David Gilmour über das Ende von Pink Floyd und seinen Neubeginn mit 69!

Quartz Online veröffentlichte heute ein interessantes Interview mit David Gilmour. Er berichtet dabei neue Details über sein Album „Rattle That Lock“. Polly Samson kommt auch zu Wort. Sie spricht über die kreative Zusammenarbeit mit ihrem Ehemann. Ich habe ein paar Absätze daraus auf die schnelle übersetzt!

Gilmour über Pink Floyd:

Pink Floyd ist tot, denke ich. Ich bin bereit, weiterzuziehen. Als man mir die Tonbänder vorspielte, die wir mit Rick gemacht hatten, fühlte es sich für uns wie eine Schande an damit nicht etwas zu tun. Ich war froh, dass wir in der Lage waren, daraus etwas wirklich besonderes zu machen, und es war tatsächlich sehr viel um Rick’s Charakter gebaut, in vielerlei Hinsicht.

Als Rick starb, dass war wirklich und wahrhaftig das Ende. Ich weiß, dass Nick sagt, dass er in der Hoffnung lebt, dass wir etwas mehr machen, aber für ihn als den Schlagzeuger ist das leicht zu sagen. Für mich als Frontmann gibt es viel mehr Verantwortung. Ich sehe keine Möglichkeit, dass ich mit Roger arbeite, und schon gar nicht, wenn wir in der Größenordnung von Pink Floyd sprechen.

Gilmour über „A Boat Lies Waiting“:

Der Song ‚A Boat Lies Waiting“ war sicherlich eine Art Elegie für Rick. Das lustige daran ist, dass es ein ganz altes Lied ist. Ich spiele darauf das Klavier und es klingt ganz nach Rick. Es kam einfach natürlich daher. Ich bin mir nicht sicher von wo oder wie. Aber es war lange bevor Rick starb, als das Musikstück entstand. Sie hören darauf mein Sohn, der ist jetzt 20, als neugeborenes Baby, drei Monate oder so war er, kreischend auf diesem Stück. Das macht deutlich wie alt es ist.

Gilmour über Phil Manzanera und Andy Jackson:

Er (Phil) ist immer zur Stelle um zu helfen, unbrauchbares aussortieren, er hat eine angenehme Art den Stein ins Rollen zu bringen. Er ist ein netter Kerl. Genau wie Andy Jackson, mein Toningenieur, vor Allem beim Abmischen nimmt er mir die Arbeit ab. Die erste Hälfte des Albums, oder mehr, vielleicht zwei Drittel werden mehr oder weniger von mir alleine bewältigt, da ich ganz gut mit Pro Tools umgehen kann bzw. etwas Ahnung von der Arbeit eines Toningenieurs verstehe. Anschließend übernimmt Andy (Jackson) den Job alles zu perfektionieren, was ich gemacht habe.

Aber Phil (Manzanera) war von Anfang an dabei. Er hört sich meine alten Stücke an, findet Passagen, die ich vielleicht vergessen habe und sagt dann so was wie: »Warte mal diese Passage könnten wir dort einfügen und jene Passage in jenes Stück!« Er hat ein brillantes archivarisches Gedächtnis. Er kann sich immer an kleine musikalische Passagen erinnern, die ich selbst längst vergessen habe. Wenn ich nach einer bestimmten alten Aufnahme suche, ist er unverzichtbar — darüber hinaus ist grundsätzlich ein sehr geselliger Zeitgenosse.

Gilmour über die Songs seiner Tour:

Ich fange gerade an, die Setliste zusammen zu stellen, aber ich befürchte, das ich noch nicht einmal richtig damit angefangen bin. Ich bin praktisch gerade erst mit der Arbeit an dem Album fertig. Als Nächstes muss ich mir überlegen, was ich spielen werde, aber ich habe noch nicht ernsthaft darüber nachgedacht. Ich will einfach nur das neueste Material spielen und ein paar Stücke meiner langen Karriere, die mir am besten gefallen zusätzlich spielen.

Um ehrlich zu sein: meine Ansicht ist meisten dieselbe; Stücke, welche die Fans hören wollen, die mir selber aber nicht gefallen, werde ich nicht spielen, selbst wenn ich den Fans damit einen Gefallen tun würde. Ich versuche immer, eine Stückauswahl zu finden, die miteinander harmonieren (»fliesst«) und auch logisch zusammen passen. Darüber hinaus soll das Ganze natürlich auch Wirkung auf das Publikum haben. Wie ich das genau mache, weiss ich selbst nicht. Die Setliste entwickelt sich auch während der Tour weiter.

Das sich die Setliste auch unter der Tour weiter entwickelt, dass nehmen wir gerne zur Kenntnis! Das komplette Interview mit Gilmour findet ihr hier: Pink Floyd is dead. I’m ready to move on.

Thanks Glasses!

12 Antworten

  1. Esther Schürch sagt:

    Lieber Werner ich verstehe leider zu wenig englische das ich aus diesem Text schlau würde könnte vielleicht jemand von euch eine kleine Übersetzung für die nicht englisch sprechenden Fans machen L.g. Esther

    • glasses sagt:

      Über Phil Manzanera und Andy Jackson:

      Er (Phil) ist immer zur Stelle um zu helfen, unbrauchbares auszusortiren, er hat eine angenehme Art den Stein ins Rollen zu bringen. Er ist ein netter Kerl. Genau wie Andy Jackson, mein Toningeneur, vor Allem beim Abmischen nimmt er mir die Arbeit ab. Die erste Hälfte des Albums, oder mehr, vielleicht zwei Drittel werden mehr oder weniger von mir (David Gilmour) alleine bewältigt, da ich ganz gut mit Pro Tools umgehen kann bzw. etwas Ahnung vom der Arbeit eines Toningeneures verstehe. Anschließend übernimmt Andy (Jackson) den Job alles zu perfektionieren, was ich gemacht habe.

      Aber Phil (Manzanera) war von Anfang an dabei. Er hört sich meine alten Stücke an, findet Passagen, die ich vielleicht vergessen habe und sagt dann sowas wie: „Warte mal diese Passage könnten wir dort einfügen und jene Passage in jenes Stück!“ Er hat ein brilliantes archivarisches Gedächnis. Er kann sich immer an kleine musikalische Passagen erinnern, die ich selbst längst vergessen habe. Wenn ich nach einer bestimmten alten Aufnahme suche, ist er unverzichtbar – darüber hinaus ist grundsätzlich ein sehr geselliger Zeitgenosse.

      • Werner sagt:

        Danke Dir! Mir ist etwas die Luft ausgegangen! 😉

        • glasses sagt:

          Kein Problem! Gerne geschehen! Du hast mit der Webseite ja schon genug um die Ohren! Danke nochmal an dieser Stelle! P&S ist und bleibt einfach die beste (deutschsprachige) Quelle für PF & PF relatet Informationen.

          Freue mich schon wie ein kleines Kind auf den 19.09.2015 in Oberhausen!

          • Werner sagt:

            Gilmour in Oberhausen wird großartig!!! Nach den Open Air Konzerten dann sein erstes Indoor Konzert! Schön dunkel wird es sein, wenn er los legt!!

    • glasses sagt:

      Über die Songs seiner Tour:

      Ich (David Gilmour) fange gerade an, die Setliste zusammen zu stellen, aber ich befürchte, das ich noch nicht einmal richtig damit angefangen bin. Ich bin praktisch gerade erst mit der Arbeit an dem Album fertig. Als Nächstes muss ich mir überlegen, was ich spielen werde, aber ich habe noch nicht ernsthaft darüber nachgedacht. Ich will einfach nur das neueste Material spielen und ein paar Stücke meiner langen Karriere, die mir am besten gefallen zusätzlich spielen.

      Um ehrlich zu sein: meine Ansicht ist meisten dieselbe; Stücke, welche die Fans hören wollen, die mir selber aber nicht gefallen, werde ich nicht spielen, selbst wenn ich den Fans damit einen Gefallen tun würde. Ich versuche immer, eine Stückauswahl zu finden, die miteinander harmonieren („fliesst“) und auch logisch zusammen passen. Darüber hinaus soll das Ganze natürlich auch Wirkung auf das Publikum haben. Wie ich das genau mache, weiss ich selbst nicht. Die Setliste entwickelt sich auch während der Tour weiter.

  2. Carsten sagt:

    Hallo zusammen,

    Davids Aussagen zur Setlist klingen vielversprechend… sieht so aus, als ob er das neue Album komplett spielt und dazu noch die Songs, die er selbst mag und die gleichzeitig auch beim Publikum gut ankommen… Da unterscheidet er sich zum Glück von Mark Knopfler… Von seinen Setlists bei den letzten Tourneen war ich so enttäuscht, dass ich die aktuelle Tour boykottiert habe… Dafür freue ich mich jetzt umso mehr auf David in Brighton, Orange, Oberhausen und London…

    LG
    Carsten

    • TAFKADC sagt:

      Da muß ich wiedersprechen. Knopfler war der unumstrittene Mastermind der Dire Straits. Seine Soloalben sind die konsequente und stilistische Weiterentwicklung der Straitsalben. Ruhiger, älter, gereifter und verklärter, weniger effekthaschend. Knopfler ist einer der großen Songwriter, der auch schon mit Dylan, Van Morrison und Steely Dan zusammengearbeitet hat.
      Gilmour war dagegen ein Teil eines Kollektivs und hatte seine künstlerische Hochphase zusammen mit Roger Waters (und Rick Wright). Sein Solowerk hat (bisher) in kompositorischer Sichtweise, IMHO, nicht die Qualität (und auch Quantität) von M. Knopfler’s Schaffensperiode.
      Seine instrumentaltechnische Raffinesse, sein eigener unvergleicher Stil, ist dagegen unbestritten-damit sollte er live punkten!!!

  3. bjarne sagt:

    Mich würde mal interessieren, ob sich keiner von euch Gedanken über das Wetter macht?? Open Airs Mitte/Ende September halte ich für ganz schön gewagt…..
    Meiner Meinung zeigt der späte VÖ-Termin des Albums und die sehr späte Open-Air Tour auch, dass Gilmour zeitlich sehr unter Druck gestanden haben muss…..

    • Oliver sagt:

      Ich denke, wenn man David Gilmour heißt, hat man keinen zeitlichen Druck. Und die Open Air Konzerte finden alle in Regionen statt, in denen man sich übers Wetter auch Mitte September keine Gedanken machen muß. Selbst bei uns sind doch Open Airs zu dieser Jahreszeit nichts ungewöhnliches mehr.

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