Roger Waters findet es irritierend immer der Böse von Pink Floyd zu sein!

Roger Waters 2017 Promo

David Fricke, dessen erstes Rockkonzert eines von Pink Floyd war, traf sich im April mit Roger Waters und sprach mit ihm über dessen Album „Is This the life We really Want?“. Das Interview erschien jetzt auf der Webseite des Rolling Stone: Roger Waters on america, brexit, religion, psychedelia. Es ging also nicht nur über das neue Album. Ein paar andere Themen wurden auch angerissen.

Wann hast du damit begonnen diese Songs zu schreiben?

ROGER WATERS: Vor Jahren – um die Jahrtausendwende, als ich wieder zu touren begann 1999-2000 – verbrachte ich einen Monat in Nassau und holte einige Leute dorthin. Es war die Band mit Gitarrist Doyle Bramhall. Wir nahmen sechs oder sieben Tracks auf. Es gab ein Lied, das wir damals aufgenommen haben, das ich wirklich mochte. Aber es war völlig surreal, die erste Zeile lautete „Judgment Day dawns black/Furnished with smoke“! Und es ist auf dieser Platte. Es heißt „The Most Beautiful Girl in the World“.

Fricke interessiert sich wie die Zusammenarbeit mit Produzent Nigel Godrich war, wie schwer es Waters fiel, der daran gewöhnt ist das Kommando zu haben, Kompromisse zu schmieden oder gar nachzugeben! Godrich brachte Waters immerhin dazu die Worte „Lay down Jerusalem“, die ursprünglich im Text von „Déjá Vu“ vorkamen, zu streichen.

ROGER WATERS: Nigel sagte zu mir, „Die Leute werden sagen, er ist wieder antisemitisch“. Ich habe mich schließlich ergeben. Du kannst keinen Punkt über etwas machen ohne spezifisch zu sein. Die Leute würden meine Absichten falsch interpretieren.

Interessanterweise nahm Waters nicht an der Brexit Abstimmung teil!

ROGER WATERS: Wenn ich abgestimmt hätte, hätte ich sicher für den Verbleib in der Europäischen Union gestimmt.

Du hast nicht gestimmt?

ROGER WATERS: Ich war nicht da. Es war eines der Dinge, wo jeder dachte, dass es nicht passieren wird. Zumindest ich dachte so. „Es ist lächerlich, es wäre so dumm.“

Bereust du nicht abgestimmt zu haben, da das Ergebnis so knapp war?

ROGER WATERS: Ja. Ich dachte, wir wären besser als das. Ich habe mich geirrt.

Ganz zum Schluss noch ein Brise Pink Floyd.

Stört es dich, dass dich die Leute für nicht menschlich halten?

ROGER WATERS: Ja, das tut es. Der ganze „böse Kerl“ Mist, der Pink Floyd zerbrach – das ist einfach fucking irritierend. Es gibt nicht viel, was ich dagegen tun kann. Offensichtlich bin ich ein sehr glücklicher Typ. Ich habe gute Freunde. Ich bin momentan in einer wunderbaren Beziehung. Und ich habe meine Arbeit, die ich verehre. Die Belohnung der Arbeit ist enorm.

Das klingt gut. Waters wird weitermachen solange er kann! Die gedruckte Version des Interviews soll ein paar Antworten mehr enthalten! Eine davon betraf die Setliste seiner laufenden Tour! Es sieht danach aus, als ob Waters mit „Wait For Her“ einen weiteren seiner neuen Song spielen möchte! Ob zusätzlich oder anstatt eines anderen Songs wird sich weisen! Die „Us+Them“ Tour wird am 7. September, nach einer dreiwöchigen Erholungspause, mit dem Konzert in Newark fortgesetzt. Die Tour endet am 29. Oktober in Vancouver! Bis dahin werden die Europa 2018 Tourdaten vielleicht schon bekannt sein!

Ich danke Oliver Thöne für den Hinweis!

5 Antworten

  1. Tom sagt:

    Das Roger nicht gevoted hat, kritisiere ich. Die Aussage „das wird nicht passieren“ werte ich als reine Schutzbehauptung, zumal gerade ihm -als politischen Künstler- klar gewesen sein muss, wie knapp das Votum werden wird. Schade.

  2. Rudi sagt:

    „Der Böse von Pink Floyd“ ist für mich schon längst nicht mehr Roger Waters, sondern David Gilmour! Dieser verhindert seit 1994 Auftritte von Pink Floyd und sieht es als Geschichte an, vergangen und vorbei! Er war ja auch erst gegen den Auftritt bei Live 8, hatte sich aber dann noch überreden lassen.

  3. Matthias sagt:

    Das kann man so nicht sehen,Waters hätte ja nicht zu gehen brauchen.Auch hätte er versuchen können den Bandnamen zu behalten.Allerdings war er damals wie heute so sehr von sich überzeugt und eingenommen das er nie an an einen weiteren Erfolg von Gilmour,Mason und Wright ohne ihn geglaubt hat.Wir wissen ja jetzt das er unrecht hatte,was ihm doch bis heute sehr arg an den Nerven nagt.Aber was solls…das ist alles sehr lange her,und Gilmour hat sich nun mal nach sehr langen und erfolgreichen Jahren bei Pink Floyd für den Alleingang entschieden und das auch dieses mit sehr großen Erfolg.Pink Floyd ist Geschichte,zumindest was die Band angeht und das ist auch gut so,erfreuen wir uns an den Solowerken und den verborgenen Schätzen die sie hoffentlich noch veröffentlichen werden.

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