Diskografie: Echoes – The Best Of Pink Floyd (2001)

Echoes - The Best Of Pink Floyd (2001)

Da ist sie also, die heiß „ersehnte“ Best-of! Der PrPreis,eis den Pink Floyd für ihre: „Sorry, Liebe Plattenfirma, aber es ist kein neues Album in Aussicht“ Politik bezahlen. Ich will mich aber nicht gleich auf das Negative stürzen.

Der Abschied von Pink Floyd?

Wir alle wissen, was von einem „Greatest Hits“ Album zu erwarten ist. Für Fans wie uns ist da kaum etwas Interessantes dabei. Ganz klar gesagt, niemand von uns hätte dieses Teil gebraucht. Und doch sind auch an dieser Veröffentlichung ein paar interessante Aspekte zu finden, die ich etwas herausstreichen möchte.

Es zeigt sich, dass selbst bei einer Best Of-Veröffentlichung Pink Floyd andere Wege gehen. Zum Glück handelt es sich bei “Echoes” um eine Doppel-CD und nicht wie handelsüblich um eine nette Einfach-CD. Außerdem soll eine 4-LP Vinyl Version folgen, dann wohl auch mit größeren Fotos und Grafiken, als die im CD Booklet. Dass die Songs ineinander übergehen und nicht chronologisch angeordnet sind, ist zum einen gewöhnungsbedürftig, zum anderen jedoch eine willkommene Abwechslung. Wäre das nämlich nicht so, dann würde das Gefühl des Gewohnten sehr schnell aufkommen. Man könnte dann auch gleich die Original-CDs abspielen und die “Best-of” wäre noch viel überflüssiger, als sie es ohnehin schon ist.

Man stelle sich einen „Dark Side of the Moon” Block vor: „Time”, „A Great Gig in the Sky”, „Money” und „Us And Them”. David Gilmour, Nick Mason und Rick Wright bevorzugten die nicht chronologische Anordnung der Lieder. Roger Waters hätte es lieber gesehen, wenn es eine Syd Barrett, eine Pink Floyd, eine Waters und ein „Post-Waters“ Ära gegeben hätte. Sicher hat Waters keine Freude damit, dass seine „Meisterwerke“ sich mit den Songs der „Anderen“ vermischen.

Über die ausgewählten Songs lässt sich trefflich streiten. Mit „Astronomy Domine“, „Arnold Layne“, „See Emily Play“, „Jugband Blues“ und „Bike“ befinden sich gleich fünf Barrett Kompositionen auf dem Album. Meiner Meinung nach mindestens ein Song zu viel. Es fehlen mir Songs von “Ummagumma”, “Atom Heart Mother”, “More” und “Obscured By Clouds”. Ich hätte es lieber gesehen, wenn von jedem Album zumindest ein Song vorhanden wäre.

Alternativen zu dem einen oder anderen Barrett Stück wären für mich die folgenden Songs gewesen: Free Four, Obscured By Clouds, The Nile Song, Cymbaline, Green Is The Colour oder Fat Old Sun. Anstatt Sheep, diesen Song haben wir ja bereits auf dem A Great Collection Of Dance Song Album, wäre Pigs die bessere Wahl gewesen.

James Guthrie’s Schnippelschere

Dogs mit über 17 Minuten wohl der Schnippel Schere von James Guthrie zum Opfer gefallen. Guthrie stutzte für die Best-of „Echoes“ von 23 auf 16 Minuten! Er kürzte nicht ein bestimmtes Segment, sondern kontinuierlich am ganzen Song. Bei Marooned hingegen hat er das meiner Meinung nach nicht mehr so gut hin bekommen. Anstatt der Schere hat er die Axt erwischt, denn es fehlt über die Hälfte des Instrumentalstückes! Da hätte man dann auch gleich darauf verzichten können. Vergleicht man die Spielzeiten der Songs auf “Echoes” mit den Spielzeiten auf den Original-CDs, dann sieht man sofort, dass fast alle Songs gekürzt wurden.

Promo

Das When The Tigers Broke Free ausgegraben wurde, ist sicher als positiv zu bewerten. Es zeigt, dass sich die Band bemüht hat, wenigstens ein Zuckerl für die Fans anzubieten. Guthrie schrieb auf der offiziellen “Echoes” Homepage, dass noch folgende Lieder von Gilmour, Mason, Waters und Wright zur Auswahl (zufällige Reihenfolge) vorgeschlagen wurden:

  • 01. Brain Damage
  • 02. Eclipse
  • 03. Interstellar Overdrive
  • 04. Careful With That Axe, Eugene
  • 05. Fearless
  • 06. Breathe
  • 07. Paranoid Eyes
  • 08. Mother
  • 09. Your Possible Pasts
  • 10. Fat Old Sun
  • 11. San Tropez
  • 12. Atom Heart Mother (gekürzte Version)
  • 13. If
  • 14. Grantchester Meadows
  • 15. Scarecrow
  • 16. Chapter 24
  • 17. Dogs
  • 18. Nobody Home
  • 19. Young Lust
  • 20. The Gunner’s Dream.

Vielleicht hätte man diese Alternative gleich auf CD brennen sollen. Wahrscheinlich aber ist die gewählte Version die Beste, den Barrett erhält dadurch wieder ausreichend Tantiemen und diese sichern ihm auch in Zukunft seinen Lebensabend. Hier nun die nach langem Hin und Her von Gilmour, Mason, Waters und Wright ausgewählte Songs für Echoes!

Echoes - The Best Of Pink Floyd (2001)

Veröffentlichung: 5. November 2001

Format: Doppel-CD, 4LP Vinyl Box
Artwork: Storm Thorgerson
Label: EMI
Spieldauer: 156 Minuten

Tracklist (Vinyl):

Side 1
Astronomy Domine 4:10 (4:10)
See Emily Play 2:47 (2:53)
The Happiest Days of Our Lives 1:38 (1:46)
Another Brick in the Wall (Part 2) 4:01 (3:59)
Marooned 2:02 (5:28)
The Great Gig in the Sky 4:40 (4:47)
Side 2  
Echoes 16:30 (23:31)
Hey You 4:39 (4:40)
Side 3  
Set the Controls for the Heart of the Sun 5:20 (5:28)
Money 6:29 (6:23)
Keep Talking 5:57 (6:11)
Side 4  
Sheep 9:46 (10:24)
Sorrow 8:45 (8:31)
Side 5  
Shine on You Crazy Diamond (Parts 1-7) 17:32
Side 6  
Time 6:48 (7:05)
The Fletcher Memorial Home 4:07 (4:12)
Comfortably Numb 6:53 (Wall: 6:23)
When the Tigers Broke Free 3:42
Side 7  
One Of These Days 5:14 (5:57)
Us and Them 7:51 (7:48)
Learning to Fly 4:50 (4:21)
Arnold Layne 2:52 (2:56)
Side 8  
Wish You Were Here 5:21 (5:34)
Jugband Blues 2:56 (3:00)
High Hopes 6:59 (8:31)
Bike 3:24 (3:22)

Tracklist: CD 1

  1. Astronomy Domine 4:10 (auf Piper at the Gates of Dawn 4:10)
  2. See Emily Play 2:47, (Relics: 2:53)
  3. The Happiest Days of Our Lives 1:38, (The Wall: 1:46)
  4. Another Brick in the Wall (Part 2) 4:01, (The Wall: 3:59)
  5. Echoes 16:30, (Meddle: 23:31)
  6. Hey You 4:39, (The Wall: 4:40)
  7. Marooned 2:02, (The Division Bell: 5:28)
  8. The Great Gig in the Sky 4:40, (Dark Side of the Moon: 4:47)
  9. Set the Controls for the Heart of the Sun 5:20, (A Saucerful Of Secrets: 5:28)
  10. Money 6:29, (Dark Side of the Moon: 6:23)
  11. Keep Talking 5:57, (The Division Bell: 6:11)
  12. Sheep 9:46, (Animals: 10:24)
  13. Sorrow 8:45, (A Momentary Lapes of Reason: 8:31)

CD 2

  1. Shine on You Crazy Diamond (Parts 1-7) 17:32
  2. Time 6:48, (Dark Side of the Moon: 7:05)
  3. The Fletcher Memorial Home 4:07, (The Final Cut: 4:12)
  4. Comfortably Numb 6:53, (The Wall: 6:23)
  5. When the Tigers Broke Free 3:42
  6. One Of These Days 5:14, (Meddle: 5:57)
  7. Us and Them 7:51, (Dark Side Of The Moon: 7:48)
  8. Learning to Fly 4:50, (A Momentary Lapes Of Reason: 4:21)
  9. Arnold Layne 2:52, (Relics: 2:56)
  10. Wish You Were Here 5:21, (Wish You Were Here: 5:34)
  11. Jugband Blues 2:56, (A Saucerful of Secrets: 3:00)
  12. High Hopes 6:59, (The Division Bell: 8:31)
  13. Bike 3:24, (The Piper at the Gates of Dawn: 3:22)

CO2 Neutral?

Wenn es um die Vermarktung eines Pink Floyd Albums geht, zeigt sich wiederum die Einzigartigkeit der Band. So wurde Pink Floyds “Best Of”, CO2 Neutral hergestellt. CO2 entsteht bei der Herstellung von Musik CDs und ist mit Schuld am Waldsterben. Die Organisation Future Forests, von der ich zum ersten Mal höre, wird von Pink Floyd unterstützt, hat es sich zur Aufgabe gemacht Gebiete aufzuforsten. Pink Floyd investieren einen Teil der Einnahmen aus dem Verkauf von “Echoes” in Jungbäume die in folgenden Gebieten gepflanzt werden: Chiapas – Mexiko, Tensas River National Wildlife Park – Louisiana USA, Bangalore – Indien, Dryhope Burn – Schotland. Ein wirklich interessanter Weg der da eingeschlagen wird, um ein neues Produkt zu vermarkten und gleichzeitig eine gute Sache zu unterstützen. Imagepflege hat noch nie geschadet.

Erfolgreich in den Charts

Das Album hat sich in den Verkaufshitparaden großartig geschlagen. Nach drei Wochen war Echoes die Nummer 1 in Europa. Vielleicht hat sie den einen oder anderen Menschen auf die Spur dieser einmaligen Gruppe gebracht. Das wäre der größte Erfolg, den dieses Album feiern könnte.

Ich persönlich habe immer die Meinung vertreten, das, wenn Pink Floyd ein Best Of Album veröffentlichen die Band an ihrem Ende angelangt ist. Es scheint leider so, als wäre ich mit meiner Einschätzung genau richtig gelegen. Denn David Gilmour der im Zuge der “Echoes” Promotion einige Interviews gegeben hat, betonte immer wieder, wie weit er sich bereits von Pink Floyd distanziert hat. Er sagt, er könne sich eine neue Pink Floyd Tournee nicht mehr vorstellen. Viele von uns erhofften sich durch die Best Of-Veröffentlichung neue Interviews, in denen die Band uns das genaue Gegenteil von dem sagt, was Gilmour bis jetzt von sich gab. Aber das sind wahrscheinlich bloß Wahnvorstellungen der Fans. Nick Mason verglich die Situation von Pink Floyd, mit einem Schiff das im Trockendock liegt. Vielleicht fährt es noch einmal aus. Wenn wir die Sache ganz nüchtern betrachten, dann ist die Band eigentlich bereits vor einigen Jahren in den Ruhestand gegangen. Seit 1995 warten wir auf neue Aktivitäten – es gab eine Unzahl an Gerüchten über Tourneen und neue Alben. Nichts davon hat sich jedoch bewahrheitet und heute haben wir die wirklich ersten konkreten Aussagen. „Who Gives A Fuck“, lautete Gilmours Antwort auf die Frage nach einem neuen Floyd Album im Juni 2001. Man muss es zur Kenntnis nehmen. Einen funken Resthoffnung auf zumindest ein feierliches Abschlusskonzert bewahren wir uns aber bis auf Weiteres. Gegenüber dem Rolling Stone Magazin äußerte sich David Gilmour folgendermaßen:

David Gilmour: Ich würde nie sagen, dass wir komplett fertig sind, aber es könnte durchaus der Fall sein. Je mehr Zeit vergeht, seit wir zuletzt etwas gemeinsam gemacht haben, desto weniger habe ich das Gefühl, das es etwas ist das ich sehr vermisse. Ich will auch keine Tourneen mehr machen. Ich bin 55, es ist ein Spiel für junge Männer.

Nach sechs Jahren ohne neuen Album (Pulse 1995) sagt Gilmour: “Der Tank ist leer. Wir haben kein neues Projekt im Sinn.”

Nick Mason erzählte Launch.com, dass es derzeit keine Pläne für ein neues Album oder eine Tour gibt. Er hört sich optimistischer an, als David Gilmour. “Ich meine es besteht immer noch die Möglichkeit, aber ich denke insbesondere Dave möchte im Moment andere Dinge machen. Er macht einige Solo Sachen, und er ist wirklich sehr beschäftigt damit. Weißt du, meine Erfahrung ist, dass wenn Leute solo Dinge machen wollen, dass diese dann erst wieder aus ihrem System verschwunden sein müssen, bevor sie wieder beginnen können in einer Band zu arbeiten.”

Mason der neben der Autorennfahrerei auch an einigen Filmmusik Projekten arbeitet, sagt, dass er bereit ist Pink Floyd zu reaktivieren wann immer David Gilmour und Rick Wright, der Gegenwärtig an einem Soloalbum arbeitet, bereit dazu sind. “Ich fühle noch nicht, das ich in den Ruhestand gegangen bin”, sagt er. “Weißt du, wenn jeder es möchte, dann könnten wir immer noch etwas machen. Ich habe die letzten 30 Jahre damit verbracht zu warten, bis sich die Planeten ausgerichtet haben. Ich bin es ziemlich gewohnt zu warten.”

Roger Waters meinte zuletzt über die anderen: „Sie sind nicht mehr so gute Freunde. Sie haben sich entfremdet, sind alt und müde.“

Reaction in G

Wie hat eigentlich den Pulse & Spirit Lesern das Best Of Album geschmeckt?

KLAUS SCHNEIDER

Habe mir heute die “Echoes – best of” gekauft und höre diese gerade. Folgende und spontane Reaktion: Das Booklet ist gut gelungen; neben interessanten Bildern und den Texten erfährt der noch “ungeübte” Einsteiger oder “Gelegenheits-Floydianer” auch im Gegensatz zu den regulären Alben, wer welchem Stück seine Stimme gegeben hat. Allerdings kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen, weshalb gleich 6 Tracks aus der Syd Barrett-Zeit unter den 26 Werken sind?!? In Anbetracht seiner kurzen Verweildauer bei Pink Floyd und seiner (wirklichen) Leistung hätten ein oder bestenfalls zwei von ihm gesungene Stücke dicke ausgereicht. Verdient der “Jungband Blues” wirklich, auf einer “Best of” die “A Saucerful Of Secrtets” zu vertreten? Ist z.B. “Let there be more light” oder der Titelsong selbst nicht nur viel “floydianischer” sondern auch besser? Und über “Bike” lasse ich mich heute nicht aus – ich überspringe es ganz einfach. Gut gefällt mir, dass “Echoes” mit seinen 16:30 Minuten nur wenig gekürzt worden ist und an Passagen, wo es nicht so sehr weh tut wie ich bei der Vorankündigung noch befürchtete. Und “When the Tigers broke free” ist als echte Rarität auch eine gute Idee. Well, zu der Auswahl haben 100 Leute wohl 100 Meinungen – aber mehr als 50% ist meiner Auffassung so schon in Ordnung bzw. ein “Muß”.

MARKUS GRAF

1.Songauswahl:Nicht schlecht, wobei man sagen müsste wo ist dies oder jenes? Hier macht man es wohl niemandem recht. Toll das “When the tigers…” mit drauf ist. 2.Booklet:Da kann wohl niemand motzen. Ist wieder typisch Pink Floyd. Sehr schön gemacht. 3.Nötigkeit: nötig hatte diese CD wohl niemand, trotzdem wird sie sich vermutlich bestens verkaufen.

DAVID KELLNER

Zur Best OF kann ich nix dazu sagen, weil ich sie mir nicht gekauft habe und nicht kaufen werde. Es gibt soviel gute, neue Musik, warum soll ich dann erspartes Geld für gute, alte Musik ausgeben. Vor allem wenn ich sie schon hab.

REINHARD ZIMMERMANN

Als Fan habe ich mir das Teil natürlich gekauft, aber was soll man dazu groß sagen. Ich versuch’ s mal. Also, für Einsteiger mag die CD ein guter Einstieg sein, aber “Jugband Blues” und “Bike”, passen einfach nicht auf die CD: Die Übergänge der Titel, sind teilweise ganz gut abgemischt, und dann wieder unpassend. Mit der gekürzten “Echoes” – Version kann man gut leben, aber “Marooned” nur zwei Minuten ist nicht ganz geglückt.”Shine on you crazy Diamond” inkl. Part 6 & 7 gefällt mir wiederum. Das “When the tiger broke free” drauf ist ebenfalls. Gewünscht hätte ich mir natürlich, das ein, zwei oder drei unveröffentlichte Titel drauf gewesen wären.

HANS-JÜRGEN MÜLLER

Nachdem ich die CD-Box ein paar Tage hier liegen hatte und ich nicht dazu gekommen war, sie mir anzuhören, habe ich den heutigen Feiertag genutzt und mir die beiden Pic-CDs angehört. Zuerst fällt der zusätzliche Pappschuber auf, der unzählige Anspielungen auf diverse PF-Alben hat. Das Cover-Motiv selbst ist ja mittlerweile hinlänglich bekannt! Das Frontcover ziert ein roter Sticker mit orangenem Rand, der die Form des Fenster-Motivs hat: THE BEST OF PINK FLOYD 26 Tracks 2 CDs 7243 5 36111 2 5, sowie der zweifache Zusatz: PEEL ME

Das 32-seitige Booklet beinhaltet das Tracklisting, alle Songtexte, die Angaben zu den Original-Alben, die Produzenten, das Veröffentlichungsjahr, sowie die üblichen Copyright-Angaben. Eine ganz nette Idee ist die Tatsache, dass die Eintragungen der zweiten CD um 180° gedreht wurden, sodass man einfach das Booklet auf den Kopf stellt und dann am eigentlichen Heftende für die zweite CD wieder von vorne beginnen kann. Doch nun zum musikalischen Inhalt der CDs: Als Fan von PF besitzt man logischerweise eine Vielzahl von Aufnahmen und eine ‘Best Of’ ist im Regelfall eigentlich uninteressant. Da es im PF-Umfeld und bei EMI noch nie (oder zumindest fast nie) üblich war, solche Veröffentlichungen zu nutzen, um die Fans mit Besonderheiten (Outtakes, Demos, Live-Versionen …) zu erfreuen, ist auch dieser Fall ähnlich gelagert.

Ich brauche in diesem Fall nicht auf das bekannte Tracklisting dieser beiden CDs einzugehen. Die Laufzeiten mit 76:52 min. und 78:38 min. sind völlig in Ordnung und fast das Maximum auf diesem Medium. Mir persönlich ist eine Aneinanderreihung von Songs, die über einen Zeitraum von 27 Jahren mit sehr unterschiedlichen PF-Inkarnationen entstanden sind, sehr suspekt. Eine Studio-Aufnahme von 1967 neben einer Aufnahme von 1994 passt in meinen Augen einfach nicht. Für mich ist es immer eine Frage der zeitlichen Zuordnung und der ‘Beziehung’ zu dem jeweiligen Album. Aus diesem Grund höre ich mir bei PF ein Album immer komplett an und fertige mir auch für den Hausgebrauch keine eigenen ‘Best Of’ MCs oder CDs an.

Was bei der Box zuerst auffällt, ist der Song ‘When The Tigers Broke Free‘, der nunmehr erstmals einem größeren Publikum auf CD zugänglich gemacht wurde (einschließlich des Songtextes im Booklet). Aber auch hier gilt, jeder Fan hat diesen Song wahrscheinlich mehrfach in seiner Sammlung!

Beim Anhören der CDs gibt es dann aber ein paar Überraschungen! Bei ‘Echoes‘ habe ich zuerst gar nicht begriffen, was da vor sich ging. Dann wurde mir klar, dass hier erheblich am Song herumeditiert wurde. Aus über 23 Minuten wurden so kurzerhand 16:30 min. Laufzeit. Alle Parts des Songs sind noch vorhanden, allerdings wurden überall Teile gekürzt und Strophen weggelassen, sodass man auf die gewünschte Laufzeit kam. Was soll denn das? Wieso wird der Titelsong des Albums so vergewaltigt? Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies Gilmour, Mason, Wright oder sogar Waters bekannt war! Wenn man schon den Song auf der CD haben wollte, so hätte man ihn unverändert bringen sollen und lieber einen anderen Song dafür streichen. Diese Stümmel-Version von Echoes ist wohl eine der größten Katastrophen in der Geschichte der Band. Ich kann nicht glauben, dass so etwas das Licht der Welt erblicken durfte!

Nach dem Echoes-Schock hatte ich mich kaum beruhigt, als ‘Marooned‘ anlief. Ich hatte mich gerade einigermaßen auf den Song eingestellt … als er auch schon zu Ende war! Was war denn das nun wieder? Ich bin auf der CD zurückgesprungen und siehe da: Marooned ist nur 2:00 min. lang! Sozusagen abgewürgt, bevor es richtig interessant wird! Das darf ja wohl nicht wahr sein! Ganz oder gar nicht! Warum lässt man ihn nicht einfach weg, wenn man ihn nicht komplett bringt?

Die zweite CD beginnt mit Shine On You Crazy Diamond (Parts 1 – 7). Bei den angeführten Parts hatte ich zuerst Bedenken, aber es waren tatsächlich die genannten Parts auf der CD. Der Übergang von Part 5 zu Part 6 wurde in die Windgeräusche am Beginn von Part 6 editiert. Der Song kommt auf eine Gesamtlaufzeit von 17:30 min., aber auch hier drängt sich die Frage auf, warum wurde dies so getan? Alternativ hätte man die üblichen Parts 1 – 5 oder Parts 6 – 9 nehmen können oder das Gesamtwerk mit Parts 1 – 9, so wie es ursprünglich ja auch live gespielt wurde.

Sowohl auf dem Pappschuber, dem Cover und dem Booklet wurde beim Tracklisting (wie so häufig) bei ‘Time’ der Anhang ‘Breathe Reprise’ vergessen. Dementsprechend findet man auch den Songtext nicht im Booklet! Bei ‘Us And Them’ kam man auf die glänzende Idee, ein neues Songende zu kreieren. Da der Song auf ‘The Dark Side Of The Moon’ nahtlos in ‘Any Colour You Like’ übergeht und somit schlecht abgeschnitten werden konnte, hat man einfach das letzte Wort ‘died’ mit einem Echo unterlegt, das langsam ausklingt! Herrlicher Schwachsinn!

Am Beginn von Bike hört man nunmehr zweimal eine Fahrradklingel! Welch geniale Idee, nicht wahr? Die anderen Songs sind mehr oder weniger identisch mit den bekannten Versionen, wobei diese teilweise fast übergangslos auf ‘Echoes‘ angeordnet wurden.

Fazit: Nun, meine Bedenken haben sich bewahrheitet! Für mich ist diese CD lediglich ein Pflichtkauf als Sammler gewesen (wobei ich trotzdem sehr auf die 4LP-Box gespannt bin). Diese CDs werden wohl nach der Archivierung nie wieder in Berührung mit einem CD-Player gelangen. Eine wahllose und fragwürdige Aneinanderreihung von ‘vermeintlichen’ Highlights. Meine Zusammenstellung hätte da ein ganz anderes Bild ergeben, aber mich fragt ja keiner. Letztendlich ein Werk, das für Sammler schlicht überflüssig ist und für ‘Nicht-PF-Fans’ als Einstiegsdroge nur bedingt geeignet. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass dieses Album trotzdem geschickten Veröffentlichungszeitpunkt in der Vorweihnachtszeit irgendwelche hohen Verkaufszahlen schreiben wird. Also vergessen wir das Album möglichst schnell wieder!

KARL KASTENHOFER

Echoes finde ich hervorragend, v.a. das alles nonstop abläuft. Eine Überraschung (neuer Song oder unveröffentlichtes) hätte ich mir dennoch gewünscht.

RALF HÖNTSCH

Vom Echoes-Artwork bin ich doch ziemlich enttäuscht, da sind wir höherwertiges gewöhnt, oder? Eigentlich nur ein Sammlerstück in Sachen “Vollständigkeit”. Die Fernsehwerbung tut ihr übriges in Sachen Kommerz, genauso wie die gelaunchten EMI-Websites mit fragwürdigen Inhalten…

GEORG AICHHORN

Nun zur best of: kurz gesagt – das Cover ist gut, die Songauswahl in Ordnung und das Booklet könnte besser sein! Ich dachte von Anfang an, wenn schon eine Best Of, dann gleich eine 4 CD-Box in der Art von Genesis “Archive”: die vorhandenen Lieder, dazu weitere wichtige Songs, die zu einer best of einfach dazugehören (Interstellar Overdrive, Saucerful Of Secrets, Careful, Atom Heart Mother, Welcome To The Machine, In The Flesh, Run Like Hell, Dogs oder Pigs…) und dazwischen könnte man einige unveröffentlichte Liveaufnahmen von den 70ern dazupacken. Dann hätte man auch keine Lieder kürzen zu brauchen. Außerdem finde ich, daß von jedem Album zumindest ein Song dabei sein sollte! Aber trotzdem gefällt mir das Album ganz gut!

INGO BRÄUER

Das Best of Album habe ich mir selbstverständlich auch gekauft. Es ist okay. Die Zusammenstellung geht auch. Im Dezember kommt sie auch auf LP heraus. Aber der Preis ist irre. Sie soll 125 DM kosten. Ich habe alles auf LP, aber da bin ich mir nicht sicher ob ich sie kaufen werde.

ROSWITHA WOLFF-JANSSEN

Ein Floyd-Einsteiger bekommt durch die Best Of einen ganz passablen Eindruck über die Arbeit der Band. Ein Fan hätte lieber etwas neues in seinen CD-Player gelegt. Das war auch der Grund, warum ich nicht gleich am Erscheinungstag in einen Plattenladen geeilt bin. Eigentlich war ich diesmal mehr gespannt auf Artwork und Aufmachung der CD als auf den musikalischen Inhalt. Ich wurde nicht enttäuscht. Storm Thorgerson ist einmal mehr etwas großartiges gelungen. Die vielen kleinen Details, die auf die vorangegangenen Alben deuten. Einfach genial. Die Auswahl der Stücke ist wahrlich sehr gemischt und die Übergänge von Titel zu Titel gut gelöst. Die größte Überraschung für mich „When The Tigers Broke Free“. Einen Gewinner gibt es allemal durch die Veröffentlichung und das ist Syd. Er hat es verdient.

STEFAN HAIDER

Zu Echoes: alle alternativen zu einem Barrett Song die du auflistest hatten mir gefehlt und die Ignoranz von meinen Lieblingsalben Atom, Ummagumma, More, Obscured – das schmerzt und somit besitze ich das teil auch nicht …. hoffe aber das die Platte neue Hörer erschließen konnte….

1 Antwort

  1. Avatar Arno Jenniches sagt:

    Was haben auf einer best of pink floyd cd folgende Songs zu suchen: the happiest days of our lives (OK, fungieren als intro zu another brick in the wall nachvollziehbar), when the tigers broke free, jug and blues und bike????
    Wo ist run like hell, irgendwas von more, atom heart mother oder obscured by clouds, trotzdem die beste best of von Pink Floyd!

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