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30.11.2006: Der 1943 in Wien geborene Trompeter und
Komponist Michael Mantler zählt zu den wenigen europäischen Musikern,
denen es wirklich gelungen ist, sich dauerhaft in die US-amerikanische
Jazzszene zu integrieren. Mantler ging 1962 als 19jähriger in die USA,
um dort seine in Wien begonnenen Musikstudien am Berklee College
fortzuführen, brach diese aber schon zwei Jahre später ab, um in der
aufregenden New Yorker Avantgarde-Szene Fuß zu fassen. Erst 1991 kehrte
er nach Europa zurück und ließ sich in Kopenhagen nieder.
Nach ersten Gigs mit Cecil Taylor gründete er 1964 zusammen mit seiner
späteren Frau Carla Bley das Jazz Composer's Orchestra. Schon früh
setzte sich Mantler dabei mit der Vertonung literarischer Texte
auseinander. Die musikalische Umsetzung übernahmen dabei oftmals
Ensembles, in denen Musiker der Jazz- und Rockavantgarde Hand in Hand
mit einander arbeiteten.
Die einzigartige, von Mantler selbst ausgewählte Zusammenstellung "Review"
bietet nun Aufnahmen aus drei Jahrzehnten (von 1968 bis 2000). Texte von
Autoren wie Paul Auster, Samuel Beckett, Harold Pinter, Edward Gorey,
Ernst Meister, Philippe Soupault, Giuseppe Ungaretti und Michael Mantler
selbst werden hier von Größen wie Jack Bruce, Robert Wyatt, Kevin Coyne
und Marianne Faithfull rezitiert. Nicht weniger beeindruckend ist die
Liste der Musiker: sie reicht von Pharoah Sanders über Don Cherry, Tony
Williams, Jack DeJohnette, Carla Bley, Mike Stern, Terje Rypdal, Larry
Coryell und Steve Swallow bis zu Pink-Floyd-Drummer Nick Mason
und 10 CC-Gitarrist Rick Fenn. Begleitet wird der Trompeter bei einigen
Stücken außerdem von dem außergewöhnlichen Balenescu Quartet, dem London
Symphony Orchestra, dem Danish Radio Orchestra und natürlich dem
legendären Jazz Composer's Orchestra.
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