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10.5.2007 Pink Floyd London Barbican Hall

Syd Barrett Tributkonzert der besonderen Art | Foto: Werner Haider

 

The Madcpas Last Laugh - Der letzte Auftritt von Pink Floyd!

Bericht von Werner Haider

 

21.05.2007: Als ich in Salzburg im Flugzeug saß ging jemand mit einem Roger Waters T-Shirt an mit vorbei. Etwas später kamen wir ins Gespräch. Marek wollte sich so wie ich die beiden Roger Waters Konzerte im Earls Court ansehen. Ich erzählte ihm, dass heute ein Syd Barrett Tribut Konzert stattfindet, dass auf jeden Fall sehr interessant werden könnte. Aufgrund der Namen die dieses Tribut Konzert organisierten nämlich Joe Boyd und Nick Laird-Clowes musste man schon an den einen oder anderen Überraschungsgast denken. Nick Laird-Clowes ist Co-Autor einiger The Division Bell Songs. 2002 trat er unter dem Namen Trashmonk zweimal im Vorprogramm bei David Gilmours Royal Festival Konzerten auf. Außerdem gab es noch gute Karten an der Abendkasse. Marek bereute diese Investition nicht. Das tatsächlich alle Pink Floyd Mitglieder erschienen, dass übertraf auch die allerkühnsten Erwartungen! In einem Pub nicht weit von der Barbican Hall diskutierten wir über Pink Floyds bewegte Geschichte und tauschten unsere Meinungen aus. Nach einem Guinness bemerkte ich, dass mir in der Magengegend irgendwie ganz ganz übel wurde. So kam es, dass ich zwischen 16:00 - 19:00 Uhr viel Zeit im Sanitärbereich verbrachte. Ich hatte eine wunderbaren Sitzplatz in der zweiten Reihe genau in der Mitte.

 

Das Konzert begann mit einem 25köpfigen Chor der die Bühne betrat und auf eindrucksvolle Art und Weise Bike zum besten gab. Viele der Künstler die heute auftraten kannte ich gar nicht bzw. nur deren Namen. Die Hausband des abends bestand aus prominenten Musikern großer Brit-Popbands: Andy Bell - Bass (Oasis), Simon Finley - Drums (Echo & The Bunnymen), Ted Barnes - Gitarre (Beth Orton), Musikalischer Direktor Nick Laird-Clowes. Die erste Riesenüberraschung war jedoch, als Roger Waters in Begleitung von Jon Carin auf die Bühne kam. Es gab natürlich einen langen Applaus. Roger sprach einige sehr persönlich Worte über Syd. Danach meinte er noch, dass er sehr nervös sei. Es ist für ihn viel einfacher vor vielen tausenden Menschen zu spielen, als wenn er in so kleinen Hallen auftritt. Er entschied sich nicht für einen Barrett Song sondern für Flickering Flame. Ein Lied das er 2002 seinem 1996 bei einem Flugzeugabsturz verstorbenen Freund Philippe Constantin (Musikchef von Phate Marconi) widmete und das seiner Meinung nach auch Syd Barrett gerecht wurde. Als er Flickering Flame spielte konnte ich ihm seine Nervosität ansehen ich saß vielleicht zwei Meter weg. Er spielte Akustikgitarre und seine Finger zitterten dabei. Als der Song vorbei war schien er erleichtert zu sein. Er verließ die Bühne so wie er gekommen war mit lautem Applaus.

 

Erster Überraschungsgast Roger Waters | Foto: Werner Haider

Roger Waters sprach über Syd Barrett | Foto: Werner Haider

 

Leider trat Waters nicht gemeinsam mit seinen Kollegen auf. Er musste seine Freundin vom Flughafen abholen!!??

 

Also das war schon eine Riesenüberraschung! Mit Gilmour rechnete oder besser ausgedrückt hoffte ich wegen dem Naheverhältnis zu Nick Laird-Clowes aber nicht mit Roger. Einfach Wunderbar hier zu sitzen und dies mitzuerleben. Das man noch solche Überraschungen erleben darf!! In der Pause sah ich Storm Thorgerson und bemerkte einen Herren der wie Rick Wright aussah und zum Backstagebereich ging. Der Herr sah nicht nur so aus - es war Rick Wright!!! Etwas später kam Phil Taylor mit einer Gitarre auf die Bühne um nach dem rechtem zu sehen. Und wo Phil Taylor ist da ist auch David Gilmour nicht mehr weit. Meine Güte Gilmour ist also auch im Haus. Und Nick Mason? Alle vier hier? Das darf doch nicht wahr sein. Hier in diesem Theater nach Live8 eine weitere Reunion?

Nach der 30minütigen Pause die ich hauptsächlich im Sanitärbereich verbrachte begann der zweite Teil des Konzertes. Die Eröffnungsnummer war Chapter 24. Eine meiner Meinung nach sehr gelungene Interpretation von Nick Laird-Clowes in Begleitung des Chores. Während des Songs pirschte sich eine dunkelhaarige Frau mit Fotoapparat seitlich auf die Bühne. Es war Polly!! Damit war alles klar. Die Spannung stieg von Minuten zu Minute. Eine Pink Floyd Reunion lag in der Luft. Damon Albarn von Blur spielte einen Barrett Song den ich nicht mehr in Erinnerung hatte. Und zwar den Word Song vom Opel Album. Zuvor bat er allerdings Ian Barrett, Syd´s Neffen auf die Bühne um ein paar Worte über seinen Onkel an zu richten. Mit ein paar Zügen an Albarns Zigarette und der mitgebrachten Bierflasche in der Hand und einige ungewöhnlichen Lauten brachte Ian Barrett die Sache hinter sich.

 

Bevor Captain Sensible sein starkes Astronomy Domine darbot verriet er noch, dass er ein großer Barrett Fan sei und deshalb seinem Sohn den Vornamen Syd gab. Begleitet wurde er von Jon Carin der bei dieser Gelegenheit zeigte, dass er auch ein sehr guter Gitarrist ist! Erwähnenswert noch der Auftritt von Robyn Hitchcock der in Begleitung von niemand geringeren als John Paul Jones von Led Zeppelin auf die Bühne kam und Terrapin und Gigolo Aunt souverän darbot!

 

Pink Floyd aka 1987 live on stage | Foto: Werner Haider

Pink Floyd aka 1987 live on stage | Foto: Werner Haider

 

David Gilmour, Bass Andy Bell von Oasis, 

Andy Bell, Gilmour, Mason und Jon Carin

 

 

 

 

Pink Floyd aka 1987 live on stage | Foto: Werner Haider

 

 

Wright, Andy Bell, Gilmour, Mason

 

 

 

Nach Chrissie Hynde kam Joe Boyd auf die Bühne und erzählte von verschiedenen Begegnungen die er mit Syd hatte. Schließlich kündigte er Pink Floyd an: David, Rick und Nick. Als die drei Herren die Bühne betraten gab es stürmischen Applaus und Standing Ovations bis zum Beginn von Arnold Layne! Aber wo war Roger? Ich denke, dass nicht nur ich sondern ein Grossteil des Publikums mit einem Auftritt aller vier Floyds rechnete. Kann es denn noch einen besseren Moment als heute hier und jetzt geben? Jemand rief: Where is Roger? Worauf Gilmour erwiderte: 'Yes, he was here too... now the rest of us!'  Und so spielten Pink Floyd Arnold Layne ohne Waters mit Andy Bell von Oasis am Bass und Jon Carin am Keyboard. Wrights Gesang war zu Beginn nicht zu hören. Phil Taylor schenkte dem Tontechniker gegenüber einige Blicke zu und kurz darauf verstanden wir Rick wieder laut und deutlich. David grinste öfters zu Rick hinüber und der wiederum zu Nick. Großartige Momente sie schienen wirklich Spaß daran zu haben. Einfach wohltuend die drei gemeinsam musizieren zu sehen. Unter tosendem minutenlangen Applaus und Standing Ovations verabschiedeten sie sich. Rick legte beim Stiegenabgang den Arm auf Gilmours Schulter und beiden verschwanden sie in den Backstagebereich.

 

Rick Wright in seinem Element | Foto: Werner Haider

Rick Wright und Andy Bell

 

Foto von Uwe Deckert:

Gilmour und Jon Carin, Foto © Uwe Deckert

Gilmour und Jon Carin, Foto © Uwe Deckert

Arnold Layne Solo von Gilmour | Foto: Werner Haider

Bike als Zugabe | Foto: Werner Haider

Bei der Zugabe kamen nochmals alle Künstler auf die Bühne um noch einmal Bike vorzutragen. Wright kam als erster von den Floyds wieder auf die Bühne. Nur einer fehlte Roger Waters, dass überraschte mich jedoch nicht mehr. Nick Laird-Clowes rief nach Big Dave gemeint war damit Gilmour. Er kam als einer der letzten auf die Bühne und schenkte ihm ein breites lächeln. Mason sang mit den anderen, Wright und Gilmour wie gewohnt mit ihren Instrumenten. Diese Bike Version war schon sehr schräg. Am Ende gab es wieder diesen stürmischen Applaus und vorbei war's. Ich sah noch einen mobilen Kameramann beim Backstagebereich stehen. Es könnte der von Gilmour On An Island Tour gewesen sein. Man kann nur spekulieren über die Gründe für Rogers fehlen. Die positivste Sichtweise wäre die, dass man nicht genug Zeit hatte miteinander zu Proben und dass Roger Arnold Layne nicht ungeprobt spielen wollte. Andererseits hätte man wenn man es wirklich gewollte hätte jederzeit Wish you were here oder Shine on you crazy Diamond spielen können, oder? Wir werden die Gründe für dieses Verhalten nicht so einfach erfahren.

London 10.5.2007

 

Band:

David Gilmour - Gitarre

Nick Mason - Drums

Rick Wright - Keyboards, Hammond

 

Kommentare:

Guy Pratt

Joe Boyd über das Konzert.

 

 

Fotos:

Werner Haider

Uwe Deckert

Polly Samson

 

Producers:

Joe Boyd

Nick Laird-Clowes

 

Lightning Design:

Peter Wynne Wilson
Plus Rare film footage, and projections of Syd Barrett's paintings

 

House Band:

Andy Bell - bass (Oasis)

Simon Finley - drums (Echo & The Bunnymen)

Ted Barnes - guitar (Beth Orton).

 

 

Songliste:

01. Bike Sense of Sound Choir
02. Flaming Captain Sensible & Monty Oxymoron
03. Hhere i go Kevin Ayers
04. Oh, What a Dream Kevin Ayers
05. Baby Lemonade Nick Laird-Clowes & Damon Albarn
06. Octopus The Bees
07. The Gnome Nick Laird-Clowes & Neulander
08. Matilda Mother Mike Heron
09. Golden Hair Martha Wainright, Kate McGarrigle & Lily Lanken
10. See Emily Play Martha Wainright, Kate McGarrigle & Lily Lanken
11. Flickering Flame Roger Waters & Jon Carin

 

12. Chapter 24 Sense of Sound Choir & Laird-Clowes
13. Scarecrow Vashti Bunyan, Gareth Dickson & Nick Laird-Clowes
14. Love Song Vashti Bunyan, Gareth Dickson & Nick Laird-Clowes
15. Ian Barrett, talking about his uncle Rog
16. The Word Song Damon Albarn, Kate St John & David Coulter
17. Astronomy Domine Captain Sensible & Jon Carin
18. Terrpain Robyn Hitchcock
19. Gigolo Aunt Robyn Hitchcock, John Paul Jones & Ruby Wright
20. Dark Globe Chrissie Hynde & Adam Seymour
21. Late Night Chrissie Hynde & Adam Seymour
22. Joe Boyd, talking about Syd and organising the show
23. Arnold Layne Gilmour, Wright & Mason

 

ZUGABE

24. Bike All performers (except Roger Waters)

 

Setlist from Brain Damage

 

Links:

Barbican Hall

Guy Pratt Blog

 

 

The Piper At The Gates Of Dawn

 

A Saucerful of Secrets

 

1969 The Madcap Laughs

 

1970 Barrett

 

2001 Wouldn'T You Miss Me - the Best of Syd Barrett