Roger Waters der einsame Störenfried

Immer noch schöpfen wir aus den vielen Interviews ab, die Roger Waters im Herbst 2015 einer Vielzahl Journalisten in den USA und Europa gab. Darunter auch ein paar aus Deutschland. DIE ZEIT veröffentlichte in ihrer Weihnachtsausgabe eines davon. Dabei macht Waters keinen Hehl daraus, dass er ab und zu vielleicht seine Klappe zu weit aufmacht.

ZEIT: Mr. Waters, Sie sind bekannt dafür, dass Sie sich gern über viele Dinge beschweren. Zuletzt schimpften Sie über Hillary Clinton und Donald Trump. Auch Musikerkollegen, die in Israel auftreten, kritisieren Sie immer wieder lautstark. Das brachte Ihnen den Vorwurf ein, antisemitisch zu sein. Was treibt Sie eigentlich?
Roger Waters:
Ja, vermutlich reiße ich meine Klappe manchmal zu weit auf. Aber ich sage nichts, was ich mir nicht vorher habe durch den Kopf gehen lassen. Ich wäre nicht der Sohn meines Vaters, wenn ich nicht Dinge aussprechen würde, die mich bewegen. Mein Vater und mein Großvater sind für ihre Überzeugungen gestorben. Wissen Sie was? Unter den entsprechenden Umständen wäre ich auch bereit, für meine Überzeugungen zu sterben. Ich bin zwar nur ein Rockstar, aber ich sage trotzdem Dinge, von denen ich das Gefühl habe, dass sie gesagt werden müssen. Irgendwann kommen auch die unangenehmen Wahrheiten ans Tageslicht, ich bin da guter Hoffnung. (Die PR-Frau bedeutet, dass endgültig Schluss sei. Der Künstler redet und redet.) Wer das meiste Geld hat, kauft sich eben die Wahrheit. Der ganze US-Kongress steht doch zum Verkauf. Und da sind einige Leute mit sehr, sehr viel Geld unterwegs, die sich einfach einige Kongressabgeordnete kaufen.

ZEIT: Sagten Sie nicht, Sie seien Optimist?
Roger Waters:
Ja, vielleicht ist das ein Irrtum. Aber umso mehr muss man sich einbringen. Da die meisten meiner Kollegen lieber die Klappe halten, bin ich eben ein einsamer Störenfried.

Wie sehr Waters inzwischen polarisiert, dass erkennt man beim Lesen der Kommentare, die zum Artikel „Roger Waters: „Ich bin eben ein Narziss“ auf der ZEIT Website zu Lesen sind.

Ich danke Marcus Blume und Hans Schmidt für die Info!

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