Der furchtlose Roger Waters!

Roger Waters
Foto: Sean Evans

Roger Waters Tourband war in New York angekommen und erwartete das Treffen mit ihm! Die letzten und wichtigsten Rehearsals, vor dem Start der „Us+Them“ Tour am 26. Mai in Kansas, standen bevor. 12 Tage waren dafür anberaumt. Viel zu tun für den ehemaligen Mastermind von Pink Floyd.

Die Band musste sich noch gedulden bis der Chef zu ihnen stieß, denn davor hatte Waters eine Serie von Interviews abzuarbeiten. Die geladenen Journalisten warteten geduldig in seinem New Yorker Studio! Darunter Alan Light von MOJO, dessen Bericht und Interview mit Waters vom Mai, in der aktuellen Ausgabe 08/2017 zu lesen sind! Der sechsseitige Artikel setzt sich überwiegend mit dem neuen Album „Is This The Life We Really Want?“ auseinander.

Nigel Godrich, ein Pink Floyd Fan

Der Autor sprach auch mit Produzent Nigel Godrich. Für ihn ist Waters nicht das Arschloch, für das man ihn zu glauben hält, nachdem mystischen Konflikt, der Typ, der Pink Floyd zerbrach. Godrich ist tatsächlich jemand, der mit seiner Meinung nicht hinterm Berg bleibt. Wahrscheinlich eine der wichtigsten Eigenschaften eines Produzenten.

Nigel Godrich: Ich versuchte Roger so respektvoll wie nur möglich mitzuteilen, dass ich ein großer Pink Floyd bin, seine Sachen, die er danach aufnahm, die hatte ich nicht mehr verfolgt!

Godrich’s Versuche sich den Soloalben seines neuen Klienten zu nähern, diese anzuhören, die waren nicht von großem Erfolg gekrönt. „The Pros And Cons Of Hitch Hiking“ hörte er sich noch im ganzen an. Bei „Radio Kaos“ scheiterte er. Es war so gar nicht nach seinem Geschmack. Und was sagte er zu „Amused To Death“, dass Album, das für viele von uns ein Meisterwerk darstellt.

Nigel Godrich: Im Studio hat er einen Vers rezitiert, den ich nicht kannte. Er sagte, dass er von „Amused To Death“ sei. Also hörte ich es mir an, aber ich konnte es einfach nicht heraushören, dass Album enthält so viel Lärm und ist schlecht zusammengesetzt.

Waters erinnert sich mit Freude an die „Pros And Cons“ Zeit zurück!

Roger Waters: Ich habe es wirklich genossen, diese Tourneen mit Eric Clapton und der Band. Die Show damals, die wir nie filmten, war auf ihre Art richtig cool. Das Album lebt sein eigenes Leben.

Roger Waters Mojo 2017Zurück zu Godrich und dessen Ehrlichkeit. Waters hält trotz alledem sehr viel von seinem Produzenten. Er gibt ohne weiteres zu, dass der Anteil und Einfluß Godrich’s an der Entstehung des neuen Albums „Is This The Life We Really Want?“, ein immens wichtiger gewesen ist!

Roger Waters: Nigel ist sein eigener Herr. Er ist sehr eigensinnig aber nicht auf eine dumme Art. Er ist sehr darauf fokussiert was er hört und will das beste das möglich ist. Er ist ein richtig toller Typ zum zusammenarbeiten. Ich denke, dass ER, und ich sage das ER – ein richtig gutes Album gemacht hat und dafür danke ich ihm!

Die Zusammenarbeit der beiden begann 2014, als Sean Evans Godrich holte, um am Sound für die The Wall Dokumentation zu arbeiten. Waters nutzte diese Gelegenheit und spielte Godrich seine neuen Demos vor.

Roger Waters: Er sagte, ja, dass ist wirklich gut aber das ist kein Album, sondern viel mehr ein Radio Hörspiel. Also sprachen wir darüber ein Album zu machen. Nigel sagte: Ja ich mag dieses Teil und dieses Stück gefällt mir auch sehr. Alles klar, also lass uns mit diesen beiden Stücken beginnen.

Der Artikel enthielt neue Informationen zum Stand des The Wall Musicals. Das Thema ist anscheinend immer noch am köcheln. Waters arbeitet mit dem Regisseur Simon McBurney, sieben bis acht Schauspielern und 14 Musikstudenten zusammen. Vielleicht etwas, dass sich Waters für’s Altenteil aufhebt, etwas womit er sich nach dem Ende der aktuellen Tournee weiter beschäftigt.

Waters und Gilmour uneins wegen Pink Floyd Kurzbiografie

Definitiv ein Herzensanliegen ist Waters die Veröffentlichung von „In The Pink“. Nick Sedgwicks Buch soll u.a. eine gnadenlose Bestandsaufnahme der Band Pink Floyd sein!

Die erste Hälfte des Buches beschreibt einen gemeinsamen Urlaub Sedgwicks mit Waters und dessen erster Ehefrau Judy Trim. Die Ehe im Auseinandergehen. Der Rest handelt von Pink Floyd und dem Leben auf Tour. Sedgwick begleitete die Band 1974 und 1975 auf Tour. Er machte Interviews mit Mitgliedern der Band und Crew.

Roger Waters: Es war so dysfunktional und es ist wirklich interessant und unterhaltsam. Wir kommen richtig Scheiße weg, wir gehen mit Leuten schlecht um, behandeln einander auf eine komische Art und Weise und wir waren menschlich.

Bei Gilmour will aufgrund dieser grauslichen Beschreibungen so gar keine Freude aufkommen. Noch dazu, weil der Autor des Buches ein enger Freund Waters war. Deswegen schlug Gilmour Waters vor dem Buch anstatt „In The Pink“ lieber den Titel „My Friend Roger“ zu verpassen!

Roger Waters: David glaubt, dass es irgendwie ein sehr voreingenommenes Werk ist. Nun, okay, schreib dein eigenes Buch, wenn du weißt was ich meine – ich will nicht schäbig sein, aber ich denke, es ist ein gutes Dokument. Ich möchte es in Nicks Gedächtnis veröffentlichen. Er war ein sehr guter Schriftsteller und ein sehr guter Freund und ich liebte ihn und ich vermisse ihn verzweifelt.

Man braucht keine große Fantasie um sich vorstellen zu können, dass sich da ein gewisses Konfliktpotenzial zwischen den beiden Pink Floyd Chefs aufgebaut hat! Mason wird sich eher raus halten, bzw. wird er das wahrscheinlich nicht so eng sehen, noch haben wir nichts von ihm darüber gehört. Ich hätte ihn fragen sollen, als ich im V&A die Gelegenheit dazu hatte! Schade eigentlich, aber die Frage ist mir zu dem Zeitpunkt nicht in den Sinn gekommen!

Welchen Titel das Buch am Ende des Tages tragen wird, eines steht fest, Waters will es veröffentlichen mit den dazugehörigen Audiodateien, die er in Form eines USB-Sticks beilegen möchte. Ein spannendes Zeitdokument steht uns da ins Haus!

2 Antworten

  1. Chris sagt:

    „Ich möchte es in Nicks Gedächtnis veröffentlichen. Er war ein sehr guter Schriftsteller und ein sehr guter Freund und ich liebte ihn und ich vermisse ihn verzweifelt.“

    Ich gehe davon aus das Rick gemeint ist, nicht Nick, oder?

    • Werner sagt:

      Nein, er meint den Sedgwick Nick, seinen Freund, der das Buch geschrieben hat! Waters will es als auch Andenken an ihn veröffentlicht wissen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.