16.6.2012: Am 16. Juni 1988 traten Pink Floyd in Berlin vor dem Reichstag auf. Hartmut hat es nicht nur live miterlebt, er hatte sogar Anteil am gelingen des Konzertes!
Zeitzeugenbericht von Hartmut
Das Foto zeigt meinen Crew Pass. Nicht wundern, ich habe den Ausweis auf meine »A Momentary Lapse of Reason« LP geklebt. Auf diesen Pink Floyd Crew Pass bin ich sehr stolz. Den musste ich beim Aufbau am Reichstag 1988 tragen. Ich konnte mich damit in allen Bereichen absolut frei bewegen. Ich habe mir die zwei Generatoren-Wagen für die eigene Stromversorgung und anderes Equipment ansehen dürfen. Faszinierend.
Am Nachmittag, als Sicherheitsleute den Platz vor offiziellem Einlass, von normalen Besuchern geräumt hatten, konnte ich mich frei bewegen.
Ich befand mich gegen 16 Uhr direkt vor der Bühne, um die aufgebaute Technik zu bewundern. Dann kam der Hammer: Die gesamte Band betrat die Bühne und fing an zu spielen.
1988 Pink Floyd A Momentary Lapse Of Reason Tour
Songliste:
01. Shine On You Crazy Diamond (Pt.1 – 5)
02. Signs of Life
o3. Learning to Fly
04. Yet Another Movie
05. Round and Around
06. A New Machine (Pt.1)
07. Terminal Frost
08. A New Machine (Pt.2)
09. Sorrow
10. The Dogs of War
11. On the Turning Away
–Pause–
12. One of These Days
13. Time
14. On the Run
15. The Great Gig in the Sky
16. Wish You Were Here
17. Welcome to the Machine
18. Us and Them
19. Money
20. Another Brick in the Wall (Pt.2)
21. Comfortably Numb
–Zugabe–
22. One Slip
23. Run Like Hell
Voll der Sound-Check. In aller Ruhe, ohne Hektik wurden einige Songs angespielt. David Gilmour gab kurze, knappe Anweisungen, nächster Song. Der weilen huschten Techniker hin und her um bei Nick Mason, Rick Wright und Co. noch Kleinigkeiten zu Richten. Meine volle Bewunderung hatten die Leute, die unterm Bühnendach die Spiegel für die Laser ausrichteten. Immer im Funkkontakt mit den Technikern auf der, ich nenne es mal, Haupt-Technik-Steuerbühne.
Die Band probte ca. 30 Minuten, dann verließen sie die Bühne. Es war für mich wie ein Spuk. Unvergesslich.
Vielen dank Hartmut für deinen Bericht und das Foto deines Passes! Wenn ihr auch Konzertberichte, Fotos etc. mit uns teilen möchtet — Bitte nur zu!!
Wummerbässe für den Osten
Als 1988 Pink Floyd erstmals an der Mauer auftraten, versuchte die Ost-Berliner Führung, Druck auf den Senat von West-Berlin auszuüben, um Popkonzerte an der Mauer generell zu unterbinden. Das scheinheilige Argument: Im nahe gelegenen Krankenhaus Charité könnten Schwerkranke durch die Vibrationen der wummernden Bässe zu Tode kommen. Da schon 30.000 Karten abgesetzt waren, blieb es bei dem Ort, aber Veranstalter Peter Schwenkow musste die Band vergattern, leise zu spielen und nur den Westen zu beschallen. Die britischen Rocker rächten sich auf ihre Weise — beim Soundcheck ließen sie ihre Boxen gen Osten ausrichten und donnerten »The Wall« in Richtung Mauer.
Quelle: Spiegel-Online: Wummerbässe_für_den_Osten

Auch ich erinnere mich sehr gut an diesen Tag. Durfte leider nur vom Osten aus zuhören. Viel war es nicht, was man –je nach Windrichtung– mitbekam, aber ich wußte, ich bin meinen Helden ganz nah! Die letzten beiden Songs haben sie nochmal richtig aufgedreht.
Hätte mir damals jemand gesagt: »Hey, mach Dir nix draus — du siehst Pink Floyd in 6 Jahren live und stehst direkt vor der Bühne« hätte ich es nicht geglaubt.
Pink Floyd haben sich immer außergewöhnliche Plätze für Konzerte ausgesucht. Versailles, Reichstagsgelände, Venedig, Roger Waters Potsdamer Platz, Gilmour Gdansk… Das war von ihnen clever, so bleibt man doch ewig in Erinnerung. Sowas wird es nie wieder geben, speziell was Pink Floyd an Feeling bei Konzerten rüberbrachten.
Ein absolut unvergessliches Erlebnis für mich.
Wir standen im vorderen Viertel direkt vor der Bühne.
Der Bass bei „One of these days“ war unbeschreiblich!
Für mich war das Konzert überragend, das Beste in Berlin gespielte. Es war eine Spielfreude und eine Lockerheit aller auf der Bühne, die sich voll auf die Besucher übertrug.
Beim Konzert waren auch meine Gedanken bei den Leuten hinter der Mauer am Brandenburger Tor. Wieviel würden da stehen, um Fetzen vom Sound der Pink Floyd zu hören ?
Übrigens: Am 19. Juni ´88 tobte Michael Jackson, am selben Ort, über eine dreimal so große Bühne mit seiner Tour.
Bei der offiziellen Pressekonferenz zum Tourauftakt hat Gilmour noch gescherzt, dass sie überlegt hätten, Michael Jackson als Vorgruppe zu arrangieren
)))
Ich bin damals mit meinem Bruder aus Hamburg nach Berlin geflogen(British Airways), denn Lufthansa durfte da ja noch nicht…
Nach dem Konzert sind wir an die Mauer am Brandenburger Tor und haben auf der Aussichtsplattform gestanden und »rübergeschaut«.Übereifrige Volkspolizei hatte hunderte Zuhörer, die nur mal Pink Floyd hören wollten bis zu der Höhe zurückgedrängt, wo heute das wiederaufgebaute Hotel Adlon steht. Auf »unserer« Seite war man wütend und frustriert, denn keine konnte damit rechnen, dass dieses Regime ein Jahr später erledigt war!
ich war auch dabei…
es war einfach hammergeil, ein hubschrauber flog über uns wirklich tief aber ich hab nichts von ihm hören können. der sound war unerwartet gut.
es war sehr harmonisch und unvergesslich <3
bin danach bis nach reinickendorf gelaufen in voller euphorie
die konzertkarte hab ich immernoch an der wand hängen *g*