Roger Waters befürchtet Musik machen lohnt sich nicht mehr

Ein weiteres Interview von Roger Waters über ‚The Wall‘ erschien auf der The Quietus Website. Waters präsentierte sich dem Journalisten redselig und sprach leidenschaftlich über seine Kunst und die schlimmsten Aspekte der menschlichen Natur. Zwei seiner Antworten habe ich übersetzt.

Könnte ‚The Wall‘ als eine Produktion weiter inszeniert werden, wie ein Theaterstück am West End, lange nachdem wir gegangen sind?
Roger Waters:
Ja, es gibt keinen Grund warum nicht, wenn die Menschen hingehen würden. Ich habe oft darüber nachgedacht, dass man es tun könnte. Jeder könnte es tun. Es ist keine große Sache. Ich meine, wenn die verdammten Australian Pink Floyd seit 20 Jahren auf der ganzen Welt vor ausverkauften 15.000er Arenen spielen, dann gibt es keinen Grund, warum man dies nicht tun sollte.

Von den ‚Australian Pink Floyd‘ hat Waters also auch schon gehört. Seine Aussage eignet sich Gegensatz zum Auftritt bei Gilmour’s Geburtstagsparty nicht richtig zur Eigenpromotion der Tributband!

Sie erwähnten, dass Sie ein neues Konzept für ihr nächstes Album haben. Sie waren an einigen der meist verkauften Alben aller Zeiten beteiligt, glauben sie, dass sie auf künstlerischer Ebene mit sich selbst in Wettbewerb stehen? Können Sie so etwas wieder erreichen?
Roger Waters: Nun, offensichtlich kann ich das nicht. Ich kann es in Bezug auf die Arbeit. Es gibt keinen Grund, dass ich nicht ein neues Werk, das sehr, sehr wichtig ist produzieren kann. Aber seit der Markt von den Piraten gekapert wurde, kann niemand mehr geistiges Eigentum besitzen, also kann man keine Platten mehr haben. Sobald eine Platte raus kommt wird sie gestohlen. Sofort ist alles weg! In der Sekunde der Veröffentlichung wird es gestohlen! Keine Ahnung was man dagegen tun könnte, aber ich fürchte für die Welt, dass es sich für Songschreiber und Musiker nicht mehr lohnen wird ihrem Gewerbe nachzugehen. Es war für unser aller Leben eine sehr sinnvolle Ergänzung aber es wird aussterben. Es wird nichts mehr übrig bleiben, abgesehen von Simon Cowell (X-Factor) und Kanye ‚Fucking‘ West, was für eine schreckliche Welt wird das sein.

Ich habe aber nicht das Gefühl, als wäre ich mit mir selbst im Wettbewerb; überhaupt nicht. Interessanterweise glaube ich, dass ich heute ernster genommen werde, als jemals zuvor in meinem Leben. Ich glaube, dass ich das Potenzial habe ein Publikum jenseits meiner Vorstellung zu erreichen. Offensichtlich war es eine knifflige Angelegenheit vor 30 Jahren, als ich Pink Floyd verließ, die Leute waren sehr verwirrt; sie hatte keine Ahnung, wer ich war und eine ganze Menge von ihnen weiß es immer noch nicht. Es gibt so viele Leute da draußen, die denken, sie seien Pink Floyd Fans, und sicherlich auch von dem, dass ich in Pink Floyd tat, und die immer noch wütend sind, dass ich wegging.

Das komplette Interview mit Waters im Original findet ihr auf der The Quietus Website: Interview Roger Waters.

Ich danke Oliver Thöne für den Hinweis!

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