Roger Waters ist glücklicher, wenn er der Bandleader ist!

Roger Waters 2008 Promo

In der Dezember Ausgabe des Big Issue (Nr. 1183) gab es in der Rubrik ‚Letter To My Younger Self‘ einen Brief von Roger Waters zu lesen! Offen und ehrlich wie wir ihn kennen schreibt er unter anderem über sich als Kind und jugendlicher, über Syd und seine Vorstellung einer Band.

Roger Waters: Welche Sorgen ich mit 16 hatte? Offensichtlich der Versuch endlich Sex zu haben. Und viel von Bessie Smith, Billie Holiday und Art Blakey zu hören. Meine Freunde und ich saßen öfters die ganze Nacht zusammen und hörten Jazz, dann am nächsten Tag zogen wir los in die Schule.

Meine Mutter war eine Grundschullehrerin, aber die Schule ist nicht gut für mich gewesen. Ich war nie sehr akademisch und ich war natürlich sehr Anti-Autoritär.

Ich glaube, dass ich ein ziemlich herrisches Kind war. Denn ich hatte Angst, und Angst äußert sich meist durch Aggressivität. Ich glaube nicht, dass ich ein Tyrann war, aber Tyrannen sind Menschen, die sich über sich selbst schlecht fühlen und unsicher sind.

Als Kind war ich nicht kreativ. Ich spielte Kricket und Fußball. Aber ich wohnte um die Ecke von Syd, und wir gingen in die gleiche Schule, obwohl er zwei Jahre jünger war als ich.

Ich habe zu schreiben begonnen, als Syd krank wurde und nicht mehr schreiben konnte. Wer weiß was geschehen wäre, wenn er in der Lage gewesen wäre weiterzumachen. Ich liebte seine Lieder, ich liebte seine Arbeit. Ich meine, Dave und ich haben sein erstes Album Co-produziert … hieß es ‚The Madcap Laughs‘? Ich glaube das war es. Es war eine große Tragödie, er erlag der Krankheit und hörte auf zu schreiben.

Ich bin glücklicher, wenn es vollständig akzeptiert ist, dass ich der Anführer der Band bin. So weiß jeder, dass ist Roger’s Band, wir sind alle hier genießen uns wie eine große Familie, und alles ist ein großer Spaß, aber es ist seine Band und mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Ich denke, dass die Kunst die Vision eines einzigen sein muss. Also für mich ist es einfacher mit Session-Musiker zu arbeiten, als mit Menschen, die ein Mitspracherecht haben wollen. Ich bin ein kreativer Mensch, und ich habe sehr starke Meinungen darüber, wie die Dinge klingen und wie sie angeordnet werden sollten.

Ich glaube nicht, dass ich noch wie der 16jährige Roger bin. Obwohl ich gerne glaube, dass es eine Tiefe in meiner Arbeit gibt, die von ihm stammt. Wenn ich aus irgendeinem Grund an ihn denke, muss ich an den Beginn des ‚Final Cut‘ Albums denken. “Tell me true, tell me why, was Jesus crucified. Is it for this that daddy died? Was it for you? Was it me? Did I watch too much TV? Is that a hint of accusation in your eyes? Der Teenager in mir würde für das was er glaubte bis zu seinem letzten Atemzug kämpfen. Und er ist immer noch lebendig in diesem alten Körper. Würde ich ihm Ratschläge für die Zukunft geben? Nee, fuck him, er soll es selbst herausfinden.

Den kompletten Brief könnt unter folgendem link lesen: Roger Waters interview: „I’m happier when it’s completely accepted that I’m the leader of the band“.

2 Antworten

  1. Frank Gräbener Frank Gräbener sagt:

    Also ich halte mich da ja eigentlich gerne zurück aber da muss ich mal wieder feststellen warum ich eindeutig im DG Lager mich befinde.
    Wenn ich so was lese scheint ihm etwas die Realität zu fehlen.
    No RW Concert in the past und ich weiss auch warum 🙂

  2. Oskar Oskar sagt:

    ich finde das statement sehr ehrlich von ihm. er ist sich, scheint hier jedenfalls so, durchaus bewusst, wie er auf andere wirkt, steht aber trotzdem zu seinem Charakter.

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