Roger Waters bei WTF mit Marc Maron

Der amerikanische Comedian, Podcaster, Autor, Schauspieler, Musiker, Regisseur und Produzent Marc Maron, was macht der noch alles, führte mit Roger Waters vor dessen zweiten Auftritt beim Desert Trip Festival ein sehr ausführliches Interview! 90 Minuten lang! Auf seiner Website “ WTF with Marc Maron“ kann man das Gespräch der beiden dankenswerterweise herunterladen: WTF with Marc Maron. Das ist ausgezeichnet!

Es kam einiges zusammen in den eineinhalb Stunden! Waters berichtet über seine Kindheit und Jugend. Viel Geld hatten sie nicht zuhause an Essen hat es nicht gemangelt aber im Winter war es kalt, denn eine Zentralheizung gab es natürlich nicht. Seine Mutter wollte das er einen ordentlichen Beruf erlernt Architekt oder Polizist, was vernünftiges halt. Er sprach über sein erstes Konzert der Rolling Stones. John Lennon hat er einmal kurz im Kontrollraum der Abbey Road Studios getroffen. Seine musikalischen Fähigkeiten wurden ALWAYS von David Gilmour und Rick Wright runter gemacht, so Waters. Schade das da er immer noch nicht drüber ist. Keine Ahnung ob ihm der Ärger darüber, der scheinbar noch irgendwo in seinem Hinterstübchen präsent ist, half bei Wright’s Rauswurf aus der Band. Für andere Musiker ist er voll des Lobes so z.B. für Neil Young mit dem er allerdings bisher noch nicht persönlich gesprochen hat. Einmal besuchte sie Young nach einem Backstage aber da hat Gilmour sich Young einverleibt und ihn nicht mehr hergegeben!

Roger Waters: It was a very toxic environment, when I was around some people – David and Rick mainly – who were always trying to drag me down and trying to knock me off whatever that perch was…by claiming that I was tone deaf and that I didn’t understand music. ‚Oh, he’s just the boring teacher figure who tells us what to do, but he can’t tune his own guitar.‘

They were very snotty and snipey because they felt very insignificant I think. I’m not putting them down. Those years that we were together, whatever it was like socially, there is no question that we did some really good work together.

Waters bezeichnete sich als denjenigen, der die Stadionshows etablierte quasi erfunden hat! Seine Ex-Kollegen haben sich Mark Fisher geholt und Millionen investiert. Das machen jetzt auch viele andere Bands aber bei ihm hat alles mehr Hand und Fuß, mehr Bedeutung, so Waters.

Irgendwie erfüllt Waters seine eigenen hohen moralische Ansprüche nicht. Ich verstand schon nicht weshalb sich Floyd 1994 von VW sponsern ließen, dass Waters sich bei der bevorstehenden „Us+Them“ Tour durch von American Express finanziell unterstützen lassen wollte, die sind jetzt wegen seiner Israel kritischen Äußerungen der letzten Wochen abgesprungen, das finde ist eigenartig. Wie kann sich einer wie er ausgerechnet von einer Kreditkarte Geld geben lassen. Auch sein Vermögen hat in den letzten Jahren massiv zugenommen. Wie viel Geld braucht man denn noch. Die vier Mille die American Express beigesteuert hätte, die nimmt Waters aus seiner Portokasse! Gerade er, der mit Amused To Death dem Wahnsinn „We Bought And Sold, It Was The Greatest Show On Earth“ den Spiegel vorhielt, muss sensibler sein und sich um diese Kohle gar nicht erst bemühen! Für mich passt da etwas nicht zusammen!

Ein großes Ego hat er nach wie vor, „great Balls“ wie man zu pflegen sagt! Hört euch an das Interview an. Ich werde später noch genauer darauf eingehen, das war mal ein schneller Durchlauf!

Ich danke Felix für die Info!

13 Antworten

  1. Kalli sagt:

    Passt für mich auch nicht recht zusammen. Das Waters einen schwierigen Charakter hat, ist sicher kein Geheimnis. Dass er geniale Musik gemacht hat, darüber sind wir uns einig. Seine sozialkritischen Texte, die Ausflüge in die seelischen Abgründe sind einzigartig und immer auf den Punkt. Das alles ist ohne Zweifel ein wesentlicher Beitrag zum Gesamtwerk der Gruppe gewesen.

    Eigentlich genügend Gründe sich entspannt zurück zu lehnen. Das ist aber nicht Waters. Zusammen mit dem unglaublichen Erfolg hat er offensichtlich seine Persönlichkeitsstörung weiter ausgebaut, muss sich zwanghaft immer wieder als „Das kreative Genie“ produzieren und damit die anderen diskreditieren. Das viele Geld ist ihm längst zu Kopf gestiegen, die Glaubwürdigkeit ging dabei flöten. Mit Butler und dem Lebenswandel eines Superreichen nicht weiter verwunderlich. Have A Cigar!

    Ich wünsche mir noch einmal ein geniales Album von ihm, derartiges Auftreten trübt mir aber etwas die Vorfreude.

  2. MATTHIAS sagt:

    Hallo Kalli
    Auch ich wollte vom Sinn her ähnliches schreiben,du bist mir deinem wirklich genial geschriebenen Kommentar zuvor gekommen.Wirklich gut und auf den Punkt gebracht.

  3. Johannson sagt:

    Nun, er ist nach eigenen Worten ja auch Narziss selbst („Ich bin eben ein Narziss“), und kein Narzisst. 😉
    Ich kann nur beipflichten, ein neues Album wäre toll, und weniger derart verstörende und verletzende Interviews.

  4. Manuel sagt:

    Mir kommt da nur die Geschichte aus „Inside Out“ in den Kopf wo er Rick angegriffen hat als dieser sich nach dem Erfolg von DSOTM ein Haus gekauft hat.
    Seltsamerweise wurde das von Roger nicht rausgestrichen bzw. so ausdrücklich dementiert so dass Nick das weggelassen hätte.
    Ich finde, das Haus das Rick gehabt hat, wesentlich weniger verwerflich als Roger, der im Glashaus mit Steinen wirft. Nicht falsch verstehen, ich find den größten Teil der Sachen die Roger geschrieben hat wirklich gut.
    Genial waren die Songs für mich aber nur in der Zeit wo sich Wright und Gilmour noch getraut haben etwas einzubringen.

    • Oliver sagt:

      „Seltsamerweise wurde das von Roger nicht rausgestrichen bzw. so ausdrücklich dementiert so dass Nick das weggelassen hätte.“

      Das ist so nicht richtig. Lt. Waters hat er das GANZE Buch gestrichen und mit den Worten „alles Quatsch“ an Nick zurückgesandt. Nick hat es halt trotzdem veröffentlicht.

  5. Patrick sagt:

    „Seine musikalischen Fähigkeiten wurden ALWAYS von David Gilmour und Rick Wright runter gemach“

    ironieON
    Ja, bestes Beispiel ist The Final Cut. Typisches Gilmour/Wright Album 😉
    ironieOFF

  6. Udo sagt:

    Interessant finde ich an dieser Stelle auch wie Mark Blake in seinem Buch mit RW umgeht. All dieses Gehabe und die Nickeligkeiten führt er an, – Roger kommt da nicht gut weg! Das kann man immer wieder zwischen den Zeilen herauslesen wie ich finde.
    Sollte von ihm noch ein neues Albumkommen wird es wohlmöglich sozialkritisch, politisch angehaucht und verkrampft daherkommen. Aus lauter Not etwas wichtiges herausbringen zu müssen. Die Musik mag dann dabei etwas zu kurz kommen.

  7. Yucateco sagt:

    Immer wieder interessant wie ein launiges Interview Charakter-, Vermögens-, Glaubwürdigkeitsanalysen und andere Glaskugel-Kommentare hervorbringt. Sehr schön auch die Rezension des neuen „verkrampften“ Albums, von dem noch keiner auch nur eine Note gehört hat…. 😉

  8. Hanno sagt:

    Ein bisschen gilmoureske Altersgelassenheit täte Waters sicher ganz gut

  9. manni.m sagt:

    Es zeigt sich doch immer wieder…Leute die austeilen können vielfach nicht einstecken.““““.huhuhu…die haben immmer gesagt ich bin zu doof für den Bass huhuhu“
    Das sagt einer der bei so einer einmaligen Sache wie LIVE8 wieder austeilen musste.

  10. bluno sagt:

    ..ob Waters das Geld, welches er von der Kreditkartenfirma für die Tour bekommen hätte, auch gespendet hätte, wie Gilmour es mit den VW-Millionen nach der 1994er Tour an Wohltätigkeitsorganisationen getan hat ???

    • Oliver sagt:

      Er hat mal gesagt, dass 1/3 seiner Einnahmen für Steuern draufgehen, 1/3 spendet er und 1/3 behält er. Im übrigen hat er das Geld ja bekommen, nur nicht von AmEx.

  11. murph sagt:

    Und wieder schlägt der Pavlo’sche Reflex zu. Es gibt ein 90-minütiges Interview, hauptsächlich zu Rogers Lieblingsthema, der Ungleichverteilung und den damit verbundenen sozialen und politischen Implikationen. 2 Minuten davon widmet er in flapsiger Weise seiner Auffassung, dass er sich in Pink Floyd ungerecht behandelt fühlte (und auch nur, weil der Interviewer nachbohrt). Aber das Publikum hört „Gilmour“ und „Waters“ und schon dreht sich nur mehr alles um diese alten und schon zig-mal gehörten Geschichten.

    Ich finde, der Hauptteil des Interviews ist durchaus hörenswert. Es ist nichts dabei, was man nicht vermutet und nicht schon von Roger kennt. Aber es ist trotzdem richtig und wichtig. Natürlich ist es eine vereinfachte Weltsicht, aber ich finde es gut dass sich Künstler mit einer großen Breitenwirkung zu diesen Themen äußern und Bewusstsein fördern. Es ist nun mal ein Faktum, dass die Konflikte in der heutigen Welt getrieben sind von der Ungleichverteilung – Us+Them. Und dass das viel mit Bildung zu tun hat. Seine Ansichten zur Entwicklung der US-Gesellschaft halte ich ebenfalls für fundiert. Roger hat sich Zeit seines Schaffens immer mit diesen Aspekten auseinandergesetzt, und ich finde es gut dass sich Künstler wie er (oder Leonardo di Caprio) sozialpolitisch engagieren (und für Personen mit einer solchen Breitenwirkung ist das beste Engagement das Schaffen von Bewusstsein, und ich halte es für weniger wichtig ob und wieviel sie spenden – das ist im Wesentlichen eine Einmalaktion. Spenden sind ja in der westliche Welt auch ein beliebtes Mittel, um das schlechte Gewissen zu beruhigen um weiterzumachen wie bisher).
    Dass Roger Waters ein widersprüchlicher Charakter ist wird schon der Fall sein. Aber ich kann die Kritik an seinem Aktivismus nicht nachvollziehen. Am Ende des Tages zählt das, was hängenbleibt. Und ich glaube schon, dass sich nicht wenige Menschen mehr am Kopf kratzen und zu diskutieren beginnen, wenn sie mit ausgeprägten Standpunkten und Ansichten konfrontiert werden.

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