22.12.2007: Mason bestätigt bei einem interview, das man sich bezüglich der Gesamtausgabe "Oh By The Way" wieder einmal innerhalb der Band nicht einigen konnte. Wobei ich nicht damit rechne, dass es an Wright oder Mason gescheitert ist der Box ein paar Edelsteine beizulegen.
12.12.2007 AP: 16
CDs in einer Box mit allen Zugaben, die Alben von Pink
Floyd in ihrer Zeit zu etwas Besonderem machten: «Oh By
The Way» (EMI) heißt die Gesamtausgabe der britischen
Superband und Schlagzeuger Nick Mason räumt ein: «Ich
bin sicher, dass wir alle nicht ganz glücklich damit
sind, aber es war besser als alles andere, auf das wir
uns einigen konnten.»
Es ist eine Ironie der Rockgeschichte, dass eine der
erfolgreichsten Bands ihr ambitioniertes Gesamtwerk
unter der hingefrotzelten Zeile aus «Have A Cigar»
veröffentlichen. Das Zitat aus dem Song von dem Album «Wish
You Were Here» spielte auf einen Platten-Manager an, der
nach der Vertragsunterzeichnung fragte: «Mal ganz
nebenbei, wer von euch ist Pink?»
«Ich war ja sehr für 'Still First in Space', was vor
langer, langer Zeit ein Slogan war», sagt Mason im
AP-Interview. Pink-Floyd-Fans trugen in den 80ern
T-Shirts mit dem Spruch, nachdem russische Kosmonauten
Lieder der Band in ihrer Weltraumstation spielten. «A
Delicate Sound of Thunder» wurde so die erste Musik
einer Rockband, die im All gespielt wurde.
Mason sagt, mit dem einprägsamen und Pink-Floyd-Fans
wohlbekannten «Oh By The Way»-Spruch könne er aber auch
leben. Und auch damit, dass die Plattenfirma ein
Interesse daran habe, die Band mit ihren zeitweise bis
zur Unversöhnlichkeit zerstrittenen Mitgliedern im
Blickpunkt der Öffentlichkeit zu haben. «Ich muss sagen,
wir wollen das auch. Es ist unser Katalog, und deshalb
sind wir bereit, ein gewisses Maß an Gestaltung und
Werbemaßnahmen mitzumachen. Es geht darum, unsere
Geschichte lebendig zu halten. Ich denke nicht, dass wir
das nun jedes Jahr zu Weihnachten machen werden.
Natürlich gibt es einen kommerziellen Aspekt dabei. Es
gibt aber einen Aspekt, der diese Ausgabe rechtfertigt:
Es ist vielleicht das letzte Hurra von CDs und Platten,
die in Geschäften gekauft und nicht heruntergeladen
werden.»
In den Zimmern seiner Söhne gebe es keine CDs mehr. Und
auch keine Stereoanlage, sondern nur kleine, tragbare
Geräte. «Die jungen Leute sind nur noch am downloaden.
Und das verändert auch die Art und Weise, wie wir Musik
hören. Wenn man einen iPod hat, mal abgesehen von den
Kopfhörern, ist die (Klang-) Qualität für eine große
HiFi-Stereoanlage gar nicht gut genug.»
Andererseits gebe es ein großes Interesse an Live-Musik.
«Es ist interessant, wieviele Jugendliche in Bands sind
und es mögen, Musik zu machen - und sie spielen fast wie
(Jimi) Hendrix. Es ist so, als ob verschiedene Ströme
zur selben Zeit in verschiedene Richtungen fließen.»
Drei Jahre nach dem überraschend zustandegekommenen
Auftritt bei «Live 8» kann sich Mason - wie Gitarrist
David Gilmour auch - ein erneutes Konzert zu einem
besonderen Anlass vorstellen. Mason hat bei einigen
Konzerten von Roger Waters' Solotournee mitgespielt, ist
bei Gilmours Konzert in der Londoner Royal Albert Hall
zusammen mit Keyboarder Rick Wright aufgetreten. Beinahe
wäre auch noch ein Konzert zu Ehren des verstorbenen
Gründungsmitglieds Syd Barrett zustandegekommen.
Kein Ende der Band «aus rechtlichen Gründen»
«Es wäre für uns viel einfacher, Konzerte zu geben, als
ein neues Album zu machen. Sich wieder auf dieses Ausmaß
von...» - Mason seufzt, die Erinnerung an die
Studiozeiten mit Pink Floyd scheinen sehr unangenehm zu
sein. «Live zu spielen wäre viel leichter, als ein neues
Album zu machen», setzt er neu an. «Viel einfacher. Und
angesichts der Tatsache, dass ein neues Album nur sehr
wenig Geld einspielen würde, gibt es wohl sehr wenig
Enthusiasmus, durch all diese Qual zu gehen. Ich
persönlich würde viel lieber live als im Studio
spielen.»
Mason zufolge wäre Roger Waters vielleicht gar nicht mal
abgeneigt, für ein neues Pink-Floyd-Album zu schreiben.
Eine Reunion dürfte vor allem an Gilmour scheitern. Denn
der sagte in einem Interview auf die Frage, ob er nicht
ein für alle mal das Ende von Pink Floyd verkünden
könne: «Ich kann nicht soweit gehen und das Ende
verkünden. Es gibt rechtliche Gründe dafür, warum es
ungeschickt wäre, so was zu sagen. Was ich mitteilen
kann ist, dass die Aussichten auf eine Reunion von Pink
Floyd wirklich extrem gering sind, abgesehen von
einmaligen, wichtigen Anlässen, wie 'Live 8' einer war.
Der Gedanke an ein Wiederbeleben von Pink Floyd bereitet
mir kein gutes Gefühl - und in meinem Alter hat man eher
das Verlangen nach komfortablen Gemütszuständen.»
Gilmour ist mit 61 Jahren der jüngste, Waters und Wright
sind 64 und Mason 63 Jahre alt.
© 2007 The Associated Press.

