Polly Samson über das Textschreiben für Pink Floyd und David Gilmour

Aktuell ist Polly Samson derzeit diejenige im Hause Gilmour, die mit ihrem neuen Roman „The Kindness“ im Interesse der Öffentlichkeit steht. Bei einigen Interviews wurde sie nach ihrer Herangehensweise beim Schreiben von Texte für Pink Floyd! Derzeit schreibt sie die allerletzten Textpassagen für das neue Album ihres Ehemanns, die dazugehörige Musik ist fertig. Bei zwei der neuen Songs hat Gilmour die Texte selbst geschrieben.

15. März 2015 The Radio Arts Show BBC Radio 2
Moderatorin Claudia Winkleman sprach mit Polly Samson über „The Kindness“ und das Schreiben für David Gilmour und Pink Floyd.

Louder Than Words. Das war von Pink Floyd’s letzten Studioalbum?

Polly Samson: Ja, das wurde 1993 aufgenommen. Das war auch das Jahr, als ich für sie zu schreiben begann. Viele, viele Jahre vergingen und sie hörten sich die Bänder dieser Aufnahmen an und schließlich taten sie sich wieder zusammen und dieses schöne Instrumental-Album namens The Endless River entstand. Und David sagte zu mir, dass er gerne einen Text dafür möchte. Das war der einzige Text, den ich schrieb, zu dem es keine Musik gab. Ich begann darüber nachzudenken, die Sache, die wirklich interessant an ihren Charakteren ist, ist die, dass sie nie miteinander reden, es ist ihnen eine Qual, wenn man in einem Raum mit den Mitgliedern von Pink Floyd ist, dann herrscht dort tödlich Stille, und doch, wenn sie spielen, dann sprechen sie mit ihrer Musik so schön und wortgewandt miteinander. Das war es, darüber wollte ich schreiben. Ich wollte über diese Diskrepanz zwischen ihrem alltäglichen Leben und ihrem musikalischen Leben schreiben.

Ich bin gerade beim Schreiben von Texten für David’s Solo-Album. Er war schon sehr ungeduldig, denn hatte er diese schönen Musikstücke und wollte dafür Texte. Aber ich habe ihm immer wieder gesagt, dass ich es nicht machen werde, bevor ich nicht mit dem Buch fertig bin, weil ich nur an eine Sache denken kann. Aber jetzt bin ich dabei die Texte zu schreiben.

Die Texte für Songs zu schreiben, das ist ganz andere Sache und ich genieße es wirklich, denn nach fünf Jahren, die ich in meinem Zimmer saß, auf eigene Faust arbeitete, ist ein wenig Zusammenarbeit etwas sehr schönes. Die andere Sache mit Songtexten ist die, dass abgesehen von „Louder Than Words“, die gesamte Musik zuerst da ist, also gehe ich viele Meilen zu Fuß und höre mir dabei mit Kopfhörern diese Musik an. Es geht darum sich davon inspirieren zu lassen. Das Schreiben von Songtexte hat seine ganz eigenen Regeln, denn entweder sind die Zeilen zu lang, oder man möchte an einer Stelle einen Reim. Es ist eine schöne Art des Schreibens, bei der man aber weniger Freiheiten hat.

Fühlen Sie dabei einen enormen Druck? Denn es gibt viele Menschen, die von der Arbeit ihres Ehemanns besessen sind!

Polly Samson: Ja, das war ich früher. Es ist lustig, wenn der Text für Pink Floyd ist dann ist der Druck enorm. Aber wenn ich etwas für David’s Solo-Alben schreibe fühlt sich das nicht unangenehm an, sondern wie eine wirklich schöne Art und Weise der Zusammenarbeit. Und es ist eine die sich sofort lohnt, denn wenn ich einen Text geschrieben habe gehen wir ins Studio und er versucht es zu singen, dabei beobachte ich ihn und erkenne was ich ändern muss, welche Worte gewechselt werden müssen oder nicht passen.

Die Sendung ist derzeit noch online abrufbar: The Radio Arts Show BBC Radio 2, das Interview mit Polly beginnt bei 1:07:30.

Ein weiterer interessanter link: Polly Samson über Salzburg und Nick Cave.

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