ lässt mich jetzt nicht gerade euphorisch werden. Immerhin ist Hoffnung da.
    Aber wahrscheinlich hat Sunny es auf den Punkt gebracht: Sehr schlaues Marketing.

  11. Julian sagt:

    „Zu sehr schmerzt es den alten Mann immer noch, dass diese für ihn talentlosen Leutchen unter dem Namen der Band, die er ja eigentlich ausmachte, erfolgreicher tourten als er.“

    Wie kommst Du darauf? Das Bild, was ich von Roger habe ist ein völlig anderes!

    Roger ist es, der seinerzeit eine Anfrage bei Gilmour zugesagt hat, aber nicht singen wollte, weil er meinte, seine Stimme könne mit DG nicht mithalten. Roger ist es, der dazu sagte, als DG ihm das Angebot gemacht hat, bei einer Wall-Show CN zu spielen, daß er das Angebot niemals ablehnen konnte.

    Guckt Euch einfach nur RWs Gesicht an, unten an der Mauer, in dem YouTube-Video, als er wusste daß gleich DG da oben steht und keiner im Publikum das weiß. Wie ein kleines Kind hat er sich gefreut, DG präsentieren zu können.

    RW hat natürlich viel Chaos hinter sich mit den anderen Jungs, viel Streit, aber IMHO hat er die Qualitäten der anderen niemals herabgesetzt. Ich denke, seine Gedanken dazu stimmen „in etwa“ mit den meinen überein:

    – DG ist ein begnateter Gitarrenspieler und ein sehr guter Sänger
    – Rick und Nick: Klar, auch genial. Die will ich hier aber nicht alle ausführen.
    – RW ist ein begnadeter Komponist, Regisseur/Produzent und kann solche Geschichten inszinieren wie kein anderer

    Roger kann Dinge Schreiben, die sind gigantisch, und wenn DG die spielen würde, dann wäre es perfekt (natürlich, nur mit Rick und NIck, doch der Konflikt ist ja hauptsächlich zwischen RW und DG)

    Das schlimme, wie ich finde: Pink Floyd hat weitergemacht, nachdem Waters weg war. Und wie viele schon festgestellt haben: Es hat was gefehlt.
    Ich glaube nicht, daß RW jemals meinte, er könne besser Spielen oder Singen oder so als DG. Ich glaube, Roger hat dieses vierer-Gemisch als perfekt angesehen, mit gigantischem Potential. Und diese tollen Ressourcen hat insbesondere DG nicht wirklich genutzt, er wollte nichts inszinieren.

    Daß nun, nachdem Roger aus der Band raus ist, weil er an anderne Stellen wohl mehr „Power“ gesucht hat, DG mit PF weitermacht, das finde ich doch etwas derb. Ich glaube nicht, daß er die anderen Jungs als talentlos gesehen hat. Ich glaube, daß er genau das gesehen hat, was wir auch alle sehen:

    PF ohne RW, da fehtl was. Jeder EINZELNE war wichtig, und DG ist, auch für mein Empfinden, mehr oder weniger im Ruhestand. Was macht er denn noch? Dieser „vorwurf“ von Waters … meiner Meinung nach war er nicht böse gemeint. Es ist seine wirkliche Wahrnehmung.

    Was könnten RW, DG und NM zusammen noch alles bewegen? Nick wäre mit dabei. Roger sowieso. Und DG ist zu faul dafür.

    Wieso hat er damals PF weiter durchgeführt? Wenn er doch irgendwie immer wieder „zu faul“ war, wirklich noch was zu bewegen?

    Alles Liebe, Julian!

    • Chris sagt:

      Also lieber Julian, da muss ich dir ja kategorisch widersprechen! Gilmour veröffentlichte zuletzt 2006 ein Album (2010? the Orb nicht vergessen), während Rogers 1992 erschien. Alben auswendig live herunterspielen ist jetzt nicht wirklich ernst zu nehmen, denke ich.
      Dass Roger so eine schlechte Meinung von den Floyds, bzw. Gilmour hat, entnehme ich seinen Interviews der letzten 10 Jahre. Wenn jemand es vor einem Jahr noch nötig hatte zu behaupten, er habe niemals PF-Alben nach seinem Abgang gehört, obschon er sie doch direkt nach der Veröffentlichung mehr oder minder genau kommentierte und zerriss, und dabei noch meint, Gilmours Tour wäre, in Relation zu seiner, unwichtig und ohne Besucher gewesen, obschon er das genaue Gegenteil durch das Teilen von Carin wissen muss (!) und dann ferner meint, Gilmour sei ein netter (genau das war es) Gitarrist, aber es gibt bessere, mit denen er zusammenarbeitete (fiel dem Mann jemals auf, dass alle Soli auf den Soloalben denen von Gilmour recht ähnlich klingen?), dann muss so ein Mensch noch an irgendetwas zu knabbern haben.

      Aber ich denke, hier werden wir keinen Konsens finden. Das ist als würden John Lennon Fans mit Macca Fans darüber diskutieren, wenn denn hier wirklich wichtig war und wer nicht.

      Es lag mir nur daran auf die Interviews zu verweisen, die ein ganz anderes Bild sprechen, als du das hier präsentierst. Und ja, ich weiß, er meinte, es war ihr volles Recht ohne ihn weiterzumachen. Dass dann gleich der Kommentar kommt, er würde sich das aber nie anhören, spricht dann wieder Bände.

    • Werner Werner sagt:

      Gilmour zu faul?
      Ich sehe das nicht so. Waters war nach seiner 87er Tour bis 1999 auch nicht gerade super aktiv gewesen und Amused to Death wurde vor 20 Jahren veröffentlicht. Seine letzten Tourneen bestanden überwiegend aus Floyd Songs. Die er natürlich alle geschrieben hat.
      Aber es gibt auch große persönliche Unterschiede, so ist Gilmour einige male Vater geworden und die Kinder sind oberste Priorität. Dazu kommt der Tod von Rick Wright mit dem er möglicherweise gerne ein weiteres Album aufgenommen hätte. Schließlich noch Gerichtsprozesse und Gefängnisaufenthalt eines Sohnes, also schon klar warum er zuletzt nicht viele Konzerte und Tourneen gespielt hat. Das er aber immer noch gut drauf ist, beweisen seine Auftritte mit Mun Floyd „Atom Heart Mother“ 2008, „The Orb“, Jeff Beck, Phil Manzanera und Amaduo & Mariam.

      Gilmour hat nichts bewegt?
      Für mich hat er sehr wohl was bewegt nachdem Waters die Band verlassen hatte. Er hatte ohne Zweifel die „Hauptlast“ des Comebacks zu tragen und kriegte dabei einige Schrammen von Waters verpasst. Die beiden Waters-losen Alben finde ich gut. Sie enthalten einige hervorragende Songs und live gespielt lösten sie Begeisterung aus. Die beiden Tourneen „Momentary Lapse“ und „The Division Bell“ waren genial, ohne mit der Wimper zu zucken würde ich mir diese Konzerte wieder ansehen und so viele wie nur möglich davon sehen wollen.

      Was bin ich froh das Gilmour sich damals nicht unterkriegen ließ und gemeinsam mit Mason, der sich trotz enger Freundschaft von Waters los sagte, und Rick, dass durchzog!

      Ich kann mir vorstellen das es ein Genuss für die drei gewesen sein muss, endlich einfach mal „frei“ auftreten zu können, auch in einem Stadion, ohne schlechtem Gewissen und ohne das einer dabei sein Gesicht verzieht. Einfach das tun was eine Band eben macht, auftreten vor Publikum und den eigenen Sound und den des Publikums genießen! Pink Floyd am 1.7.1988 in Wien werde ich nie vergessen!!

    • Timo H. sagt:

      Ja, PF ohne RW – da hat was gefehlt… aber RW ohne PF war auch nit sooo doll, oder? Das einzige Album, was ich mir hin und wieder anhören mag, ist „Amused to death“ – und umgekehrt kann ich „Division Bell“ ebenfalls sehr gut leiden, während ich mit „Lapse of reason“ so gut wie nix anfangen kann, was aber eben auch die anderen Water´schen VÖ (incl. „Final Cut“) betrifft… und seien wir ehrlich: so verdammt viel Nennenswertes ist nach „The Wall“ beim besten Willen von BEIDEN Parteien nicht herausgekommen…

      • Timo H. sagt:

        Nachtrag (nachdem ich die Antwort von Werner las):

        Ja, auch ich hätte mir (ohne lange zu überlegen) Konzerte der beiden PF-Tourneen in den 80er und 90er-Jahren angesehen, weil ich einfach ein Fan bin!!!
        D.h., wäre ich bereits in konzertfähigem Alter gewesen, wäre auch mir kaum ein Weg zu weit gewesen, um meine „Helden“ (wenn auch ohne Waters) zu erleben… nur hätte sich auch dadurch (mit einigem Abstand nach frenetischen Live-Abenden) „Lapse of reason“ nie zu einem von mir groß geschätzten Album aufgetan – dennoch halte ich es für ABSOLUT in Ordnung, dass PF Mitte/Ende der 80er nochmal „von vorn“ begonnen haben und gönne es jedem, der live dabei sein durfte!! Ebenso finde ich´s OK, dass Waters seine Sachen gemacht hat – meine Quintessenz von allem ist halt (wie bereits erwähnt), dass man dem Floydschen/Water´schen Post-Wall-Part nicht zuuuu viel Bedeutung beimessen sollte… Lieben Gruß, der Timo

  12. Sunny sagt:

    Die Wahrheit liegt wohl, wie so oft, in der Mitte. Als Capt. Waters von Bord gegangen war, sah Gilmour die Chance, das Steuer des Traumschiffs MS PF zu übernehmen. Und wer will es ihm verdenken, daß er es zum einen lukrativer fand, statt einer weitgehend nur in Fan-Kreisen beachteten Solo-LP lieber unter dem Erfolgslabel PF zu veröffentlichen und zum anderen es ziemlich reizvoll gefunden haben muß, Waters eins auszuwischen? Gilmour ist sicherlich sympathisch, aber er besitzt über sein Image des gutmütigen und jeder Brandung trotzenden Strahlemanns hinaus bestimmt noch weitere Eigenschaften, die im Musikbusiness unabdingbar für die Karriere sind, zB Ehrgeiz und auch ein gerüttelt Maß an Egoismus. Vergessen wir auch nicht, daß Wright anfangs nur als Gastmusiker geduldet war. Waters hätte man das angekreidet. Beide werden komplexe Charaktere sein, ich glaube nicht, daß Gilmour Waters in gewissen Eigenschaften sehr viel nachsteht. Vergessen wir auch nicht, daß 1987 Waters die Zusage von Ezrin hatte, Radio Kaos zu produzieren. Ezrin, der auch rechnen kann, stieg lieber bei PF ins Boot. AMLOR war ein wohlkalkuliertes Industrieprodukt basierend auf dem Fragment einer Soloplatte, künstlich (nicht künstlerisch) auf PF-Maße aufgepumpt. Ich kann Waters durchaus verstehen, wenn er meint, daß sie ein verkappter Schwindel war, die weitgehend hohle Imitation einer PF-Platte. Gilmours Argumente nachzuvollziehen fällt mir allerdings auch nicht schwer. Seine Karriere dümpelte nach Waters Weggang dahin, die große Zeit schien vorbei. Hätte er großherzig auf die Chance verzichten sollen? – Aber das ist alles lange her. Die Gemüter werden sich beruhigt haben, was die alten Streitigkeiten angeht. Gilmour hat seine Satisfaktion gehabt. Ich schätze sein Naturell so ein, daß er inzwischen zufrieden zurückblickt auf die Jahre, in denen er Chef war. Er muß niemandem mehr etwas beweisen und neigt wohl auch nicht dazu. Nie vergessen werde ich ein Interview, zu Zeiten der Lapse-Welttour. Interviewer: „Wie viele Stunden üben Sie täglich Gitarre?“ Gilmour, grinsend: „ich übe nie.“ Das ist er, wie er lebt und leibt, immer bedrohlich am Abhang des Übergewichts. Und ich liebe ihn für dieses Laissez-faire (von seinem Gitarrespiel einmal abgesehen) – und Waters für ganz andere Dinge. Was wohl wäre, wenn unsere drei älteren Herren sich noch einmal um den alten Ofen gruppieren würden? Ich fürchte, wir würden enttäuscht sein oder uns selbst belügen, denn das Feuer ist unwiderruflich erloschen.

    • Chris sagt:

      ‚Vergessen wir auch nicht, daß Wright anfangs nur als Gastmusiker geduldet war.‘

      Hatte das nicht nur juristische Gründe?

      • Sunny sagt:

        Kokainsucht, Depressionen, Ehescheidung – in diesem Sumpf ist er wohl versunken in diesen Jahren. Selbst Gilmour gab zu, daß er bei den Wall-Aufnahmen nur noch apathisch herumsaß, das altbekannte „Barrett-Syndrom“, und Waters würde man wohl besser nicht als Psychotherapeuten anstellen. – Wright wird zu Lapse-Zeiten „auf Bewährung“ dabeigewesen sein.

        • Chris sagt:

          Man darf da aber nicht vergessen, welch wichtige Rolle er bei der Produktion spielte. Außerdem war er doch Hauptverantwortlicher für das Gelingen des Film. Hielt es das ganze Projekt nicht zusammen, indem er kategorisch gegen Roger vorging, damit die Filmfirma das nicht an sich reißt?
          So in etwa heißt es jedenfalls bei Scarfes Making Of The Wall.

        • Sunny sagt:

          Soweit ich weiß, wurde Wright während der Wall-Dreharbeiten in „Ferien“ geschickt, aus denen er 1987 erholt zurückkehrte.
          Waters: “Rick Wright had been fired by mutual consent of us all, notwithstanding what they’ve all said since about how it was horrid old me. Gilmour and Mason absolutely agreed to getting rid of Rick because he’d become impossible to work with. In fact, at the time, I was having a conversation with Dave about Rick, and he was saying, „Let’s get rid of Nick too.“
          Und über Lapse: “With all due respect to the people who went out and bought those records, they are just rubbish. Particularly The Division Bell; it’s just nonsense from beginning to end. A Momentary Lapse of Reason had a couple of really nice tunes on it that, had I still been in the band, those chord sequences and melodies would have been made it onto a record that I was involved in. But conceptually and lyrically, it’s just rubbish, partly because it’s not true. It’s like, „Let’s try and write songs that sound as if they’re Pink Floyd and make records that sound like Pink Floyd records.“
          “Eric Stewart of 10cc told me how he got a phone call from Dave Gilmour where Dave said, „We’re trying to make a new record, and we need a concept. Got any ideas?“ It was funny, and it really pissed me off at the time. It pissed me off that no one saw through any of that. But I think history is starting to show that none of that stuff is really lasting. The last record was kind of pure “Spinal Tap.“ Dave got his new wife to write lyrics!”
          Ich bin geneigt, ihm zu glauben. Ihr nicht?

  13. scarecrow sagt:

    Also ich fand es gut dass Gilmour/Pink Floyd noch ohne Waters weiter gemacht haben. „The Final Cut“ war zwar ein tolles Album, aber es gab keine Tour und auch sonst ist das Album damals nicht gerade eingeschlagen wie eine Bombe. Das wäre irgendwie kein schöner Schlusspunkt gewesen. „The Division Bell“ war nochmal ein richtig toller Abschluss (und High Hopes wohl der beste letzte offizielle PF Album Track). Nicht zu vergessen eine wirklich geniale Tour.

  14. Sunny sagt:

    Das Lapse-Album bleibt für mich, Verzeihung, Freunde, eine kalte Herdplatte. Für die Bell bin ich als Fan schon wegen Lapse dankbar – und für die Konzerte, ja, unvergeßlich ohne Alzheimer. Bell ist bestimmt ein würdiger Abschluß und musikalisch ein Genuß. Nur … die Texte. Es tut mir leid, sie sind einfach nicht von Waters, keine Ironie, kein Sarkasmus, kein doppelter Boden, alles an Bell ist an den Ecken abgerundet, lyrisch unverbindlich und gefällig. Für Waters‘ Texte würde ich mir hier mal einen eigenen Thread wünschen.

  15. Michael Weickenmeier sagt:

    Als Kind der 80er (geb. 1972, aber in den 80ern erfolgte meine hörmusikalische „Prägung“) mag ich den Sound von AMLOR mit den poltenden Drums, den Gate Reverbs und dem starken Einsatz von „Sound-Gimmicks“. Der Sound entspricht dem Zeitgeist der Mid-80s, wie auch der Sound von Gilmours „About Face“.

    Sehr interessante Meinungen hier, viele haben sicher mit vielem Recht.

    Mein Eindruck ist, dass Gilmour aus verschiedensten, oben schon von einigene angeführten Gründen, nicht mehr machen will, als er momentan tut. Insbesondere das lange Touren ist ihm wohl völlig unangenehm, denn zu einer Tour, egal wie lange sie ist, gehören monatelange Vorbereitungen (Musiker, Sound- und Lichtkonzept entwickeln, Proben, rein organisatorische Dinge wie Locations buchen, die ganze Logistik usw.). Das möchte er sicherlich nicht mehr. Daher ist er seit einigen Jahren nur noch sporadisch live zu erleben, und es muss wohl etwas Punktuelles, Außergewöhnliches sein, von dem er etwas Neues, vielleicht auch nostalgisches mitnehmen kann, um ihn zu motivieren. Ich denke da z.B. an den Atom Heart Mother Auftritt.

    Unter diesem Hintergrund kann man Waters nicht vorwerfen, „nur“ Alben live „abzutouren“ und ihm ein Kreativitätsloch seit „Amused“ vorwerfen. Denn die sehr ausgedehnten Touren 1999-2002, 2006-2008, 2010-2013 erforderten ebenfalls diese umfangreichen Vorbereitungen, und gerade bei Pink Floyd/Waters wird hier ja sehr viel kreative Energie (und materielle Logistik) investiert. Diese Arbeits- und Zeitbelastung muss man auch sehen und honorieren. Zumal Waters auf allen Touren ständig an den Visuals und anderen Dingen feilt.
    Der Herr ist also IMHO durchaus sehr aktiv, auch kreativ, allerdings vielleicht nicht sehr produktiv.

    Und „On an island“ – das ist auch schon über 6 Jahre her…

    Von daher freue ich mich über alles, was die Herren machen, egal ob alleine oder zusammen.
    Ein letztes gemeinsames Album mit dazugehöriger Tour wünschen sich sicher sehr viele; ich nicht.
    Das könnte nur eine Enttäuschung werden, denn die Uhr zurückdrehen kann keiner.

    Two suns in the sunset

  16. scarecrow sagt:

    „Ein letztes gemeinsames Album mit dazugehöriger Tour wünschen sich sicher sehr viele; ich nicht.“

    Ich mir auch nicht. Vor allem nicht ohne Richard…

  17. Chris sagt:

    —Ich bin geneigt, ihm zu glauben. Ihr nicht?—

    Weniger – partiell nur. Es gibt genug Interviews von Gilmour und den anderen Floyds, die einiges davon widerlegten. Natürlich wird Gilmour nach einem Konzept gesucht haben, aber das ist kein Wunder. Welcher Druck muss auf diesem Mann gelastet haben, wenn man bedenkt, dass er an Alben wie Dark Side und WYWH anschließen wollte?
    Ich finde es alleine schon eine Leistung, dass er innerhalb so kurzer Zeit nach seinem eigenen Album ein PF-Album produzierte.
    Zum Rauswurf von Rick und dann auch Nick gibt es leider auch mehr als genug verschiedene Varianten von jedem. Roger selbst meinte einmal, Dave davon überzeugt haben zu müssen.
    Dass man Nick loswerden wollte kann ich unter dem Waters’schen Zeitgeist dazumal durchaus verstehen. Man bedenke nur seine Timing-Probleme mit der Drum-Machine…..

    Dass Gilmour nie wieder auf Tour gehen wird bezweifle ich ebenso. Dazu bestehen genügiglich Äußerungen von Seiten Pollys und auch von Dave selbst.

  18. Christian sagt:

    Die Band „Pink Floyd“ ist seit dem The Wall Album tot.
    Deren Musik wiederum wird ewig leben…

    „And if the band you’re in starts playing different tunes
    I’ll see you on the dark side of the moon.“

  19. Lothar sagt:

    Ich wiederhole mich da gerne, aber die Aussagen von Waters über die Alben ohne ihn sind respektlos, beleidigend und widerlich. Beide Alben sind allemal besser als sein Anti-Thatcher-Album „Final Cut“! Es wäre ein Trauerspiel gewesen, wenn dieses Waters-Geschwurbel das letzte Floyd Studioalbum geblieben wäre. Ich verstehe auch nicht, dass David 2005 „weich“ geworden ist. Von Live8 hat in erster Linie Waters profitiert, der ja schon fast vergessen war! Er hat das Ganze benutzt um wieder ins Geschäft zu kommen. Eine Band verlassen und dann den notenverteilenden Oberlehrer spielen war/ist das Allerletzte!!

    • scarecrow sagt:

      „Ich wiederhole mich da gerne, aber die Aussagen von Waters über die Alben ohne ihn sind respektlos, beleidigend und widerlich. Beide Alben sind allemal besser als sein Anti-Thatcher-Album »Final Cut«!“

      So ist es. Ich weiss auch nicht warum die beiden Post-Waters Alben selbst von Fans immer so schlecht gemacht werden. Auf „Lapse“ sind u.a mit „Sorrow“, „On The Turning Away“ und „Yet Another Movie“ auf jeden Fall starke Songs enthalten. Auch fühle ich mich beim Opener „Signs Of Life“ eher wieder an Pink Floyd 71-75 erinnert als es von Animals bis The Final Cut der Fall war. Was hat den Waters zu der Zeit veröffentlicht? „Radio KAOS“… Sorry aber dieses Solowerk wird von „Lapse“ locker in den Schatten gestellt.
      Und „The Divison Bell“ war, abgesehen vielleicht von „Take It Back“ ein Meisterwerk. Vor allem hatten die beiden Alben ohne Waters mal wieder weitestgehend „richtige Songs“ und nicht ständig diese ganzen „Vera“, „Show Must Go On“, „One Of The Few“ Bruchstücke.

    • Christian sagt:

      Das „The Finial Cut“ nicht das letzte Album von Pink Floyd sein sollte sehe ich ebenso, auch wenn dieser Titel doch so sehr passend gewesen wäre und Musik und Texte hervorragend sind.

      „Amused To Death“ wäre es gewesen, aber selbiges wäre ja wieder voll von diesen Geschwurbel Texten von Herrn Waters gewesen …

    • Sunny sagt:

      Finanziell wird das komplette Kleeblatt von dem Live8-Auftritt profitiert haben; wie es hieß, erlebten die Verkaufszahlen der Floyd-Alben danach wahre Höhenflüge. Ich glaube allerdings, daß keiner der vier auf Profit oder Profilierung aus war und halte sowohl Waters‘ aus auch Gilmours soziales Gewissen für authentisch.

  20. Heiner sagt:

    Moin,

    soweit ich weiß ich Rick während der Studio Arbeiten aus der Band geflogen (Drogen und weil Roger mit ihm unzufrieden war) , war dann als Gastmusiker bei der „Tour“ dabei und wurde auch so bezahlt.

    Bei den Dreharbeiten hatte Roger dann irgendwann Platzverbot, weil er sich mit Alan Parker immer in der Wolle hatte…

    Rick war dann folgerichtig bei „The Final Cut“ nicht mehr als Musiker auf dem Album dabei, später, nachdem Roger weg war, wurde er dann von David und Nick zurückgeholt…

    So kenne ich die Geschichte…

    • Anja sagt:

      Der Rauswurf hatte für Rick jedoch nicht nur Nachteile gehabt: Da er bei der „The Wall“-Tour 80/81 nur Gastmusiker war, musste er die Verluste nicht mittragen, die diese Tour eingespielt hat, sondern hat daran im Gegensatz zu den anderen Geld verdient.

      • Heiner sagt:

        Das stimmt so.
        Auch komisch, wie sich das geändert hat.
        Früher waren Konzerte Verlustbringer und Alben Gewinnbringer.

        Heute ist das ganze anders herum…

  21. murph sagt:

    Naja, wie kann man messen ob ein Album „besser“ als das andere ist? Das ist ja wohl reine Geschmackssache.
    The Final Cut zählt zu meinen PF Lieblingsalben. Es ist der perfekte Abschluss der Waters-Ära. Nach dem aufgekratzten Animals (mein Allzeit-Favorit) und der in jeder (positiven) Hinsicht wahnsinnigen Kulmination mit The Wall setzt The Final Cut einen absolut unspektakulären, ruhigen Endpunkt von dem es kein Weitermachen mehr gibt. Dieses Album glimmert förmlich in der Asche und dem Staub nach dem Einsturz der Mauer. Ich meine, was hätte man nach The Wall sonst machen können? Eine weitere Steigerung des PF Spektakels wäre unmöglich gewesen. Musikalisch gefällt mir Final Cut sehr gut, zumal die Einfachheit der Songs zum traurigen Grundthema passt. Die gesamte Stimmung des Albums ist 100% ironiefrei, grundehrlich und ungekünstelt – eben passend zu Themen wie Krieg und nuklearer Vernichtung. Dazu kommt, dass Waters hier im Gegensatz zu späteren Alben ziemlich gut singt.
    Dann gibt es noch interessante Kleinigkeiten. Ob es z.B. Zufall oder eher eine typische Waters-Gemeinheit war, dass David Glimours einziger Gesangsbeitrag „Not Now John“ darstellt, in welchem der Protagonist im Gegensatz zu den restlichen Songs ein ignoranter Typ ohne Prinzipien ist? Auch passend, die letzten Worte auf Two Suns in the Sunset, dem letzten Song des letzten Waters-PF-Albums: „The End“.
    In Summe stellt the Final Cut für mich genauso ein Meisterwerk wie die 4 Alben davor da – auf einer etwas anderen Ebene. Und es ist auch ein typisches Floyd Album, zumal sich die Band nie darum gekümmert hat was von ihr erwartet wird und ihre Fans immer überrascht hat.

    • Sunny sagt:

      d’accord! Selbst mit der Behauptung, das Album sei ironiefrei, wirst du recht haben – es ist zum Jauchzen zynisch, bester Waters.
      Beispiel:
      The Fletcher Memorial Home

      Take all your overgrown infants away somewhere
      And build them a home, a little place of their own …

      And they can appear to themselves every day
      On closed circuit T.V.
      To make sure they’re still real…

      „Ladies and gentlemen, please welcome, Reagan and Haig,
      Mr. Begin and friend, Mrs. Thatcher, and Paisly,
      „Hello Maggie!“
      Mr. Brezhnev and party.
      „Scusi dov’è il bar?“
      The ghost of McCarthy,
      The memories of Nixon.
      „Who’s the bald chap?“
      „Good-bye!“
      And now, adding colour, a group of anonymous latin-
      American meat packing glitterati.

      Did they expect us to treat them with any respect?
      They can polish their medals and sharpen their
      Smiles, and amuse themselves playing games for awhile.
      Boom boom, bang bang, lie down you’re dead.

      Safe in the permanent gaze of a cold glass eye
      With their favorite toys
      They’ll be good girls and boys
      In the Fletcher Memorial Home for colonial
      Wasters of life and limb.

      Is everyone in?
      Are you having a nice time?
      Now the final solution can be applied.

  22. Julian sagt:

    Für mich stellt PF einfach die Kumulation von zwei Haupt-Energien dar. Die schöpferische Kreativität von Waters und die Musikalische Genialität von David.

    Nachdem der größte Teil der DG-Fraktion „The Wall“ unterstellt, es wäre kein „Pink-Floyd-Album“ sondern ein Waters-Solowerk, schließe ich mich dem einfach an. Damit wären Alben wie WYWH und DSOTM die ECHTEN PF-Alben, Wall ein „Waters-Solo“ und Division Bell ein „Post-Waters“. Beiden fehlt etwas.

    Der Wall fehlt was von Pink Floyd, dem kann ich uneingeschränkt zustimmen. Nur durch kleine „Bonbons“, CN in the Wall ist so ein Bonbon. ABer im Prinzip sehe ich gerne ein: The Wall ist mehr Waters als PF.

    Das aber führt genau in diese Richtung: Ebenso, wie Waters mit „The Wall“ ein Soloprojekt unter dem Namen „PF“ gemacht hat, so hat DG mit „Division Bell“ das auch getan.

    Ich respektiere es beides, dennoch möchte ich klar dazu stehen können, daß mir die Kompositionen von Waters stets wichtiger waren als die Gitarrensoli von DG. Waters regt meinen Geist an, strüzt mich in Untiefen, mit denen ich mich auseinandersetzen muss/will, Waters bringt mich weiter, manchmal ziemlich drastisch. Nach einer Wall-Show kann ich nciht Party machen, das muß ich erst verarbeiten.

    DG dagegen, so mein Gefühl, „plätschert vor sich hin“. Ebenso kann ich einem plätschernden Bach lauschen. Keine Frage: Das ist wunderschön. ABer, für mich auf Dauer ewig langweilig.

    Wenn ich also diese beiden Energien vergleiche, die entspannte Glücklichkeit von DG und den umtriebigen Willen von Waters, die Welt zu verändern, kann ich gut nachvollziehen, warum Waters das Gefühl hat, Gilmour hätte sich „zur Ruhe gesetzt“.

    Die beiden sind Extreme. Jeder hat aus seiner Perspektive recht, und ich respektiere jeden, der sich merh zu DG hingezogen fühlt. Dennoch finde ich es schade, wenn ich das GEfühl habe, RW wird angegriffen. Denn ich glaube, nach wie vor, daß seine „Angriffe“ keine solchen sind. NIcht als solche Gemeint sind. Ich glaube, es ist sein Erleben, was er kommentiert, und nicht ein „abschließendes Urteil“.

    Alles Liebe, Julian!

    • Heiner sagt:

      Nun ja,

      „The Wall“ ist zwar im Prinzip eine RW Solo, allerdings haben das Bob Enzrin und David G. noch ordentlich nach gearbeitet, was man auch hört.

      Eben das hat für mich PF dann ausgemacht:
      Die texte und rockige Musik von RW, dagegen gearbeitet von David G. mit sanften Gitarren und von Rick und Nick mit Keyboard bzw. Schlagzeug.

      Das war es!

      Nachdem ich die Arte Doku gesehen habe, bin ich mir ziemlich sicher, das Roger den anderen Roger so sehr in der Band vermisst hat, dass er so wurde wie er ist…

  23. Lothar sagt:

    Sorry, aber für mich sind die „Angriffe“ schon so gemeint und sollten nicht relativiert werden.
    Sie sind genauso real wie seine einstweiligen Verfügungen, mit denen er die ersten PF Konzerte nach MLOR „unterbinden“ wollte.
    Bei allem Verständnis für Versöhnliches sollte man diese Dinge nicht vergessen.
    Auch nicht, dass Waters nicht wollte als Gilmour ihn trotz Allem zu einem der Earls Court Konzerte 1994 eingeladen hatte.

  24. Sunny sagt:

    Ist es nicht amüsant? Ich kenne keine andere Rock-Formation, in der sich so konträre Fan-Lager bilden könnten und soviel Diskurs möglich wäre. Es ist wie bei Picasso, die einen mögen seine „blaue“ die andern seine „rosa“ Periode, wieder andere lassen nur die klassizistische Ära gelten. Letzten Endes kann es nur für die heterogene Kunst einer Rockband sprechen, daß ihre Alben einander nicht ähnen, daß sie sich kreativ nie wiederholt haben und wir darum auch nicht jedes Werk gleichermaßen würdigen und schätzen. Und doch ist gerade dies ein Indiz für die Einzigartigkeit von Floyd in der Musikgeschichte. Nicht einmal die Beatles vermögen so sehr zu polarisieren.

    • Michael Weickenmeier sagt:

      Obwohl gerade die beiden Protagonisten der Beatles in den 70ern ähnliche Polarisation (auch aktiv) betrieben: Lennon entspricht Waters, McCartney insofern Gilmour, als er ein „Musikmensch“ ist im Gegensatz zum „Botschaftsmensch“ Waters/Lennon.

      Und die Grabenkämpfe der beiden sind ja auch legendär, von offenen Angriffen in Texten („How do you sleep“) über subtile Botschaften wie das Cover von „Ram“ bis zu eindeutigen Statements in Interviews.

      Allerdings verstummte das Ganze natürlich mit dem Tod Lennons sofort, und Macca muss seitdem gegen eine goldgegossene Statue ankämpfen (so hat man manchmal den Eindruck).

      Ach ja, sieben Buchstaben trennen die beiden Vergleiche: Yoko Ono.

      Interessant finde ich bei der PF/Beatles Geschichte auch die Reduktion auf nur 2 „kreative“ Galionsfiguren und 2 Sidemen. Harrison und Starr erleiden erstaunlich vergleichbare Schicksale wie Wright und Mason. Die einen, weil man ihnen „Funken von Genialität“ nachsagt und als musikalische Zulieferer, die Schlagzeuger schlicht als die schlechtesten Musiker der Band.

      Aber beide Bands hätten sich jeweils die besten Drummer ihrer Zeit aussuchen können, wenn sie nur gewollt hätten. Doch sie wollten/brauchten es nicht. Hat was mit Bandchemie zu tun, und so ganz können wir nie in Bandgefüge hineinblicken.

      • Chris sagt:

        Ja, da hast du natürlich recht. Und nicht zu vergessen: Harrison war eher bei Lennon anzusiedeln und Ringo eher bei Paul. Jedenfalls partiell.
        Wobei ich ja sagen muss, dass Lennon durch seinen Tod einfach zu stark glorifiziert wurde. Er hat mindestens genau so viele gehaltlose Liebessongs an Yoko geschrieben, wie Paul an Linda. Seine politischen Botschaften (Blackbird, Wild Life…) vergisst man dabei gerne.

  25. Tom sagt:

    Meinst du? ohne es wirklich konkret zu wissen, kann ich mir bei den Fans von Deep Purple oder Black Sabbath oder Queen oder zum Teil bei den Stones durchaus lebhaft vorstellen. Ich finde ,dass es bei Floyd mit der „Lagerbildung“ durchaus „gesittet“ zugeht. also, ich höre mir gern KAOS , ATD , DB, OAI an ohne den „einen“ oder „anderen“ abzulehnen. „Jeder“ hat, mit seinen Möglichkeiten versucht, dass Beste und vorallem in Würde, drauß zu machen.

    Natürlich war es zu Viert doch am Schönsten:-)

  26. Julian sagt:

    Naja, eigentlich wäre ich gerne gesittet: Roger genießen und David respektieren.

    MIr geht es nur immer wieder zu weißt, was da so unterstellt wird. Dann versuche ich, die Spitzen gegen RW zu relativieren, was das „DG-Lager“ dann aber als konterangriff aufgreift und es verhärtet sich.

    Ich versuche dabei schon, die wirklich kleisnten gemeinsamen Nenner zu finden. Mich würde mal interessieren, in wieweit die folgenden Punkte „Einigkeit“ erzeugen können, oder ob da immer noch jemand „Nein“ dazu sagt. Es geht dabei nicht um Genauigkeit, sondern um ungefähre Richtungen:

    1. „The Wall“ ist ein Waters-Albumg, das von PF unterstützt und gespielt wurde.

    2. Den Alben der Post-Waters-Ära fehlt irgendwie etwas. Gleichzeitig haben sie an einer anderen Ecke auch etwas sehr geniales. Ich beziehe das auf „es fehlt kreatives Genie“ und „es existiert musikalisches Genie“, doch das ist nur meine persönliche Interpretation.

    3. Die beiden Top-Floyd-Alben, wo alle Bandmitglieder sich optimal ergänzt haben, sind DSOTM und WYWH.

    4. Allen Waters-Solo-Projekten, dazu zähle in Ansätzen auch „The Wall“ und „Final Cut“, fehlt etwas. Sie könnten aber, hätte der Rest der Band sich daran beteiligt und daran gearbeitet, zu wahren PF-Werken heranwachsen können.

    Für mich sind das so ein paar Basics, von denen ich denke, sie sind nicht „angriffslustig“ geschrieben, und ich möchte wissen, ob beide „Lager“ sich so weit in den Basics an sich einig sind.

    Mir haben diese Fragen aber noch eine andere, interessante Frage aufgeworfen. Was wäre, wenn PF geschlossen an „Amusement to Death“ gearbeitet hätte?
    Bei Division Bell ist das schwieriger. Die Komposition steht am Anfang, man hätte RW kam „dazubringen“ können oder den kompletten Grundtenor zu ändern.

    Wenn man „Amusement to Death“, oder alternativ auch Radio Chaos, RW direkt nach der Komposition aus den Händen genommen hätte und dem Rest der Band gesagt hätte: „Jetzt macht was draus“, wenn also Waters sein Ego nicht hätte durchsetzen können, sondern PF geschlossen den „Schliff“ dazu gemacht hätte, wäre dann ein echtes PF-Album entstanden, welches DSOTM udn WYWH ebenbürtig sein könnte?

    Noch einmal: Ich will in kein „Lager“ eingeteilt werden, sondern äußere nur, daß mir ganz persönlich die Waterschen Kompositionen wichtiger sind als die Gilmorschen Gitarrenspiele. Platt ausgedrückt. Ich respektiere und achte sein Gitarrenspiel und die, die das genießen können … nur MIR GANZ PERSÖNLICH fehlt da was dabei.

    Waters alleine ist schon fast „zu aufbrausend“ und „zu theatralisch“ in seiner Musik. Der Ruhepol, den DG gut reinbringen könnte, hätte ihm sicherlich gut getan.

    Und genau da ist die Frage angesetzt: Wenn wir eine der Genialitäten von Waters nehmen, Amusement to death erachte ich als eine solche, und ihm das aus den Händen nehmen, bevor sein Ego zugreift, und es DG geben, was entsteht dann? Evtl. ein wirkliches PF-Album?

    Alles Liebe, Julian!

    • Chris sagt:

      Also ich muss sagen, dass der erste Punkt sich ausgesprochen diffiziel ausnimmt. Es liegen uns die Demos von Roger nur partiell vor – was hat Gilmour nun wirklich beigetragen, was nicht? Er selbst tituliert seinen Beitrag oft als marginal, obschon er irgendwie durchaus relevant wirkt, wenn er so darüber radotiert.
      Aber The Wall ist eindeutig ein textlastiges Album ohne große kompositorische Meisterwerke, wie man sie auf WYWH findet.

      Mich selbst tangiert dann schon mehr die Frage was passiert wäre, hätte man Broken China zu einer Floyd-Platte weiterentwickelt oder noch an Pros & Cons gemeinsam gearbeitet.

      Und den Waters-Soloalben muss ich leider das kreative Genie deutlich absprechen. Konzeptuell sind sie für mich eher langweilig. Diesbezüglich natürlich immer noch besser als AMLOR und auch als Division Bell, trotzdem eher langweilig. Auch muss ich sagen, dass ich durchaus ein Konzept in Division Bell erkennen kann – es war ja auch so intendiert. Selbstredend aber schwach.
      Waters war nun einmal der große Lyriker und Dave und Rick die genialen Musiker – so ist das.

    • Sunny sagt:

      Zwischendurch kann ich mich auch mal kurz fassen. Die floydsche Melodie, die ich seit Menschengedenken im Auto pfeife (solange ist mein Radio schon kaputt), ist – da kommt ihr nie drauf – „Outside the wall“.

    • Oliver sagt:

      „MIr geht es nur immer wieder zu weißt, was da so unterstellt wird. Dann versuche ich, die Spitzen gegen RW zu relativieren, was das »DG-Lager« dann aber als konterangriff aufgreift und es verhärtet sich.“

      Mir geht es ähnlich. Aus irgendwelchen Gründen fühle ich mich immer wieder genötigt, Mr. Waters zu verteidigen. Abgesehen davon, dass hier ein Konflikt ausgetragen wird, der zwischen Waters und Gilmour ganz offensichtlich nicht mehr oder nicht mehr derartig gravierend besteht (irgendwelche Interviews hin oder her: Warum sollten die beiden sonst 2010 und 2011 miteinander aufgetreten sein?): Die fehlende Objektivität des Gilmour- Lagers ist manchmal unerträglich. Erst Recht, wenn man sich Waters gegenüber so verhält, wie man es ihm selbst vorwirft: agressiv und respektlos.
      Ich meine, wie kann man einen Satz schreiben wie „die Aussagen von Waters über die Alben ohne ihn sind respektlos, beleidigend und widerlich“, und im übernächsten feststellen: „Es wäre ein Trauerspiel gewesen, wenn dieses Waters-Geschwurbel das letzte Floyd Studioalbum geblieben wäre“?!? Das würde ich im Take That Forum oder was die Teenies heute auch hören mögen erwarten.

      Warum sollte man überhaupt irgendjemanden das Recht absprechen, sich kritisch über die letzten beiden PF-Platten zu äußern? Wenn sie Roger nicht gefallen, darf er dass natürlich auch sagen. Das muss dann auch ein Gilmour und ein Mason aushalten, und das tun sie ja wohl auch. Dass Dave sich mit nahezu identischen Worten über TFC geäußert hat, sei nur mal am Rande erwähnt (soviel zur OBJEKTIVITÄT!).

      Amüsant finde ich übrigens auch immer wieder die -etwas hilflos wirkenden- Versuche des Gilmour-Lagers, ihrem Dave durch Aufzählen der Gastauftritte einen Arbeitsnachweis zu verschaffen. In der Summe komme ich auf ca. 90 Minuten Arbeit in den letzten 6 Jahren, Wahnsinn! Aber was soll’s? Er schuldet uns nunmal nichts, warum wollt ihr ihn dann immer rechtfertigen? Das wird spätestens dann lächerlich, wenn man behauptet, er sei in den letzten Jahren kreativer gewesen als Roger. Beide haben seit dessen Ausstieg gleich viele -oder besser wenige- Alben veröffentlicht (OBJEKTIVITÄT!), mit allenfalls geringfügigem zeitlichen Versatz. Zählt einfach mal nach, und vergesst Ca Ira nicht wieder…

      Zu guter letzt steht doch sowieso fest, dass Syd das kreativere Genie, der bessere Gitarrist und charismatischere Sänger war – also was soll dieser alberne Gilmour/Waters -Streit? (Ein kleiner Seitenhieb muss noch sein: Bis heute hat Syd mehr „eigene“ Songs geschrieben als Gilmour, sowohl für PF als auch Solo!).

      Ach ja: Ich würde mich sehr über die Veröffentlichung der 80/81er Videos freuen, in welcher Form oder unter welchem „Label“ auch immer.

      • Werner sagt:

        Ich wollte nicht hilflos wirken, als ich Gilmours Auftritte und sonst was Projekte bzw. persönliche Umstände aufgezählt habe. Ich wollte etwas auf das „faul“ schreiben.

        Ich sag dir, wenn David gar nichts mehr macht, ist es auch okay für mich. Ich verlange gar nichts von ihm. Und wenn Roger 2013 mit The Wall tourt, mir ist es auch recht.

        Zur Kommentar Funktion und dem Take That Niveau. Ich nehme nicht alle Kommentare zu ernst, für mich ist es schwierig zu moderieren, vielleicht müsste ich mehr eingreifen. Aber es fehlt mir die Zeit und auch die Lust alles zu kommentieren und zu allem und jedem meinen Senf abzugeben. Die Funktion Kommentare abzugeben sind ein Angebot und mehrheitlich finde ich sie sehr anregend.

        • Oliver sagt:

          „Die Funktion Kommentare abzugeben sind ein Angebot und mehrheitlich finde ich sie sehr anregend.“

          Definitiv. Die Lager- Bildung macht das ganze ja auch erst richtig interessant. Ich wollte gar nicht sagen, dass man was ändern oder irgendwelche Kommentare löschen muss. Ich finde es für mich persönlich nur immer wieder seltsam, mich auf Rogers Seite schlagen zu müssen.

          „Ich wollte etwas auf das »faul« schreiben.“

          Der Schluss, Dave wäre „faul“, wird ja auch nur aus seiner fehlenden Bühnenpräsenz gezogen. Mit den Gastauftritten der letzten Jahre lässt er sich aber auch nicht ausräumen. Aber natürlich hat Dave nach der Tour auch noch eine Live-DVD und ein Livealbum veröffentlicht, dazu an der Barrett- Compilation und mit The Orb gearbeitet, und er ist sicherlich auch mit dem Remastering des Backkataloges gut beschäftigt gewesen. Alles Arbeit im Verborgenen, aber Arbeit.

        • scarecrow sagt:

          „Die Funktion Kommentare abzugeben sind ein Angebot und mehrheitlich finde ich sie sehr anregend.“

          Ich finde auch. Und auch wenn hier nicht immer Konsens herrscht rutschen die Diskussionen nie ins Niveaulose ab. Von daher muss hier glaube ich auch nicht viel moderiert werden. Mir gefallen die Diskussionen so wie sie sind.

      • Sunny sagt:

        Ich stimme Dir in fast allen Punkten zu, Oliver. Aufzurechnen, wessen Produktivität die eines anderen Künstlers übertrifft, und daraus Rückschlüsse auf die Kreativität zu ziehen, ist ohnehin problematisch und führt nur wieder zu neuerlichen subjektiven Meinungen, denn beide Begriffe – Produktivität und Kreativität – sind ja nicht synonym. Um ein schlagendes Beispiel zu geben: Der aktuelle Literatur-Nobelpreisträger Tomas Tranströmer hat in seinem Leben etwa nur 150 Gedichte geschrieben. – Lediglich in einem Punkt möchte ich Dir widersprechen, denn Deine – vermutlich ironisch überhöhte – Meinung über Syd Barrett wäre mir dann auch wieder zu apodiktisch – sein Genie für versponnene Texte und Melodien in Ehren, ich ziehe Gilmours Gitarre und Waters’ Lyrik vor. Ein ultimativ richtiges, objektives Urteil kann und darf es natürlich nicht geben.

  27. Christian sagt:

    „Us And Them“

  28. Chris sagt:

    —Dass Dave sich mit nahezu identischen Worten über TFC geäußert hat, sei nur mal am Rande erwähnt (soviel zur OBJEKTIVITÄT!).—-

    Inwiefern denn? Ich kenne von beiden leider nicht sämtliche Interviews – aber das würde mich interessiere!
    Ich weiß, dass er The Wall ‚a bit soulless‘ nannte und FC nach der Publikation eine unglaubliche Soundqualität bescheinigte.

    Ca Ira: Na ja – entstand doch schon in den 80er Jahren und wurde dann nur auf Englisch übertragen, oder?

    Zu Daves Produktivität: Soweit wir wissen, schrieb er doch einige neue Songs. Pollys Geburtstagsparty…ihre Tweets über neue Songs….das Wright-Album, in welches er ganz offensichtlich ja auch involviert ist.
    Natürlich darf man da nicht vergessen, dass Roger auch neue Songs schrieb.

    Ich nehme mal an, dass Dave in den nächsten Jahren ein Album veröffentlichen wird und auf Tour geht. Zu viele Äußerungen in diese Richtung gibt es. Ricks Album wird ebenso veröffentlicht. Von Syd wird gewisslich ebenso etwas erscheinen.

    Roger wird 2013 weiter mit The Wall auf Tour gehen und dann ein Album veröffentlichen. Ob er damit tourt? Ich glaube nicht, aber wissen kann man es nicht.

    Bei Dave würde ich mich über ein richtiges Album, nicht dieses The Orb – Zeugs, ausgesprochen freuen. Die Texte diesmal waren deutlich besser – man merkt, er genießt sein Leben und präsentiert das auch so. Das folgende Album wird wohl musikalisch etwas härter, wie er einmal meinte.

    Bei Roger hoffe ich inständig auf ein Album ohne diese unerträglichen Saxophone und Sängerinnen. Ich halte es nicht aus. Und vielleicht auch diesmal mit einem etwas überzeugenderem Konzept. Ich weiß nicht – Amused To Death war ganz in Ordnung – könnte etwas besser sein. Radio KAOS war konzeptionell schrecklich.
    Hoffentlich lässt er diesen ‚was wäre, wenn ich Gott wäre?‘ Unsinn. Das scheint mir für einen Roger Waters doch wohl ein sehr schwaches Konzept, in das so gut wie jeder Song den er so schreiben kann hineinpassen wird ohne großen roten Faden.

    Egal war etwas veröffentlicht: Ich bin mehr als froh darüber.

    • Oliver sagt:

      „Inwiefern denn? Ich kenne von beiden leider nicht sämtliche Interviews — aber das würde mich interessiere!“

      zB Record Collector Interview May 2003:

      RC: After the worldwide success of The Wall, was The Final Cut as grim to make as it is to listen to?

      Yes.

      RC: Were you thinking What has happened to my band? at that point?

      I knew what had happened to my band at that point, and I was just trying to get through it. It wasn’t pleasant at all. If it was that unpleasant but the results had been worth it, then I might think about it in a different way. I wouldn’t actually. I don’t the results are an awful lot I mean (there are) a couple of reasonable tracks, at best. I did vote for The Fletcher Memorial Home to be on Echoes. I like that. Fletcher, The Gunner Dream and the title track are the three reasonable tracks on that. The rest of The Final Cut is dross.

      P.S.: „dross“ musste ich googeln. Es heißt Unrat/Schlacke/Abschaum. Zugegebenermassen ein etwas gewählterer Ausdruck als Rogers „crap“;-)

  29. Sunny sagt:

    Diskurs ist allemal interessanter, als würde immer nur alles pauschal über den grünen Klee gelobt. Ich finde es spannend hier und lese mit Interesse und Vergnügen, auch die Beiträge der Verwandtschaft aus dem Gilmour-Lager 🙂

    • Heiner sagt:

      Muss es denn Lager geben?
      😀
      Ich war sowohl bei den DG/PF wie bei RW Konzerten.

      Beide waren klasse, aber sowohl ATD als auch MLOR wären, wenn die jeweilige andere Seite dabei gewesen wäre, deutlich besser geworden.

      Eben das war ja entscheidend:
      Die DRGW Mischung war es. Oder auch RGDW Mischung..
      Erst dadurch, dass sich keiner richtig, aber zum teil durchsetzen konnte, entstanden mMn solche klasse Werke wie CN, Time, Money, Shine on.. etc. pp..

      Ich würde mir so sehr wünschen, das man David und Roger mal 3 Monate zusammen einsperrt und arbeiten lässt. dann noch einen Monat mit Nick dazu, und wir hätten eine fantastische Doppel CD…
      Und dann noch mal zu dritt touren, und die Technik mitnehmen und verbessern die bei „The Wall 2012“ dabei war..

      Traum Modus=aus
      😀

      • Anja sagt:

        Ja, genau: Die Mischung war es! PF waren immer mehr als die Summe der Mitglieder.

        Vielleicht hat gerade die Tatsache, dass bei PF immer gewisse Spannungen da waren, das gewisse Etwas ausgemacht, die Kreativität gefördert und für einige geniale Ergebnisse gesorgt.

        Bei einigen anderen Bands kann man dieses Phänonmen auch beobachten. Die besten Alben sind zum Zeitpunkt der größten Spannungen innerhalb der Band entstanden.

  30. Julian Wolf sagt:

    Ja, und jetzt kommen wir langsam da hin, wo ich mir wünsche, daß DG und RW auch hinkommen würden:

    Weg vom dauernden lästern, hin zum gegenseitigen Respekt.

    So sehr ich subjektiv RW zugeneigt bin, so sehr ich mich „mit seiner Seite“ doch deutlich besser identifizieren kann, genau so freimütig gestehe ich aber auch ein, daß RW verschiedene Qualitäten fehlen.

    Wenn die DG-Lager (um mal bei dieser Begrifflichkeit zu bleiben) sich auch entsprechende Schwächen von „Ihrem Helden“ eingestehen könnten, das wäre dann auf PF übertragen der gegenseitige Respekt vor der Arbeit des anderen.

    Bei dieser ganzen „wer-ist-der-Übeltäter“-Diskussion komme ich mir ein bißchen so vor, als ob:

    Ein phantastisches Essen servert wird. Nehmen wir mal an, die besten Spaguetti Bolognese der Welt.

    Nun meinen die Spaguetti irgendwann, sie wollen ohne die Bolognese-Sauce weitermachen. Die Bolognese-Sauce meint dazu, Spagetti ohne Bolognese werden nicht lange überleben, und lässt sie ziehen.

    Die Spagetti machen Pesto, Arrabiata und viele andere Varianten. Alle gut … aber eben nicht mehr Weltklasse, sondern nur noch „sehr gut“.

    Die Bolognese-Sauce bleibt Weltklasse, kriegt aber auch mit: Kein Mensch will Bolognese-Sauce ohne Spagetti essen. Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied:
    Die Spagetti probieren viele andere Saucen, die Bolognese dagegen wünscht sich „die alten Spagetti“ zurück.

    Was uns bleibt ist die Sehnsucht nach den weltbesten Spagetti Bolognese, bekommmen tun wir aber nur manchmal Bolognese-Sauce ohne Spagetti, und manchmal Spagetti mit „Bolognese-Ersatz“.

    keins von beidem ist vergleichbar mit der echten Spaguetti Bolognese. Ich gestehe mir ein, daß mir die Bolognese-Sauce „der wichtigere Teil“ war, lasse es anderen aber auch zu, die Spaguetti als wichtiger anzusehen.

    Iist das ein brauchbarer Vergleich?
    😉

    Alles Liebe, Julian!

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