Roger Waters ist ein Europa Fan

2.6.2013: Kein Tag vergeht derzeit ohne einem neuem Roger Waters Interview. Die Berliner Zeitung berichtete gestern von ihrem Treffen mit dem ehemaligen Pink Floyd Bassisten.

Das Interview muss erst kürzlich, in einem Londoner Hotel am Hyde Park stattgefunden haben (Danke Olaf). Weil sich Waters über Margret Thatcher folgendermaßen äußerte. Waters: „Ich werde jetzt nichts Bösartiges über Margret Thatcher sagen, schon gar nicht am Tag ihres Todes. Obwohl mir zu ihr natürlich einiges eingefallen wäre.“

Roger Waters ist Europa-Fan

Mit Waters redet man mitunter gar nicht mehr soviel über seine Musik sondern viel mehr über politische Zustände auf der Welt und nach seinen Einschätzungen. Was mich freute, ist, dass im Gegensatz zu vielen seiner englischen Landsleute, Waters von der europäischen Union überzeugt ist. Waters: „Ich glaube, dass diese Krise ein anderes Modell der Zusammenarbeit braucht, die Europäische Union ist zu kostbar, als dass sie daran scheitern dürfte.“

Als er letztes Jahr im Nationalstadion in Santiago de Chile mit The Wall auftrat, lief es ihm kalt den Rücken runter. Das Pinochet-Regimes nutzte das Stadion als Internierungslager. Waters: „Wir spielten genau an jenem Ort, an dem die Junta all die Regimegegner und wen sie dafür hielt, folterte oder umbrachte. Das war beängstigend.“

Rick hat das Getriebe gekillt

Sehr amüsant dagegen waren die Schilderungen einer Reise, die er 1965, mit sechs oder sieben Freunden, mit seinem ersten Auto unternahm. Unter den Mitreisenden war auch ein Rick Wright!

Das Ziel sollte die griechische Insel Patmos sein. Dort kamen sie jedoch nie an, stattdessen endete ihre Reise in Frankfurt! Und das nur, weil Roger Rick ans Steuer ließ und dieser das Getriebe seines Wagens killte! Waters: Ich war erstmals 1965 in Deutschland, nicht als Musiker, sondern auf der Durchreise mit Freunden in den Urlaub. Ich hatte mir für 22 Pfund einen Plymouth Belvedere Powerflight gekauft, einen tollen amerikanischen Wagen. Nur leider schon sehr klapprig. Ich habe den Wagen dann mit sechs oder sieben Leuten vollgestopft, darunter auch Rick Wright, der später mit mir bei Pink Floyd spielte. Meine Freundin war auch dabei. Oder war ich damals schon verheiratet? Ich weiß es nicht mehr. Egal, wir gelangten in diesem Ding von Auto bis in die Mitte von Deutschland. Auf der Höhe von Frankfurt machte ich dann einen entscheidenden Fehler, als ich Rick nachts das Steuer überließ.

Plötzlich schreckte mich dieses entsetzliche Geräusch aus dem Schlaf: die letzten Stoßseufzer des Getriebes. Rick hatte es gekillt. Da war nichts mehr zu machen. Wir mussten den Wagen in Frankfurt stehen lassen. Nur wollten wir ja eigentlich auf die griechische Insel Patmos.

Das erklärt möglicherweise, weshalb sich die beiden nie wirklich gut verstanden. Kein Wunder, wenn Rick Rogers erstes Auto zu Schrott fuhr, so etwas vergisst man nicht! 😉

Keine Reunion ohne Rick

Zum Schluss des Interviews werden noch zwei Fragen zu seiner Ex-Band gestellt. Die erste Frage möchte von ihm wissen, wie aus seiner Sicht der „Live 8“ Auftritt mit Pink Floyd war. Waters verrät, dass er sich diesen Auftritt durchaus gerne ansieht. Waters: „Ich fand es großartig, dass wir noch mal zusammengespielt haben. Das finde ich auch heute noch. Dass wir alle vier tatsächlich noch einmal zusammenkommen konnten, bevor Rick 2008 starb, war wirklich sehr wichtig. Zumindest war es mir sehr wichtig. Es war wie ein Ende, ein Abschluss.“

Auf die abschließende Frage ob es zu einer Reunion, der drei noch lebenden Pink Floyd Musiker kommen könnte, antwortete er: „Nein. Rick ist tot. Er wird nicht mehr von den Toten auferstehen. Ohne ihn würden wir das nicht machen.“

Das komplette Interview mit Roger Waters könnt ihr auf der Website der Berliner Zeitung unter folgendem link lesen: Roger Waters ist Europa-Fan.

Info: Thomas Müller

8 Antworten

  1. Joachim sagt:

    Das einzige was mich immer an dem Live 8 Auftritt gestört hat war,er war einfach zu kurz.Aber sonst war es der Oberhammer und der beste Auftritt einer Band bei diesem Event.

  2. Olaf sagt:

    Da in dem Interview der Tod von Margaret Thatcher erwähnt wird, muss das Interview in diesem Jahr geführt worden sein. Sie starb am 8. April 2013. Erstaunlich, dass ausgerechnet Roger Waters damit recht normal umgeht, nachdem er sie früher gehasst hat, wie er sagt.

  3. scarecrow sagt:

    Sehr tolles und aufschlussreiches Interview. Man merkt Roger an dass er in Sprechlaune war 🙂 Interessant ist auch wie neutral er mit dem Thema 2. Weltkrieg umgeht obwohl er ja direkt auch Leidtragender war. Auch dass er nach Thatchers Tod nicht noch verbal nachtritt finde ich sehr sympathisch.

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